{"id":31776,"date":"2000-08-31T11:11:00","date_gmt":"2000-08-31T09:11:00","guid":{"rendered":"http:\/\/hinternet.de\/blog\/?p=31776"},"modified":"2022-07-18T14:09:29","modified_gmt":"2022-07-18T12:09:29","slug":"stella-finger-on-the-trigger-for-the-years-to-come","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/2000\/08\/stella-finger-on-the-trigger-for-the-years-to-come\/","title":{"rendered":"Stella: Finger on the trigger for the years to come"},"content":{"rendered":"<div class=\"wp-block-image is-style-default\">\n<figure class=\"alignleft size-full is-resized\"><a href=\"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/Stella-Finger-on-the-trigger.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/Stella-Finger-on-the-trigger.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-32161\" width=\"250\" srcset=\"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/Stella-Finger-on-the-trigger.jpg 355w, https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/Stella-Finger-on-the-trigger-145x145.jpg 145w, https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/Stella-Finger-on-the-trigger-60x60.jpg 60w, https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/Stella-Finger-on-the-trigger-120x120.jpg 120w\" sizes=\"(max-width: 355px) 100vw, 355px\" \/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>So richtig passen Stella in keine Schublade. Eher schon umgekehrt: in viele gleichzeitig. Sie schreiben Popsongs, intonieren sie wie Rocksongs, und das mindestens zur H\u00e4lfte mit elektronischen Instrumenten. Einfacher ist es da schon, die Stimmungen der Songs herauszufiltern. Da ist zum einen die Stella-typische Coolness und ihre geschmeidige Eleganz, die neuerdings ins &#8222;Fette&#8220; driftet, dann diese rumorende Unruhe, teilweise gar Militanz, und manchmal auch ein demonstrativer Ennui. Neu ist auch Bassist Hendrik Weber, und als Gastmusiker sind Dirk von Lotzow (Tocotronic), Phillip Sollmann, Thomas Wenzel und Carsten Meyer (Erobique) dabei.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Viel Disco, Glam und 80er-Jahre-Atmo sind eingeflossen ins neue Album, New Wave und Punk-Monotonie, Industrial-Beats und Indie-Gitarren. Die energischsten Momente auf &#8222;Finger on the trigger\u2026&#8220; sind purer musikalischer Alarm. Dazu passt, dass Elena Lange mittlerweile einen Vocalstil perfektioniert hat, der wie Stakkato-Gewehrsalven abgefeuert wird und trotzdem irgendwie lauernd klingt. Die aufreizende Blasiertheit Anette Humpes und Debbie Harrys sirenenhafte Seite scheinen Pate gestanden zu haben, aber ganz m\u00e4dchenhaft geht\u00b4s auch (wie auf dem Album-Sweetheart &#8222;Opening Night&#8220;).<\/p>\n\n\n\n<p>Die Arrangements haben Stella komplett auf sich zugeschnitten. Die Kombination aus Elektronik und &#8222;mechanischen&#8220; Instrumenten tut das ihre, aber eigenwillig ist auch das Patchwork aus Versatzst\u00fccken verschiedenster Stilrichtungen, aus dem Stella ihren ganz eigenen Ton formen. Der entfernt sich nie weit vom tanzbaren, federnden Pop, entfaltet aber trotzdem einen seltsamen Kontrast zwischen d\u00fcsteren Untert\u00f6nen und freundlicher Oberfl\u00e4che. W\u00e4hrend oben simple Hooks ihren Charme spielen lassen, tun sich ringsumher majest\u00e4tische Kathedralen auf. Der Schweinerock, der an manchen Stellen aufblitzt, ist ein Baumaterial neben vielen. Gewaltiges Tempo k\u00f6nnen sie vorlegen, die drei Hamburger, und ihre Wut und Ironie klingen auch in den Texten an. Wenn Joschka Fischer als &#8222;Jogging Man&#8220; verh\u00f6hnt wird, die Ignoranz der Medien angeklagt oder der Jugoslawienkrieg in seiner verdr\u00e4ngten Aktualit\u00e4t zur\u00fcck ins Ged\u00e4chtnis gerufen wird.<\/p>\n\n\n\n<p>Sie haben etwas zu sagen, die Musiker von Stella. Das machen sie vom ersten Ton an deutlich. Auch ohne Texte.<\/p>\n\n\n\n<pre class=\"wp-block-preformatted\">Stella: Finger on the trigger for the years to come<br \/>(LADO\/Zomba)<\/pre>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>So richtig passen Stella in keine Schublade. Eher schon umgekehrt: in viele gleichzeitig. Sie schreiben Popsongs, intonieren sie wie Rocksongs, und das mindestens zur H\u00e4lfte mit elektronischen Instrumenten. 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