{"id":31792,"date":"1999-08-18T11:11:00","date_gmt":"1999-08-18T09:11:00","guid":{"rendered":"http:\/\/hinternet.de\/blog\/?p=31792"},"modified":"2022-07-15T13:43:16","modified_gmt":"2022-07-15T11:43:16","slug":"orchestre-national-de-barbes-poulina","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/1999\/08\/orchestre-national-de-barbes-poulina\/","title":{"rendered":"Orchestre National de Barb\u00e8s: Poulina"},"content":{"rendered":"\n<p>Ich kann mir den kompletten Namen nicht merken, aber in Paris gibt es eine M\u00e9tro-Station, die das Wort &#8222;Barb\u00e8s&#8220; im Titel tr\u00e4gt, und aus einen Pariser Viertel mit maghrebinischen Einanderern kommt auch das &#8222;Orchestre National de Barb\u00e8s&#8220;. Es zeugt von Selbstbewu\u00dftsein und Humor, wenn sich ein Konglomerat von 12 Mann nordafrikanischer Abstammung (Marokkaner, Algerier etc.) &#8222;Nationalorchester&#8220; nennt, und das ist schonmal eine prima Visitenkarte!<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Multi-Kulti also, Weltmusik und Ethno-Swing. Afrikanische W\u00e4rme und arabischer Zauber: ein dunkler, hei\u00dfer Schmelz, der groovt, unter die Haut und in die Beine geht. Ein Mix aus Rock, Funk, Reggae und Raga, Ska und Rai. Das meiste ist eine exotische Melange aus Gitarren und Banjos, Ba\u00df und Fl\u00f6te, Synthies, Bl\u00e4sern, einer unschlagbaren Rythm-Section, den Vorgaben eines afrikanischen &#8222;Shouters&#8220; und den Afro-Gospel-Ges\u00e4ngen des Background-Chors.<\/p>\n\n\n\n<p>Klotzen, nicht kleckern ist die Devise des ONB, denn das Ensemble spielt wahrlich lautstark, temperamentvoll und mit &#8222;gro\u00dfem Orchester&#8220;! Das wirkt teilweise etwas wirr und \u00fcberbordend, aber auch Songs, die f\u00fcr abendl\u00e4ndisch konditionierte Ohren sehr vertraut klingen und (aus meiner beschr\u00e4nkten Sicht) wahre Perlen sind. Aber den Flu\u00df der erw\u00e4hnten, ausufernden Hooks, die mehr wir aus dem Stegreif geschaffen klingen und f\u00fcr &#8222;uns&#8220; kaum Ohrwurm-Charakter haben, mu\u00df &#8222;man&#8220; eben als komplett andere Struktur anerkennen. Wer\u00b4s melodisch m\u00e4andernd mag, wird seine Freude dran haben Ein Take f\u00e4llt allerdings aus der Reihe (&#8222;Yahli Intro&#8220;): unterlegt mit einem spannungsvollen, fast bewegungslosen Klang-Teppich aus einem sph\u00e4rigem Synthie-Ton, gleich akustischen &#8222;Nebel-Schwaden&#8220;, dazu nur spartanisches Mandolinen-Gezupfe und mantra-hafter Gesang &#8211; die Percussions haben Pause, es herrscht spirituelle Ruhe. Und die tut wohl.<\/p>\n\n\n\n<p>Empfohlen sei auch Take 9 (&#8222;Yahli&#8220;), vielleicht die Nationalhymne von Barb\u00e8s &#8211; jedenfalls geht einem bei diesem Song, der sich schichtweise wie eine Bl\u00fcte entfaltet, schlicht das Herz auf.<\/p>\n\n\n\n<p>Fazit: das &#8222;Orchestre National de Barb\u00e8s&#8220; darf man sich ruhig merken, es klingt fr\u00f6hlich, warmherzig, phantasievoll, bunt und ausgesprochen sympathisch.<\/p>\n\n\n\n<pre class=\"wp-block-preformatted\">Orchestre National de Barb\u00e8s: Poulina<br \/>(Samarkand\/Virgin)<\/pre>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich kann mir den kompletten Namen nicht merken, aber in Paris gibt es eine M\u00e9tro-Station, die das Wort &#8222;Barb\u00e8s&#8220; im Titel tr\u00e4gt, und aus einen Pariser Viertel mit maghrebinischen Einanderern kommt auch das &#8222;Orchestre National de Barb\u00e8s&#8220;. 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