{"id":31975,"date":"1997-12-21T11:11:00","date_gmt":"1997-12-21T10:11:00","guid":{"rendered":"http:\/\/hinternet.de\/blog\/?p=31975"},"modified":"2022-07-14T15:22:31","modified_gmt":"2022-07-14T13:22:31","slug":"harald-martins-inselplatten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/1997\/12\/harald-martins-inselplatten\/","title":{"rendered":"Harald Martins Inselplatten"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>The Beatles: Sgt. Pepper&#8217;s Lonely Hearts Club Band (1967)<\/strong><br \/>Die brillanteste, bedeutendste, schlicht beste Popband aller &#8211; auch k\u00fcnftigen &#8211; Zeiten mit der brillantesten etc.. Nie waren Glaube, Liebe, Hoffnung ganz ohne christlichen Firlefanz gr\u00f6\u00dfer. Und diese T\u00f6ne, meine Br\u00fcder und Schwestern, diese T\u00f6ne\u2026<br \/>Erstes Gebot auf einer einsamen Insel: Hoffe!<\/p>\n\n\n\n<p><strong>The Beatles: The Beatles (1968)<\/strong><br \/>In den eklektizistischen 90ern ist es Mode geworden, gerade dieses Beatles-Album besonders toll zu finden. Es ist eben so: Da ist alles prima drauf, was abendl\u00e4ndische Musik positiv ausmacht.<br \/>Zweites Gebot\u2026: Denk an die sch\u00f6nsten Momente der Vergangenheit!<\/p>\n\n\n\n<p><strong>The Who: Who&#8217;s Next (1971)<\/strong><br \/>Wie kann man nur so aggressiv sein? H\u00f6r nach beim besten Drummer, dem gradlinigsten S\u00e4nger, dem coolsten Bassisten und dem punkigsten Pr\u00e4punk-Gitarristen der Historie. Abrechnung mit den 60ern, wo&#8217;s berechtigt ist. Aufbruch in die 70er, wie&#8217;s sein mu\u00df.<br \/>Drittes Gebot\u2026: Sei w\u00fctend!<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Pink Floyd: Dark Side Of The Moon (1973)<\/strong><br \/>Es gibt ja den unheilvollen Kollektiv-Drang, all das zu tun, was man zu tun vermag (Atombomben basteln, Velvet Underground h\u00f6ren, etc.). Mitunter, selten, geschieht das mit Geschmack &#8211; dann ist es gut, wahr und sch\u00f6n.<br \/>Viertes Gebot\u2026: Glaub an das Gute in der Natur!<\/p>\n\n\n\n<p><strong>The Sweet: Singles 1971-1977<\/strong><br \/>Sigmund Freud sagt, um gesund zu bleiben, m\u00fcsse man lernen zu seinen Abgr\u00fcnden zu stehen. Also bitte. Wir Wahrhaftigen erinnern uns: Teenage Rampage.<br \/>F\u00fcnftes Gebot\u2026: Sei ehrlich zu Dir selbst!<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Godley &amp; Creme: Ismism (1981)<\/strong><br \/>H\u00f6rkunst, die Zweite (vgl. #4). Hier geht es allerdings nicht um ein Spiel, das vorgibt, ernst zu sein, sondern um ein Spiel, das vorgibt, ein Spiel zu sein. Ein ad\u00e4quates Resultat f\u00fcr die 80er &#8211; das postmoderne Jahrzehnt.<br \/>Sechstes Gebot\u2026: Trau keinem, der Dir Wahrheiten verkaufen will!<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Talking Heads: Stop Making Sense (1984)<\/strong><br \/>Die intellektuellste Live-Platte aller Zeiten. Ergo was f\u00fcr Herz und Hirn. Dazu gab&#8217;s einen Film, der einem nicht mehr aus dem Sch\u00e4del geht. Beste Bedingungen also.<br \/>Siebtes Gebot\u2026: Hab Sonne im Herzen und Kino im Kopf!<\/p>\n\n\n\n<p><strong>The Smiths: Strangeways, Here We Come (1987)<\/strong><br \/>Die beiden Haupt-Heroen der besten Band der 80er &#8211; das exzentrische Gro\u00dfmaul Morrissey und der geniale Schweiger Johnny Marr &#8211; sind &#8217;86\/&#8217;87 auf dem H\u00f6hepunkt ihrer Kreativit\u00e4t und gleichzeitig am Ende ihrer Gemeinsamkeiten. Morrissey ist sowieso immer am besten, wenn der \u00c4rger am gr\u00f6\u00dften ist.<br \/>Achtes Gebot\u2026: Setz den Frust in Schaffenskraft um!<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Cleaners From Venus: Going To England (1987)<\/strong><br \/>Eine der wenigen Scheiben, die h\u00e4lt, was sie verspricht: The next thirty eight minutes you will be in England. Eigent\u00fcmlicherweise kommt seit 1963 fast alles musikalisch Gute aus dem ehedem als v\u00f6llig unmusikalisch verschrienen Inselreich, das sich nur dank Importware \u00fcber die tonalen Jahrhunderte retten konnte (H\u00e4ndel!).<br \/>Neuntes Gebot\u2026: Denk an England in der Nacht!<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Kula Shaker: K (1996)<\/strong><br \/>Jefferson Airplane, Cream, Jimi Hendrix, Deep Purple, Byrds, Beatles, Ravi Shankar, wei\u00dfderherrwernochalles &#8211; eine g\u00f6ttliche Zitatenhuberei. V\u00f6llig dekadent, dieser halb mystische, halb erdige Real-Nonsense. Mehr kann man in den 90ern nicht erwarten.<br \/>Zehntes Gebot\u2026: Gib Dich der Leere hin!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>The Beatles: Sgt. Pepper&#8217;s Lonely Hearts Club Band (1967)Die brillanteste, bedeutendste, schlicht beste Popband aller &#8211; auch k\u00fcnftigen &#8211; Zeiten mit der brillantesten etc.. Nie waren Glaube, Liebe, Hoffnung ganz ohne christlichen Firlefanz gr\u00f6\u00dfer. Und diese T\u00f6ne, meine Br\u00fcder und Schwestern, diese T\u00f6ne\u2026Erstes Gebot auf einer einsamen Insel: Hoffe! 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