{"id":31983,"date":"1997-12-14T11:11:00","date_gmt":"1997-12-14T10:11:00","guid":{"rendered":"http:\/\/hinternet.de\/blog\/?p=31983"},"modified":"2022-07-14T00:18:49","modified_gmt":"2022-07-13T22:18:49","slug":"pia-ambroschs-inselplatten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/1997\/12\/pia-ambroschs-inselplatten\/","title":{"rendered":"Pia Ambroschs Inselplatten"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Metallica: &#8222;Metallica&#8220;<\/strong><br \/>Mit dem schwarzen Album wird dem Genre des gut gemachten Gitarrenrock endlich wieder mal alle Ehre angetan. In der Bandbreite von hart bis lieblich zeigen Lead- und Rhythmusgitarre zu straightem Bass und stellenweise vertrackten Schlagzeugrhythmen einmal was Heavy Metal sein kann. Hetfields einwandfrei intonierendes Organ versorgt das Ganze mit den n\u00f6tigen Inhalten. Am besten laut zu H\u00f6ren, dann wummert der Bass so richtig! Ein grandioser Wurf, jeder einzelne Titel eine sorgf\u00e4ltig ausgekl\u00fcngelte Einheit der 4 Men in Black, es stimmt eben alles. Und ganz nebenbei best\u00e4tigt sich wieder, da\u00df die sch\u00f6nsten Balladen von Metallern stammen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Sisters Of Mercy: &#8222;First and last and always&#8220;<\/strong><br \/>Alles was gut war. Andrew Eldritch in Bestform. Diese Platte ist hervorragend geeignet, alten Zeiten nachzuh\u00e4ngen. Mehr sag ich nicht\u2026<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Nick Cave: &#8222;From her to eternity&#8220;<\/strong><br \/>Das erste Album. Es wird f\u00fcr mich immer das erste bleiben. Man munkelt, da\u00df nach &#8222;Murder Ballads&#8220; und &#8222;The Boatman&#8217;s Call&#8220; mal wieder was Wilderes kommt \u2026glaube ich aber nicht\u2026 schlie\u00dflich wurde Cave grad vierzig. Nichtsdestotrotz mag ich aber auch alle anderen Alben, aber dieses mu\u00df mit. Schon wegen des gehetzten und geschundenen Klaviers im Titelsong.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Johann Sebastian Bach: &#8222;Das Wohltemperierte Klavier&#8220; (Klavier: Friedrich Gulda)<\/strong><br \/>Die beim ersten H\u00f6ren vielleicht verwurstelten, nach mehrfachem aufmerksamen H\u00f6ren aber klar hervortretenden Linien sind ideal zum Abschalten. Besonders die Strukturen der vierstimmigen Fugen haben es zum Teil schwer in sich. Bei weniger polyphonen Stellen &#8211; man nennt sie glaube ich homophon &#8211; l\u00e4\u00dft Gulda die T\u00f6ne derma\u00dfen gleichm\u00e4\u00dfig und glasklar aufeinander folgen, da\u00df man danach greifen zu k\u00f6nnen glaubt.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Nirvana: &#8222;Unplugged In New York&#8220;<\/strong><br \/>Dieses Konzert vom November 1993 polarisierte die Anh\u00e4nger der Band. Die einen blieben absolute Fans, die anderen fanden das Album einfach Schei\u00dfe und kehrten Nirvana den R\u00fccken. W\u00e4hrend die Vorzeige-Grunger auf ihren drei vorherigen Platten alles aus ihrem Equipment rausholten, lassen sie auf diesem Album leise T\u00f6ne anklingen: akustische Gitarren, ged\u00e4mpftes Schlagzeug, Cello. Derart sp\u00e4rlich umrahmt gelingt es Cobain, hinl\u00e4nglich bekannte Nirvana-St\u00fccke wie &#8222;Come as you are&#8220;, &#8222;Something in the way&#8220;, &#8222;Apologies&#8220; oder &#8222;Pennyroyal tea&#8220; auf eigene, einmal andere Weise zu pr\u00e4sentieren. Kurt Cobain setzte sich, ohne es zu wissen, ein Denkmal. Seine ganze Attit\u00fcde w\u00e4hrend des Konzertes l\u00e4\u00dft im Nachhinein Raum f\u00fcr Spekulationen \u2026 Besonders &#8222;Pennyroyal Tea&#8220;, das Kurt zum Teil liebenswert falsch spielt, vermag mich immer wieder zu fesseln.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Einst\u00fcrzende Neubauten: &#8222;5 auf der nach oben offenen Richterskala&#8220;<\/strong><br \/>Das Album zwischen &#8222;Halber Mensch&#8220; und &#8222;Haus der L\u00fcge&#8220; stellt einen Kompromi\u00df zwischen musikalischer Zerst\u00f6rungsphilosophe und R\u00fcckkehr zu herk\u00f6mmlicheren Liedstrukturen dar, ohne allerdings an Intensit\u00e4t einzub\u00fc\u00dfen. Von &#8222;Zerst\u00f6rte Zelle&#8220; \u00fcber &#8222;Modimidofrsaso&#8220; bis &#8222;Keine Sch\u00f6nheit ohne Gefahr&#8220; geben die Jungs um Blixa Bargeld ihr Konzept von musikalischen und textlichen Strukturen zum Besten.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Catherine Bott: Mad Songs<\/strong><br \/>Die Sopranistin Catherine Bott pr\u00e4sentiert Proben der Wahnsinnslyrik des 17. Jahrhunderts in Vertonungen von Henry Purcell, John Eccles u. a. Dieses In-Musik-Setzen extremer Empfindungen von Geisteskranken und Verwirrten, die eigens zu diesem Zwecke in Tollh\u00e4usern beobachtet wurden, mag heute gef\u00fchllos erscheinen, gibt aber ein teilweise kuroses Bild davon, womit sich die Leute fr\u00fcher besch\u00e4ftigt haben. Vielleicht auch ein Tip an Nick Cave f\u00fcr seine Sammlung f\u00fcr die Insel.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Yes: &#8222;Yessongs&#8220;<\/strong><br \/>Auf das Dreifachalbum gingen schlie\u00dflich die meisten Roger Dean-Coverzeichnungen drauf, die man beim H\u00f6ren der Musik betrachten kann. Nee, also jetzt ehrlich: Es sind einfach viele der besten Songs drauf, die ich so sehr mag. Au\u00dferdem bekommt jeder der 5 Musiker ausreichend Raum, seine individuelle Virtuosit\u00e4t unter Beweis zu stellen, was das Album sehr abwechslungsreich macht. Der Vorteil von Vinyl: Du kannst das Cover aufklappen und hast voll was in der Hand, der Nachteil: du mu\u00dft laufend die Scheibe umdrehen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Talking Heads: &#8222;Stop Making Sense&#8220;<\/strong><br \/>Meine absolute Sommerplatte. Gru\u00df an F. und das Selfmade-Cabriolet.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Hayden: &#8222;Everything I long for&#8220;<\/strong><br \/>yeah \u2026\u2026\u2026\u2026\u2026\u2026 (schauder)\u2026. diese Stimme, diese Gitarre (mu\u00df ich noch mehr sagen?). Bisher wu\u00dfte ich nicht, da\u00df man Gitarren derart runterstimmen und schr\u00f6mmeln kann, aber bei dieser Stimme blieb Hayden wohl auch nichts anderes mehr \u00fcbrig. Vielleicht hat er aber auch solche Wurstfinger, da\u00df er nur einen halben Meter vom Schalloch entfernte Saiten befummeln kann\u2026<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Metallica: &#8222;Metallica&#8220;Mit dem schwarzen Album wird dem Genre des gut gemachten Gitarrenrock endlich wieder mal alle Ehre angetan. In der Bandbreite von hart bis lieblich zeigen Lead- und Rhythmusgitarre zu straightem Bass und stellenweise vertrackten Schlagzeugrhythmen einmal was Heavy Metal sein kann. 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