{"id":32270,"date":"2001-01-10T11:11:00","date_gmt":"2001-01-10T10:11:00","guid":{"rendered":"http:\/\/hinternet.de\/blog\/?p=32270"},"modified":"2022-07-18T23:27:24","modified_gmt":"2022-07-18T21:27:24","slug":"peter-biskind-easy-riders-and-raging-bulls","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/2001\/01\/peter-biskind-easy-riders-and-raging-bulls\/","title":{"rendered":"Peter Biskind: Easy Riders and Raging Bulls"},"content":{"rendered":"\n<p>Die Szenerie: Hollywood, Sunset Boulevard, rote Ampel, Sommernacht, 1972. Die Protagonisten: Die Regisseure Peter Bogdanovich (in einem Volvo), William Friedkin und Francis Ford Coppola (in einem 600er Mercedes). Friedkin zu Bogdanovich: &#8222;French Connection, der aufregendste amerikanische Film der letzten 25 Jahre! Acht Nominierungen! 5 Oscars! Darunter f\u00fcr den besten Film!&#8220; Daraufhin Bogdanovich: &#8222;The Last Picture Show, ein Werk, das die Filmgeschichte revolutionieren wird! 8 Nominierungen! Und mein Film ist besser als deiner!&#8220; Coppola zu beiden br\u00fcllend: &#8222;The Godfather, 150 Millionen Dollar!&#8220;<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Das New Hollywood auf dem H\u00f6hepunkt seiner Macht! Kreativit\u00e4t, Erfolg, Geld, Katastrophen, Drogen, Sex und noch mehr Drogen sind die Themen in Peter Biskinds Buch . Das Werk ist die Bombe, wenn man auf unglaublichen Tratsch steht, wissen will, wie weit man auf Schnee tats\u00e4chlich talw\u00e4rts fahren kann, akzeptiert, da\u00df es in diesem Buch unter anderem auch um Kunst geht und nie verstanden hat, wo das Problem von Uli Hoene\u00df und Christoph Daum eigentlich liegt.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Neue Hollywood &#8211; vereinfacht gesagt eine Liaison aus der franz\u00f6sischen Nouvelle Vague, dem italienischen Nachkriegsfilm und den Klassikern des amerikanischen Kinos &#8211; wurde laut Biskind durch die Filme &#8222;Bonnie and Clyde&#8220; und &#8222;The Graduate&#8220; initiert. Die Studiosysteme des alten Hollywood, \u00e4sthetisch und finanziell ersch\u00fcttert von den kulturrevolution\u00e4ren Umw\u00e4lzungen der sechziger, griffen dankbar nach dem Strohhalm, der ihnen hier von jungen Schauspielern (u.a. Warren Beatty) und Regisseuren angeboten wurde. Zwar standen die beiden Filme k\u00fcnstlerisch und gesellschaftlich diametral zum alten Establishment, aber zumindest in einem ganz wichtigen Punkt voll in dessen Tradition: Sie machten Dollars, Dollars, Dollars! Und von nun an war die Lawine nicht mehr aufzuhalten. Meilenstein folgte auf Meilenstein und Millionenbudgets wurden in die H\u00e4nde von Leuten gelegt, denen man ein paar Monate zuvor nicht einmal die Kaffeekasse anvertraut h\u00e4tte.<\/p>\n\n\n\n<p>Coppola, Scorsese, Bogdanovich, Hopper, Beatty, Altman, Penn, Friedkin und Ashby drehten ihre wichtigsten Filme. Schauspieler wie DeNiro, Jack Nicholson und Al Pacino wurden zu Stars. Rock<code>n<\/code>Roll war definitiv im Haus und mit ihm nat\u00fcrlich die Drogen, Unmengen von Drogen, mehr Drogen, als man sich jemals vorstellen kann. Wenn ihr Schlaumeier aus Deutschlands Sportredaktionen wirklich etwas \u00fcber Drogenkonsum erfahren wollen &#8211; hier bekommt ihr die volle Packung mit Verl\u00e4ngerung! Nach Millionenerfolgen, Intrigen, Hybris und Rausch folgt nat\u00fcrlich die \u00e4lteste Geschichte der Welt: Had it all. Messed it up. Slipped through my fingers.<\/p>\n\n\n\n<p>Coppola wollte Napoleon sein, gleich halb Hollywood aufkaufen und verlor alles, so da\u00df die Steuerfahndung in den fr\u00fchen achtzigern sogar das Schmuckk\u00e4stchen seiner Frau nach Geld durchsuchte. Scorsese blutete nach fortgeschrittenem Drogenkonsum aus allen K\u00f6rper\u00f6ffnungen, drehte mit &#8222;Raging Bull&#8220; einen der besten Filme aller Zeiten und wurde zum Dank daf\u00fcr in den Achtzigern in Hollywood von den Allm\u00e4chtigen einfach nur durchgereicht. Hal Ashby starb, Hopper war arbeitslos und Michael Cimino drehte mit &#8222;Heavens Gate&#8220; das finanziell gr\u00f6\u00dfte Debakel der Kinogeschichte. Mit Spielberg und Lucas hatte man sich dazu zwei Eier ins Nest gelegt, die mit Filmen wie &#8222;Jaws&#8220; und &#8222;Starwars&#8220; das Blockbustersystem mitbegr\u00fcndeten, was soviel bedeutet wie: viel, viel Geld in die Promotion eines Filmes investieren, der mit seiner Story das gr\u00f6\u00dftm\u00f6gliche Publikum ansprechen soll, also Suburbia, Daumendr\u00fccken, Happy End, das genaue Gegenteil des Autorenfilms der Siebziger. Die Macht der Studios war wiederhergestellt\u2026\u2026die dunkle Seite der Macht, ja, ja\u2026.die beiden Idioten Steve und George nahmen ja auch im Gegensatz zu Princess Lea keine Drogen. ( \u00dcbrigens, wenn jemand wei\u00df, welche Drogen Paul Breitner nimmt\u2026)<\/p>\n\n\n\n<p>Fazit: Ein Buch so gut wie zwei Nasen Puder und wenn nur die H\u00e4lfte von dem Schei\u00df stimmt , bin ich zufrieden. Hauptsache Bayern wird nicht Meister!<\/p>\n\n\n\n<pre class=\"wp-block-preformatted\">Peter Biskind: \nEasy Riders and Raging Bulls\nWie die Sex&amp;Drugs&amp;Rock'n'Roll-Generation Hollywood rettete\n(Rogner &amp; Bernhard bei Zweitausendeins)<\/pre>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Szenerie: Hollywood, Sunset Boulevard, rote Ampel, Sommernacht, 1972. Die Protagonisten: Die Regisseure Peter Bogdanovich (in einem Volvo), William Friedkin und Francis Ford Coppola (in einem 600er Mercedes). Friedkin zu Bogdanovich: &#8222;French Connection, der aufregendste amerikanische Film der letzten 25 Jahre! Acht Nominierungen! 5 Oscars! 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