{"id":33145,"date":"1998-04-04T11:11:00","date_gmt":"1998-04-04T09:11:00","guid":{"rendered":"http:\/\/hinternet.de\/blog\/?p=33145"},"modified":"2022-07-28T04:21:20","modified_gmt":"2022-07-28T02:21:20","slug":"goldie-saturnz-return","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/1998\/04\/goldie-saturnz-return\/","title":{"rendered":"Goldie: Saturnz return"},"content":{"rendered":"<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full is-resized\"><a href=\"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/goldie-saturnz.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/goldie-saturnz.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-34673\" width=\"250\" height=\"250\" srcset=\"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/goldie-saturnz.jpg 500w, https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/goldie-saturnz-145x145.jpg 145w, https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/goldie-saturnz-60x60.jpg 60w, https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/goldie-saturnz-120x120.jpg 120w\" sizes=\"auto, (max-width: 250px) 100vw, 250px\" \/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Nach &#8222;Timeless&#8220; aus dem Jahr 1995 ver\u00f6ffentlicht der Engl\u00e4nder Goldie mit &#8222;saturnzreturn&#8220; sein zweites Album. Als Doppel-CD mit einer Laufzeit von insgesamt zweieinhalb Stunden und unter Mitwirkung vieler prominenter K\u00fcnstler ist die Platte ein Mammutwerk geworden. Ob sie von der Musik-\u00d6ffentlichkeit als ein bahnbrechendes Werk eingestuft wird, bleibt noch abzuwarten.<\/p>\n\n\n\n<p>&#8222;Hinter-Net!&#8220; ist jedenfalls der Meinung, da\u00df &#8222;saturnzreturn&#8220; ein herausragendes und ungew\u00f6hnliches Album ist und verschreibt ihm eine Sonderbehandlung. Eine chronologische Abhandlung von unserem Sturmduo Carsten Frank und Kai Martin.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">CD 1 (L\u00e4nge: 75&#8242; 15&#8220;)<\/h2>\n\n\n\n<p><strong>Track 1: mother (L\u00e4nge: 60&#8242; 14&#8220;)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>K: Die Mutter aller Lieder, zumindest auf diesem Album. Vielleicht sogar in einem gr\u00f6\u00dferen Rahmen.<br \/>C: Beginnt mit siebenmin\u00fctigem Rauschen und tibetanischen Gebetsschellen. Danach setzen die Keyboards bzw. die Streicher ein und es klingt wie bei &#8222;Inner City Life&#8220; (ein Titel der ersten Goldie-CD &#8222;Timeless&#8220;). Aber hier setzen die Beats erst nach 21 Minuten ein, vorher spielt sich etwas ab, was mich an keltische oder gregorianische Ges\u00e4nge erinnert. Vielleicht k\u00f6nnte man auch sagen, das ist neo-moderne E-Musik nach dem zw\u00f6lften Ton. F\u00fcr mich ist das typisch britisch, das kann keiner, der aus Deutschland oder den USA kommt. Aber es hat Gott sei Dank \u00fcberhaupt nichts mit den Beatles oder den Folgen zu tun.<br \/>K: Wunderbar formuliert! Das mit der E-Musik ist vollkommen korrekt, dieses St\u00fcck hat eine ganz andere Vision als das, was sich im weitesten Sinne auf dem Pop-Sektor abspielt. Dahinter steckt ein wirklich gro\u00dfer Entwurf, gr\u00f6\u00dfer auch als die Beatles. Aber mich erinnern Melodien und vor allem der Klang der Streicher an indische bzw. fern\u00f6stliche Musik.<br \/>C: Kaum setzen die Beats ein, gehen sie auch schon in den gro\u00dfen Zeh. Mindestens.<br \/>K: Dabei zischelt am Anfang nur ein Becken, das ist noch gar kein komplettes Drum-Set.<br \/>C: Nach und nach kommen die einzelnen Elemente hinzu, so kommt die Klimax zustande. Man kann kaum noch sagen, auf wievielen Ebenen da etwas passiert. Die Spannung ergibt sich aus der Zahl der verschiedenen Elemente, die mit eingebaut werden. Man hat den Eindruck, auf den einzelnen Ebenen bleibt alles unabh\u00e4ngig vom Geschehen drumherum. Aber die Kombination der Einzelteile schafft ein homogenes Ganzes.<br \/>K: Nach einer halben Stunde kann man eigentlich zum ersten Mal von Drum&#8217;n&#8217;Bass sprechen. Dann klingt das St\u00fcck nach klassischem neuen Dancefloor: Die Beats im Vordergrund, der Bass gibt Struktur und im Hintergrund blubbert und wabert es in der Ger\u00e4usche- und Effektek\u00fcche. Aber das bleibt ja nicht lange so. Nach acht Minuten ist schon wieder Schlu\u00df. Dann sind wir wieder bei diesen sph\u00e4rischen, fl\u00e4chigen Kl\u00e4ngen angelangt.<br \/>C: Wo es dann sehr stark nach Filmmusik klingt.<br \/>K: Ja, absolut.<br \/>C: Erinnert mich den Score aus &#8222;L\u00e9on, der Profi&#8220;. Wer hat den eigentlich komponiert?<br \/>K: Keine Ahnung. Aber kommt Dir diese Atmosph\u00e4re nicht auch sehr hippiesk vor?<br \/>C: Nein, \u00fcberhaupt nicht. Was meinst Du eigentlich damit?<br \/>K: Ich meine nicht die Blumenkinder-68er-Woodstock-\u00c4ra, sondern die Musik der fr\u00fchen Siebziger: Der Versuch, alles zu integrieren: Zeitgen\u00f6ssische Kl\u00e4nge, Streicher, Indien, Drogen, alles wird bewu\u00dftseinserweiternd in endlos lange St\u00fccke gepackt \u2026 nicht, da\u00df Du mich falsch verstehst: Ich mag dieses St\u00fcck, aber immer mu\u00df ich an diesen Hipppie-Kram denken. Die Assoziation ist da, aber Gott sei Dank nicht pr\u00e4gend f\u00fcr die Einsch\u00e4tzung.<br \/>C: Bei Hippie-Musik f\u00e4llt mir immer &#8222;Pink Floyd in Pompeji&#8220; ein. Und das geht mir auf die Nervern, w\u00e4hrend ich Goldie klasse finde. Was mich an Pink Floyd oder auch Led Zeppelin richtig nervt, ist, da\u00df die 45 Minuten lang ihre Snare-Drum streicheln.<br \/>K: Wem sagst Du das \u2026<br \/>C: Bei &#8222;mother&#8220; streicheln nur die Streicher ihre Instrumente, und so sollte es sein. Au\u00dferdem wirkt die Siebziger-Musik auf mich immer sehr aufgesetzt. Und auch das ist hier nicht der Fall.<br \/>K: Aber vielleicht werden die Leute in zehn Jahren sagen, da\u00df Goldie aufgesetzt wirkt. F\u00fcr uns heute ist es etwas anderes, weil der Sound up-to-date ist: Er ist das Zeitgem\u00e4\u00dfe, er transportiert die Einordnung in einen Kontext, n\u00e4mlich den der sp\u00e4ten Neunziger.<br \/>C: Kann es sein, da\u00df &#8222;mother&#8220; symmetrisch aufgebaut ist? Erst Ger\u00e4usche, dann Streicher und Keyboards, Steigerung bis zum Mittelteil, der die Beats hat und dann denselben Weg zur\u00fcck?<br \/>K: Sehr gute Beobachtung. Betrachtet man die Zeitaufteilung innerhalb der 60 Minuten, ist es nicht ganz symmetrisch, aber im Grunde hast Du recht.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>\u00b7 Track 2: truth (L\u00e4nge: 14&#8242; 57&#8220;)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>K: Dieser Track hat zwei eindeutig voneinander abgesetze Teile. Am Anfang der Gesangspart von David Bowie, dann ist pl\u00f6tzlich Ruhe, man denkt schon, es sei zu Ende und dann der zweite, instrumentale Teil.<br \/>C: Es ist ein sch\u00f6nes experimentelles St\u00fcck. Bowies Stimme und die Keyboardkl\u00e4nge harmonieren sehr gut, aber insgesamt gesehen ist es nicht sehr spannend. Es passiert zu wenig. Im zweiten Abschnitt, nach der Pause von \u00fcber einer Minute, ist in den ersten Sekunden schon mehr los als im ersten Teil.<br \/>K: Findest Du, da\u00df David Bowie nach David Bowie klingt?<br \/>C: Absolut. Man erkennt ihn sofort.<br \/>K: Ich hab&#8216; etwas l\u00e4nger gebraucht. Aber ich bin auch kein Bowie-Fachmann. Mir f\u00e4llt nur auf, da\u00df er sehr zur\u00fcckgenommen klingt. Nicht das \u00fcbliche Breitwandformat, was ich sehr angenehm finde. Wenn wir vor allem den zweiten Teil betrachten: K\u00f6nnen wir sagen, da\u00df &#8222;truth&#8220; das experimentellste St\u00fcck der Doppel-CD ist?<br \/>C: Ich denke schon. Aber es gibt auch auf der zweiten CD einige Stellen, wo Goldie bis an die Grenzen geht.<br \/>K: Allerdings erinnert mich auf dem gesamten Album keine Passage so sehr an freien Jazz wie das Ende von &#8222;truth&#8220;. Es gibt keine Beats, kaum Melodien, keine Struktur. Nur Klang.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">CD 2 (L\u00e4nge: 75&#8242; 20&#8220;)<\/h2>\n\n\n\n<p><strong>\u00b7 Track 1: temper temper (L\u00e4nge: 5&#8242; 13&#8220;)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>K: Gitarre kommt von Noel Gallagher, aber Gott sei Dank klingt es nicht nach Oasis. Manche sagen ja, das klingt sehr nach den Chemical Brothers. Siehst Du das auch so?<br \/>C: Der Gitarrensound ist \u00e4hnlich, aber es ist ein ganz anderer Song. Ich denke nicht, da\u00df es ein Rip-off ist. Auf &#8222;saturnzreturn&#8220; ist es jedenfalls eindeutig das Metal-St\u00fcck.<br \/>K: Aber immer noch ziemlich abstrakt.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>\u00b7 Track 2: digital (L\u00e4nge: 5&#8242; 53&#8220;)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>C: Der Anfang k\u00f6nnte auch von Ice-T sein.<br \/>K: Das ist das St\u00fcck mit KRS-One. Gef\u00e4llt mir nicht so gut. Im Gegensatz zur Zusammenarbeit mit Bowie wirkt Goldie hier wie ein Gastmusiker. KRS-One rappt wie immer.<br \/>C: Verglichen mit anderen Drum&#8217;n&#8217;Bass-St\u00fccken ist die Stimme extrem hochgezogen, sie ist lauter. Das St\u00fcck hat keinen Goldie-Charakter.<br \/>K: Das denke ich auch. KRS-One pr\u00e4gt den Titel sehr und ich war noch nie ein gro\u00dfer Fan von ihm. Trotzdem ist es okay.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>\u00b7 Track 3: i&#8217;ll be there for you (L\u00e4nge: 6&#8242; 56&#8220;)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>C: Dieses St\u00fcck klingt so, wie ich es im Vorfeld vom ganzen Album erwartet h\u00e4tte.<br \/>K: Sehr abstrakter Drum&#8217;n&#8217;Bass. Sehe ich genauso.<br \/>C: Hat mehr Drums als Bass. Was im \u00fcbrigen f\u00fcr die ganze Platte gilt. Und dieses Ger\u00e4usch in der Mitte klingt wie unsere Wohnungsklingel.<br \/>K: Das irritiert mich auch. Es ist wie ein Appell etwas zu tun, T\u00fcren zu \u00f6ffnen oder Telefone abzuheben.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>\u00b7 Track 4: believe (L\u00e4nge: 7&#8242; 08&#8220;)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>C: Sch\u00f6nes Pop-L\u00fcftchen. Ein Song f\u00fcr Sade.<br \/>K: Mich erinnert das an &#8222;Material&#8220; aus den fr\u00fchen Achtzigern. Dieses St\u00fcck entt\u00e4uscht mich sehr, nicht weil ich den Sound nicht mag, sondern weil es nichts Innovatives hat. Vielleicht sollte man das nicht immer von einem K\u00fcnstler verlangen, aber gerade bei Goldie h\u00e4tte ich eine solch 100prozentige Retro-Kiste nicht erwartet.<br \/>C: Der Beat ist superlangweilig. Den k\u00f6nntest du auch bei Rondo Veneziano drunterlegen.<br \/>K: So schlimm?<\/p>\n\n\n\n<p><strong>\u00b7 Track 5: dragonfly (L\u00e4nge: 16&#8242; 02&#8220;)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>C: Vielleicht der einzige Take auf &#8222;saturnzreturn&#8220;, der einigerma\u00dfen fr\u00f6hlich klingt. Vor allem die Gitarre und das Vogelgezwitscher sind daf\u00fcr verantwortlich.<br \/>K: Wenn ich mir die Breakbeats wegdenke, bleibt Siebziger-Jahre-Jazzrock \u00fcbrig. Klassische Fusionmusik. Mich erschrickt das. Nur die Beats halten dieses St\u00fcck in der Gegenwart.<br \/>C: Mich wundert, da\u00df ich diesen Gitarrensound mag. Normalerweise w\u00e4re mir der zu klar.<br \/>K: Wie beim St\u00fcck zuvor k\u00f6nnte man auch diesen Titel ohne gr\u00f6\u00dfere Probleme mit der Plattensammlung meines Cousins nachstellen. Soll hei\u00dfen: Wo sind die eigenen Elemente, wo geht Goldie \u00fcber bereits Dagewesenes hinaus? Ich denke, es ist n\u00f6tig, zumindest einen eigenen Zugang zu klassischen Formen zu haben. Einfach Kopieren oder Zitieren reicht nicht.<br \/>C: Meiner Meinung nach werden diesen Elemente nur angedeutet. Goldie ist weit genug entfernt von den klassischen Mustern, die Du erw\u00e4hnst. Mich irritiert vielmehr, da\u00df \u00fcber die zweite CD hinweg so viele verschiedene Stile und Elemente angerissen werden. Das schafft keine durchg\u00e4ngige Stimmung, wie es auf der ersten CD noch der Fall war.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>\u00b7 Track 6: chico &#8211; death of a rockstar (L\u00e4nge: 7&#8242; 11&#8220;)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>K: Drum&#8217;n&#8217;Bass mit flirrenden Feedback-Gitarren. Zumindest am Anfang.<br \/>C: Auch das habe ich so erwartet. Die Beats sind nicht neu, die hat Goldie auch schon l\u00e4nger im Repertoire. Richtig spannend ist dieser Take nicht.<br \/>K: Die zweite CD wechselt st\u00e4ndig von modernen Drum&#8217;n&#8217;Bass-St\u00fccken zu Zitaten der Musikgeschichte und wieder zur\u00fcck. Eigenst\u00e4ndiges und Geklautes wechseln sich ab. In diesem Kontext kann man auch das KRS-One-St\u00fcck als retro bezeichnen. Ich wiederhole mich, aber ich h\u00e4tte gern mehr Innovation.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>\u00b7 Track 7: letter of fate (L\u00e4nge: 7&#8242; 54&#8220;)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>K: Wer singt da?<br \/>C: Goldie selbst.<br \/>K: Echt?<br \/>C: Was die Technik so alles m\u00f6glich macht.<br \/>K: Wie findest Du das?<br \/>C: Etwas erm\u00fcdend. So wie den Anfang von &#8222;truth&#8220; mit David Bowie.<br \/>K: Mir gef\u00e4llt das. Sch\u00f6ne Atmosph\u00e4re. Ein St\u00fcck ohne Beat, ohne da\u00df es gleich nach Meditation oder Naturimpressionen klingt.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>\u00b7 Track 8: fury &#8211; the origin (L\u00e4nge: 6&#8242; 29&#8220;)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>C: Auch hier wendet Goldie wieder das Prinzip aus &#8222;mother&#8220; an: Viele einzelne Elemente werden zusammengesetzt zu einem Ganzen, wobei auch Melodiesegmente Teil des Beats werden, indem sie wie rhythmische Elemente behandelt werden.<br \/>K: Dieser Track klingt extrem unterk\u00fchlt, hat eine d\u00fcstere Ausstrahlung. Nachts in einem Club, wenn ich ihn nicht analysiere, sondern nur auf mich wirken lasse, w\u00fcrde er mich ziemlich runterziehen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>\u00b7 Track 9: crystal clear (L\u00e4nge: 6&#8242; 52&#8220;)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>K: Kann man sagen, das ist ein Goldie-Klassiker? Soul-Gesang \u00fcber Break-Beats?<br \/>C: Kann man, aber hier mu\u00df man auch folgendes erw\u00e4hnen: Das sind lobenswerterweise neue Beats, nicht solche, die er schon mal benutzt hat. Drum&#8217;n&#8217;Bass definiert sich \u00fcber die Beats und deshalb darf man sich in dem Punkt nicht st\u00e4ndig wiederholen. Ich mag auch diese typische Soul-Jazz-Trompete.<br \/>K: Ich ja nicht so. Da mu\u00df ich st\u00e4ndig an Yuppie-Caf\u00e9s denken. Aber das ist das tolle an solchen und \u00e4hnlichen St\u00fccken: Die Beats schaffen eine neue Atmosph\u00e4re, das ist modern, zeitgem\u00e4\u00df. Ich brauche das, ich k\u00f6nnte nicht st\u00e4ndig alte Musik h\u00f6ren. Du mu\u00dft die Gegenwart f\u00fchlen, wenn nicht sogar die Zukunft. Hier ist es die Gegenwart.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>\u00b7 Track 10: demonz (L\u00e4nge: 5&#8242; 27&#8220;)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>K: &#8222;demonz&#8220; zeigt uns etwas von der Zukunft, so wie ich mir das gew\u00fcnscht habe. Diese hektischen Rhythmen kombiniert mit den spitzen, scharfen Sounds &#8211; das finde ich aufregend. Nach &#8222;mother&#8220; f\u00fcr mich der interessanteste Take des Albums.<br \/>C: Das Klirren erinnert mich an die Einst\u00fcrzenden Neubauten.<br \/>K: Stimmt, das hat wirklich was von Industrie-Sound. Ist aber kein Industrial. Da wir jetzt beim letzten St\u00fcck angelangt sind, eine Frage als Fazit: Ist &#8222;saturnzreturn&#8220; ein Jahrhundertwerk?<br \/>C: N\u00f6. F\u00fcr mich haben &#8222;Propellerheads&#8220; bereits die Platte des Jahres gemacht. &#8222;saturnzreturn&#8220; hat Ans\u00e4tze zu einem bedeutenden Album, aber so wichtig wie die &#8222;Timeless&#8220; ist sie nicht. Die erste CD von &#8222;saturnzreturn&#8220; hat Tendenzen zur E-Musik, die zweite hat dies \u00fcberhaupt nicht. Insgesamt fehlen mir die fetten Sounds.<br \/>K: Ich glaube schon, da\u00df &#8222;saturnzreturn&#8220; im Pop-Kontext Ma\u00dfst\u00e4be setzt. Ein St\u00fcck wie &#8222;mother&#8220; hat meines Wissens schon lange niemand mehr versucht. Ich habe das Gef\u00fchl, heute werden Grenzen durchbrochen, indem man Dinge integriert, Schranken zwischen verschiedenen Bereichen \u00fcberwindet. Und genau das tut Goldie mit diesem Album. Fr\u00fcher konnte man innovativ sein, wenn man ein Genre nach au\u00dfen hin durchbrach. Aber wo sollte man heute damit landen? Integration ist der Weg.<\/p>\n\n\n\n<pre class=\"wp-block-preformatted\">Goldie: Saturnz return<br \/>(ffrr records)<\/pre>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nach &#8222;Timeless&#8220; aus dem Jahr 1995 ver\u00f6ffentlicht der Engl\u00e4nder Goldie mit &#8222;saturnzreturn&#8220; sein zweites Album. Als Doppel-CD mit einer Laufzeit von insgesamt zweieinhalb Stunden und unter Mitwirkung vieler prominenter K\u00fcnstler ist die Platte ein Mammutwerk geworden. 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