{"id":33151,"date":"1998-04-27T11:11:00","date_gmt":"1998-04-27T09:11:00","guid":{"rendered":"http:\/\/hinternet.de\/blog\/?p=33151"},"modified":"2022-07-30T05:18:18","modified_gmt":"2022-07-30T03:18:18","slug":"live-the-cramps","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/1998\/04\/live-the-cramps\/","title":{"rendered":"Live: The Cramps"},"content":{"rendered":"\n<h2 class=\"wp-block-heading\">La Laiterie, Stra\u00dfbourg, 18.4.98.<\/h2>\n\n\n\n<p><strong>For the love of Ivy<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Zum ersten Mal live sah ich die Band mit der &#8222;Date with Elvis &#8220; Tour, was mich damals derma\u00dfen begeisterte, da\u00df ich kurz danach das Studium schmi\u00df (mit dem Ergebnis, da\u00df ich dann im Plattenladen jobbte). Lux und Ivy waren, wohl schon vor Mitte der 80er, die wandelnden R&amp;R G\u00f6tter und erreichten mit &#8222;Date with Elvis&#8220; ein &#8222;gr\u00f6\u00dferes&#8220; Publikum als mit den vorhergehenden Ver\u00f6ffentlichungen.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Ein paar Jahre sp\u00e4ter sah ich sie dann in der Stadthalle Offenbach und war ziemlich entt\u00e4uscht. Dies mag wohl auch mit der der beschissenen Halle zusammenh\u00e4ngen. (Ich jedenfalls, werde dort zu keinem Konzert mehr gehen, auch Iggy und die Ramones fand ich dort nicht so berauschend) F\u00fcr mich kamen jedoch auch die nachfolgenden Platten nicht mehr an das heran, was sie vor &#8222;A Date with Elvis&#8220; aufgenommen hatten.<\/p>\n\n\n\n<p>Wenn die Cramps jedoch Samstagsabends in der Nachbarschaft spielen, kann man sich das auf keinen Fall entgehen lassen. Und um die folgenden Zeilen vorwegzunehmen : Es war wie eine Frischzellenkur.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir waren rechtzeitig vor der ausvekauften Halle, wo ich mit einem Typen ins Gespr\u00e4ch kam, der Lux und Ivy pers\u00f6nlich kennt und auch an dem einen oder anderen der fr\u00fchen Meteors-Cover mitgearbeitet hat. Der hatte dann unter anderem die nette, kleine Story erz\u00e4hlt, wie die Cramps und die Meteors zusammen tourten. Die beiden Bands waren im selben Hotel untergebracht und die Meteors machten dort noch so&#8217;n bi\u00dfchen After-Show-Party. Was Lux und Ivy prompt dazu veranlasste, die Bullen zu rufen. Soviel zum Thema R&amp;R.<\/p>\n\n\n\n<p>Jedenfalls waren in Stra\u00dfbourg 4, in Worten vier, Vorgruppen angek\u00fcndigt, was eine ziemlich lange Nacht bedeutet h\u00e4ttte. Der wohlinformierte Bekannte sagte jedoch, da\u00df die Cramps eigentlich gar keine Vorgruppen m\u00f6gen und sollte recht behalten.<\/p>\n\n\n\n<p>Nach quelques bi\u00e8res, gingen wir dann in die Halle, von der ich sehr angetan war, weil sie nicht so \u00fcberdimensioniert ist. Vorne war, obwohl das Konzert ausverkauft war, noch gen\u00fcgend Platz, um mich in die erste Reihe zu stehlen. Die Dame neben mir im langen Lack-Kleid hatte ihren etwa 4-5j\u00e4hrigen Sohn mit, den sie eben mal auf das Absperrgitter setze, das knapp einen Meter vor der B\u00fchne stand. Hinter den Stehpl\u00e4tzen sind, halt wie fr\u00fcher im Physiksaal, die Sitzreihen terrassenf\u00f6rmig angeordnet, so da\u00df auch die Leute die sa\u00dfen eine gute Sicht auf die B\u00fchne hatten.<\/p>\n\n\n\n<p>Tats\u00e4chlich kamen die Cramps als erste auf die B\u00fchne. Neben Lux Interior und Poison Ivy, Slim Chance am Bass und Harry Drumdini am Schlagzeug. Poison, sexy wie immer im kleinen getigertern Body, mit hochhackigen Stiefeln, Lux zun\u00e4chst noch in so `nem Bademantel, den die Boxer immer tragen wenn sie in den Ring steigen und mit Sonnenbrille.<\/p>\n\n\n\n<p>Lux hat ja schon vor einiger Zeit sein Image gefunden. Eine gewi\u00dfe \u00c4hnlichkeit mit Frankensteins Monster ist hier nicht von der Hand zu weisen. Jedenfalls scheint es ihm ganz gut zu tun, denn im Vergleich zu fr\u00fcher scheint er kaum gealtert zu sein. Ivy wird offensichtlich sogar j\u00fcnger.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Programm besteht zum allergr\u00f6\u00dften Teil, und zur Freude des Publikums, aus den alten Klassikern. Doch auch &#8222;Cramps-Stomp&#8220; vom neuen Album &#8222;Big Beat from Badsville&#8220; pa\u00dft gut.<\/p>\n\n\n\n<p>Nach einigen Songs wird es Lux nat\u00fcrlich zu hei\u00df und er legt den Bademantel ab, um seinem Ruf als lebendes Ganzk\u00f6rperkondom gerecht zur werden. Weiter geht&#8217;s. Lux nun ganz in schwarzem Gummi und in den gleichen Stiefeln wie Poison, geht ab &#8222;wie die Drecksau&#8220;. Die Mimik, wie der Mann sich bewegt und alles gibt ist wieder rundherum begeisternd. Obwohl gemunkelt wird, da\u00df er sich an diesem Abend auf irgendwelchen &#8222;Substanzen&#8220; befinden soll, hat er sich perfekt im Griff. 1a Entertainement.<\/p>\n\n\n\n<p>Poison mu\u00df nat\u00fcrlich immer ganz, ganz b\u00f6se gucken. Am sch\u00f6nsten ist aber, wenn sie die Kontrolle \u00fcber ihr Gesicht f\u00fcr eine Sekunde verliert und: l\u00e4chelt. Nat\u00fcrlich nur eine klitzekleine Sekunde lang, denn sobald Sie den faux-pas bemerkt, kommt nat\u00fcrlich der R&amp;R Profi wieder durch, und sie ist wieder b\u00f6se, b\u00f6se, b\u00f6se. Recht so, schlie\u00dflich haben wir daf\u00fcr bezahlt.<\/p>\n\n\n\n<p>Ihr Gitarrenspiel ist wie immer gro\u00dfe Klasse. Mit oft nur einem Finger zaubert &#8222;Die G\u00f6ttliche&#8220; mitunter das beste Inferno. Immer wenn sie eine Klangsalve durch ihren Fender-Amp pustet, haut es Lux um und der wirft sich ihr zu F\u00fc\u00dfen, um ihre Stiefel zu lecken. Die m\u00fc\u00dfen ihm wohl gefallen, sonst h\u00e4tte er ja nicht die gleichen.<\/p>\n\n\n\n<p>Leider kann ich \u00fcber die Dauer des Konzertes keine genauen Angaben machen. Zum Schlu\u00df gab es jedoch jeweils etwa zwanzigmin\u00fctige Versionen von &#8222;Psychotic Reaction&#8220; und &#8222;Surfin Bird&#8220;. A propos &#8222;Surfin Bird&#8220;, der NME druckt im Moment eine Serie (&#8222;On the couch&#8220; bei der den interviewten Musikern immer die gleichen Fragen gestellt werden. Hier antwortet Hr. Interior zu: &#8222;Which song describes you best?&#8220; mit : &#8222;&#8218;Surfin Bird&#8216; by The Trashmen, because it&#8217;s about chaos and anarchy and all those fun things.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>Lux hat sich l\u00e4ngst des lang\u00e4rmigen Gummi-T-Shirts entledigt, die Monitorboxen &#8222;aufger\u00e4umt&#8220;, zwei Mikrostative kunstvoll zurechtgebogen und mit Hilfe des Gummishirts und der Sonnenbrille ein, \u00e4hem, Kunstwerk kreiert. Zum Finale Grande greift er sich noch an den Oberschenkel und rei\u00dft sich die Gummihose vom Leib.<\/p>\n\n\n\n<p>Fazit: The Cramps are like no other band and that&#8217;s because..<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>The Cramps haben mich wieder so beeindruckt wie beim ersten Mal, und das war ganz sch\u00f6n heftig.<\/li><li>The Cramps haben anscheinend ein Stadium erreicht, in dem das Altern nicht existiert. Ihr Spiel und nat\u00fcrlich die Show haben gar an Intensit\u00e4t gewonnen.<\/li><li>The Cramps sind das perfekte R&amp;R Klischee und daf\u00fcr liebe ich sie.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p>For the love of Ivy<\/p>\n\n\n\n<p>gez. Erasmus, Fan<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>La Laiterie, Stra\u00dfbourg, 18.4.98. For the love of Ivy Zum ersten Mal live sah ich die Band mit der &#8222;Date with Elvis &#8220; Tour, was mich damals derma\u00dfen begeisterte, da\u00df ich kurz danach das Studium schmi\u00df (mit dem Ergebnis, da\u00df ich dann im Plattenladen jobbte). 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