{"id":33191,"date":"1998-10-23T11:11:00","date_gmt":"1998-10-23T09:11:00","guid":{"rendered":"http:\/\/hinternet.de\/blog\/?p=33191"},"modified":"2022-07-24T17:17:59","modified_gmt":"2022-07-24T15:17:59","slug":"live-chris-knox","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/1998\/10\/live-chris-knox\/","title":{"rendered":"Live: Chris Knox"},"content":{"rendered":"\n<h2 class=\"wp-block-heading\">M\u00fcnchen\/Substanz 19.10.1998<\/h2>\n\n\n\n<p>Eingefleischte Provinzler (zugegebenerma\u00dfen bin ich einer davon) schauen mitunter doch neidisch auf das Kulturangebot der gro\u00dfen deutschen Metropolen. Wenn sich dann doch die Gelegenheit ergibt sich in solchen Zentren des medialen Angebots zu bewegen, dann greift man doch gerne zu. So hab ich mir dann eine Ladung Neuseeland-Pop-Noise, den guten Chris Knox n\u00e4mlich, geg\u00f6nnt. Stra\u00dfenkarte rausgenommen, Zielort M\u00fcnchen-S\u00fcdbahnhof anvisiert und erfolgreich erklommen. Die erste Schlacht ist geschlagen, das Auto ist geparkt (das ist ja schon was f\u00fcr die Leut aus der Provinz). Das Substanz selbst ist dann eher eine Entt\u00e4uschung. Auch in M\u00fcnchen spielen durchaus gute Leute auf kleinen B\u00fchnen, mit kleinen Anlagen vor relativ wenig Leuten. Soviel zur Provinz, kommen wir zu Chris Knox.<\/p>\n\n\n\n<p>Chris Knox geh\u00f6rt in die Schublade Neuseeland &#8211; Flying Nun. Auf dem Flying Nun Label (80% der Ver\u00f6ffentlichungen kann man blind kaufen) erscheinen neusel\u00e4ndische Bands in einer Anzahl, das man den Eindruck gewinnt, da\u00df Neuseeland nur aus Schafen und Musikern besteht. Munter wechseln die Musiker zwischen verschiedenen Bands hin- und her und machen doch immer wieder diese wunderbar schr\u00e4ge und doch sch\u00f6ne Popmusik, die dann auf Samplern oder regul\u00e4ren Alben erscheint. The Clean, The Chills, Talldwarfs David Kilgour und eben Chris Knox sind einige Namen aus den Ver\u00f6ffentlichungen des Labels. Chris Knox ist vielleicht der schr\u00e4gste Vogel unter den genannten, was er dann auch im Substanz in M\u00fcnchen unter Beweis stellt. Er beginnt das Konzert damit, da\u00df er sich zun\u00e4hst mal auszieht! In Shorts und franz\u00f6sischen Strandschlappen schnallt er sich dann die Ovation E-Gitarre (!!!) um und schrammelt sich, als eine Art neuseel\u00e4ndischer Bob Dylan durch das Konzert. Bewaffnet mit Kopfmikro, Drumcomputer und Gitarre und mit einem Humor, der nicht aus Deutschland kommen kann, singt er seine Texte vom Notenst\u00e4nder ab und bietet nicht gerade das, was man schon mal als professionelles Konzert gesehen hat (aber vielleicht nie sehen wollte).<\/p>\n\n\n\n<p>Eigentlich steht ein wichtiger Satz schon am Anfang des Konzertes (noch bevor er die Hose auszieht und lange bevor er zu singen anf\u00e4ngt). &#8222;He Leute: In der letzten halben Stunde ist hier mehr Musik aus Neuseeland gelaufen, als in Neuseeland selbst gespielt wird&#8220; (Den gleichen Eindruck hatte ich auch immer bei den sogenannten Neo-folk Bands aus San Francisco) Vollkommen unkompliziert wird der Zuschauer Teil des Konzertes: &#8222;Soll ich die Gitarre etwas lauter machen? So? Laut genug?&#8220; Ich kann mir nicht vorstellen, da\u00df Mick Jagger so eine Frage stellen w\u00fcrde. Dann irgendwann steht Chris Knox mit seiner Gitarre zwischen den Zuschauern und rockt ganz heftig auf E-Dur, das kann man sich bei Keith Richards auch nicht mehr vorstellen. Ich bin dann immer wieder ganz ger\u00fchrt, wenn neben dem schr\u00e4gen Geschrammel eine Popmelodie erstrahlt, die nicht von dieser Welt zu kommen scheint. Zwischen den Liedern macht er immer mal wieder darauf aufmerksam, da\u00df es anschlie\u00dfend noch wunderbare Platten von ihm zu kaufen g\u00e4be &#8222;Nur f\u00fcnundzwanzik Mak&#8220;. Ich hab mich dann auch brav angestellt und zwei Exemplare gekauft. Chris Knox hat dann noch jeweils ein Bildchen draufgemalt und ich bin gutgelaunt nach Hause gefahren. Klein aber mein.<\/p>\n\n\n\n<p>(fw)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>M\u00fcnchen\/Substanz 19.10.1998 Eingefleischte Provinzler (zugegebenerma\u00dfen bin ich einer davon) schauen mitunter doch neidisch auf das Kulturangebot der gro\u00dfen deutschen Metropolen. 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