{"id":33241,"date":"1997-12-04T11:11:00","date_gmt":"1997-12-04T10:11:00","guid":{"rendered":"http:\/\/hinternet.de\/blog\/?p=33241"},"modified":"2022-07-27T03:57:56","modified_gmt":"2022-07-27T01:57:56","slug":"live-the-prodigy","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/1997\/12\/live-the-prodigy\/","title":{"rendered":"Live: The Prodigy"},"content":{"rendered":"\n<h2 class=\"wp-block-heading\">M\u00fcnchen, Zenith. 29.11.1997<\/h2>\n\n\n\n<p><strong>Maschinen f\u00fcr die Massen<\/strong><br \/>&#8222;Seltsame Dinge passieren in einer Musik, die wir fr\u00fcher einmal, vielleicht voreilig, als Techno bel\u00e4chelt und abgetan haben&#8220; bemerkte der &#8222;Rolling Stone&#8220; in seiner April-Ausgabe. Und richtig: Da\u00df zum Beispiel die englische Band &#8222;The Prodigy&#8220; zu einem der wichtigsten Acts wurde &#8211; bei Konzerten wie auch am Plattenmarkt &#8211; sahen wenige voraus. Ein exzellenter Kurzauftritt beim &#8222;Go Bang!&#8220;-Open-air im Sommer lie\u00df auf die Tour im November hoffen.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Am Samstag abend war`s soweit, &#8222;The Prodigy&#8220; traten in der ausverkauften Kulturhalle Zenith in M\u00fcnchen vor etwa 6000 Fans mit gewohnter Power und Aggressivit\u00e4t an. Das Umfeld: Eine weite, hohe Industriehalle, hinter der B\u00fchne eine gigantische Wand aus konzentrischen Metallkreisen, die aussieht wie die Abstellkammer H. R. Gigers. Die Musik: Laut. Als die ersten Ba\u00dfwellen durch die Halle fluten und wie kleine Handgranaten in den Lungenfl\u00fcgeln explodieren, stockt im wahrsten Sinne des Wortes der Atem.<\/p>\n\n\n\n<p>Brachial, konsequent, mitrei\u00dfend &#8211; Adjektive, die die Musik von &#8222;The Prodigy&#8220; charakterisieren. Mit einer einzigartigen Symbiose aus Punk, Underground, HipHop, Dance und Rock nehmen sich die Engl\u00e4nder das Beste aus jeder Gattung heraus und verquicken es zu aggressiven, knallharten Songs.<\/p>\n\n\n\n<p>Hits wie &#8222;Firestarter&#8220; oder &#8222;Smack my bitch up&#8220; rissen das Publikum zu spontanen Begeisterungsst\u00fcrmen hin, die so gar nicht in die Szene passen wollten. Richtig, ein Gruppengef\u00fchl stellte sich trotz der Anwesenheit von tausenden zumindest musikalisch Gleichgesinnten nicht ein &#8211; kalt war`s, und jeder blieb f\u00fcr sich allein.<\/p>\n\n\n\n<p>Doch das ist nicht ausschlie\u00dflich das Verschulden der Neo-Punks von &#8222;The Prodigy&#8220;, es zeigt nur, wie die Musik ausstrahlt. Die Aggressivit\u00e4t der Beats versandet nicht spurlos, peitscht auf und versetzt in Unruhe, individualisiert gleicherma\u00dfen. &#8222;Prodigy&#8220; legen konsequent die Spur zu ihrem musikalischen Universum, provozierend, virtuos, neu und \u00fcberzeugend. Sie fordern jeden Zuh\u00f6rer heraus, seinen Standort zu bestimmen, sich im virtuosen Stilmix der Band eine Nische zu suchen. Wohin die musikalische Fahrt, die &#8222;Prodigy&#8220; vor ein paar Jahren begannen, f\u00fchrt, ist dennoch nicht absehbar. Die Band kann gleicherma\u00dfen den Abgesang der technisierten Musik, der Maschinen f\u00fcr die Massen, einl\u00e4uten wie auch T\u00fcr und Tor f\u00fcr eine neue Musikgattung \u00f6ffnen. Die Diskussion, welche Beats oder Riffs im dritten Jahrtausend erklingen, ist er\u00f6ffnet.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>M\u00fcnchen, Zenith. 29.11.1997 Maschinen f\u00fcr die Massen&#8222;Seltsame Dinge passieren in einer Musik, die wir fr\u00fcher einmal, vielleicht voreilig, als Techno bel\u00e4chelt und abgetan haben&#8220; bemerkte der &#8222;Rolling Stone&#8220; in seiner April-Ausgabe. 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