{"id":33295,"date":"1998-10-19T11:11:54","date_gmt":"1998-10-19T09:11:54","guid":{"rendered":"http:\/\/hinternet.de\/blog\/?p=33295"},"modified":"2022-09-04T23:42:43","modified_gmt":"2022-09-04T21:42:43","slug":"saving-private-ryan-der-soldat-james-ryan","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/1998\/10\/saving-private-ryan-der-soldat-james-ryan\/","title":{"rendered":"Saving Private Ryan &#8211; Der Soldat James Ryan"},"content":{"rendered":"\n<p>Eins vorweg: Dies ist meine erste Filmrezension. Ansonsten befasse ich mich ausschlie\u00dflich mit Musik. Trotzdem hier mein erster Versuch einer Filmkritik.<br \/>Die Storyline dieses 168-min\u00fctigen Films d\u00fcrfte mittlerweile den meisten bekannt sein: Captain Miller (Tom Hanks, bekannt durch Filme wie &#8222;Philadelphia&#8220;, &#8222;Forrest Gump&#8220;, &#8222;Apollo 13&#8220;) erh\u00e4lt vom Chief of Staff der US Army den Auftrag, James Ryan (Matt Damon, bekannt durch &#8222;Good Will Hunting&#8220; (Drehbuch\/Hauptrolle)) in der Normandie ausfindig zu machen und den jungen Soldaten unversehrt nach Hause zu bringen. Denn dort wartet seine Mutter auf ihn. Sie hatte Tage zuvor die schreckliche Nachricht erhalten, da\u00df Ryans drei Br\u00fcder innerhalb einer Woche im Kampf ihr Leben verloren hatten (zwei in der Normandie, einer in Neu Guinea). Miller ist von diesem Selbstmordkommando wenig begeistert, sammelt dennoch die loyalsten und besten Soldaten seiner durch die Landung in Omaha Beach (6. Juni 1944) stark dezimierten Kompanie um sich und macht sich auf die Suche. Begleitet wird er dabei u.a. von Sergeant Horvath (Tom Sizemore, &#8222;Heat&#8220; und &#8222;Natural Born Killers&#8220;).<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Dieses Unternehmen ist &#8211; das kann sich ein jeder ausmalen &#8211; ein Trip durch die H\u00f6lle, in den der Zuschauer eindrucksvoll eingebunden wird. Das besorgen die hautnahen und authentischen Kameraeinstellungen, die schonungslose Bilder zu Tage f\u00f6rdern. Derart grausam kann sich kein Mensch den Krieg ausmalen, au\u00dfer er war selbst dabei. Selten habe ich brutalere, realistischere und schockierendere Szenen auf der Leinwand gesehen. Selten wurde dem Zuschauer der Krieg derart unerbittlich vor Augen gef\u00fchrt und ins Ged\u00e4chtnis eingebrannt. Ich denke hier an die Szene im Landungsboot und die Zweikampfszene mit dem Messer gegen Ende des Films. Es klingt abgegriffen und l\u00e4cherlich, doch beim Zuschauen hat man ein ums andere Mal das Gef\u00fchl, wirklich Teil der Szenerie zu werden oder gar zu sein. Steven Spielberg inszenierte eine wahrhaft mitrei\u00dfende &#8222;D Day&#8220;-Aufbereitung, die schockierend und fesselnd (im Sinne von l\u00e4hmend) zugleich ist. Schon wenige Sekunden nach Beginn zuckt der Zuschauer im Sessel zusammen, sch\u00fcttelt den Kopf, h\u00e4lt sich fassungslos die H\u00e4nde an den Kopf und kann sie nicht fassen, die Sinnlosigkeit des Krieges, diesen Wahnsinn, der Millionen Menschen in den Tod getrieben hat. Da werden (vor laufender Kamera) innerhalb von Sekunden ganze Kompanien ausgerottet. Erschreckend dabei der Gedanke, da\u00df es in Wirklichkeit wahrscheinlich um L\u00e4ngen brutaler zuging. Jeder Horrorstreifen oder Psychothriller ist im Vergleich zu dem hier Dargebotenen leichte Kost und gleicht einem Kinderm\u00e4rchen. &#8222;Saving Private Ryan&#8220; wird so schnell keiner der Zuschauer vergessen k\u00f6nnen &#8211; dessen bin ich mir sicher.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Film wirft einige Fragen zum Thema Krieg und der Moral auf. Diese Fragen zu beantworten ist beim besten Willen kein leichtes Unterfangen. Eins jedenfalls ist klar, &#8222;Saving Private Ryan&#8220; ist kein Film f\u00fcr schwache Gem\u00fcter, denn er erfordert viel Kraft und Zeit (vor allem in der Nachbereitungsphase). Steven Spielberg hat auf keinen Fall einen &#8222;r\u00fchrenden Schocker&#8220; gedreht, der aufgrund der zeitweise irrsinnigen und ausweglosen Situationen ein ums andere Mal auf die Tr\u00e4nendr\u00fcse dr\u00fcckt, nein, das hat er nicht getan und auch nicht n\u00f6tig. Der Krieg mit all seinen Erscheinungsbildern bietet den bedr\u00fcckenden Hintergrund. Spielberg versuchte lediglich, das Schicksal einiger M\u00e4nner im Krieg aufzuzeigen, deren unpers\u00f6nliches Holzkreuz nun auf einem dieser riesigen Grabfelder steht. Die Betroffenheit beim Zuschauer wird durch die Tatsache hervorgerufen, da\u00df dies so oder so \u00e4hnlich vielleicht wirklich irgendwo auf dieser Welt einmal passiert ist. Den Rest besorgt die Vergangenheit und die Gewi\u00dfheit, da\u00df Unz\u00e4hlige ihr Leben lassen mu\u00dften und viele Menschen meiner Generation nie ihre Gro\u00dfv\u00e4ter zu Gesicht bekamen &#8211; so wie ich.<\/p>\n\n\n\n<p>Einzig und allein die amerikanische Flagge am Ende des Films war unn\u00f6tig. Es ging schlie\u00dflich nicht um Patriotismus, sondern um Menschlichkeit und ums \u00dcberleben (um jeden Preis).<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<pre class=\"wp-block-preformatted\">Saving Private Ryan - Der Soldat James Ryan<br \/>Regie: Steven Spielberg<br \/>Darsteller: Tom Hanks, Tom Sizemore, Matt Damon, Edward Burns<\/pre>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eins vorweg: Dies ist meine erste Filmrezension. Ansonsten befasse ich mich ausschlie\u00dflich mit Musik. 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