{"id":33359,"date":"2003-02-04T11:11:51","date_gmt":"2003-02-04T10:11:51","guid":{"rendered":"http:\/\/hinternet.de\/blog\/?p=33359"},"modified":"2022-09-04T23:52:32","modified_gmt":"2022-09-04T21:52:32","slug":"ghost-ship","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/2003\/02\/ghost-ship\/","title":{"rendered":"Ghost Ship"},"content":{"rendered":"\n<p>Es beginnt alles ganz romantisch, ein gro\u00dfer Luxus-Liner auf hoher See, in elegante Abendkleidung geh\u00fcllte Passagiere, die an Deck zu gepflegter Cocktail-Musik tanzen, sch\u00f6n gewschwungene rosa Eingangscredits, und dann rei\u00dft ein Seil, ein Stahlseil, durch seine Wucht f\u00e4hig, die K\u00f6rper von zig von Menschen entzwei zu trennen. Unglaubliche Szenen spielen sich ab: aus blendender Harmonie wird blutiger Horror: Leiber fallen entzwei, K\u00f6pfe liegen abgetrennt auf dem Schiffsboden, ein M\u00e4dchen, wie durch ein Wunder unversehrt, starrt angsterf\u00fcllt auf die gruselige Szenerie. Keine Frage, so schaurig l\u00e4sst Hollywood nur selten Filme beginnen.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Schnitt: Vierzig Jahre sp\u00e4ter sitzt die Crew eines Bergungsschiffs nach einem gelungenen Abschleppman\u00f6ver vergn\u00fcgt in der Kneipe. Ein Aufkl\u00e4rungspilot spricht den Kapit\u00e4n an und erz\u00e4hlt von seinem gigantischen Fund: In der Beringsee vor Alaska hat er ein riesiges Schiff entdeckt, dass scheinbar herrenlos umhertreibt. Schon bald ist die Crew Feuer und Flamme, das Schiff zu bergen. denn nach internationalem Seerecht geh\u00f6rt eine herrenlose Sache dem Finder, und solch ein Dampfer ist gut und gerne mehrere Millionen wert. Schon bald ist das Wrack der \u201eAndrea Grazia&#8220; gefunden, ein seit 1962 vermissten Luxus-Dampfer, und noch baldiger bekommt die arglose Bergungsmannschaft es mit unerkl\u00e4rlichen Ph\u00e4nomenen zu tun. Aus merkw\u00fcrdigen Einschussl\u00f6chern in Poolw\u00e4nden blutet es, ein kleines Geisterfr\u00e4ulein irrt \u00fcberall umher und flugs dezimiert sich die Mannschaft nach dem \u201ezehn-kleine-Negerlein-Prinzip&#8220;.<\/p>\n\n\n\n<p>Ghost Ship ist einer jener Horrorfilme, in denen klar denkende Menschen auf seltsame Weise ganz dumme Dinge tun. Zum Beispiel ganz allein in der Dunkelheit in entlegene Teile des Dampfers zu gehen, obwohl sie sehr genau wissen, dass sie an jeder Ecke ein Geist \u00fcberfallen kann. Die Dialoge, die man sich dazu bieten lassen muss, sind ein einziges \u00c4rgernis, selbst wenn sie von f\u00e4higen Darstellern wie Gabriel Byrne oder Julianna Margulies vorgetragen werden. Byrne wird ganz in der Art von Robert Shaw in der \u201eWei\u00dfe Hai&#8220; dazu angehalten, b\u00e4rbei\u00dfig krude Weisheiten \u00fcber die Geheimnisse der See vor sich hinzumurmeln. Wobei zugegebenerma\u00dfen einer der wenigen gruseligen Momente im Film jener ist, wenn Byrne die wahre Geschichte des Geisterschiffes \u201eMarie Celeste&#8220; erz\u00e4hlt.<\/p>\n\n\n\n<p>Res\u00fcmierend gesagt entfaltet der Film unter der Regie von Steve Beck den Charme eines \u00d6lteppiches auf dem Meer. Zur Unterhaltung, die Ghost Ship bietet, geh\u00f6ren vor allem derbe Sp\u00e4\u00dfe wie ein Beh\u00e4lter voll mit Bohnen, die sich beim Essen in Maden verwandeln. Der einzige gute Plot in diesem Film &#8211; die Enttarnung des Schurken &#8211; kommt viel zu sp\u00e4t, um ihn noch retten zu k\u00f6nnen, h\u00e4tte aber ziemlich gut in einer 45-min\u00fctigen TV-Version funktioniert. Ein Format, das in diesem Fall w\u00fcnschenswert gewesen w\u00e4re.<\/p>\n\n\n\n<p>Ghost Ship<br \/>Regie: Steve Beck<br \/>Drehbuch: Mark Henlon<br \/>Kamera: Gale Tattersall<br \/>Schnitt: Roger Barton<br \/>Musik: John C. Frizell<br \/>Darsteller:<br \/>Gabriel Byrne (Capt. Sean Murphy)<br \/>Julianna Margulies (Maureen Epps)<br \/>Ron Eldard (Dodge)<br \/>Desmond Harrington (Jack Ferriman)<br \/>Isaiah Washington (Greer)<br \/>L\u00e4nge: 91 Minuten<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es beginnt alles ganz romantisch, ein gro\u00dfer Luxus-Liner auf hoher See, in elegante Abendkleidung geh\u00fcllte Passagiere, die an Deck zu gepflegter Cocktail-Musik tanzen, sch\u00f6n gewschwungene rosa Eingangscredits, und dann rei\u00dft ein Seil, ein Stahlseil, durch seine Wucht f\u00e4hig, die K\u00f6rper von zig von Menschen entzwei zu trennen. 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