{"id":3357,"date":"2010-05-28T22:01:13","date_gmt":"2010-05-28T20:01:13","guid":{"rendered":"http:\/\/hinternet.de\/blog\/?p=3357"},"modified":"2022-06-06T02:33:34","modified_gmt":"2022-06-06T00:33:34","slug":"esc-2010-das-zweite-halbfinale","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/2010\/05\/esc-2010-das-zweite-halbfinale\/","title":{"rendered":"ESC 2010: Das zweite Halbfinale"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"rbild\" src=\"\/images\/random\/90.gif\" alt=\"\" width=\"200\" height=\"140\" \/>Oha, das war also das vorher so gehypete zweite Semifinale. Aus dem laut Expertenmeinung auch der sp\u00e4tere Sieger hervorgehen wird. Nun. Erstmal m\u00fcssen wir wieder etwas Abbitte leisten. Miro aus Bulgarien war ein toller Performer, der auch noch total sympathisch r\u00fcberkam. Sein Trick: er hat gel\u00e4chelt. Schmelz! Top Gesang, top Show, trotz des vielen Nebels und der lustigen wei\u00dfgekleideten T\u00e4nzer und trotz des schwachen Songs. Ihm h\u00e4tten wir das Weiterkommen trotzdem geg\u00f6nnt. Respekt auch vor dem Folklore-Rock-Crossover aus Slowenien, das sowas von l\u00e4ssig und souver\u00e4n on stage geben wurde. Hier kam der Witz der Nummer absolut r\u00fcber, alles war stimmig und h\u00f6rte sich klasse an.<\/p>\n<p><!--more-->Schau mal einer, die Ukrainerin in ihrem grauenvollen Outfit inklusiver Ku-Klux-Klan-artiger Kapuze mit ihrem seltsamen Mystery-Lied ist weiter. Und zwar hochverdient. Hammerperformance. Wirkte ein bisschen wie die Wiedergeburt von Doro Pesch, aber dieser Auftritt im Semifinale war wirklich wirklich beeindruckend. Anders als der der Irin. Der tolle Song soll sie bewogen haben, als Ex-Gewinnerin wieder in den Ring zu steigen? Nun ja, wenn man auf kitschige Balladen steht. Ihr Auftritt war eine ziemlich gemischte Angelegenheit: wenn die Frau l\u00e4chelt, verbreitet sie enormes Charisma, und das hat sie mehrfach getan. Die Stimme war allerdings nicht immer erstklassig. &#8222;Gesang: naja&#8220; gilt auch f\u00fcr das Damentrio aus Kroatien. Die Show war v\u00f6llig schlimm, sah aus wie eine Probe f\u00fcr m\u00f6glichst k\u00fcnstliche Fotoshootingposen. Mit langen nackten Beinen l\u00e4sst sich noch kein ESC gewinnen &#8211; mh, das ist jetzt auch zu hart geurteilt. Aber der Gesang war hier echt zweite Wahl, w\u00e4hrend das K\u00f6rperliche erheblich \u00fcberbetont wurde.<\/p>\n<p>Mh. Ihr merkt, wir cruisen hier ein wenig ohne echte Priorit\u00e4tenliste rum. Das zweite Semifinale war irgendwie schlecht zu packen. Keine ganz gro\u00dfen Sympathietr\u00e4ger, denen man die Daumen dr\u00fcckte &#8211; und wenn doch, dann mit zwei Seelen in einer Brust. Der Israeli war eigentlich sehr gut, kam beeindruckend r\u00fcber, und wenn man das ein oder andere Auge zudr\u00fcckt, f\u00e4llt auch der ein oder andere nicht gaaaaanz getroffene Ton nicht ins Gewicht. Der Song ist weiter toll. Michael von der Heide f\u00fcr die Schweiz ist kein glatter Retortenbubi, wie sch\u00f6n, aber dieser langweilige Song, aua aua. Wollte man nicht wiederh\u00f6ren, muss man nun auch nicht. Die Niederlande &#8211; ?! Auch wenn man Sieneke nett findet und von Herzen f\u00fcr ihren gr\u00e4sslichen Schlager bedauert, konnte man doch nicht wirklich w\u00fcnschen, das Ding im Finale zu h\u00f6ren (das Ding=der Song). Dass sie einen Einsatz verpasst hat, hat sie so toll abgefangen, dass wir es gar nicht gemerkt haben. Schweden: mh. Kein schlechter Song, wei\u00df Gott nicht schlecht gesungen, h\u00f6chstens mal ein bisschen aus der Puste gekommen, so schien es. Und Anna Bergendahl kam auf jeden Fall als interessante Frau r\u00fcber. Aber dass sie nicht weitergekommen ist, tut nicht wirklich weh.<\/p>\n<p>Litauen mit dem Eastern European Funk: h\u00e4tten wir eigentlich weiter gesehen, weil kraftvoller Auftritt und musikalisch doch der kleinste gemeinsame Nenner, auf den sich alle Alternativen einigen k\u00f6nnen, die schlimme Allergien gegen Balladen und Folklore haben.<\/p>\n<p>Kommen wir zu den wenigen Schwergewichten und Ausrei\u00dfern nach oben und unten. D\u00e4nemark weiter. Oh nein oh nein oh nein. Der Song ist genauso penetrant und schrecklich wie im Video. L\u00e4cherlich \u00fcberfrachtete Show mit Windmaschinen (okay, die war gestern nun wirklich im Dauereinsatz), mit einer Milchglasscheibe und f\u00fcrchterlichen Magiergesten, die es wohl g\u00fcnstig bei David Copperfield zu erwerben gab. Dieses Lied darf einfach nicht gewinnen. Aber wenn im ersten Semifinale Finnland rausgeflogen ist und Wei\u00dfrussland weiter ist, warum soll nicht auch das zweite Halbfinale mit Frechheiten aufwarten? Der Gesang von Chan\u00e9e und N\u00b4 Evergreen war absolut im gr\u00fcnen Bereich, das m\u00fcssen wir z\u00e4hneknirschend zugeben.<\/p>\n<p>Rum\u00e4nien ist ebenfalls weiter mit diesem schrillen, zusammengepuzzelten Horrorsong. Wir k\u00f6nnen nicht glauben, dass wir grad im Zusammenhang mit dem Rum\u00e4nienbeitrag das Wort &#8222;Song&#8220; im Satz untergebracht haben *kopfsch\u00fcttel*. Die hohen T\u00f6ne sa\u00dfen, keine Frage. Aber was war mit den Haaren der S\u00e4ngerin passiert? Und was sollten diese steifen T\u00e4nzerinnen? Und wer um Himmels Willen hat f\u00fcr dieses Machwerk gepunktet???<\/p>\n<p>Kommen wir zu Aserbaidschan. Junge, Junge. Furiose Show, angeblich von Beyonc\u00e9es Choreograph h\u00f6chtspers\u00f6nlich entworfen. Ambitioniert kam sie auf jeden Fall r\u00fcber. Gut, es musste nicht so minimalistisch sein wie im Video. Aber &#8211; warum eigentlich nicht? Der Song ist stark genug, Safura ebenfalls &#8211; wieso Herrgott muss sie \u00fcber die B\u00fchne turnen und rennen und zwischendurch h\u00f6rbar keine Luft mehr zum Singen haben? Die Show war eine Nummer zu gro\u00df f\u00fcr sie. Es kam k\u00fchl und nicht stimmig r\u00fcber, obwohl der Gesang ansonsten sehr ordentlich bis richtig gut war und sich Safura mit dem Lied an sich sehr wohlzuf\u00fchlen scheint. Schade, weniger Show h\u00e4tte besser getan. Es hat trotzdem f\u00fcrs Finale gereicht. Gut so.<\/p>\n<p>Zypern: oha. Auch hier m\u00fcssen wir Abbitte leisten und alle Vorschusslorbeeren wieder kassieren. Bei Jon Lilygreen fragte man sich, ob er tats\u00e4chlich schon das Mindestalter von 16 Jahren erreicht hat, auch sein arges Vibrato hat er im Video schm\u00e4hlich verheimlicht. Bei den leiseren Passagen des Songs wirkte er stimmlich verloren und der ganze Sound irgendwie zerfahren. H\u00e4tte nicht ins Finale gemusst, ist aber dort gelandet.<\/p>\n<p>Und jetzt zu einem der wenigen echten Glanzpunkte (neben der Ukraine, Georgien &#8211; v\u00f6llig zu Recht weiter, jeder Ton sa\u00df, trotz spektakul\u00e4rer Show mit ganzem K\u00f6rpereinsatz der S\u00e4ngerin, kam sehr angenehm r\u00fcber; jou, auch den Slowenen und der Armenierin): die T\u00fcrkei! Hallo!! Das war ein m\u00f6rdercooler Ausnahmeauftritt in diesem ganzen zweiten Halbfinale. Hier hat wirklich alles gestimmt. Song, Performance, Sound, Show &#8211; und die Musik war sowas von auf der H\u00f6he der Zeit. Rasanter Rock, der live gar nicht so glatt klang wie im Video. Vielen Dank, liebe T\u00fcrkei, wir w\u00fcnschen Euch alle 12 Punkte dieser Welt!!! Und: wir trauen sie Euch auch zu!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Oha, das war also das vorher so gehypete zweite Semifinale. Aus dem laut Expertenmeinung auch der sp\u00e4tere Sieger hervorgehen wird. Nun. 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