{"id":33627,"date":"1999-09-09T11:11:00","date_gmt":"1999-09-09T09:11:00","guid":{"rendered":"http:\/\/hinternet.de\/blog\/?p=33627"},"modified":"2022-07-25T18:41:15","modified_gmt":"2022-07-25T16:41:15","slug":"mouse-on-mars-niun-niggung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/1999\/09\/mouse-on-mars-niun-niggung\/","title":{"rendered":"Mouse on Mars: Niun Niggung"},"content":{"rendered":"\n<p>La\u00dft es mich so formulieren: Das neue Album von Mouse on Mars ist nicht so schlecht, wie man vielleicht, nach den ersten Takten der neuen Single &#8220; Distroia&#8220; h\u00e4tte erwarten k\u00f6nnen. Der Opener &#8222;Download Sofist&#8220; kommt mit Akustik- Gitarrenintro und Bl\u00e4sern, die schon nach kurzer Zeit v\u00f6llig entgleisen, um dann in den gewohnten Mouse on Mars- Groove zu rutschen . Ihr wisst schon, den Groove mit dem Off- Beat. In Finnland nennt man das, glaub ich, Humpa.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Es wird nat\u00fcrlich immer noch in Kleinsteinheiten gebastelt, die dann zu einem super frickeligen Gesamtbild zusammen gesetzt werden. Insgesamt geht es aber schon mehr nach vorne. Alles wirkt leichter zug\u00e4nglich, als das Material ihrer Ver\u00f6ffentlichungen zwischen den beiden &#8222;gro\u00dfen &#8222;, via Zomba erh\u00e4ltlichen Alben (Autoditacker und jetzt Niun Niggung). Wahrscheinlich ist der Mehrzahl der geneigten Leser entgangen, dass von Mouse on Mars zwischen beiden Alben zwei weitere Vinyl-Ver\u00f6ffentlichungen erschienen sind. Das ist allerdings auch keine Schande, da beide zwar auch schon beim Band-eigenen Label &#8222;Sonig&#8220; erschienen sind, aber wohl aus Gr\u00fcnden der Kommerzialit\u00e4t nicht durch Zomba vertrieben worden sind , sondern durch die K\u00f6lner Firma A-Musik. Leider f\u00fchrte der Vertrieb durch A-Musik dazu, dass die Promotion eher gegen Null ging. Sehr gutes Material \u00fcbrigens, dass ihr unbedingt mal antesten solltet. Beide Alben atmen den Geist von Oval und knuspern recht fr\u00f6hlich vor sich hin, ohne sich offensichtlich dem Beat-Diktat zu beugen.<\/p>\n\n\n\n<p>Aber zur\u00fcck zur neuen Platte. Die oben erw\u00e4hnte leichte Zug\u00e4nglichkeit erreichen MOM zu einem guten Teil durch das Beif\u00fcgen von Strukturen, die Dem &#8222;Standard&#8220;- Poph\u00f6rer durchaus vertraut sind, wie zum Beispiel Bl\u00e4ser, Gitarren oder auch Stimmen. Und genau das verhilft den St\u00fccken zu etwas , mit dem sich die zeitgen\u00f6ssische, elektronische Musik schwer tut. N\u00e4mlich Wiedererkennungswert. Und der wiederum ist massiv mit entscheidend \u00fcber den kommerziellen Erfolg des Produkts Popmusik. So schafft sich die zeitgen\u00f6ssische, elektronische Musik in der Hauptsache durch eine eigene Event- und Clubkultur einen spezifischen Raum, in dem sie stattfinden kann. Das kann nat\u00fcrlich zu Isolation und Ghettoisierung f\u00fchren, wie man das auch in der englischen &#8222;Free Music for Free People&#8220; beobachten kann. Aber das versuchen MOM zu umgehen. Immer wieder werden leicht wiedererkennbare Versatzst\u00fccke eingesetzt, um den H\u00f6rer zu k\u00f6dern, die dann im Verlauf der St\u00fccke v\u00f6llig durch den Wolf gedreht werden und eskalieren.<\/p>\n\n\n\n<p>Nun werden die klugen K\u00f6pfe unter euch einwenden, dass MOM schon immer n\u00e4her am Song waren, als am Track, was auch ohne Frage richtig ist. Aber soweit entfernt vom Song, wie auf dem aktuellen Album waren sie in der Tat noch nie! Die beiden LPs aus der Zwischenzeit mal au\u00dfen vor gelassen. Und, dass sie es trotzdem schaffen, &#8222;Niun Niggung&#8220; super-surfig nach Popsong klingen zu lassen, das ist vielleicht die gro\u00dfe Leistung, die Mouse on Mars mit diesem Album gelungen ist. Dennoch, oder gerade deswegen k\u00e4mpfe ich beim H\u00f6ren des Albums schon des \u00f6fteren mit dem Schlaf.<\/p>\n\n\n\n<p>Wiedererkennungswert und Eing\u00e4ngigkeit f\u00fchren in 90% aller F\u00e4lle zu geringer Halbwertszeit. (die restlichen 10% sind reserviert f\u00fcr Caesium, Radium und Jod S 11-K\u00f6rnchen). Wer kennt es nicht? Die Alben, die man sich immer wieder gerne aus dem Regal nimmt, sind oft die , mit denen man zu Beginn die meisten Probleme hatte warm zu werden. Vielleicht ist &#8222;Niun Niggung&#8220; Popmusik im fr\u00fchesten Sinne: Here today and gone tomorrow.<\/p>\n\n\n\n<pre class=\"wp-block-preformatted\">Mouse on Mars: Niun Niggung\n(Sonig\/Zomba)<\/pre>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>La\u00dft es mich so formulieren: Das neue Album von Mouse on Mars ist nicht so schlecht, wie man vielleicht, nach den ersten Takten der neuen Single &#8220; Distroia&#8220; h\u00e4tte erwarten k\u00f6nnen. 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