{"id":33700,"date":"1999-04-21T11:11:00","date_gmt":"1999-04-21T09:11:00","guid":{"rendered":"http:\/\/hinternet.de\/blog\/?p=33700"},"modified":"2022-07-25T20:45:48","modified_gmt":"2022-07-25T18:45:48","slug":"plexiq-20000","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/1999\/04\/plexiq-20000\/","title":{"rendered":"Plexiq: 20000"},"content":{"rendered":"\n<p>Die erste Scheibe von Plexiq &#8222;Bambi Dragon Spits No Fire&#8220; erinnerte mich an den Versuch einer deutschen Band &#8222;international&#8220; zu klingen, was durch Infozitate auch noch belegt wurde. So auch beim zweiten Streich &#8222;20000&#8220;. Warum haben deutsche Promoter immer wieder das Problem, dass sie scheinbar erkl\u00e4ren m\u00fcssen, dass vorliegendes, englischsprachiges Produkt &#8222;Made in Germany&#8220; mit native speakern gleichziehen kann, wenn es um Songwriting, Produktion, Image, etc. geht? Im Fall von z.B. Faithless oder Snap gibt es diese Bergr\u00fcndungsarmut WARUM eine deutsche Band das RECHT hat, eine moderne Tanzscheibe auf den Markt zu bringen nicht, weil die Musik f\u00fcr sich alleine sprechen kann, und zwar im Sinn von Verkaufszahlen, medialer Pr\u00e4senz und nat\u00fcrlich kommerziellem Potential.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Bei einer halbgaren Angelegenheit wie Plexiq denkt der Promoter wohl, dass die Musik kommerziell verwertbar, aber doch immer noch ein St\u00fcck Underground sein m\u00f6chte und so wird &#8222;20000&#8220; wohl eher ein Staubf\u00e4nger, da die coolen Undergroundtypen auch schon lange nicht mehr auf Underworld und Orbital stehen. Diese beiden englischen Danceacts standen soundm\u00e4\u00dfig wohl Pate, obwohl &#8222;Bamby Dragon Spits No Fire&#8220; auch der Versuch war, Drum and Bass mit Gitarrensongwriting zu verbinden. Wir streichen diesmal Drum and Bass und ersetzen diesen Fachterminus mit Disco-4\/4-Takt und straffen noch ein bisserl das Arrangement, so dass man mit 3.20 auch Radiopotential hat und warten darauf, dass den Trick niemand bemerkt und die potentielle K\u00e4uferschicht Plexiq eine neue Chance gibt. Disco ist ja schon wieder cool, aber nicht mit dieser furchtbaren 80s Produktion.<\/p>\n\n\n\n<p>&#8222;Tic Tic&#8220;, ist der mit Abstand langweiligste Opener, den ich in letzter Zeit h\u00f6ren mu\u00dfte. Das getriggerte Schlagzeug (denn f\u00fcr eine echte Band braucht man nat\u00fcrlich einen F\u00e4sserschl\u00e4ger) schlurft unmotiviert mit den Korgworkstationsounds um die Wette und dieser wie durch Megaphon gen\u00e4selte Gesang geht mir von Song zu Song auf\u00b4s Zahnfleisch. Ist diese Effekthascherei nicht immer der Versuch dem belanglosen S\u00e4nger etwas Ungew\u00f6hnliches einzuhauchen. Kr\u00e4ftig mi\u00dflungen Jungs! Der Versuch mit den gest\u00f6hnten franz\u00f6sischen Frauenstimmen (&#8222;Fiona Gold&#8220;) ist da schon gelungener.<\/p>\n\n\n\n<p>Ehrlich gesagt war der Versuch von U2, solchen Tech-No-Bands wie Prodigy oder den Chemical Brothers nachzueifern noch weniger peinlich als diese international klingende, nicht in Schubladen einzuordnende Band. Die nehmen sich halt ihre Einfl\u00fcsse von \u00fcberall her, um den &#8222;tanzbaren, disco- und radiotauglichen typischen Plexiq-Song zu schreiben&#8220;. Wer solche Erkl\u00e4rungen n\u00f6tig hat, setzt sich eher dem Verdacht aus, gerade um das &#8222;Konstrukt&#8220; Musik zu viele Gedanken gemacht zu haben. Und so h\u00f6rt sich dann &#8222;20000&#8220; auch an: v\u00f6llig unorganisch! Und dann der feiste Gitarrenrocker im Hightechsound bei &#8222;Criminal Arts&#8220;. Da mu\u00df ich nun wirklich abschalten.<\/p>\n\n\n\n<p>Vielleicht was f\u00fcr ehemalige Phillip Boa Fans oder wenn man es ganz b\u00f6se mag: Hey Fury In The Slaughterhouse, da k\u00f6nnt ihr Euch noch ein paar Gramm &#8222;Internationalism&#8220; abschneiden!<\/p>\n\n\n\n<pre class=\"wp-block-preformatted\">Plexiq: 20000\n(Clearspot\/Efa)<\/pre>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die erste Scheibe von Plexiq &#8222;Bambi Dragon Spits No Fire&#8220; erinnerte mich an den Versuch einer deutschen Band &#8222;international&#8220; zu klingen, was durch Infozitate auch noch belegt wurde. So auch beim zweiten Streich &#8222;20000&#8220;. 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