{"id":33713,"date":"1999-04-01T11:11:00","date_gmt":"1999-04-01T09:11:00","guid":{"rendered":"http:\/\/hinternet.de\/blog\/?p=33713"},"modified":"2022-07-25T19:13:44","modified_gmt":"2022-07-25T17:13:44","slug":"nobodys-generation-xxx","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/1999\/04\/nobodys-generation-xxx\/","title":{"rendered":"Nobodys: Generation XXX"},"content":{"rendered":"\n<p>Die ersten Takte dieses Album sind Geschrammel und krachende, scheppernde Becken-Tuschs, die normalerweise das Ende eines verschwitzten und erfolgreichen Konzertabends beschlie\u00dfen. Nicht aber bei den Nobodys. Hier bilden sie den Auftakt f\u00fcr 25 St\u00fccke puren Rock&#8217;n&#8217;Rolls &#8211; und das frei nach dem Motto: &#8222;Chuck Berry was born to create rock-n-roll, we were born to destroy it.&#8220; Dieser Devise folgen die Nobodys, die heftigst mit einem leicht durchschaubarem Proletenimage kokettieren und mit arroganten (oder doch nur provokanten?) Songtiteln um sich werfen. <\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Aus der Generation X wird statt dessen die dreifach gekreuzte Nachwuchsgemeinde gemacht und die Songs werden von solch literarisch wertvollen und \u00fcberaus intelligenten Titeln wie &#8222;Best Damn Tits (I&#8217;ve Ever Seen)&#8220;, &#8222;Fat Hookers&#8220;, &#8222;James Got A Blow Job&#8220;, &#8222;I Love To Fuck&#8220;, &#8222;Tania Got A Tit Job&#8220;, &#8222;Ain&#8217;t Noone Getting Laid&#8220; oder &#8222;I Really Like Girls&#8220; gek\u00fcrt, die jeder Feministin das Blut zum Kochen bringen. Was das soll, wei\u00df kein Mensch, die Band wohl am wenigsten. Bei denen scheint jegliche Rettung zu sp\u00e4t zu kommen. Auf ihrem Wohnzimmertisch stapeln sich n\u00e4mlich leere Bierdosen neben leeren Pizzaschachteln, Videokassetten mit freiz\u00fcgigem Inhalt und verklebten Pornoheftchen.<\/p>\n\n\n\n<p>Ihre Namen passen ebenfalls wie die Faust aufs Auge: Johnny Loser, Randy The Kid, Justin Disease (mit Traci Lords-T Shirt abgelichtet!) und Francis Anthony Superstar. Na ja, wer nicht h\u00fcbsch ist, mu\u00df das mit kindischen Pseudonymen kompensieren (siehe Marylin Manson). Zu allem \u00dcbel schicken sie ihren Fans die folgende Message zu: &#8222;Send naked photos (\u2026) OK kids &#8211; if you write and ask for free stuff, you will not get a response\u2026 we&#8217;re just as broke as you jackass!&#8220; Na wunderbar. Alles also nur pure Provokation oder doch Lebenseinstellung? Diese Frage ist aus der Distanz schwer zu beantworten, obwohl das Konzept derma\u00dfen \u00fcberladen ist mit billigen Klischees, da\u00df die Nobodys beileibe nicht ernst zu nehmen sind. Eins ist sicher: So oder so ist es kein r\u00fchmliches Bild, das die vier gelangweilt bis b\u00f6se dreinschauenden Jungs da abliefern. Eine CD, die ohne schlechtes Gewissen im M\u00fclleimer landen k\u00f6nnte, ja, wenn da nicht die Musik w\u00e4re. Zwar hat der Schlagzeuger neben dem Studieren von Nackedei-Zeitschriften nur Zeit zum Erlernen eines Rhythmus gefunden, daf\u00fcr holen seine drei Kollegen das ein oder andere Eisen aus dem lodernden Feuer.<\/p>\n\n\n\n<p>Andererseits verbla\u00dft die Musik im Laufe der Zeit sehr schnell und verliert aufgrund der vorherrschenden Eint\u00f6nigkeit im Nu an Reiz. Am Ende halt doch nur Durchschnitt, da rettet sie alles andere auch nicht.<\/p>\n\n\n\n<pre class=\"wp-block-preformatted\">Nobodys: Generation XXX<br \/>(Hopeless Records)<\/pre>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die ersten Takte dieses Album sind Geschrammel und krachende, scheppernde Becken-Tuschs, die normalerweise das Ende eines verschwitzten und erfolgreichen Konzertabends beschlie\u00dfen. Nicht aber bei den Nobodys. 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