{"id":33721,"date":"1999-04-01T11:11:00","date_gmt":"1999-04-01T09:11:00","guid":{"rendered":"http:\/\/hinternet.de\/blog\/?p=33721"},"modified":"2022-07-25T05:44:32","modified_gmt":"2022-07-25T03:44:32","slug":"sleep-jerusalem","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/1999\/04\/sleep-jerusalem\/","title":{"rendered":"Sleep: Jerusalem"},"content":{"rendered":"\n<p>Die Doom-Ikone Lee Dorrian, Besitzer und Gr\u00fcnder des Labels &#8218;Rise Above&#8216;, hat sich den Zuschlag f\u00fcr das letzte Werk von SLEEP gesichert. Leider ist die Band kurz nach den Studioaufnahmen in die ewigen Jagdgr\u00fcnde abgetaucht. Schade, denn was ich bis dato von SLEEP kannte, hat mich immer \u00fcberzeugt. &#8222;Jerusalem&#8220; also hei\u00dft das Abschiedswerk der Amis und darauf befindet sich offiziell ein einziger Song (obwohl mein CD-Player immerhin sechs St\u00fccke anzeigt!), der sage und schreibe 52 Minuten und acht Sekunden lang ist. Das nenne ich Doom. Kann man l\u00e4nger f\u00fcr einen Song brauchen? Okay, allerh\u00f6chstens 74 Minuten, denn dann ist die CD schlie\u00dflich voll. Aber immerhin. Ich frage mich nur, wie die Jungs dieses Mammutst\u00fcck eingespielt haben? Wochenlange Versuche und dabei wieder und wieder von vorne angefangen? Oder haben sie kleinere Fehler einfach in Kauf genommen?<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Wie auch immer, so anstrengend oder \u00f6de es sich anh\u00f6ren mag, sich einem 52-min\u00fctigen Doom-Song widmen zu m\u00fcssen, so klasse ist dieses Epos (diese CD? dieses letzte Lebenszeichen?). Das allerdings erkannte ein Major, der die Band schon unter Vertrag hatte, nicht und schmi\u00df sie achtkantig raus. Das Budget des Studioaufenthaltes war wohl mehr als \u00fcbertroffen worden. Die Gr\u00fcnde liegen auf der Hand: zu viel Dope gekauft und geraucht und zu viele Tage bekifft im Studio verbracht, um den Song endlich im Kasten zu haben. Auf der anderen Seite wirklich frech von SLEEP, so leichtfertig den hoch dotierten Majordeal aufs Spiel zu setzen. Sie haben sich demnach einen Schei\u00dfdreck um Geld und Erfolg geschert.<\/p>\n\n\n\n<p>Einzig und allein die k\u00fcnstlerische Freiheit und die damit verbundene musikalische Entfaltung und Selbstbest\u00e4tigung war ihnen wichtig. Nach dem geplatzten Deal und den vollendeten Aufnahmen kursierten Bootleg-Versionen von &#8222;Jerusalem&#8220; durch die eingeschworene Doom-Gemeinde und erst jetzt hat sich jemand getraut, das seinerzeit als &#8222;unver\u00f6ffentlichbar&#8220; abgestempelte Werk der \u00d6ffentlichkeit zug\u00e4nglich zu machen. Und obwohl der Song (das Album? das Werk?) aus lediglich drei Riffs besteht und nur selten gesungen wird und sich ewig in die L\u00e4nge zu ziehen scheint, geh\u00f6rt er zum besten, was die Sparte Doom derzeit zu bieten hat. Wahrscheinlich wird noch in Jahren &#8222;Jerusalem&#8220; den \u00fcblichen Standard um L\u00e4ngen \u00fcbertreffen k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<pre class=\"wp-block-preformatted\">Sleep: Jerusalem\n(Rise Above\/Music For Nations\/RTD)<\/pre>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Doom-Ikone Lee Dorrian, Besitzer und Gr\u00fcnder des Labels &#8218;Rise Above&#8216;, hat sich den Zuschlag f\u00fcr das letzte Werk von SLEEP gesichert. Leider ist die Band kurz nach den Studioaufnahmen in die ewigen Jagdgr\u00fcnde abgetaucht. 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