{"id":33750,"date":"1999-04-01T11:11:00","date_gmt":"1999-04-01T09:11:00","guid":{"rendered":"http:\/\/hinternet.de\/blog\/?p=33750"},"modified":"2022-07-25T22:35:25","modified_gmt":"2022-07-25T20:35:25","slug":"underworld-beaucoup-fish","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/1999\/04\/underworld-beaucoup-fish\/","title":{"rendered":"Underworld: Beaucoup Fish"},"content":{"rendered":"\n<p>Nach ewig langer Wartezeit und immer wieder verschobenen Releasedates halte ich hier das neue, epochale Machwerk von einer DER f\u00fchrenden englischen Elektronik-Kollektiven in meinen H\u00e4nden.<br \/>Zuviele Superlative im Aufmacher?-Keineswegs! Die Geschmackspolizisten, Gralsh\u00fcter der Underground-Attit\u00fcde und Feinde von ravigen Kl\u00e4ngen durften sich ja bereits wie die Mainstream-Fraktion, der es gar nicht gro\u00df(-kotzig) genug klingen darf, auslassen. Die Kritiken fallen demnach, was erste Gruppe angeht, zerrei\u00dferisch aus, die zweite Gemeinde \u00e4u\u00dferte sich euphorisiert.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Klar- Underworld sind nicht erst seit &#8222;Born-Slippy&#8220;, ihrem Trainspotting-Hit, Teil der englischen Dance\/Elektronik-Szene, die auf ein gewisses Ma\u00df an Massentauglichkeit schielt. Was hier euphemistisch nach Ausverkauf klingt, ist nicht so leicht verk\u00e4uflich wie man nach auszugsweisem H\u00f6ren glauben kann. Underworld haben durch eine glasklare Produktion auch diesen &#8222;Rhythmus mit dem man mit mu\u00df&#8220; &#8211; sei es der gebrochene Beat, der allerdings nie big ausf\u00e4llt, oder die floor-to-the-floor-Variante &#8211; doch an keiner Stelle verlassen sich Karl Hyde, Darren Emerson und Rick Smith auf den blossen Effekt.<\/p>\n\n\n\n<p>Nachdem die letzte Prodigy Platte die Wiederholung eines einzigen Schemas war, n\u00e4lich der Hau-drauf-und-halts-Maul-Taktik, die Chemical Brothers eine martialischere Version ihres ersten Albums ablieferten und Fat-Boy-Slim so tongue in cheek ist und sich auf Rock-Classic Samples verl\u00e4\u00dft, machen Underworld eine Reise durch verschiedene Stil-Elemente der zeitgen\u00f6ssischen Musik. Dabei vernachl\u00e4ssigen sie keineswegs den Songbereich. Frontmann Hyde (bei Underworld kann man \u00e4hnlich zu Prodigy einen Bandstatus ausmachen) ist nicht nur der entr\u00fcckte, murmelnde Psychopath oder ein Parolen-Schreihals wie Keith Flint, sondern vermag nette Melodien in den Techno-Kontext zu bringen. So funktionieren der elfmin\u00fctige Opener &#8222;Cups&#8220; nicht nur durch die Vocoder-Maschine sondern auch durch die Gesangslinie.<\/p>\n\n\n\n<p>\u00c4hnlich wird mit den Effekten umgegangen. Minimalismus lebt oftmals durch einen Filter, der sich \u00fcber einem Ger\u00e4usch austoben darf. Bei &#8222;Beaucoup Fish&#8220; lebt sich das Instrumentarium derma\u00dfen aus, da\u00df f\u00fcr Effekte kaum Platz zu sein scheint. Hier ist das Ohr anders gefordert. Man mu\u00df genau hinh\u00f6ren, will man jedes Ger\u00e4usch in dieser Sounddichte ausmachen. Man kann sich wahlweise dazu bewegen und sich aufsaugen lassen von diesem Riesenschwamm. Letzte Variante kann ich nur empfehlen.<\/p>\n\n\n\n<pre class=\"wp-block-preformatted\">Underworld: Beaucoup Fish\n(JBO\/V2)<\/pre>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nach ewig langer Wartezeit und immer wieder verschobenen Releasedates halte ich hier das neue, epochale Machwerk von einer DER f\u00fchrenden englischen Elektronik-Kollektiven in meinen H\u00e4nden.Zuviele Superlative im Aufmacher?-Keineswegs! Die Geschmackspolizisten, Gralsh\u00fcter der Underground-Attit\u00fcde und Feinde von ravigen Kl\u00e4ngen durften sich ja bereits wie die Mainstream-Fraktion, der es gar nicht gro\u00df(-kotzig) genug klingen darf, auslassen. 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