{"id":33779,"date":"2001-03-18T11:11:00","date_gmt":"2001-03-18T10:11:00","guid":{"rendered":"http:\/\/hinternet.de\/blog\/?p=33779"},"modified":"2022-07-25T22:10:16","modified_gmt":"2022-07-25T20:10:16","slug":"steve-wynn-here-come-the-miracles","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/2001\/03\/steve-wynn-here-come-the-miracles\/","title":{"rendered":"Steve Wynn: Here come the miracles"},"content":{"rendered":"\n<p>Steve Wynn z\u00e4hlt zu den Rettern der amerikanischen Alternative-Tradition. Nicht, dass sie die n\u00f6tig h\u00e4tte. Aber einen charismatischen \u00dcber-Vater wie ihn kann jede Szene gebrauchen. Steve Wynn, die Indie-Ikone. Der Beckenbauer des Americana? Bewahre.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Schlie\u00dflich geht es hier nicht um den Glanz vergangener Tage, sondern um die Erneuerung einer uralten musikalischen Sprache. Der fr\u00fchere Westk\u00fcsten-Musikant (mit Dream Syndicate) hat dem Alternative-Rock schon so manche Blutzufuhr beschert, und auch &#8222;Here come the miracles&#8220; denkt die Zukunft der Roots-Kl\u00e4nge weiter. Mit von der Partie sind \u00fcbrigens Produzent Craig Schumacher (arbeitete unter anderem auch f\u00fcr Calexico und Giant Sand), als Band Chris Brokaw, Dave DeCastro und Lebensgef\u00e4hrtin Linda Pitmon an den Drums (gelegentlich auch mit am Mikro). Als G\u00e4ste sind vertreten: die Howe Gelb und John Convertino (Giant Sand), Ex-Concrete Blonde Johnette Napolitano und Chris Cacavas.<\/p>\n\n\n\n<p>Weder Wunder noch Geheimnis: die Herangehensweise des Steve Wynn. Der Amerikaner ist kein gro\u00dfer Songwriter. Seine Leistung liegt nicht im &#8222;was&#8220;, sondern im &#8222;wie&#8220;. Wynn ist ein Klangmagier. Ein Sch\u00f6pfer rauher, zerkl\u00fcfteter Landschaften, durch die seine einfachen, hymnischen Melodien flie\u00dfen. Und an deren steinigen Canyon-Vorspr\u00fcngen manch pittoreskes Alpenveilchen bl\u00fcht. Ohne viel Hintergrundwissen w\u00fcrde man in Wynn einen alten Garagen-Rock-Fan vermuten, der immer schon viel Neil Young geh\u00f6rt hat. \u00c4hnlich wie der Kanadier geht auch der US-Amerikaner nicht allzu zimperlich mit seinen Sch\u00fctzlingen, den Harmonien, um. Aber was dabei herauskommt, ist aufregend neu und infizierend.<\/p>\n\n\n\n<p>Wynn ist kein Kammermusiker, sein Melodien brauchen jeden Zentimeter Raum, den sie kriegen k\u00f6nnen. Und der krachende Sound tut ein \u00fcbriges dazu, den H\u00f6rer die Macht des Americana sp\u00fcren zu lassen\u2026 Die Poesie kommt dabei allerdings nicht zu kurz, immer wieder schwelgt Wynn in archaisch-romantischen Klang-Epen, mischt auch mal Brian Wilson\u00b4sche Leichtigkeit und psychedelisches Flair unter seine Songs, die ohnehin schon beharrlich zwischen grantiger Biker-Rock-Attit\u00fcde und Highschool-Melodi\u00f6sit\u00e4t pendeln &#8211; f\u00fcr Roots-Kl\u00e4nge exotisch genug.<\/p>\n\n\n\n<p>Manch z\u00e4her Song ist dazwischen geraten, unter die Masse des Wynn\u00b4schen Opus Magnum. Weniger w\u00e4re mehr gewesen, aber nat\u00fcrlich auch weniger facettenreich. Unwahrscheinlich, dass jemand auch nur ann\u00e4hernd jeden der 19 Takes gelungen findet. Aber von Wynns Seite steht das Angebot: m\u00f6ge jeder auf seine Facon gl\u00fccklich werden mit dem monumentalen, in seiner Kraftv\u00f6lle einsch\u00fcchternden &#8222;Here come the miracles&#8220;.<\/p>\n\n\n\n<pre class=\"wp-block-preformatted\">Steve Wynn: Here come the miracles\n(Blue Rose BLU DPO237\/inakustik)<\/pre>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Steve Wynn z\u00e4hlt zu den Rettern der amerikanischen Alternative-Tradition. Nicht, dass sie die n\u00f6tig h\u00e4tte. Aber einen charismatischen \u00dcber-Vater wie ihn kann jede Szene gebrauchen. Steve Wynn, die Indie-Ikone. Der Beckenbauer des Americana? 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