{"id":33983,"date":"2000-12-15T11:11:00","date_gmt":"2000-12-15T10:11:00","guid":{"rendered":"http:\/\/hinternet.de\/blog\/?p=33983"},"modified":"2022-07-27T02:37:35","modified_gmt":"2022-07-27T00:37:35","slug":"the-henry-mccullough-band-blue-sunset","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/2000\/12\/the-henry-mccullough-band-blue-sunset\/","title":{"rendered":"The Henry Mccullough Band: Blue Sunset"},"content":{"rendered":"\n<p>Schon mal das Adjektiv &#8222;schr\u00e4pig&#8220; geh\u00f6rt? So charakterisiert man in Westfalen eine rauchige, strapazierte, aber unverwechselbare Stimme. Und \u00fcber eine solche verf\u00fcgt auch Henry McCullough, seines Zeichens S\u00e4nger, Songwriter und Saitenvirtuose aus dem nordirischen Portstewart, der als einziger Ire beim &#8222;Woodstock&#8220;-Festival auf bei B\u00fchne stand. Damals geh\u00f6rte er Joe Cocker&#8217;s GREASE BAND an, verdarb es sich aber irgendwann mit seinem Boss (um ein Haar w\u00e4re Blut geflossen, denn sie waren mit Whiskey- und Cognac-Flaschen aufeinander losgegangen!) und verdiente seine Br\u00f6tchen fortan als h\u00e4ufig besch\u00e4ftigter Sessionmusiker (u. a. f\u00fcr Roy Harper, DR. FEELGOOD, Ronnie Lane und Paul McCartney). Seine Solokarriere verlief eher unspektakul\u00e4r, und ein tragischer Unfall, der seine Spielhand praktisch l\u00e4hmte, h\u00e4tte ihn um ein Haar um seinen Musikerjob gebracht.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Aber Henry l\u00e4sst sich halt nicht unterkriegen und werkelt auf bescheidenem Level weiter vor sich hin. Da Plattenvertr\u00e4ge dem Blues- und Folkrock-Veteranen nicht mehr winken, versucht er sich mit &#8222;low budget&#8220;-Projekten, Live-Auftritten (meist im Duo) und als Songwriter (zuletzt brachte er seinen Song &#8222;Failed Christian&#8220; bei Nick Lowe unter). Ausgerechnet in Polen hat Henry vor einiger Zeit ein Album eingespielt (&#8222;an einem Sonntagnachmittag&#8220;), das bislang nur dort erh\u00e4ltlich war. Als Begleitband diente ihm das renommierte polnische Jazzquartett WALK AWAY (g, b, dr, org), mit der im November 2000 auch eine Irlandtournee bestritt.<\/p>\n\n\n\n<p>Die CD ist leider recht kurz, gerade mal &#8217;ne gute halbe Stunde, doch die lohnt sich f\u00fcr Roots-Blues- und -Rockliebhaber sehr wohl. Drei bis dato unbekannte Kompositionen bewegen sich gekonnt und mit Leidenschaft zwischen Boogie und Blues (z. B. &#8222;Locked In And Can&#8217;t Get Out&#8220;), dann gibt es noch ein passables Remake von &#8222;All I Wanna Do&#8220; (vom ersten Soloalbum) und eine erdig-spr\u00f6de Version des BEATLES-Songs &#8222;Come Together&#8220;. Der letzte Track ist aber gleichzeitig das Highlight von &#8222;Blue Sunset&#8220;: eine sehr freie Adaption des Traditionals &#8222;House Of The Rising Sun&#8220;, das eigentlich als l\u00e4ngst &#8222;zerspielter&#8220; Klassiker galt. Henrys Arrangement erinnert etwas an seine kurze Zeit bei den SWEENEY&#8217;S MEN, dem Trio, das Ende der 1960er Jahre den Irish Folk (Rock) revolutionierte.<\/p>\n\n\n\n<p>Gewiss, &#8222;Blue Sunset&#8220; wird kaum mehr als eine Fu\u00dfnote in der europ\u00e4ischen Rockgeschichte spielen, daf\u00fcr aber bietet sie den akustischen Beleg, dass Henry zum einen noch unter uns weilt und zum anderen keineswegs abgeschrieben werden kann.<\/p>\n\n\n\n<pre class=\"wp-block-preformatted\">The Henry Mccullough Band: Blue Sunset\n(SelleS \/ Ash'n'Ring Records)\nBezug direkt \u00fcber das polnische Label SelleS (http:\/\/www.selles.pl)<\/pre>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Schon mal das Adjektiv &#8222;schr\u00e4pig&#8220; geh\u00f6rt? 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