{"id":34069,"date":"2000-11-08T11:11:00","date_gmt":"2000-11-08T10:11:00","guid":{"rendered":"http:\/\/hinternet.de\/blog\/?p=34069"},"modified":"2022-07-27T00:17:57","modified_gmt":"2022-07-26T22:17:57","slug":"kylie-minogue-light-years","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/2000\/11\/kylie-minogue-light-years\/","title":{"rendered":"Kylie Minogue: Light Years"},"content":{"rendered":"\n<p>Kylie, wie wir sie gerne nennen, ist uns allen als Duettpartnerin von Nick Cave oder durch ihre Zusammenarbeit mit den Manic Street Preachers in guter Erinnerung. Damals versuchte sie, vom Pop-M\u00e4dchen-Image wegzukommen und eine &#8222;seri\u00f6sere&#8220; Richtung einzuschlagen. Viele nahmen ihr das nicht ab bzw. \u00fcbel und ihr wurde es zudem mit der Zeit zuviel, sich gegen den Hang zum Glamour und Popdasein zu wehren. <\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>So kehrt sie mit ihrem neuen Album &#8222;Light Years&#8220; wieder dorthin zur\u00fcck, wo sie hergekommen ist: In ein Land zwischen Ballermann, Disco, 80er Jahre-Pop, Madonna, Spa\u00df, Lust und Laune. S\u00fcndige Lust und Glamour spielen verst\u00e4rkt eine Rolle im Leben Kylies. Im Booklet r\u00e4kelt sie sich verf\u00fchrerisch &#8211; fast so wie in einem Dessouskatalog &#8211; mal halbbedeckt, mal zum durchblinzeln. Im Video posiert sie im knappsten Gold-H\u00f6schen der Welt.<\/p>\n\n\n\n<p>Ebenso verf\u00fchrerisch ihre Musik, die sich nicht als psychologischer Tiefgang versteht, sondern als Unterhaltung. Der witzigste Track ist ohne Zweifel &#8222;Your Disco Needs You&#8220; (\u00fcbrigens in zwei Versionen vertreten). Der Titel ist Programm und im Englischen gibt es den wunderbaren Ausdruck cheesy f\u00fcr solch einen Song. Geschrieben haben das St\u00fcck Kylie, Guy Chambers und &#8211; t\u00e4ter\u00e4t\u00e4 &#8211; Robbie Williams, die einige Male auf dem Album Hand anlegten. Zum Beispiel bei &#8222;I&#8217;m So High&#8220; und der bereits auf Robbies Album erschienenen gemeinsamen Single &#8222;Kids&#8220; (hier in zensierter Fassung). Will Malone, Fachmann f\u00fcr Streicherarrangements (siehe The Verve und Massive Attack) hat indes &#8222;Bittersweet Goobye&#8220; bereichert, eine mit Kirchenglocken inszenierte Ballade, die an Weihnachten sicherlich die Charts mitbestimmen wird.<\/p>\n\n\n\n<p>Sie hat sich gewandelt. Als h\u00e4tte es Nick Cave nie gegeben, singt Kylie in &#8222;Loveboat&#8220; von &#8222;Martinis and bikinis \/ Oh, l&#8217;amour (\u2026) Rub on some lotion \/ The places I can&#8217;t reach cool down with cocktails&#8220;. Morbides ad\u00e9, willkommen im Lalaland. Obendrein covert sie auf Abba getrimmt &#8222;Under The Influence Of Love&#8220; von Barry White.<\/p>\n\n\n\n<p>Zusammen mit &#8222;Koocachoo&#8220; und dem nicht betitelten Bonustrack am Ende der CD, w\u00e4ren das die Glanzpunkte auf &#8222;Light Years&#8220;. Weniger einfallsreich und seichter als manch einem lieb sein mag klingt der Rest. Etwas abgedroschen und ohne Saft noch Kraft stampft &#8222;On A Night Like This&#8220; aus den Boxen. Der Refrain l\u00e4sst sich noch ertragen. Der Rest des Songs ist Ibiza hoch zehn. Nicht viel besser ist das mit dem gleichen Beat unterlegten &#8222;So Now Goodbye&#8220;. &#8222;Disco Down&#8220; (welch ein Titel!), &#8222;Light Years&#8220;, &#8222;Butterfly&#8220; und &#8222;Please Stay&#8220; verstehen sich ebenfalls als einfach strukturierte Disco-Pop-Liedchen, die lediglich f\u00fcr gute Laune sorgen sollen. Nicht mehr, nicht weniger.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Power einer Madonna oder eines Robbie Williams hat sie noch nicht. Weniger anziehend wirkt sie aber auch nicht. Kylie ist noch nicht am Ende. Zumindest nicht, wenn sie Robbie Williams und Guy Chambers konsultiert. Die beiden (Robbie und Guy) haben sich gesucht und gefunden und sind das Kreativtraumpaar schlechthin. Dank ihnen gibt es gen\u00fcgend lichte Momente auf &#8222;Light Years&#8220;, wohingegen der Ibizapop etwas billig daherkommt.<\/p>\n\n\n\n<pre class=\"wp-block-preformatted\">Kylie Minogue: Light Years<br \/>(Parlophone \/ EMI)<\/pre>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kylie, wie wir sie gerne nennen, ist uns allen als Duettpartnerin von Nick Cave oder durch ihre Zusammenarbeit mit den Manic Street Preachers in guter Erinnerung. Damals versuchte sie, vom Pop-M\u00e4dchen-Image wegzukommen und eine &#8222;seri\u00f6sere&#8220; Richtung einzuschlagen. 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