{"id":34562,"date":"2001-03-21T11:11:00","date_gmt":"2001-03-21T10:11:00","guid":{"rendered":"http:\/\/hinternet.de\/blog\/?p=34562"},"modified":"2022-08-17T19:36:31","modified_gmt":"2022-08-17T17:36:31","slug":"tom-mcrae-tom-mcrae","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/2001\/03\/tom-mcrae-tom-mcrae\/","title":{"rendered":"Tom McRae: Tom McRae"},"content":{"rendered":"<div class=\"wp-block-image is-style-default\">\n<figure class=\"alignleft size-large\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/hinternet.de\/musik\/cd-m\/images\/mcrae.jpg\" alt=\"\"\/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>&#8222;Don&#8217;t call him a one-man Radiohead&#8220;, hei\u00dft es warnend im Magazin &#8222;Q&#8220;. Aber warum denn auch. Tom McRae, einer der zur Zeit vielen und flei\u00dfigen britischen Songschreiber, ist mit das Beste, was in den letzten Jahren aus Gro\u00dfbritannien zu uns r\u00fcbergeschwappt ist. Seine Musik fesselt einen von der ersten Sekunde an, fasziniert dich, zerrei\u00dft deine Seele und n\u00e4ht sie in unz\u00e4hligen H\u00f6rdurchg\u00e4ngen m\u00fchsam wieder zusammen. Das f\u00e4ngt mit dem tieftraurigen und d\u00fcsteren Opener &#8222;You Cut Her Hair&#8220; an. Ein Song, der von McRaes Besuch im Konzentrationslager von Dachau \u00fcberschattet ist. Dort sah er ein Foto mit einer jungen J\u00fcdin, der man den Kopf kahlgeschoren hatte. Er war schockiert und konnte es nicht fassen, wie respektlos ein Mensch sein kann. Und genau dieses Gef\u00fchl vermittelt das St\u00fcck zielsicher.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>McRae schreibt \u00fcber direct personal experiences (&#8222;Q&#8220;), \u00fcber Dinge, die intim sind und ihn zutiefst ber\u00fchren. &#8222;Alles dreht sich um Dinge, die f\u00fcr mich zur Obsession wurden: der Tod, das Leben, die Tatsache, dass man nur eine so kurze Spanne hat, um etwas zu erreichen, und dass der gegenw\u00e4rtige Moment der ist, den man hat, um die Person zu sein, die man verk\u00f6rpern m\u00f6chte. Zur Zeit dreht sich alles um Bequemlichkeit und Vergn\u00fcgen, und nicht darum, dass man denken muss. Und obwohl ich mir w\u00fcnsche, auf eine bestimmte Art auch unterhaltsam zu sein, w\u00fcrde ich es vorziehen, dass die Leute sich unbehagen f\u00fchlen, statt sich einfach nur unterhalten vorzukommen&#8220; (Labelinfo). Das sagt ein Mann, der solche Trauerperlen wie &#8222;2nd Law&#8220; schreibt und in dieser singt: &#8222;Tell all my friends I&#8217;ve gone to the moon \/ tell all my friends I will write them soon \/ and tell them if you see them, that I am better left alone&#8220;. Dazu Piano und diese G\u00e4nsehautstimme &#8211; manchmal wie Michael Stipe, manchmal wie Rick Davies von Supertramp oder Chris Martin von Coldplay. Umwerfend.<\/p>\n\n\n\n<p>So gestrickt ist ein jedes St\u00fcck auf dem selbstbetitelten Album. Melancholiegeschw\u00e4ngerte Instrumentierung mittels Akustikgitarre, Piano, Streicher und Schlagzeug. Ein jedes Lied packt dich und l\u00e4sst dich tagelang nicht in Ruhe. Seine Melodie verfolgt dich, sein Text durchschwirrt deine Gedanken. Du ver\u00e4nderst dich. Du denkst nach. Du wirst traurig und freust dich zugleich, diese Platte dein Eigen nennen zu d\u00fcrfen.<\/p>\n\n\n\n<pre class=\"wp-block-preformatted\">Tom McRae: Tom McRae\n(DB Records\/BMG)<\/pre>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8222;Don&#8217;t call him a one-man Radiohead&#8220;, hei\u00dft es warnend im Magazin &#8222;Q&#8220;. Aber warum denn auch. Tom McRae, einer der zur Zeit vielen und flei\u00dfigen britischen Songschreiber, ist mit das Beste, was in den letzten Jahren aus Gro\u00dfbritannien zu uns r\u00fcbergeschwappt ist. 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