{"id":34604,"date":"2001-01-17T11:11:00","date_gmt":"2001-01-17T10:11:00","guid":{"rendered":"http:\/\/hinternet.de\/blog\/?p=34604"},"modified":"2022-07-28T01:18:43","modified_gmt":"2022-07-27T23:18:43","slug":"q-and-not-you-no-kill-no-beep-beep","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/2001\/01\/q-and-not-you-no-kill-no-beep-beep\/","title":{"rendered":"Q and not You: No Kill No Beep Beep"},"content":{"rendered":"\n<p>Mehr aus Neugierde als gezielt Ausschau haltend h\u00f6rte ich in diesen Dischord Release (schon der einhundertdreiundzwanzigste) rein und ohne irgendwas Gro\u00dfartiges zu erwarten bekam ich die Schublade vor lauter Frische nicht mehr zu. Wie ein Fisherman\u00b4s Friend die Atemwege putzt, so putzt mir dieses schwarze Scheibchen schon seit Tagen den Dreck aus dem Geh\u00f6rgang, den so mancher halbgarer Kompromiss, den man h\u00f6rt, weil es ja mal wieder an der Zeit w\u00e4re sich was Neues zu kaufen, hinterlassen hat. In besagten F\u00e4llen ist dann lediglich die Verpackungen neu, der Inhalt\u2026naja.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Aber hier geht es um was anderes. Hier wirkt nichts gek\u00fcnstelt. Was die Gitarren an T\u00f6nen fabrizieren ist so weit weg vom Rest und schrammelt und quietscht, als w\u00fcrde der Gitarrero immer am falschen Ort auf der B\u00fchne stehen, so dass er dem Feedback kaum entgehen kann. Die Rhythmik brettert mal unisono mit den Kollegen aus der Harmonie los, aber oftmals zickt das Schlagzeug rum wie ein alles zerhackst\u00fcckendes Fleischermesser, immer versucht verschiedene, aber gleichgro\u00dfe St\u00fccke zu schneiden. Nichts wird hier dem Zufall \u00fcberlassen, und doch klingt alles so selbstverst\u00e4ndlich.<\/p>\n\n\n\n<p>Q and not You erinnern daran, da\u00df ein 4\/4-Takt auch anders funktioniert, als immer den Bum-tschack der anderen zu imitieren. Sie verwursteln die ganze Bandbreite an Zwischenschl\u00e4gen als feste Z\u00e4hlzeiten. Bei &#8222;Fever Sleeves&#8220; werden fast konzeptrockm\u00e4ssig verschiedene Parts mit v\u00f6llig anderen Strukturen aneinander geklatscht, dass man hier von Konzeptwave sprechen k\u00f6nnte. Der Gesamtsound ist eben sehr wavelastig im Sinne von End-70er Bands wie Wire, Devo oder XTC, also ganz d\u00fcnne Gitarre, verhaltener, aber pluckernder Bass und ein h\u00f6henlastiges Schlagzeug.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Stimme steht im Vordergrund und die ist Pop, mehrstimmig sowieso &#8211; und wer h\u00e4tte es gedacht: Die macht was ganz anderes als der Rest. O.K., ist ja fast selbstverst\u00e4ndlich, da\u00df man sich als S\u00e4nger bestenfalls eine Hookline ausdenkt, die sich von der \u00fcbrigen Harmonie abhebt, aber so klingt, als m\u00fc\u00dfte sie genau dorthin. Bei diesen Gitarren gibt es allerdings oftmals keine gro\u00dfe Orientierungshilfe, warum dann nach dem Naheliegenden suchen. Refrains? Wo bitte sch\u00f6n? Reime? Gibt es vielleicht zuf\u00e4llig! &#8222;Little Sparkle&#8220; h\u00f6rt nach vier Teilen, die in sich auf Wiederholung aufbauen, wie ein Minutemenst\u00fcck abrupt auf. Keine Seltenheit! Die einzige Band im Moment, die nach At-the-drive-in das Pr\u00e4dikat Emo verdienen, ohne dass man die Bezeichnung als Label ihrer Musik mi\u00dfbrauchen k\u00f6nnte, um sie mit solch poppigen Superchunk-Epigonen -Bands wie den Get Up Kids in einen Topf zu werfen.<\/p>\n\n\n\n<p>Es gibt zwar gleich zwei ruhigere St\u00fccke mit &#8222;Kiss Distinctly American&#8220; und &#8222;Sleeping The Terrorcode&#8220;, aber Ruhe kann ja auch was Unheimliches sein und mu\u00df nicht gleich Richard Kleidermann mit Nieteng\u00fcrtel anstatt Smoking bedeuten. Poppig sind Q not You ja auch, aber nicht so handzahm, da\u00df meine Mutter ins Zimmer kommt und sich nach dem sch\u00f6nen Lied erkundigt, das da gerade l\u00e4uft. Kauft diese immer noch ohne Scancode versehene zitronengelbe Schalli und unterst\u00fctzt dabei Ian Mackaye mit seinem Label, damit er noch mehr solcher Helden featuret. Gleich mu\u00df ich nochmal Beefeater rauskramen\u2026<\/p>\n\n\n\n<pre class=\"wp-block-preformatted\">Q and not You: No Kill No Beep Beep<br \/>(Dischord\/Efa)<\/pre>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mehr aus Neugierde als gezielt Ausschau haltend h\u00f6rte ich in diesen Dischord Release (schon der einhundertdreiundzwanzigste) rein und ohne irgendwas Gro\u00dfartiges zu erwarten bekam ich die Schublade vor lauter Frische nicht mehr zu. 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