{"id":3465,"date":"2002-08-17T11:11:00","date_gmt":"2002-08-17T09:11:00","guid":{"rendered":"http:\/\/hinternet.de\/archiv\/2002\/08\/depeche_mode_one_night\/"},"modified":"2022-08-22T01:27:28","modified_gmt":"2022-08-21T23:27:28","slug":"depeche_mode_one_night","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/2002\/08\/depeche_mode_one_night\/","title":{"rendered":"Depeche Mode &#8211; One Night in Paris"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"wp-block-image is-style-default\"><figure class=\"alignleft is-resized\"><a href=\"https:\/\/m.media-amazon.com\/images\/I\/816RbqBdxOL._SL1500_.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/m.media-amazon.com\/images\/I\/816RbqBdxOL._SL1500_.jpg\" alt=\"Depeche Mode - One night in Paris DVD\" width=\"266\" height=\"375\"\/><\/a><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Sind das wirklich die vier milchgesichtigen Popper, die Anfang der 80er mit fr\u00f6hlichem Synthie-Pop die Welt erobern wollten?!! Keine Frage, &#8222;One night in Paris&#8220; ist ein Monument von Konzertfilm. Und es ruft unwillk\u00fcrlich immer wieder die Folie von &#8222;damals&#8220; wach &#8211; so stark ist der Kontrast.<br \/><br \/>Martin Gore hat mittlerweile \u00b4was von einem alternden Pierrot, in Dave Gahans Gesicht haben die Drogen-Exzesse Spuren hinterlassen, und Andrew Fletcher wirkt immer noch wie ein auf die B\u00fchne verirrter Student, der eigentlich nur beim Aufbau helfen sollte. Trotzdem ist klar: diese Band ist einer der besten Live-Acts \u00fcberhaupt. Man muss sie dazu nicht aus der N\u00e4he sehen, wie auf &#8222;One night in Paris&#8220;. Denn die B\u00fchnensprache von Depeche Mode war immer eine aus klaren Zeichen, die man auch von Weitem gut lesen konnte. Die Silhouette von Martin Gore, ein Fels in der Brandung. Und Dave Gahan, ein umherwirbelnder Taifun, der schon lange vor Garth Brooks wusste, dass in den Stadien der Welt der Arm zur Augenbraue wird. Kleine Gesten m\u00fcssen ins Gro\u00dfe \u00fcbersetzt werden.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Aber woher die riesige Pr\u00e4senz kommt &#8211; die Intensit\u00e4t, die Depeche Mode auf der B\u00fchne auszeichnet -, das kann auch Anton Corbijn nicht erkl\u00e4ren. Will er vielleicht auch gar nicht, soll ruhig ein Geheimnis der Band bleiben. Und der Zuschauer darf mit offenem Mund dasitzen und staunen: da sind drei Menschen, die auch nach 20 Jahren Hitgeschichte immer noch erkennbar aus Basildon kommen. Aus der Provinz eben. Nicht aus London, New York, oder wo sie sonst so leben, mittlerweile.<\/p>\n\n\n\n<p>Irgendwie ist das ein Faszinosum: anders als die Rolling Stones sind Depeche Mode nie zu glamour\u00f6sen Monstern geworden. Auch nicht zu sexy B\u00fchnenmaschinen. Haben immer noch was von einer Sch\u00fclerband, auch wenn die Gelassenheit und das Selbstbewusstsein un\u00fcbersehbar sind. Und Anton Corbijn f\u00fchrt es in ruhigen, unaufgeregten Bildern vor Augen. Keine schnellen Schnitte, keine wilde Perspektiven, keine voyeuristische Einblicke &#8211; einfach nur ein ruhiger, langer Fluss, der der Band nicht die Show stiehlt. Das tut allenfalls mal der spektakul\u00e4re B\u00fchnenhintergrund. Auch das eine Sache, f\u00fcr die Depeche Mode bekannt sind und die man nicht anders als im Film zeigen kann. Riesige Regentropfen, tiefrote geometrische Figuren oder einfach nur ein Himmel, vom Grund des Grand Canyons aus betrachtet, im Zeitraffer. Atemberaubende B\u00fchnenkunst, die die Musik perfekt einbettet, Stimmungen erzeugt, die Band immer noch gut ins Bild setzt und nie manieriert wirkt! (Merkt Euch das, Pink Floyd. Denn dass Leinw\u00e4nde nicht nur daf\u00fcr da sind, die Band in Aktion zu zeigen, wussten ja schon andere Engl\u00e4nder fr\u00fcher&#8230;)<\/p>\n\n\n\n<p>Wer Depeche Mode kennt, der wei\u00df, dass sie eines der treuesten Publikume haben, die es \u00fcberhaupt gibt. Und dann wei\u00df man, dass auch dieses Publikum an solchen Konzert-Dokumenten seinen Verdienst hat. Aber letztendlich wollen die Fans ja nicht nur was sehen, sondern vor allem h\u00f6ren. Und das f\u00fchrt zur\u00fcck zum Anfang des Artikels: zwanzig Jahre Depeche Mode lesen sich musikalisch mindestens so spannend wie 40 Jahre Rolling Stones.<\/p>\n\n\n\n<p>&#8222;One night in Paris&#8220; ist nat\u00fcrlich Wegmarke der Zeit ab Anfang der Neunziger. Als Depeche Mode zu einem schwebenden, d\u00fcsteren Sound gefunden hatten, der trotzdem noch romantisch und poptauglich klang. Wie &#8222;Freelove&#8220; und &#8222;I feel you&#8220; zum Beispiel. Aber die Reihe reicht zur\u00fcck \u00fcber etlicheSongs aus &#8222;Violator&#8220; bis hin zu den 80er-Smash-Hit &#8222;Black Celebration&#8220; und &#8222;Never let me down again&#8220;.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Depeche Mode-Karriere im Zeitraffer von 20 St\u00fccken, f\u00fcr Fans ein Mu\u00df, f\u00fcr DM-Aufgeschlossene ein entschiedenes Kann. Die zweite DVD ist dann noch vollgepackt mit all dem Bonusmaterial, das manchmal DVD-K\u00e4ufern wichtiger zu sein scheint als der eigentliche Filme\/das eigentliche Konzert: Backstage-Impressionen, Interviews, Erl\u00e4uterungen von Anton Corbijn zu seiner Arbeit und seine B\u00fchnenprojektionen, auf dass es k\u00fcnftige DepMod-Nachspielbands etwas leichter haben.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sind das wirklich die vier milchgesichtigen Popper, die Anfang der 80er mit fr\u00f6hlichem Synthie-Pop die Welt erobern wollten?!! Keine Frage, &#8222;One night in Paris&#8220; ist ein Monument von Konzertfilm. 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