{"id":35050,"date":"2000-07-14T11:11:00","date_gmt":"2000-07-14T09:11:00","guid":{"rendered":"http:\/\/hinternet.de\/blog\/?p=35050"},"modified":"2022-07-30T03:16:31","modified_gmt":"2022-07-30T01:16:31","slug":"tocotronic-vs-console-freiburg-v3-0","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/2000\/07\/tocotronic-vs-console-freiburg-v3-0\/","title":{"rendered":"Tocotronic vs. Console: Freiburg V3.0"},"content":{"rendered":"\n<p>Die Spezialit\u00e4t von Tocotronic besteht darin, schluffige, laute und oft irgendwie zerrende Gitarrenmusik zu machen. F\u00fcr ihre Melodien w\u00fcrden zwei oder drei Notenlinien vollkommen ausreichen. Popm\u00e4\u00dfig simpel und hymnisch sind sie, vor allem aber apathisch. Denn Tocotronic sind die Meister des Midtempo-Rocks. Der Gesang ist klagend, monoton und meistens am Rande des Ausdruckslosen. Als Slacker wurde das Hamburger Trio mal bezeichnet, in Wahrheit aber unterwandert es den Rock durch gezieltes Understatement und gibt ihm durch seine Teilnahmslosigkeit die Leidenschaft zur\u00fcck. Die Riff-Folgen haben die Einfachheit eines Status Quo-Songs und die Melancholie eines Leonard Cohen. Pathos und Charme sind ein anderes Thema, die Texte auch &#8211; eine normale Rockband sind Tocotronic jedenfalls nicht.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Hat das auch der Elektronik-Musiker Martin Gretschmann a.k.a. Console (auch Mitglied bei Notwist) gemerkt? Hat ihn vielleicht die Tatsache angezogen, dass Tocotronic-Songs immer im Fluss und schon nach dem ersten H\u00f6ren mitzusingen sind? Wom\u00f6glich ist er auch nur Opfer, denn Tocotronic-Songs machen s\u00fcchtig. Kurios ist es aber schon, ausgerechnet ein Tocotronic-St\u00fcck zum elektronischen Pop-Heuler umzuarbeiten. &#8222;Freiburg&#8220; ist der Opener des \u00b495er-Deb\u00fcts &#8222;Digital ist besser&#8220; und nicht mal 2 Minuten 30 lang. Console hat die Monotonie des Originals gerettet und auch das Tempo nicht merklich variiert, trotzdem pluckert der Song fr\u00f6hlich beschwingt vor sich hin. Mit nerv\u00f6sen Beats und Computerstimme. Und siehe: auf einmal bekommt das St\u00fcck Sex, Glamour, Raum und Fahrt. &#8222;Drive&#8220;, wie der Angelsachse sagen w\u00fcrde, der &#8222;Freiburg V3.0&#8220; in seiner Muttersprache gesungen h\u00f6rt.<\/p>\n\n\n\n<p>Weitere Kollegen tatens Console nach und remixten den Remix: Thies Mynther (Stella, Superpunk), der Hamburger Produzent Swen Meyer (Fischmob, But Alive), Kevin&amp;Paul (Gretschmann und Mario Thaler) und Heiko Laux. Mindestens von Miss Kitten&amp;The Hacker und Elegia sollen noch Versionen folgen, und inmitten des Club-Music-Reigens findet sich \u00fcbrigens auch die Originalversion. Die mittlerweile aus einem anderen Jahrhundert stammt\u2026 Mit ihr aufnehmen k\u00f6nnen es allerdings nur die Remixe, die den Off-Beat-New-Wave-Pop der Console-Vorlage \u00fcbernahmen, und das ist immerhin der Gro\u00dfteil.<\/p>\n\n\n\n<pre class=\"wp-block-preformatted\">Tocotronic vs. Console<br \/>Freiburg V3.0<br \/>(L'age d'or)<\/pre>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Spezialit\u00e4t von Tocotronic besteht darin, schluffige, laute und oft irgendwie zerrende Gitarrenmusik zu machen. F\u00fcr ihre Melodien w\u00fcrden zwei oder drei Notenlinien vollkommen ausreichen. Popm\u00e4\u00dfig simpel und hymnisch sind sie, vor allem aber apathisch. Denn Tocotronic sind die Meister des Midtempo-Rocks. Der Gesang ist klagend, monoton und meistens am Rande des Ausdruckslosen. 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