{"id":35364,"date":"2002-04-02T11:11:00","date_gmt":"2002-04-02T09:11:00","guid":{"rendered":"http:\/\/hinternet.de\/blog\/?p=35364"},"modified":"2022-08-02T02:49:38","modified_gmt":"2022-08-02T00:49:38","slug":"35364","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/2002\/04\/35364\/","title":{"rendered":"Untitled"},"content":{"rendered":"\n<p>Wie sang Bruce Cockburn vor rund 25 Jahren in &#8222;Laughter&#8220;:<\/p>\n\n\n\n<p><em>&#8222;Let&#8217;s hear a laugh for the man of the world<br \/>who thinks he can make things work<br \/>tried to build the New Jerusalem<br \/>and ended up with New York.&#8220;<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Alles falsch &#8211; das neue Jerusalem ist Mannheim.<\/p>\n\n\n\n<p>Xavier Naidoo hat in Offenbarung 21,16 den passenden Vers dazu entdeckt und verk\u00fcndet in &#8222;Sie ist im Viereck angelegt&#8220; seine Erkenntnis: Aha, Mannheim ist also Zion.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Lange hat es gedauert, bis sich Xavier Naidoo mit einem vollst\u00e4ndigen Album wieder zur\u00fcckgemeldet hat. Jetzt gibt&#8217;s eine Doppel-CD mit 30 Titeln, unterteilt in &#8222;Zwischenspiel&#8220; mit &#8222;weltlichen&#8220; Liedern zur Lage der Nation und &#8222;Alles f\u00fcr den Herrn&#8220;, auf der er zarte Gebete (&#8222;Wenn du willst&#8220;) vertont, aber auch mit &#8222;Ich lass sie sterben&#8220; wirklich starken Tobak unters Volk schleudert.<\/p>\n\n\n\n<p>Musikalisch fehlt mir an vielen Stellen die Lockerheit, die sein Live-Album auszeichnet; vieles wirkt statisch und manches Mal auch \u00fcberproduziert. Lediglich was Xavier Naidoo an stimmlicher Bandbreite pr\u00e4sentiert, l\u00e4sst alle anderen selbst ernannten deutschen Souls\u00e4nger ziemlich blass aussehen. Im Moment ist aber sein musikalischer Kosmos aus Rap, Soul und Pop zu klein, um 30 Titel lang spannend zu bleiben.<\/p>\n\n\n\n<p>Wer bei &#8222;Alles f\u00fcr den Herrn&#8220; etwas genauer hinh\u00f6rt, bekommt einen tiefen Einblick in die Gedankenwelt und in den Glauben des Soul-Barden. Dass er sich mit seiner krassen Offenheit nicht nur Freunde machen wird, scheint ihm egal zu sein. Daf\u00fcr verdient er sicher Respekt, aber genau hier beginnt mein Problem mit dem Album. W\u00e4hrend sich Naidoo in Interviews gerne sanftm\u00fctig und tolerant gibt, sprechen seine Texte eine andere Sprache. Zwischen Arroganz und Hass schleudert er seine Botschaft heraus und penetriert seine Erkenntnisse ins Dogmatische.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Trennlinie zwischen biblisch fundierten Aussagen und Interpretationen \u00e0 la Naidoo ist schwer zu ziehen, und die Idee, Mannheim sei Zion, ist noch das harmloseste Beispiel. Zu stark ist der Eindruck, dass der S\u00e4nger die Erkenntnis mit L\u00f6ffeln konsumiert hat, w\u00e4hrend alle anderen &#8222;Babylonier&#8220; sind. Es hinterl\u00e4sst bei mir ein ziemlich ungutes Gef\u00fchl, dass diese Platte in die Charts crashen wird und die meisten nicht merken, was hier abgeht.<\/p>\n\n\n\n<p>Wer von sich behauptet, die Bibel intensiv studiert zu haben und mit (scheinbarem) Genuss zusieht, wie die Welt den Bach runtergeht, der hat &#8217;ne Menge von Jesu&#8216; Lehren \u00fcberlesen.<\/p>\n\n\n\n<pre class=\"wp-block-preformatted\">Xavier Naidoo: Zwischenspiel\/Alles f\u00fcr den Herrn (DoCD)<br \/>(Naidoo Records\/SPV)<\/pre>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wie sang Bruce Cockburn vor rund 25 Jahren in &#8222;Laughter&#8220;: &#8222;Let&#8217;s hear a laugh for the man of the worldwho thinks he can make things worktried to build the New Jerusalemand ended up with New York.&#8220; Alles falsch &#8211; das neue Jerusalem ist Mannheim. 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