{"id":35366,"date":"2001-06-05T11:11:00","date_gmt":"2001-06-05T09:11:00","guid":{"rendered":"http:\/\/hinternet.de\/blog\/?p=35366"},"modified":"2022-08-17T19:14:28","modified_gmt":"2022-08-17T17:14:28","slug":"oval-oval-kommers","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/2001\/06\/oval-oval-kommers\/","title":{"rendered":"Oval: Oval Kommers"},"content":{"rendered":"\n<p>Eine Geschichte, bei der sich der Handlungsstrang nicht von selbst erkl\u00e4rt, ist selten f\u00fcr diejenigen ein Vergn\u00fcgen sich damit besch\u00e4ftigen, die kein Interesse an Hintergr\u00fcndigkeit hegen. Die f\u00fcnf Ws der klassischen Journalistenschule sollten f\u00fcr Fastfoodinformationsverarbeiter sofort lesbar sein. Deshalb k\u00f6nnen solche Zeitgenossen sowohl diese Rezension \u00fcberspringen, als auch das Sujet missachten, denn die Ger\u00e4uschwelt des Ovalmasterminds Marcus Pommer ist ohne Hintergrundsinformation schwer verdaulich. <\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Als st\u00e4ndige Weiterentwicklung von Technologie ist der bisherige Ovalsound eine Suche nach neuen Mitteln, Ger\u00e4usche durch digitale Manipulation so zu verfremden, dass mit dem fertigen Produkt eine Arie entstanden ist, bei dem das WIE mindestens so aufschlussreich ist als das WAS &#8211; eher kann man bei der Frage nach dem Ursprungsger\u00e4usch keine Antwort ohne die technischen Details geben.<\/p>\n\n\n\n<p>Wer tiefer in die Materie einsteigen m\u00f6chte muss mehr h\u00f6ren, sowohl qualitativ als quantitativ, mit anderen Worten: Die H\u00f6rgewohnheiten ver\u00e4ndern. Ist man bis zum Randgenre &#8222;Clicks and Cuts&#8220; (so die neu geschaffene einschl\u00e4gige Stilschublade einschl\u00e4giger Experten) vorgedrungen, wird man fr\u00fcher oder sp\u00e4ter \u00fcber Marcus Popp stolpern, und das im wahrsten Sinne des Wortes. Bei ihm erscheint die Musik wie ein abstraktes Gem\u00e4lde. Die Farben die er verwendet bestehen zwar immer noch aus den Grundelementen Magenta, Cyan und Yellow, werden aber mit ungew\u00f6hnlichen Stoffen hergestellt. Das Labelmotto steht in Analogie zum Deutschen Werkbund mit der Formel: &#8222;Form follows function&#8220;- deshalb auch die oben erw\u00e4hnte Gewichtigkeit der Frage nach dem WIE. Sowohl die Software als auch hardwarem\u00e4ssig steht die Konfiguration eines interaktiven Process &#8211; Terminals im Mittelpunkt des Produktionsverfahrens. V\u00f6llig digital verfremdete Soundschleifen flirren, krachen, bersten, fliessen ineinander, aneinander vorbei, tun alles- nur nicht rocken!<\/p>\n\n\n\n<p>Hier scheiden sich die Geister (und warum auch nicht?): F\u00fcr Traditionalisten &#8211; auch andere technologisch generierter Musik &#8211; d\u00fcrfte Oval wohl ausgemachter Tonm\u00fcll sein, f\u00fcr Connaisseure und Liebhaber von Labels wie Mille Plateaux der Gipfel des guten Tons. Es kracht und rumpelt halt erst richtig wenn die Parameter des Plug-Ins so eingestellt sind, wie es ein Herr Popp tut. Ob es gut ist, dass vermehrt Techniker Musik machen, soll an dieser Stelle nicht beantwortet werden, denn schlie\u00dflich handelt es sich dabei um eine normative Fragestellung, die bei einer Induktiven, analytischen Vorgehensweise redundant erscheint. &#8222;Intellectro is no music for beginners&#8220;.<\/p>\n\n\n\n<p>(Prof. Dr. Fred)<\/p>\n\n\n\n<pre class=\"wp-block-preformatted\">Oval: Oval Kommers<br \/>(Form and Function\/Zomba)<\/pre>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eine Geschichte, bei der sich der Handlungsstrang nicht von selbst erkl\u00e4rt, ist selten f\u00fcr diejenigen ein Vergn\u00fcgen sich damit besch\u00e4ftigen, die kein Interesse an Hintergr\u00fcndigkeit hegen. Die f\u00fcnf Ws der klassischen Journalistenschule sollten f\u00fcr Fastfoodinformationsverarbeiter sofort lesbar sein. 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