{"id":35628,"date":"2003-01-29T11:11:00","date_gmt":"2003-01-29T10:11:00","guid":{"rendered":"http:\/\/hinternet.de\/blog\/?p=35628"},"modified":"2022-08-03T00:52:51","modified_gmt":"2022-08-02T22:52:51","slug":"musikfernsehen-in-deutschland","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/2003\/01\/musikfernsehen-in-deutschland\/","title":{"rendered":"Musikfernsehen in Deutschland"},"content":{"rendered":"<div class=\"wp-block-image is-style-default\">\n<figure class=\"alignleft size-large is-resized\"><a href=\"https:\/\/hinternet.de\/musik\/buch\/images\/mtvviva.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/hinternet.de\/musik\/buch\/images\/mtvviva.jpg\" alt=\"\" width=\"175\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Dr. Matthias Kurp ist Medienforscher, Fachjournalist und Lehrbeauftragter an der Universit\u00e4t M\u00fcnster. Claudia Hauschild arbeitet bei der Hamburger PR-Agentur MMK Markt- und Medienkommunikation. Klemens Wiese ist f\u00fcr den Bereich \u00d6ffentlichkeitsarbeit bei Mute Records in Berlin zust\u00e4ndig. Alles Personen vom Fach, die es sich Aufgabe gemacht hatten, das deutsche Musikfernsehen unter die Lupe zu nehmen. Aus verschiedenen Blickwinkeln \u2013 politischer, soziologischer und medien\u00f6konomischer Natur \u2013 analysieren sie das Programm von Viva, kehren die Rollen des Global Players MTV heraus und versuchen sich an den Themen Kommerz, Politik sowie ganz allgemein an dem des kriselnden deutschen Musikmarktes.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Was die drei AutorInnen auf etwas mehr als 270 Seiten zusammen getragen haben, ist \u00fcberaus interessant und fundiert. Wird aber Szeneinsider oder solche Damen und Herren, die nicht nur Musikmagazine, sondern auch regelm\u00e4\u00dfig Medienmagazine beziehungsweise die Medien- und Feuilleton-Seiten einschl\u00e4giger Tageszeitungen lesen, weit weniger \u00fcberraschen.<\/p>\n\n\n\n<p>Eine \u00dcberraschung war es allerdings zu lesen, dass die Anteile der Videos der Viva Media AG-Gesellschafter im Vergleich zu den Nicht-Gesellschaftern genau in dem Verh\u00e4ltnis stehen, das den Marktanteilen der entsprechenden Labels entspricht. Will hei\u00dfen: 55% der auf Viva ausgestrahlten Clips stammen aus den H\u00e4usern Edel, EMI, Universal und Warner. Firmen also, die in Deutschland insgesamt 55% Marktanteile abdecken. Der Rest verteilt sich auf diverse Indiefirmen sowie die Majors Sony und BMG. Wer es nicht wusste, der wei\u00df nun, dass bei der Viva Medien AG einige Plattenfirmen beteiligt sind. Interessant, nicht? Jedenfalls h\u00e4tte man eine deutliche Bevorteilung der Gesellschafter-Plattenfirmen erwartet. Allerdings gibt es eine Bevorzugung der Videoclips der Gesellschafterfirmen zur Prime Time \u2013 zumindest was den Untersuchungszeitraum betrifft, der sich \u00fcber sieben Tage im Mai, Juni und Juli 2000 und Januar 2001 erstreckte und der jeweils von 6 bis 24 Uhr dauerte.<\/p>\n\n\n\n<p>Des weiteren haben die drei AutorInnen verschiedene Erhebungen \u00fcber den deutschen und internationalen Tontr\u00e4germarkt (Mega-Deals der Majors, Tontr\u00e4ger-Ums\u00e4tze, Marktmechanismen) sowie die soziale Rolle der Musikvideos als &#8222;Vehikel f\u00fcr Lebensentw\u00fcrfe&#8220; herausgearbeitet, die Kostenstruktur von Musik-CDs offengelegt und meist hausgemachte Probleme der Musikindustrie (Vereisen der A&amp;R-Abteilungen, w\u00e4hrend das meiste Geld ins Marketing gebuttert wird; Trend zum Filesharing und CD-Brennen) angesprochen. Kurzum: Es geht um mehr als nur das Musikfernsehen. Die deutsche und damit zwangsl\u00e4ufig auch internationale Musikindustrie als Ganzes steht im Mittelpunkt dieses eher wissenschaftlichen als popul\u00e4r-wissenschaftlichen Buchs. Ein wenig Zeit sollte man sich f\u00fcr diese Lekt\u00fcre schon nehmen.<\/p>\n\n\n\n<pre class=\"wp-block-preformatted\">Matthias Kurp, Claudia Hauschild, Klemens Wiese:<br \/>Musikfernsehen in Deutschland. Politische, soziologische und medien\u00f6konomische Aspekte<br \/>Westdeutscher Verlag<br \/>274 Seiten - \u20ac29,90<\/pre>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dr. Matthias Kurp ist Medienforscher, Fachjournalist und Lehrbeauftragter an der Universit\u00e4t M\u00fcnster. Claudia Hauschild arbeitet bei der Hamburger PR-Agentur MMK Markt- und Medienkommunikation. Klemens Wiese ist f\u00fcr den Bereich \u00d6ffentlichkeitsarbeit bei Mute Records in Berlin zust\u00e4ndig. Alles Personen vom Fach, die es sich Aufgabe gemacht hatten, das deutsche Musikfernsehen unter die Lupe zu nehmen. 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