{"id":36744,"date":"2000-09-10T11:11:00","date_gmt":"2000-09-10T09:11:00","guid":{"rendered":"http:\/\/hinternet.de\/blog\/?p=36744"},"modified":"2022-08-25T05:40:36","modified_gmt":"2022-08-25T03:40:36","slug":"interview-stella-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/2000\/09\/interview-stella-2\/","title":{"rendered":"Interview: Stella"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Hinter-Net!:&nbsp;<\/strong>In welcher Besetzung spielt Ihr momentan?<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Elena Lange:&nbsp;<\/strong>Wir waren zuerst ein Trio und haben so auch das erste Album gemacht. Mense Reents produziert und programmiert die elektronischen St\u00fccken und spielt Schlagzeug bei den Rock-St\u00fccken. Thies Mynther macht auch Programmierung und spielt live Keyboard, und dann ist direkt nach der letzten Platte einen neuer Bassist dazugekommen, das ist Hendrik, und ich singe, spiel Gitarre und schreibe Texte.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p><strong>Hinter-Net!:&nbsp;<\/strong>Wie hat der neue Bassist die Band ver\u00e4ndert?<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Elena Lange:&nbsp;<\/strong>Wir waren nie eine eingeschworene Clique von Leuten, sondern haben uns schon immer viel gestritten und das auch zur Tugend gemacht. Aber irgendwann haben wir gemerkt, dass das etwas anstrengend ist, und Hendrik ist ein sehr ruhiger Mensch, der da so\u00b4n bi\u00dfchen Gleichgewicht reingebracht hat und Dinge auch emotionaler sieht als wir drei. Wir sind ja ziemlich rational, gehen faktisch und trocken mit den St\u00fccken um und arbeiten einfach richtig an Musik, w\u00e4hrend er nicht so das Arbeitstier ist, aber schon sehr ruhige, entspannte Elemente reingebracht hat.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Hinter-Net!:&nbsp;<\/strong>Das war also kein Klischee, was man immer \u00fcber den vielen Zoff bei Stella gelesen hat? Und das war auch nichts, was vom Label aufgebauscht wurde, um Euch als Hauser &amp; Kienzle der Popmusik aufzubauen?<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Elena Lange:&nbsp;<\/strong>Nee, (lacht), Hauser und Kienzle, das ist ja ein Vergleich! Nein, das war so. Ich wollte mehr als die anderen und umgekehrt&#8230; Ich bin ein sehr st\u00fcrmischer Mensch, ich kann auch mal aggressiv werden. Vielleicht auch, weil ich ne Frau bin, von der will man sich ja nicht unbedingt was sagen lassen. Ich wollte aber gerne mal diktieren, was so gespielt wird, und da bin ich nat\u00fcrlich auf W\u00e4nde gesto\u00dfen, da hat man sich einfach gestritten. Dickk\u00f6pfigkeit ist das Stichwort! Ich glaube, die Plattenfirma hatte eher Probleme damit, als dass sie das forciert hat. Es sind auch Leute einfach ausgestiegen aus der Zusammenarbeit mit uns, weil es denen zu anstrengend war, sich st\u00e4ndig unseren Diskussionen auszusetzen. Am Ende haben sie es dann doch gemacht, aber das war dann immer auf die Tour &#8222;Oh Gott, sind die anstrengend&#8220;, und so&#8230;<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Hinter-Net!:&nbsp;<\/strong>Kommen wir zur Musik. Ihr arbeitet mit zwei v\u00f6llig unterschiedlichen Formen, n\u00e4mlich mit richtig instrumentaler Musik und mit Elektronik. Wie sieht eine Produktion bei Euch aus?<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Elena Lange:&nbsp;<\/strong>Einmal gibt es die Version, dass ich Songs schreibe, und dann treff ich mich mit den Jungs, und wir erarbeiten das Arrangement. Das wird dann auch analog aufgenommen, meistens noch in den Computer gespielt, gesampelt und in Loops gebracht, dann kann man flexibler damit arbeiten. Und die andere Version ist: man trifft sich direkt im Studio (wir haben unser eigenes &#8222;Imperial Studio&#8220; in Hamburg), dann ist es so, dass Mense vielleicht einen Beat hat, einen House-Beat oder einen Two-Step-Beat oder einn Sample, das interessant klingt, noch ne Basslinie, und wenn du das hast, kannst du dir schon ziemlich konkret vorstellen, was draus wird. Dann \u00fcberleg ich mir einen Text und versuch, dazu was zu finden. Bei &#8222;Finger On The Trigger&#8220; war es so, dass Thies da ein Sample hatte, damals war der Beat noch ganz anders, das war ja eigentlich ein 6\/4-Takt, und ich hab mir da ziemlich einen bei abgebrochen, weil 6\/4-Takte nicht so angenehm f\u00fcr Musiker sind, deshalb haben wir da auch einen 4\/4-Takt draus gemacht, aber trotzdem versucht, den Charakter des 6\/4-Taktes aufrecht zu erhalten&#8230; Man spielt mit den Elementen, die man hat, und es gibt eigentlich keine richtige Aufgabenaufteilung in der Band.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Hinter-Net!:&nbsp;<\/strong>Aus dem neuen Album ist viel Aggressivit\u00e4t rauszuh\u00f6ren.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Elena Lange:&nbsp;<\/strong>Ja, aber es ist eher Aggresivit\u00e4t im Sinne von Strike Back, wenn man erst mal angegriffen wird. Oder: wie verh\u00e4lt man sich dazu, wenn Dinge um einen herum schieflaufen? Ich mein das nicht nur im privaten Sinne, sondern auch im politischen Zusammenhang. Was passiert mit diesem Land? Wie verh\u00e4lt man sich gegen\u00fcber seiner Politik, welche Position nimmt man ein? Ich glaub, das Wichtigste &#8211; und das ist echt ne Minimalforderung &#8211; ist dieses Finger on the Trigger for the years to come. Man dr\u00fcckt ja nicht ab, sondern hat einfach diese Wachsamkeit f\u00fcr die Dinge, die passieren. Das ist einfach wichtig, also nicht Aggressivit\u00e4t von sich aus, sondern eher die Bereitschaft, zur\u00fcckzuschlagen, wenn man angegriffen wird.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Hinter-Net!:&nbsp;<\/strong>In Euren Texten nennt Ihr die Dinge beim Namen, die Euch besch\u00e4ftigen. Unter anderem auch den Jugoslawienkrieg.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Elena Lange:&nbsp;<\/strong>Es geht weniger um den Jugoslawienkrieg als tats\u00e4chlich um diesen ganz konkreten Natokrieg in den zwei Monaten 1999, als die Platte entstanden ist. Es geht nicht um die letzten zehn Jahre&#8230;<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Hinter-Net!:&nbsp;<\/strong>Also um den Kosovo-Krieg?<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Elena Lange:&nbsp;<\/strong>Ja, man sagt halt Kosovokrieg, aber man sollte schon wissen, dass nicht nur der Kosovo bombardiert wurde, sondern das ganze Land. Ich hab Freunde in Belgrad, und mir ist es wichtig, den Leuten dort eine Stimme zu geben. Man h\u00f6rt st\u00e4ndig Positionen von ethnischen Volksgruppen, aber man h\u00f6rt nichts von den Leuten, die tats\u00e4chlich betroffen sind. Daf\u00fcr wollte ich einfach den Blick \u00f6ffnen, obwohl man das Wort &#8222;Jugoslawien&#8220; ja schon gar nicht mehr in den Mund nehmen darf, weil es gleich so anr\u00fcchig klingt&#8230; Ich finde die Leute da toll, die sind eigentlich wie in jeder beliebigen europ\u00e4ischen Gro\u00dfstadt, aber das wissen hier die wenigsten. Ich war nat\u00fcrlich absolut gegen diesen Krieg, aber ich will jetzt keine gro\u00dfartige Analyse dieses Krieges machen, zumindest muss ich das nicht in der Popmusik machen. Aber so\u00b4n St\u00fcck wie &#8222;The Jogging Man&#8220; geht nat\u00fcrlich schon um unseren gr\u00fcnen Au\u00dfenminister, wie der sich in der \u00d6ffentlichkeit als Jogger pr\u00e4sentiert und die Leute um mich rum total verbl\u00f6den. Und &#8222;Finger on the Trigger&#8220; geht darum, wie ist es, in so\u00b4m Flugzeug zu sitzen und die Verf\u00fcgungsgewalt zu haben \u00fcber Leben und Tod. Ich glaube, man vergisst in Deutschland sehr schnell, was im letzten Jahr passiert ist. Ich war w\u00e4hrend und nach der Bombardierung mit Thies in Belgrad, wir haben die Sirenen und die Flugzeuge geh\u00f6rt, und man kann sich das im sogenannten fortschrittlichen 21. Jahrhundert nicht vorstellen, wie das ist. Das war ein R\u00fcckfall auf Anfang des letzten Jahrhunderts! Sehr erschreckend, wie wenig Widerstand es dagegen gab. Ich wollte nochmal die Aufmerksam auf das Thema richten, obwohl es in den Medien l\u00e4ngst durch ist.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Hinter-Net!:&nbsp;<\/strong>Pop-Musik ist immer noch eine ziemlich ungew\u00f6hnliche Form der Publikation von politischen Meinungen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Elena Lange:&nbsp;<\/strong>Ich finde politische Pop-Musik ziemlich absto\u00dfend. Jeder hat das Gef\u00fchl, er muss sich \u00e4u\u00dfern und irgendwie ne politische Meinung haben, weil das ja auch sein muss&#8230; Mir geht\u00b4s nicht darum, politisch zu sein, sondern ganz konkret auf das Thema des Krieges aufmerksam zu machen und das \u00e4sthetisch-kritisch oder ironisch zu bearbeiten.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Hinter-Net!:&nbsp;<\/strong>Ist es Dir wichtig, dass die Leute das h\u00f6ren und nicht einfach nur als Disco-Musik konsumieren?<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Elena Lange:&nbsp;<\/strong>N\u00f6, ich bin auf niemanden sauer, der dazu einfach nur tanzt. Im Gegenteil. Ich finde es \u00fcberhaupt eine reizvolle Form, politische Statements im Pop-Kontext unterzubringen. Kennst Du den Sommerhit &#8222;Two-Step-Hit&#8220; von Artful Dodger Re-rewind? &#8222;The crowd say, bo selecter&#8230;&#8220;, das ist gerade der gro\u00dfe Hit, und ich f\u00e4nde es interessant, wenn das nicht immer nur ein sinnloser Spruch w\u00e4re, sondern total aufgeladen mit Inhalt und die Leute trotzdem einfach nur dazu tanzen. Dann w\u00fcrde das Ganze pl\u00f6tzlich politisiert, ohne dass es einem bewu\u00dft ist. Und wenn die Leute in 20 Jahren zur\u00fcckgucken, und denken, &#8222;Ach Gott, die Leute waren gar nicht so hohl im Jahre 2000, sondern haben sich schon Gedanken dar\u00fcber gemacht, was so um sie herum passiert&#8220; &#8211; das w\u00fcrde ich mir w\u00fcnschen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Hinter-Net!:&nbsp;<\/strong>Vieles auf &#8222;Finger on the trigger&#8230;&#8220; klingt irgendwie beunruhigend, ein wenig alarmierend. Insgesamt ist das Album aber sehr heterogen, vom Schweinerock bis zum Sommer-Song f\u00fcr Leute, die runtergekurbelten Scheiben Auto fahren und dabei den Ellbogen raush\u00e4ngen haben. Ich hab viel an alter Disco-Stimmung wiedergefunden, Atmosph\u00e4re aus den 70ern und fr\u00fchen 80ern&#8230;<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Elena Lange:&nbsp;<\/strong>Ja, das war auch beabsichtigt. Um erstmal was zu de Rock-St\u00fccken zu sagen: es war so, dass wir auf der letzten Platte noch sehr New Wavige Sachen gemacht haben, auch irgendwie unmusikalische Musik. Das war sehr reizvoll f\u00fcr uns, aber inzwischen m\u00f6chte ich, dass die Rock-St\u00fccke auch wirklich Rock sind und nicht so\u00b4n halbes Ding, sondern dann richtig volle Kanone und bitte gleich Canned Heat, Thin Lizzy und Black Sabbath.. Dann gleich das ganze Register ziehen! Da ist ein St\u00fcck wie Hyperventilation draus geworden, was extrem rockig ist &#8211; glamrockig. Was die Rock-St\u00fccke angeht, sind wir zur\u00fcckgegangen in die 70er, weil wir das auch privat geh\u00f6rt haben. Ich hab extrem viel die &#8222;Jailbreak&#8220;-Platte von Thin Lizzy geh\u00f6rt, von \u00b477. Und auf der andere Seite sind die elektronischen St\u00fccke moderner geworden. Das war uns wichtig, weil wir alle moderne Musik lieben, Techno und House, ich bin auch gro\u00dfer Two-Step-Fan, und das wollten wir auch verarbeiten. Wir sind richtige Music-Lover und besessen von Musik. Man nimmt sich was, wenn man Kompromisse eingeht. Ich hab das Gef\u00fchl, viele Leute, die Musik machen, lieben sie nicht wirklich, sondern wollen eigentlich nur ein einziges St\u00fcck machen, und der Rest der Platte klingt dann komplett wie dieses eine St\u00fcck. Wir gehen relativ liebvoll mit Musik um, wir sind sehr detailfreudig und schmieren nicht alles \u00fcber einen Kamm. Manchmal denk ich, es k\u00f6nnte alles etwas homogener klingen, aber das ist tagesabh\u00e4ngig. Manches k\u00f6nnte auch elektronischer sein, weil ich schon an die Live-Vorbereitung denke und ganz gerne auch mal die Gitarre aus der Hand lege. Aber dann denk ich auch wieder, hm, das k\u00f6nnte mehr rocken&#8230;<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Hinter-Net!:&nbsp;<\/strong>Wie sehen denn Eure privaten Plattensammlungen aus? Seid Ihr gro\u00dfe Sammler?<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Elena Lange:&nbsp;<\/strong>Nee, wir sind keine Plattenspie\u00dfer, die auf Plattenflohhm\u00e4rkte gehen&#8230; Ich hab vor drei Jahren wieder viel Black Music geh\u00f6rt, elektronische Musik und schwarze Tanzmusik. Besonders interessiert hab ich mich f\u00fcr HipHop und R\u00b4n\u00b4B. Ich fand es sehr reizvoll, wenn man aus so ner Indie-Ecke kam, wie ich eigentlich, so ganz klassisch, Britpop und so, damit hab ich angefangen&#8230;, dann pl\u00f6tzlich was ganz Anderes zu machen, und ich hab tats\u00e4chlich angefangen, mir R. Kelly-Sachen zu kaufen und fand es sehr spannend, was aus Missy-Elliott-Ecke kam, Timberland und so. Ich hab mir auch ein eigenes digitales Studio eingerichtet, wo ich versucht hab, ganz klassisch R\u00b4n\u00b4B zu machen, aber dann einfach die Mu\u00dfe nicht hatte, um das weiterzuf\u00fchren. Aber meine Vorlieben liegen schon im Black Music-Bereich, und das ist bei den anderen nicht anders. Mense ist House- und Techno-Fan, h\u00f6rt auch viel R\u00b4n\u00b4B, Swing-Beat-Stimmen sind wichtig f\u00fcr ihn, und bei Hendrik ist es eher so Techno, und Thies ist offen f\u00fcr ziemlich alles, er hat die obskurste Plattensammlung, die ich jemals gesehen hab. Er kennt alles, wie ein wandelndes Musiklexikon, hat als Zehnj\u00e4hriger schon angefangen, Biographien von Jazzmusikern zu lesen. Hinter-Net: Im Booklet Eures neuen Albums fallen die Namen anderer Musiker auf, zum Beispiel Dirk von Lotzow von Tocotronic und Erobique.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Elena Lange:&nbsp;<\/strong>Mit Carsten, so hei\u00dft er wirklich, leg ich in Hamburg auf. Wir sind ein DJ-P\u00e4rchen. Aber das Ganze ist einfach eine Clique von Musikern in Hamburg, die zusammen sind. Das ist ganz normal, man unterh\u00e4lt sich \u00fcber das, was man macht, &#8222;Haste nicht Lust, vorbei zu kommen&#8230;&#8220;. Thomas Lenz von den Sternen hat auch was auf der Platte gemacht und Philipp Sollman von Turbin&#8230; Ich finde es wichtig, das man mit verschiedenen Leuten kollaboriert, wir machen das gerne und es ist sehr unkompliziert. Vielleicht auch ein bi\u00dfchen unspontaner als bei den HipHop-Bands, die dann einfach mal kurz gefeatured sind, aber trotzdem. Die ganze Band Stella hat sich \u00fcbrigens \u00fcber Tocotronic kennengelernt, die haben uns gegenseitig vorgestellt. Ich habe mal ein Solokonzert mit Gitarre gegeben, weil ich seit Ewigkeiten Songs schreibe, das gefiel den Jungs sehr gut. Thies hat mich gesehen, wir haben schnell ein Studio gegr\u00fcndet vor f\u00fcnf Jahren, wo man alles im Griff hat. Dann schafft man sich immer bessere Bedingungen, neue Instrumente, Aufnahmem\u00f6glichkeiten und tja, ich wei\u00df nicht, es gibt nicht so viele Rockbands in Hamburg, die zusammenh\u00e4ngen. Es gibt Blumfeld, Tocotronic, Stella, die Sterne, das ist relativ \u00fcberschaubar. Die Sterne sind in den gleichen R\u00e4umlichkeiten wie wir, mit Tocotronic waren wir auf Tournee in Amerika, Thies nimmt eine Platte mit Dirk auf, Dirk singt bei Egoexpress, und ich sing beim Tocotronic-Remix.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Hinter-Net!:&nbsp;<\/strong>Hamburg wird in erster Linie mit der sogenannten &#8222;Hamburger Schule&#8220; in Verbindung gebracht, mit Gitarrenbands, schr\u00e4gen, witzigen Texten oder neuem deutschen HipHop. St\u00f6rt es euch, dass die musikalische Vielfalt etwas aus dem Blickpunkt ger\u00e4t?<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Elena Lange:&nbsp;<\/strong>&#8222;Hamburger Schule&#8220; ist ja total out, das gibt&#8217;s ja auch gar nicht mehr. Auch die Bands, die dazu geh\u00f6rten, gibt&#8217;s ja zum teil gar nicht mehr, zb Kolossale Jugend und Cpt. Kirk &amp;. Dieser Begriff ist auch nicht richtig und h\u00f6chstens als Schlagwort hilfreich, aber man meint es dann nicht so, setzt es in Anf\u00fchrungszeichen. Aber Hiphop aus Hamburg, da hat man auch Kontakte zu: Fischmob-Crew machen unser Video, Carsten Wohn mit DJ Koze zusammen, ich h\u00f6r musik allein und es hat mnich auch nicht interessiert, mein gott, was machen die anderen gerade, was schreiben die f\u00fcr songs, ich wollte eigentlich auch, wenn ich ganz ehrlich bin, immer ein bi\u00dfchen \u00fcber das hinaus, was so in Hamburg passiert, weil ich fand es irgendwie schon provinziell, und ich wollte immer popmusik machen, die ein bi\u00dfchen weiter dar\u00fcber hinausgeht. Ich sch\u00e4tze Rockos Humor, toller Kerl, ich find auch Kamerun gut, mit denen musik gemacht, mense ist bei goldenen zitronen eingestiegen, heilloses durcheinander in zusammenarbeit, aber die musik, Hinter-Net: Wie sehen eure Liveevents aus, Typ Rockkonzert oder Club-Atmo?<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Elena Lange:&nbsp;<\/strong>Club-Atmo eigentlich nicht, es geht schon in Richtung Rockkonzert. Das liegt daran, dass es einfacher ist, mit elektronischen Beats im Rockzusammenhang aufzutreten, als mit Gitarren in Club-Atmo. Wir haben in den Usa erlebt, dass es gut war &#8211; z.B. in New York &#8211; im Rockkontext zu spielen und pl\u00f6tzlich f\u00e4hrt man Sounds hoch, die v\u00f6llig ungew\u00f6hnlich klingen, so ne House-Bassdrum, die v\u00f6llig alleine und nackt dasteht und einfach nur fett ist und Druck macht und wo die Leute v\u00f6llig begeistert waren, einmal sowas zu h\u00f6ren. Ich finde es wichtig, diese Grenzen aufzul\u00f6sen und nicht immer zu sagen: &#8222;Das ist das und das ist das&#8220;. Ich finds wichtig, innerhalb des einzelnen St\u00fcckes zu trennen, nicht Rock und Elektronik innerhalb eines St\u00fcckes zu vermischen, sondern eher so als Konzept zu sagen, als Band ist mal f\u00e4hig, mehr als eine Musikrichtung zu machen, Live wird das von uns schon als Konzert von einer B\u00fchne aus pr\u00e4sentiert, aber die Leute sollen auch tanzen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hinter-Net!:&nbsp;In welcher Besetzung spielt Ihr momentan? Elena Lange:&nbsp;Wir waren zuerst ein Trio und haben so auch das erste Album gemacht. Mense Reents produziert und programmiert die elektronischen St\u00fccken und spielt Schlagzeug bei den Rock-St\u00fccken. 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