{"id":36807,"date":"1998-01-05T11:11:00","date_gmt":"1998-01-05T10:11:00","guid":{"rendered":"http:\/\/hinternet.de\/blog\/?p=36807"},"modified":"2022-09-18T04:17:10","modified_gmt":"2022-09-18T02:17:10","slug":"marlon-wilhelms-insel-filme","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/1998\/01\/marlon-wilhelms-insel-filme\/","title":{"rendered":"Marlon Wilhelms Insel-Filme"},"content":{"rendered":"\n<p>In v\u00f6lliger Naivit\u00e4t gehe ich davon aus, auf der einsamen Insel einen Filmpalast mit hervorragender Projektion und zumindest ordentlichem Ton zur Verf\u00fcgung zu haben, sonst w\u00fcrden einige Filme keinen Sinn machen, vor allem &#8222;2001&#8220;.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Aus zwei Gr\u00fcnden ist diese Auflistung nicht identisch mit den &#8222;10 besten Filmen aller Zeiten&#8220;. Zum einen habe ich mich auf einen Film pro Regisseur beschr\u00e4nkt, damit es mehr Abwechslung gibt, zum anderen sind gewisse Filme f\u00fcr die Insel sicher nicht geeignet: &#8222;Bad Lieutenant&#8220; w\u00fcrde wohl zum baldigen Suizid f\u00fchren, einige Russ-Meyer-Filme zu einem stark gest\u00f6rten Hormonhaushalt.<\/p>\n\n\n\n<p>Logischer Weise ist die Liste deshalb auch nicht in wertender, sondern in alphabetischer Reihenfolge verfasst. Bei den Credits sind jeweils die wichtigsten Leute angegeben.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>&#8222;Breakfast at Tiffany&#8217;s&#8220; (&#8222;Fr\u00fchst\u00fcck bei Tiffany&#8220;)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>USA 1961<br \/>Regie: Blake Edwards<br \/>Musik: Henry Mancini<br \/>Darsteller: Audrey Hepburn<\/p>\n\n\n\n<p>Tolle Kom\u00f6die und herzergreifender Liebesfilm. Wer am Schluss nicht heult, hat einfach keine Gef\u00fchle. Allein die Musik von Gro\u00dfmeister Mancini ist schon besser als die meisten Filme als Ganzes.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>&#8222;Design for Living&#8220; (&#8222;Serenade zu dritt&#8220;)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>USA 1933<br \/>Regie: Ernst Lubitsch<br \/>Buch: Ben Hecht, nach No\u00ebl Coward<br \/>Darsteller: Fredric March, Gary Cooper, Miriam Hopkins, Edward Everett<br \/>Horton<\/p>\n\n\n\n<p>Lubitsch in Hochform. Die Eleganz, mit der er g\u00e4ngige Moralvorstellungen \u00fcber den Haufen warf (das Dreiecksverh\u00e4ltnis von Hopkins, March und Cooper wird als L\u00f6sung der \u00fcblichen zwischenmenschlichen Probleme beschrieben), wurde nie wieder erreicht.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>&#8222;Fargo&#8220;<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>USA 1996<br \/>Regie: Joel Coen<br \/>Buch: Joel &amp; Ethan Coen<br \/>Produktion: Ethan Coen<br \/>Darsteller: Frances McDormand, William H. Macy,<br \/>Steve Buscemi<\/p>\n\n\n\n<p>Warum &#8222;Fargo&#8220; und nicht &#8222;The Big Lebowski&#8220;, der ist doch witziger. Stimmt, aber Frances McDormand als Marge Gunderson ist einfach die liebenswerteste Figur der Filmgeschichte.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>&#8222;GoodFellas&#8220;<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>USA 1990<br \/>Regie: Martin Scorsese<br \/>Darsteller: Ray Liotta, Joe Pesci, Robert De Niro<\/p>\n\n\n\n<p>Der beste Mafia-Film, weil er sich jeder Wertung enth\u00e4lt. Die Helden und ihre Organisation werden weder verkl\u00e4rt noch verteufelt, es werden nur Lebensl\u00e4ufe vorgestellt.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>&#8222;The Ladies&#8216; Man&#8220; (&#8222;Zu hei\u00df gebadet&#8220;)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>USA 1961<br \/>Regie: Jerry Lewis<br \/>Produktion: Jerry Lewis<br \/>Buch: Jerry Lewis, Bill Richmond<br \/>Darsteller: Jerry Lewis, Kathleen Freeman<\/p>\n\n\n\n<p>Die Credits zeigen schon: ein reiner Jerry-Lewis-Film, der all seine Meisterschaft zeigt.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>&#8222;Lone Star&#8220;<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>USA 1996<br \/>Regie: John Sayles<br \/>Darsteller: Chris Cooper, Kris Kristofferson<\/p>\n\n\n\n<p>Ein Fall von falscher Legendenbildung und damit die 90er-Jahre-Version von &#8222;The Man Who Shot Liberty Valance&#8220;. Buddy Deeds war weder der gute Mensch, als der er in nostalgischer Verkl\u00e4rung immer hingestellt wird, noch war er es, der damals der b\u00f6sen Sheriff Wade (Kris Kristoffersen ist grandios als Schurke) erledigt hat. Das erste war f\u00fcr seinen Sohn schon immer klar, als er das zweite heraus findet, kann er endlich den \u00fcbergro\u00dfen Schatten abwerfen.<br \/>&#8222;Lone Star&#8220; leidet darunter, der einzige ganz gro\u00dfe Wurf von John Sayles zu sein. Denn w\u00e4hrend bei den Meisterregisseuren auch die mittelm\u00e4\u00dfigen Werke verehrt werden (und die haben selbst Hitchcock und Ford gedreht), gehen solche einzelnen Meisterwerke fast unter. Das \u00e4ndert nichts an der \u00fcberragenden Qualit\u00e4t, &#8222;Lone Star&#8220; ist der Cimino-Film, den Michael Cimino nie geschafft hat.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>&#8222;The Man Who Knew Too Much&#8220; (&#8222;Der Mann, der zuviel wu\u00dfte&#8220;)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>USA 1955<br \/>Regie: Alfred Hitchcock<br \/>Kamera: Robert Burks<br \/>Schnitt: George Tomasini<br \/>Bauten: Hal Pereira<br \/>Kost\u00fcme: Edith Head<br \/>Musik: Bernhard Herrmann<br \/>Darsteller: James Stewart, Doris Day<\/p>\n\n\n\n<p>Wohl der am meisten untersch\u00e4tzte von den Filmen, die Hitchcock mit seinem Dream Team gedreht hat (siehe Credits). Dieses Remake eines eigenen britischen Films von 1934 ist aber der perfekte Hitchcock, alle typischen Elemente sind vorhanden: die Story um einen etwas naiven Protagonisten, der v\u00f6llig zuf\u00e4llig in eine \u00fcble Sache ger\u00e4t, in der er sich als mutiger Held erweisen muss (hier sogar verdoppelt, Doris Days Part ist ebenso wichtig wie der von Stewart), die Spannung, die bei einem schlichten Gang durch eine Stra\u00dfe auf die Spitze getrieben wird (normal breit und bei Tageslicht wohlgemerkt, keine dunkle Gasse), der meisterliche Einsatz von Ger\u00e4uschen und Musik (der einzige Film, in dem Doris Days Gesang dramaturgisch Sinn macht) und Bilder wie von einem Popartisten (Stewarts Gesicht in Gro\u00dfaufnahme vor strahlend blauem Himmel wirkt fast wie ein Comic).<\/p>\n\n\n\n<p><strong>&#8222;The Searchers&#8220; (&#8222;Der schwarze Falke&#8220;)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>USA 1956<br \/>Regie: John Ford<br \/>Darsteller: John Wayne<\/p>\n\n\n\n<p>Der beste Film aller Zeiten.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>&#8222;Tim Burton&#8217;s Nightmare Before Christmas&#8220;<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>USA 1993<br \/>Regie: Henry Selick<br \/>Produktion: Tim Burton<br \/>Musik: Danny Elfman<\/p>\n\n\n\n<p>Selbstredend w\u00e4re jeder Tim-Burton-Film f\u00fcr diese Liste geeignet. Dass gerade dieser hier auftaucht, ist eine Ehrerbietung vor Danny Elfman, denn sein Part kommt bei einem Musical nun mal besonders stark zur Kenntnis.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>&#8222;2001 -A Space Odyssee&#8220; (&#8222;2001 &#8211; Odyssee im Weltraum&#8220;)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Gro\u00dfbritannien 1968<br \/>Regie: Stanley Kubrick<br \/>Buch: Stanley Kubrick, Arthur C. Clarke<\/p>\n\n\n\n<p>Kubrick hat, wie Deutschlands bester Filmkritiker Georg See\u00dflen richtig bemerkt, Filme gedreht, die f\u00fcr ihr Genre untypisch waren, aber trotzdem den H\u00f6hepunkt dieser Genres darstellen. Das gilt besonders f\u00fcr &#8222;2001&#8220;: kein anderer hat Raumschiffe Walzer tanzen lassen, nie wieder hatte ein Computer so viel Menschlichkeit wie HAL 9000. Und das Ende wird immer ein R\u00e4tsel belieben, auch \u00fcber das Jahr hinaus.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In v\u00f6lliger Naivit\u00e4t gehe ich davon aus, auf der einsamen Insel einen Filmpalast mit hervorragender Projektion und zumindest ordentlichem Ton zur Verf\u00fcgung zu haben, sonst w\u00fcrden einige Filme keinen Sinn machen, vor allem &#8222;2001&#8220;.<\/p>\n","protected":false},"author":66,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"ub_ctt_via":"","footnotes":""},"categories":[22],"tags":[4759,2488],"class_list":["post-36807","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-film","tag-inselfilme","tag-liste"],"featured_image_src":null,"author_info":{"display_name":"Marlon Wilhelm","author_link":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/author\/marlon-wilhelm\/"},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/36807","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/66"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=36807"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/36807\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=36807"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=36807"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=36807"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}