{"id":36893,"date":"1996-10-21T11:11:00","date_gmt":"1996-10-21T09:11:00","guid":{"rendered":"http:\/\/hinternet.de\/blog\/?p=36893"},"modified":"2022-08-26T12:16:42","modified_gmt":"2022-08-26T10:16:42","slug":"interview-a-subtle-plague","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/1996\/10\/interview-a-subtle-plague\/","title":{"rendered":"Interview: A Subtle Plague"},"content":{"rendered":"\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Frisco so far<\/h2>\n\n\n\n<p><em>Mike Lehecka im Gespr\u00f6ch mit <strong>Benjii Simmersbach<\/strong>\u00a0und\u00a0<strong>Pat Ryan<\/strong><\/em><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Hinter-Net!<\/strong>: La\u00df uns doch am Anfang ein bi\u00dfchen \u00fcber Eure Familie und die Urspr\u00fcnge der Band reden. Laut Info habt Ihr Euch am Bard College im Staat New York getroffen. Ist das richtig?<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Benjii Simmersbach<\/strong>: Ja, das war &#8217;86 oder &#8217;87. Lang ist&#8217;s her.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p><strong>Hinter-Net!<\/strong>: Habt Ihr zu der Zeit studiert?<\/p>\n\n\n\n<p><strong>B.S.<\/strong>: Pat Ryan&nbsp;<em>(Gesang)<\/em>, mein Bruder Christopher&nbsp;<em>(Gitarre)<\/em>&nbsp;und Analucia da Silva&nbsp;<em>(Gesang)<\/em>&nbsp;waren dort Studenten. Sie haben die Band gegr\u00fcndet, mein Bruder Patrick&nbsp;<em>(Gitarre)<\/em>&nbsp;und ich sind ein Jahr sp\u00e4ter in Philadelphia dazugekommen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Hinter-Net!<\/strong>: Und von dort ging es nach San Francisco?<\/p>\n\n\n\n<p><strong>B.S.<\/strong>: Ja, nachdem wir ein bi\u00dfchen zu oft ausgeraubt wurden, sind wir nach San Francisco gezogen. Philadelphia war &#8217;ne harte Stadt damals, aber es war trotzdem okay, dort zu leben. Wir hatten unsere ersten Jobs nach dem College, wenig Geld und die Mieten waren g\u00fcnstig in Philly. Aber seit &#8217;88 leben wir in San Francisco.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Hinter-Net!<\/strong>: Ihr seid ja bekannt als eine Band, die immer auf Achse ist.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>B.S.<\/strong>: Seit drei Jahren touren wir in Europa, fast nonstop, d.h. neun Monate pro Jahr.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Hinter-Net!<\/strong>: Und wenn Ihr in Frisco seid, dann wohnt Ihr zusammen?<\/p>\n\n\n\n<p><strong>B.S.<\/strong>: Heute nicht mehr. Fr\u00fcher war das so, aber das hatte eher finanzielle Gr\u00fcnde. Um die Band \u00fcberhaupt am Leben zu halten, mu\u00dften wir zusammen wohnen. Heute wohnen einige von uns alleine, einige noch zusammen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Hinter-Net!<\/strong>: Ist das nicht hart, in einer Band zu spielen&nbsp;<em>und<\/em>&nbsp;gemeinsam zu wohnen?<\/p>\n\n\n\n<p><strong>B.S.<\/strong>: Ich denke, es war eine tolle Erfahrung, alles in allem. Wir haben eine Menge gelernt, z.B. uns aufeinander zu verlassen und einander zu helfen. Wenn einer mal arbeitslos war, dann ist eben ein anderer eingesprungen und hat die Miete bezahlt. In Amerika gibt es eine Menge Bands, die so leben, gerade in den Anfangszeiten und es ist nicht das schlechteste f\u00fcr eine Gruppe.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Hinter-Net!<\/strong>: Was h\u00e4ltst Du von San Francisco, ist die Szene da wirklich so offen, das Musikerdasein so angenehm?<\/p>\n\n\n\n<p><strong>B.S.<\/strong>: Ich pers\u00f6nlich mag San Francisco, und was die Musikszene angeht, ist es wirklich eine tolle Stadt. Es ist eine gutes Pflaster f\u00fcr K\u00fcnstler, f\u00fcr Musiker, aber ich w\u00fcrde es auch nicht in den Himmel loben. Ich m\u00f6chte mich \u00fcber keine amerikanische Stadt derart \u00fcberschwenglich \u00e4u\u00dfern, aus politischen Gr\u00fcnden. Die allseits bekannten Erscheinungen &#8230; die Kriminalit\u00e4t, Arbeitslosigkeit, Obdachlosigkeit. Kalifornien und San Francisco haben ihre guten Seiten, aber eben auch ihre schlechten.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Hinter-Net!<\/strong>: Ist es angenehm, in Europa zu touren und diesen negativen Dingen eine Weile nicht mehr ausgesetzt zu sein ?<\/p>\n\n\n\n<p><strong>B.S.<\/strong>: Der Hauptgrund, warum wir so ausgedehnt in Europa unterwegs sind, ist die Tatsache, da\u00df wir in den Staaten schon alles gesehen haben, ich meine, wir haben \u00fcberall gespielt. Es war &#8217;ne klasse Sache, aber wir mu\u00dften mal was anderes machen. Im M\u00e4rz werden wir \u00fcbrigens wieder durch die USA touren. Die Europa-Tournee war eine gro\u00dfartige Erfahrung. In Europa als Band finanziell zu \u00fcberleben ist viel einfacher als in Amerika.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Hinter-Net!<\/strong>: Wie beurteilst Du speziell das deutsche Publikum?<\/p>\n\n\n\n<p><strong>B.S.<\/strong>: Ich denke, das deutsche Publikum ist dem amerikanischen sehr \u00e4hnlich. Beide haben gleich viel musikalischen Sachverstand, wenn man es mal so ausdr\u00fccken will. Die Musikvielfalt ist in Deutschland allerdings etwas gr\u00f6\u00dfer als in den USA. Ich meine damit die zahlreichen Bands aus v\u00f6llig verschiedenen Stilrichtungen, die du auf deutschen B\u00fchnen sehen kannst. Du hast die gro\u00dfen Shows und du hast all die kleinen Clubs, in denen man die Sachen aus dem Underground h\u00f6ren kann. Vielleicht liegt das daran, da\u00df sich kleinere amerikanische Bands &#8211; so wie wir &#8211; Tourneen in Europa einfach eher leisten k\u00f6nnen als in Amerika.<\/p>\n\n\n\n<p>Es gibt ja auch den Fall, da\u00df Bands in Europa Erfolg haben und sich so erst die M\u00f6glichkeit er\u00f6ffnen, in den Staaten zu spielen und dort bekannter zu werden. Vic Chesnutt ist daf\u00fcr ein Beispiel.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Hinter-Net!<\/strong>: Du bist ja in Deutschland geboren. Wo genau?<\/p>\n\n\n\n<p><strong>B.S.<\/strong>: In M\u00fcnchen. Aber in der Fremde gro\u00dfgeworden, sozusagen. Ich habe die ersten 13 Jahre meines Lebens auf Reisen verbracht. Wir waren st\u00e4ndig unterwegs, in einer Art Kommune: meine Mutter, mein Stiefvater, Freunde von ihnen und f\u00fcnf Kinder. Davon handelt ja auch der Dokumentarfilm &#8222;The Big Pink&#8220;, in dem meine Mutter im Mittelpunkt steht (<em>entstanden 1995)<\/em>. Allerdings habe ich schon immer amerikanische Schulen besucht. Ich habe diesen typischen, wertlosen amerikanischen High-School-Abschlu\u00df; ich bin am College gelandet und kam so irgendwie nach Philadelphia. Bei Chris und Patrick, meinen Br\u00fcdern, war das \u00e4hnlich.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Hinter-Net!<\/strong>: Chris und Eure S\u00e4ngerin Analucia haben zusammen ein Kind.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>B.S.<\/strong>: Ja, einen Sohn, er hei\u00dft Cheyenne. Meine Mutter macht \u00fcbrigens gerade einen zweiten Film, der &#8222;Rock, Baby, Rock&#8220; hei\u00dfen wird und von ihrem Leben als Cheyennes Babysitter auf unseren Tourneen handelt. Sie ist jetzt 55 Jahre alt und reist trotzdem seit drei Jahren mit uns und k\u00fcmmert sich um den Kleinen. Dabei hat sie st\u00e4ndig gefilmt.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Hinter-Net!<\/strong>: Und wenn sie nicht mit auf Tour ist, lebt sie dann auch in San Francisco?<\/p>\n\n\n\n<p><strong>B.S.<\/strong>: Nein,&nbsp;<em>(lacht)<\/em>, das wird dir gefallen: sie lebt in Pakistan, nahe der afghanischen Grenze. Mein Stiefvater arbeitet dort als Architekt. Meine Mutter kam aus Pakistan zu uns, um mit auf Tournee zu gehen. Roadmanager war \u00fcbrigens meine Schwester, d.h. wir waren in den letzten drei Jahren quasi mit der gesamten Familie unterwegs. Es ist sehr angenehm, wei\u00dft du, es hilft dir, nicht diesem &#8222;I&#8217;m-on-the-road&#8220;-Klischee zu verfallen. Wir haben immer schon versucht, auf den Tourneen auch etwas f\u00fcr uns pers\u00f6nlich rauszuholen, etwas f\u00fcr unsere Interessen zu tun. Die Konzertreisen im Osten Europas haben wir vor allem deswegen gemacht, um uns in unserer freien Zeit das jeweilige Land anzusehen. Und das haben wir auch ausgiebig getan, wir waren in Estland, Lettland, Litauen, Ungarn, der Slowakei und auch Rum\u00e4nien.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Hinter-Net!<\/strong>: In Euren Texten habt Ihr Euch ja nie explizit auf Politik bezogen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>B.S.<\/strong>: Absolut richtig. Wir waren niemals &#8222;issue-oriented&#8220; im politischen Bereich. Wir hatten und haben politische Ansichten und manche Songs geben diese Einstellungen auch wider, aber sie handeln nie von einem politischen Thema oder Schlagwort. Diese Songs reflektieren unsere Situation, unseren Weg durchs Leben, die Suche nach Antworten. Es geht mehr um: hey, wir sitzen alle im selben Boot, wir sind alle ein Teil der `subtle plague\u00b4\u00a0<em>(vielleicht: ein Teil des schleichenden Zerfalls !?),\u00a0<\/em>wir leben in der Welt des westlichen Kapitalismus; es geht darum, was gut oder schlecht ist.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image is-style-default\">\n<figure class=\"alignright size-full is-resized\"><a href=\"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/asubtle-plague-hung-to-dry.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/asubtle-plague-hung-to-dry.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-36894\" width=\"178\" height=\"178\" srcset=\"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/asubtle-plague-hung-to-dry.jpg 355w, https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/asubtle-plague-hung-to-dry-145x145.jpg 145w, https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/asubtle-plague-hung-to-dry-60x60.jpg 60w, https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/asubtle-plague-hung-to-dry-120x120.jpg 120w\" sizes=\"auto, (max-width: 178px) 100vw, 178px\" \/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p><strong>Hinter-Net!<\/strong>: La\u00df uns mal \u00fcber Euer aktuelles Album &#8222;Hung to dry&#8220; sprechen. Ich hoffe, ich trete jetzt nicht in ein Fettn\u00e4pfchen, aber speziell wenn ich mir den Gesang von Pat und Analucia anh\u00f6re, fallen mir immer wieder \u00c4hnlichkeiten mit den fr\u00fchen Platten der Band &#8222;X&#8220; auf.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>B.S.<\/strong>: Das h\u00f6ren wir des \u00f6fteren, ich meine: f\u00fcr uns ist das ein gro\u00dfes Kompliment.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Hinter-Net!<\/strong>: So ist es auch gemeint. Wie hat sich deiner Meinung nach Euer Stil im Laufe der Jahre ver\u00e4ndert ?<\/p>\n\n\n\n<p><strong>B.S.<\/strong>: Als wir angefangen haben, konnten wir eigentlich unsere Instrumente noch gar nicht spielen. Wir hatten als Musiker keine gro\u00dfe Erfahrung, aber wie so oft in den Achtzigern kamen einfach ein paar Leute zusammen, gr\u00fcndeten eine Band und hatten eine Woche sp\u00e4ter ihren ersten Auftritt. So war das auch bei uns. Das ist eins der guten Ph\u00e4nomene aus den Achtzigern.<\/p>\n\n\n\n<p>Eigentlich war jede unserer Platten total anders. Bei unserer aktuellen CD hatten wir eine neue, ver\u00e4nderte Herangehensweise an die Songs, wir haben Material benutzt, das wir zuvor auf den Tourneen geschrieben haben, mit akustischer Gitarre in Hotelzimmern, wie das eben so abl\u00e4uft auf einer Tour. Ich denke, dieses Album ist eher songorientiert, w\u00e4hrend fr\u00fchere Platten eine Menge Material verschiedenster Art einfach unverbunden nebeneinander pr\u00e4sentiert haben.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Hinter-Net!<\/strong>: Und Ihr habt einen neuen Schlagzeuger, Tod Preuss, der wirklich klasse ist. Er spielt sehr kraftvoll, sehr aggressiv.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>B.S.<\/strong>: Absolut richtig, und sein Stil pa\u00dft zu dem neuen Songmaterial. Sein Spiel gibt dem ganzen einen enormen Kick, und das mag ich sehr. Da\u00df die neue Platte so energiegeladen und aggressiv klingt, ist nat\u00fcrlich auch unserem Produzenten David Weber zu verdanken. Wir hatten das in der Deutlichkeit gar nicht erwartet, ich meine, beim Schreiben der Songs war uns nicht klar, da\u00df das Album darauf hinauslaufen wird. Wir waren selbst ein wenig \u00fcberrascht, aber wir finden es toll.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Hinter-Net!<\/strong>: Was ich besonders mag, ist die Tatsache, da\u00df Ihr ein Album gemacht habt, das, sagen wir mal, Punkrock in einem weit gefa\u00dften Sinn ist und dennoch nicht retro klingt. Es hat nichts von dieser Green-Day-Nostalgie, die ja irgendwie peinlich ist.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>B.S.<\/strong>: Wir wollten nie so klingen wie, naja, die &#8222;gro\u00dfen Vorbilder&#8220;; wir wollten nicht so sein wie Soundgarden, Nirvana oder fr\u00fcher: wie Black Flag. Alle in unserer Band haben ihren spezifischen Background, das hat auch mit der Herkunft zu tun, Europa, Afrika. Deshalb ist in unserer Musik auch immer etwas enthalten, was ganz speziell f\u00fcr A Subtle Plague ist. Ich glaube nicht, da\u00df wir z.B. in der Lage w\u00e4ren, einen typischen &#8222;straight-forward-Green-Day-Song&#8220; zu schreiben, es w\u00e4re immer etwas f\u00fcr uns Spezifisches mitenthalten.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Hinter-Net!<\/strong>: Auf der anderen Seiten mu\u00df ich sagen, da\u00df &#8222;Hung to dry&#8220; auch sehr amerikanisch klingt.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>B.S.<\/strong>: Ja, stimmt. Das hat sich im Laufe der Zeit entwickelt, schlie\u00dflich haben wir die meisten Jahre unseres Lebens in Amerika verbracht. Wenn du dir unsere erste Platte anh\u00f6rst, dann klingt das nach `Die Simmersbach-Br\u00fcder sind gerade in den USA angekommen\u00b4, eine Art Europa-Amerika-Fusions-Musik. Das hat sich ver\u00e4ndert, nicht zuletzt deswegen, weil wir auch immer Fans von US-amerikanischem Underground waren, dieser Stil hat uns nat\u00fcrlich enorm beeinflu\u00dft.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Hinter-Net!<\/strong>: Ein Song interessiert mich besonders, gerade auch wegen des Textes: &#8222;It&#8217;s the government&#8220;. F\u00e4ngt an wie ein politischer Song und wird dann doch zu einem sehr pers\u00f6nlich gef\u00e4rbten St\u00fcck, sp\u00e4testens dann, wenn Analucias Gesang einsetzt. Kannst Du mir dazu etwas mehr erz\u00e4hlen ?<\/p>\n\n\n\n<p><strong>B.S.<\/strong>: Das kann Pat Ryan am besten, der hat diesen Text n\u00e4mlich geschrieben und sitzt gerade neben mir. Ich geb den H\u00f6rer mal weiter.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Pat Ryan<\/strong>: Ich denke, es ist eigentlich ein Liebeslied, aber eines, das eingebettet ist in einen Kontext, der von Skepsis gegen\u00fcber der politischen Situation gepr\u00e4gt ist, von Verschw\u00f6rungstheorien bzw. von der Angst vor solchen Zust\u00e4nden. Ich hoffe, da\u00df auch die ironische, die humorvolle Komponente dieses St\u00fcckes irgenwie r\u00fcberkommt. Du denkst, hoppla, da geht&#8217;s um Verschw\u00f6rung, um finstere Zust\u00e4nde, die irgend etwas mit der Regierung zu tun haben, aber im Grunde geht&#8217;s nur um eine Frau.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Hinter-Net!<\/strong>: Deine und Analucias Stimme passen wunderbar zueinander, Ihr harmoniert sehr gut.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Pat Ryan<\/strong>: Daran haben wir auch hart gearbeitet. Zum ersten Mal in unserer Bandkarriere haben wir intensiven Gesangsunterricht genommen, das hat eine Menge gebracht.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Hinter-Net!<\/strong>: Ihr habt auf der neuen CD &#8222;Hung to dry&#8220; vier Coverversionen, alle sind rein akustisch arrangiert. Werdet Ihr die auch live auf Eurer Deutschlandtour im Herbst spielen ?<\/p>\n\n\n\n<p><strong>B.S.<\/strong>: Wir m\u00f6chten etwas davon spielen, aber so ganz klar ist das noch nicht. Den Song von Daniel Johnson, &#8222;Devil Town&#8220;, haben wir bisher immer als Notnagel benutzt, wenn auf der B\u00fchne eine Gitarrensaite gerissen ist oder so was \u00e4hnliches. Pat und Analucia haben dann eine A-Capella-Version gesungen, was auch wirklich n\u00f6tig war, denn bislang waren wir immer ohne Roadies unterwegs und so mu\u00dften wir unsere Saiten eben selbst aufziehen. Als das neue Album dann im Kasten war, kamen wir auf die Idee, &#8222;Devil Town&#8220; mit akustischer Gitarre aufzunehmen. Ein Take und fertig war der Song.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Hinter-Net!<\/strong>: Habt Ihr das St\u00fcck immer noch auf der Liste, falls auf der B\u00fchne was schiefgeht?<\/p>\n\n\n\n<p><strong>B.S.<\/strong>: Ja klar,&nbsp;<em>(lacht)<\/em>, im Ungl\u00fccksfall: Devil Town. Vielleicht sollten wir den Song &#8222;Devil Stage&#8220; nennen.&nbsp;<em>(F\u00e4ngt an zu singen):<\/em>&nbsp;&#8222;I was playing on the devil stage, broke my strings and then went stray&#8220;.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Hinter-Net!<\/strong>: Ihr habt auch ein St\u00fcck von Slovenly gecovert, &#8222;Emma&#8220;.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>B.S.<\/strong>: Eine phantastische Band. Wir sind eng befreundet und haben schon &#8217;ne Menge Konzerte mit ihnen zusammen gespielt. Als wir nach San Francisco gezogen sind, war die Tatsache, da\u00df Slovenly da lebten und arbeiteten, mit ein Grund f\u00fcr unsere Entscheidung. In San Francisco angekommen, mu\u00dften wir feststellen, da\u00df sie sich kurz zuvor aufgel\u00f6st hatten. Wir traten dann bei einem Reunion-Konzert mit ihnen auf. Es sollte eigentlich eine einmalige Sache bleiben, aber dann kam die zweite, dann die dritte und irgendwann die vierte Reunion-Show, und so beschlossen sie weiterzumachen und haben auch wieder ein Album aufgenommen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Frisco so far Mike Lehecka im Gespr\u00f6ch mit Benjii Simmersbach\u00a0und\u00a0Pat Ryan Hinter-Net!: La\u00df uns doch am Anfang ein bi\u00dfchen \u00fcber Eure Familie und die Urspr\u00fcnge der Band reden. Laut Info habt Ihr Euch am Bard College im Staat New York getroffen. Ist das richtig? Benjii Simmersbach: Ja, das war &#8217;86 oder &#8217;87. 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