{"id":36951,"date":"1999-09-29T11:11:00","date_gmt":"1999-09-29T09:11:00","guid":{"rendered":"http:\/\/hinternet.de\/blog\/?p=36951"},"modified":"2022-08-27T03:46:58","modified_gmt":"2022-08-27T01:46:58","slug":"interview-tindersticks","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/1999\/09\/interview-tindersticks\/","title":{"rendered":"Interview: Tindersticks"},"content":{"rendered":"\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Ein Neuanfang?<\/h2>\n\n\n\n<p><strong>Ich m\u00f6chte nicht lange um den hei\u00dfen Brei reden&#8230; Nicht jeder Kritiker scheint es zu m\u00f6gen, das&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.hinternet.de\/musik\/cd-t\/tindersticks.php\">neue Album<\/a>&nbsp;der britischen Band Tindersticks. Stagnation und Einf\u00e4ltigkeit wird ihr vorgeworfen. Vorw\u00fcrfe, die ich \u00fcberhaupt nicht teilen kann. Ich scheine einer der wenigen zu sein, der der Band weiterhin die Stange h\u00e4lt und die Melancholie und D\u00fcsternis ihrer Songs genie\u00dft. Doch, wie in meiner Rezension schon erw\u00e4hnt, hat &#8222;Simple Pleasure&#8220; auch einige fr\u00f6hlichen Seiten zu bieten. Dickon Hinchcliffe, der seine Stimme, die zarten Kl\u00e4nge einer elektrischen Violine und eines Keyboards zum Gesamtsound beitr\u00e4gt, stand uns f\u00fcr ein ausgiebiges Gespr\u00e4ch zur Verf\u00fcgung.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Was ist die Verbindung zwischen dem recht bizarren Cover und dem Titel eures neuen Albums &#8222;Simple Pleasure&#8220;?<\/p>\n\n\n\n<p>&#8222;Gegenfrage: Was ist denn bizarr daran?&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>Meist wird eine nackte Frau anziehend und begehrenswert dargestellt. Doch ihr habt eine andere Form der Darstellung gew\u00e4hlt. Die Figur der Frau entspricht nicht dem g\u00e4ngigen Sch\u00f6nheitsideal &#8211; das Modell ist schwanger. Die Farbe der Haut ist bla\u00df und gr\u00fcnlich. Das Portrait sieht dadurch medizinisch und k\u00fcnstlich aus.<\/p>\n\n\n\n<p>&#8222;Die Kraft, die dieses Bild ausstrahlt ist eine andere als die der Bilder in den Hochglanz-Magazinen, die st\u00e4ndig wundersch\u00f6ne Frauen zur Schau tragen. Stuart&nbsp;(Staples, der S\u00e4nger &#8211;&nbsp;<em>der Verf<\/em>.), der das Cover ausgew\u00e4hlt hat, hat sich mit Absicht f\u00fcr dieses Bild entschieden. Es sollte eben nicht kosmetisch sein. Mich st\u00f6rt, dass die Leute beim Anblick der Bilder von nackten Frauen immer dieselben Reaktionen zeigen. Dabei kann man auch ein solches Bild, wie es auf &#8218;Simple Pleasure&#8216; zu sehen ist, von verschiedenen Gesichtspunkten aus betrachten und etwas Sch\u00f6nes darin entdecken.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>Die Fotos in den von dir angesprochenen Magazinen sind mittels Computer verfremdet. Die Augen der Frauen haben ein Blau, wie es h\u00f6chstens noch das Wasser der Karibik hat. Oft wirken die Bilder dadurch unnat\u00fcrlich.<\/p>\n\n\n\n<p>&#8222;Was Albumtitel und Musik betrifft, so werden beide von Einfachheit beherrscht. Ihnen wohnt eine nat\u00fcrliche Sch\u00f6nheit inne, die durch nichts aufgep\u00e4ppelt wurde&#8220;, erg\u00e4nzt Dickon meinen Gedanken.<\/p>\n\n\n\n<p>Auf der Promo-CD sind die Tage, an denen ihr die einzelnen Songs aufgenommen habt, und alle Takes, die es brauchte, um die Songs einzuspielen, angegeben. Warum diese Akribie?<\/p>\n\n\n\n<p>&#8222;Eigentlich nur, um das Gef\u00fchl eines live eingespielten Albums zu vermitteln. Wir waren zusammen im Aufnahmeraum und haben zur gleichen Zeit die Songs eingespielt. Auch die Vocals wurden zum Teil live eingesungen. Wir haben absichtlich einen anderen Ansatz gew\u00e4hlt als bei anderen modernen Produktionen. \u00dcblicherweise werden viele Computer eingesetzt. Die Aufnahmen beginnen mit den Rhythmusinstrumenten und erst am Schlu\u00df kommen die Vocals hinzu. Wir hingegen haben es uns zur Aufgabe gemacht, m\u00f6glichst viel live zu machen, so dass sich die Musik m\u00f6glichst real bleibt.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>Glaubst du, der Konsument h\u00f6rt den Unterschied?<\/p>\n\n\n\n<p>&#8222;Der Unterschied ist gravierend. Es kommt nat\u00fcrlich auf den H\u00f6rer und dessen H\u00f6rgewohnheiten an. Manche stehen sicherlich auf von Computern strukturierte Musik. Ich kann sofort erkennen, ob ein Album mit Schlagzeuger, Bassist und Gitarrist live aufgenommen wurde. Die Chemie zwischen den Musikern ist eine andere, wodurch das Endergebnis nicht so klinisch klingt. Die Musikindustrie steht anscheinend auf einen solchen Sound. Es scheint einfacher zu sein, klinische Alben zu vermarkten.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>Ganze 25 Takes habt es gedauert, bis der Song &#8222;Before You Close Your Eyes&#8220; endlich stand. Kein leichter Job, oder?<\/p>\n\n\n\n<p>&#8222;Nein, es war ziemlich anstrengend. Wir brauchten alleine drei Tage, um all unser Equipment aufzubauen. Die meisten Takes nahmen wir w\u00e4hrend der Eingew\u00f6hnungsphase auf. Wir sa\u00dfen oder standen entspannt im Studio herum und \u00fcbten die Songs. Ein Studio ist bekanntlich ein lebloser Ort; wir m\u00fcssen es erst zum Leben erwecken. Daher nahmen wir uns Zeit, es uns gem\u00fctlich zu machen und uns heimisch zu f\u00fchlen. So l\u00e4\u00dft sich die Tatsache erkl\u00e4ren, dass manchmal mehrere Takes n\u00f6tig waren, bis ein St\u00fcck zu unserer vollen Zufriedenheit war.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>Habt ihr das Studio zus\u00e4tzlich umgestaltet und zum Beispiel Kerzen aufgestellt?<\/p>\n\n\n\n<p>&#8222;Fast alle Sessions gingen nachts \u00fcber die B\u00fchne, was f\u00fcr ein ganz besonderes Ambiente sorgte. Ansonsten haben wir uns nicht zu seltsamen Ritualen hinrei\u00dfen lassen.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>Im vergangenen Jahr erschien mit &#8222;Donkeys 92-97&#8220; die erste Compilation von Tindersticks. Was waren die Beweggr\u00fcnde? All die unz\u00e4hligen EPs, Singles und Maxis, die ihr anfangs auf den Markt gebracht habt? Viele derer sind heute nicht mehr zu ergattern.<\/p>\n\n\n\n<p>&#8222;Einerseits wollten wir unseren Fans die Songs anbieten, die auf irgendwelchen Limited Editions versteckt sind oder gar nicht mehr zu bekommen sind. Andererseits wollten wir ein Kapitel unserer Karriere abschlie\u00dfen. Nach den ersten drei Alben wollten wir eine T\u00fcr hinter uns zumachen, kurz zur\u00fcckblicken und dann fortfahren.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>Warum habt ihr ein Kapitel abschlie\u00dfen m\u00fcssen? Wie ist das zu verstehen? Immerhin hat sich eure Musik nicht sehr gewandelt.<\/p>\n\n\n\n<p>&#8222;Nat\u00fcrlich ist es noch dieselbe Band. Aber nach &#8218;Curtains&#8216;&nbsp;(dem letzen Studioalbum &#8211;&nbsp;<em>der Verf.<\/em>)&nbsp;war uns nach einer Ver\u00e4nderung. Unser Arbeitsproze\u00df mu\u00dfte sich wandeln, um die Beziehung zwischen uns als Individuen weiterhin interessant zu halten. Jede Beziehung braucht mal eine Art Frischzellenkur. Wir haben uns zwar nie wiederholt, aber dennoch mu\u00dften wir Grenzen brechen und etwas Neues machen.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>Mit der alten Tradition, fast jeden Monat eine Maxi oder eine Single zu ver\u00f6ffentlichen, habt ihr mittlerweile ebenfalls gebrochen. Ihr konzentriert euch ausschlie\u00dflich auf die Alben. Liegt das an der Politik der Plattenfirmen und vielleicht an den knappen Kassen, oder habt ihr nicht gen\u00fcgend Zeit?<\/p>\n\n\n\n<p>&#8222;Am Anfang hatten wir unglaublich viele St\u00fccke in petto, die zum Teil einige Jahre auf dem Buckel hatten. Die wollten wir nicht vergammeln lassen und ver\u00f6ffentlichten sie nach und nach. 30 Songs waren das seinerzeit. Die Reserven waren alsbald ersch\u00f6pft, so dass wir nunmehr f\u00fcr jede Ver\u00f6ffentlichung neue St\u00fccke schreiben m\u00fcssen. Es f\u00e4llt uns schwer, den alten Turnus beizubehalten, um nicht zu sagen, dass es eigentlich unm\u00f6glich geworden ist, so viele Songs zu schreiben. Schlie\u00dflich hast du den Anspruch, immer besser zu werden. Du feilst l\u00e4nger an einzelnen Kompositionen. Es ist eigentlich eine Schande, dass es so weit gekommen ist, denn Singles zu ver\u00f6ffentlichen macht Spa\u00df. Ich verspreche daher baldige Besserung. Die kommenden Singles werden n\u00e4mlich wieder unver\u00f6ffentlichtes Material enthalten.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>Mit einem solch immensen Repertoire in der Hinterhand, f\u00e4llt es euch da nicht schwer, ein Programm zusammenzustellen?<\/p>\n\n\n\n<p>&#8222;Im Moment stellt sich die Set List von selbst zusammen, da die neuen St\u00fccke Vorrang haben und nur einige wenige Klassiker hinzukommen. Ein Song wie &#8222;Tiny Tears&#8220; geh\u00f6rt zum festen Bestandteil der Show, da ihn die Leute erwarten.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>Wenn du die Aufgabe h\u00e4ttest, mit Hilfe von Adjektiven die Atmosph\u00e4re eurer Musik zu beschreiben, wie w\u00fcrde sich das anh\u00f6ren?<\/p>\n\n\n\n<p>&#8222;Das ist dein Job.&nbsp;(Er lacht.)&nbsp;Jeder hat da seine eigenen Ansichten. Der eine findet die Musik depressiv, der andere aufbauend. Ich glaube nicht, dass einen Konsens gibt.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>&#8222;Can We Start Again?&#8220; und &#8222;From The Inside&#8220; sind f\u00fcr eure Verh\u00e4ltnisse \u00fcberraschend fr\u00f6hliche St\u00fccke. Stimmst du mir zu?<\/p>\n\n\n\n<p>&#8222;\u00dcberraschend finde ich h\u00f6chstens das Wesen der beiden St\u00fccke. Kategorisieren k\u00f6nnte ich die Songs dennoch nicht. Ich stimme zu, dass &#8218;Can We Start Again?&#8216; ein bi\u00dfchen fr\u00f6hlich klingt, da es hier &#8211; wie der Titel schon sagt &#8211; um einen Neuanfang, also etwas Positives geht.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>Die restlichen St\u00fccke sind wie gewohnt stimmungsvoll, d\u00fcster und melancholisch. Liegt das vielleicht nur an Stuarts ungew\u00f6hnlich weinerlicher Stimme? Immerhin best\u00e4tigen viele meine Ansicht, dass Tindersticks traurige und melancholische Musik machen. Das kommt doch nicht von ungef\u00e4hr.<\/p>\n\n\n\n<p>&#8222;Auf die fr\u00fcheren Werke trifft das definitiv zu. Aber auf &#8218;Simple Pleasure&#8216; ist schon einiges anders. Ein St\u00fcck wie &#8218;Pretty Words&#8216; liegt noch in der Tradition, aber &#8218;I Know That Loving&#8216;, &#8218;Can We Start Again?&#8216; und &#8218;Before You Close Your Eyes&#8216; sind von ganz anderem Kaliber.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>Normalerweise macht ein K\u00fcnstler zu seiner eigenen Zufriedenheit Musik. Er mu\u00df letztendlich mit dem Ergebnis gl\u00fccklich sein. Was die Fans davon halten ist eher sekund\u00e4r. Jetzt hattet ihr anno 1996 den Auftrag erhalten, den Soundtrack f\u00fcr den Film &#8222;N\u00e9nette et Boni&#8220; von Claire Denis zu schreiben. Ein solches Projekt mu\u00df ein K\u00fcnstler bestimmt mit anderen Ma\u00dfst\u00e4ben und Zielsetzungen anpacken.<\/p>\n\n\n\n<p>&#8222;Es war verdammt schwer, diesen Soundtrack zu machen. Dadurch dass wir selbst so begeistert und interessiert waren, wurde die Sache noch schwerer. Wir waren uns der Tatsache bewu\u00dft, dass Musik das visuelle Image eines Filmes beeinflu\u00dft. F\u00fcr uns war das etwas Neues. Schlie\u00dflich hatten wir die Aufgabe, dem Film einen anderen Anstrich zu verpassen, ihm neue Gesichtsz\u00fcge zu geben &#8211; allerdings ohne dabei die Idee, die hinter dem Film stand, zu verfremden. Dieser Balanceakt verursachte uns heftiges Kopfzerbrechen.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>Ist es eigentlich ein schwerer Proze\u00df, einen TINDERSTICKS-Song zu Ende zu bringen? Ich denke dabei an die Vielzahl der Musiker, die involviert sind.<\/p>\n\n\n\n<p>&#8222;Definitiv. Nur ist die Grundidee eines St\u00fcckes simpel und direkt. Sie entsteht oft spontan und ungewollt. Erst wenn daraus ein Song werden soll, wird es schwer, alle Meinungen unter einen Hut zu bekommen.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>Das ist aber stets eine demokratische Entscheidung?(Er stockt.)&nbsp;&#8222;Nun, wir sitzen nicht im Kreis und reden \u00fcber die Songs. Nie. Die Entwicklung von einer Idee hin zum fertigen Song vollzieht sich in der Praxis, im Ausdr\u00fccken von Gef\u00fchlen in und mit der Musik. Obwohl jeder seine Gef\u00fchle einbringen kann, w\u00fcrde ich nicht von einer Demokratie, sondern von Spontanit\u00e4t, Zufall oder etwas Strukturlosem sprechen.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>Du hast vorhin gesagt, dieses Album sei simpler als seine Vorg\u00e4nger. Was genau hast du damit gemeint?<\/p>\n\n\n\n<p>&#8222;Simpel insofern, dass die Songs live eingespielt wurden. Zeitgleich legten wir Wert darauf, da Prozedere auf ein Minimum zu reduzieren. Diesmal hat uns kein gro\u00dfes Orchester geholfen. Es waren lediglich ein oder zwei Musiker. Das hat sich in meinen Augen ausgezahlt. Was die Musik anbelangt, sieht die Sache folgenderma\u00dfen aus: Meist werden unglaublich komplexe Ideen auf eine sehr einfache Art und Weise in die Tat umgesetzt. Fr\u00fcher agierten wir detaillierter und ausgefeilter, heute eher minimalistisch. Was jedoch nicht hei\u00dft, dass auch die durch die Musik transportierten Gef\u00fchle simpel und einfach strukturiert sind. Im Gegenteil. Alles in allem ist &#8218;Simple Pleasure&#8216; im Vergleich zu fr\u00fcheren Werken weniger stilisiert.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>Hammond Orgel, Violine, Blechbl\u00e4ser und Keyboards sind meiner Ansicht nach sehr wichtig, um die spezielle Atmosph\u00e4re eines Tindersticks-Songs aufzubauen. W\u00fcrdest du die genannten Instrumente weglassen, w\u00fcrde viel verlorengehen.<\/p>\n\n\n\n<p>&#8222;Das sind genau die Elemente unserer Musik, die den Leuten zuerst auffallen. Sie sind f\u00fcr die Melodief\u00fchrung verantwortlich. Aber ohne unseren Drummer oder unseren Bassisten h\u00e4tten wir das Album nie zustande gebracht. Keiner spielt so wie sie. Sie sind ebenso wichtig f\u00fcr den Sound wie der Orgelspieler und all die anderen. Nur ist ihr stilpr\u00e4gender Beitrag weniger offensichtlich.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>Die Streicher- und Bl\u00e4ser-Arrangements werden seit jeher von dir geschrieben. Jetzt war aber in eurem Bandinfo zu lesen, dass du bis vor drei Jahren noch keine Note lesen konntest. Stimmt das?<\/p>\n\n\n\n<p>(Er lacht.)&nbsp;&#8222;Nein, dieses Ger\u00fccht hat Stuart in die Welt gesetzt. Er hat einen Hang zur \u00dcbertreibung. Ich konnte bereits als Kind Noten lesen, interessierte mich aber irgendwann nicht mehr f\u00fcr klassische Musik. Doch als diese Einzug in die Klangwelt der Tindersticks fand, habe mich um die Arrangements der Streicher und Bl\u00e4ser gek\u00fcmmert. Was allerdings stimmt ist, dass mir fr\u00fcher jemand zur Seite stand, der die Noten zu Papier zu brachte.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>Stuart hat auch gesagt: &#8222;Je l\u00e4nger wir zusammen spielen, desto gr\u00f6\u00dfer wird unser Potential.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>&#8222;Das ist richtig und spricht f\u00fcr sich selbst. Die Kraft, die unsere Band entwickelt hat, kommt von der Kombination der einzelnen Charaktere. Jeder tr\u00e4gt seinen Teil zum Ganzen bei. Es dauerte seinerzeit lange, bis wir verstanden hatten, wie das System Tindersticks am besten funktioniert. Wir sind im Grunde immer auf der Suche nach einer neuen Herausforderung. Sobald ein Projekt abgeschlossen ist, gehen wir das n\u00e4chste an.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>Mir kommt es so vor, als seist du sehr zufrieden, in dieser Band zu spielen.<\/p>\n\n\n\n<p>&#8222;Durchaus. Das hat viel mit der Arbeit an &#8218;Simple Pleasure&#8216; zu tun. Es macht Spa\u00df, die Songs zu spielen. Bis dato waren wir noch nicht auf Tour. Vielleicht sollten wir danach wieder reden. Ich w\u00fcrde dir dann wohl eine andere Antwort geben. (Er lacht.) Spa\u00df beiseite: Ich f\u00fchle mich derzeit pudelwohl. Das Album ist noch nicht auf dem Markt und wir machen uns nicht viel Sorgen um unsere Zukunft. Es kommt mir fast so vor, als sei ich in den Flitterwochen.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>Habe ich das richtig verstanden, ihr spielt nicht gerne live?<\/p>\n\n\n\n<p>&#8222;Oh, nein. Wir geben gerne Konzerte, m\u00f6gen es nur nicht, lange auf Tour zu sein. Dann wird die Musik meist zum unwichtigsten Element degradiert. Du befindest dich in einem nervt\u00f6tenden Kreislauf und stellst dir irgendwann die Frage, warum du das \u00fcberhaupt \u00fcber dich ergehen l\u00e4\u00dft. Dann hat man es schnell satt.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>Zum Schlu\u00df zwei v\u00f6llig banale Fragen: Was verbirgt sich hinter &#8218;CF GF&#8216;?<\/p>\n\n\n\n<p>&#8222;Ganz einfach, das sind die Akkorde des Songs. Ein anderer Titel fiel uns nicht ein.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>Doh! Letzte Frage: Wie denkt man sich eigentlich einen Titel f\u00fcr ein Instrumental aus? Es gibt ja keine Textzeilen, auf die man sich berufen kann.<\/p>\n\n\n\n<p>&#8222;Das ist wirklich schwer. Stuart denkt sich meist die Titel aus, was aber meist erst in der allerletzten Minute passiert. So war es auch mit dem Titel des Albums. Pl\u00f6tzlich hast du diese Idee und dann soll es eben so sein.&#8220;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein Neuanfang? Ich m\u00f6chte nicht lange um den hei\u00dfen Brei reden&#8230; Nicht jeder Kritiker scheint es zu m\u00f6gen, das&nbsp;neue Album&nbsp;der britischen Band Tindersticks. Stagnation und Einf\u00e4ltigkeit wird ihr vorgeworfen. Vorw\u00fcrfe, die ich \u00fcberhaupt nicht teilen kann. 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