{"id":36997,"date":"1999-11-19T11:11:00","date_gmt":"1999-11-19T10:11:00","guid":{"rendered":"http:\/\/hinternet.de\/blog\/?p=36997"},"modified":"2022-08-29T00:13:04","modified_gmt":"2022-08-28T22:13:04","slug":"phat-world-3","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/1999\/11\/phat-world-3\/","title":{"rendered":"Phat World (3)"},"content":{"rendered":"\n<p>Diesmal mit einiger Versp\u00e4tung, denn es bedurfte Zeit, sich in Glasgow einzuleben, den Pubs abzuschw\u00f6ren und zum Tagesgesch\u00e4ft zur\u00fcckzukehren. Daf\u00fcr habe ich folgende \u00dcberraschungen anzubieten: Die Firma, DJ Thomilla, Dynamite Deluxe, Ferris MC, KC Da Rookee, Wortgewandt (Sampler), Arsonists, Control Machete, Handsome Boy Modeling School, Ice T, Method Man &amp; Redman, Ol&#8216; Dirty Bastard, Rasco, Terror Squad, Chant Down Babylon (Sampler) und Contents Under Pressure (Sampler). Wer die Rezension von Screwballs &#8222;Y2K&#8220; vermisst, dem sei gesagt, dass die Ver\u00f6ffentlichung des Albums auf Anfang n\u00e4chsten Jahres verschoben wurde. Jetzt aber ran an den Berg Silberlinge\u2026<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Mit grossem Budget wird derzeit das zweite Album der K\u00f6lner Crew&nbsp;<strong>Die Firma<\/strong>&nbsp;in den Medien angepriesen.&nbsp;<em>&#8222;Das 2. Kapitel&#8220;<\/em>&nbsp;(La Cosa Mia\/V2\/Zomba) soll richtig knallen. Es soll &#8211; tut es aber nicht. Die Raps und Beats sind von der alten Sorte; die Kompositionen sind schlicht, fast schon fade. Sie wirken m\u00fcde und kalt. Da f\u00e4llt es schwer, Feuer und Flamme zu sein. Wenn die Musik schon nicht spektakul\u00e4r ist, erwarte ich das wenigstens von den Texten. Die sollten die musikalischen Mankos allemal wettmachen. Leider bleibt das in diesem Fall ebenfalls aus. Zwar k\u00f6nnen die Jungs besser singen als rappen, sind jedoch auf dem Stand von vor ein paar Jahren stehengeblieben und zumindest f\u00fcr mich nicht relevant respektive interessant. Schade, dabei hatte mich gerade das Marketings neugierig gemacht.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Produzent im Bereich des HipHop hat eine fast ebenso gro\u00dfen Stellenwert wie der MC, der die Musik mit seiner Stimme w\u00fcrzt.&nbsp;<strong>DJ Thomilla<\/strong>&nbsp;ist einer von ihnen, von den Produzenten. Damit auch seine F\u00e4higkeiten einmal erw\u00e4hnt und zusammengefasst beurteilt werden k\u00f6nnen, kam ihm die Idee&nbsp;<em>&#8222;Genuine Draft&#8220;<\/em>&nbsp;(Benztown\/edel\/Connected) zu machen. Er hat schon bei vielen wichtigen deutschen HipHop-Produktionen im Hintergrund die F\u00e4den gezogen (u.a. Hausmarke, Afrob, Fischmob, Massive T\u00f6ne), jetzt darf er selbst die W\u00e4rme des Scheinwerferlichts sp\u00fcren und geniessen. Jeder, der sich mit&nbsp;<em>&#8222;Genuine Draft&#8220;<\/em>&nbsp;befasst, wird ihm dies g\u00f6nnen. Ohne ihn w\u00e4re die Szene um einen wichtigen Ideengeber \u00e4rmer. Momentan gibt es keinen, der seine L\u00fccke f\u00fcllen k\u00f6nnte. Warum? Sein &#8222;soulig warmer R\u2019n\u2019B\/HipHop-Sound&#8220;, wie er selbst seinen Stil nicht besser h\u00e4tte beschreiben k\u00f6nnen, ist effektvoll, derzeit ohne Konkurrenz und immer mit einem Ohrwurm zur Stelle. Egal ob Wasi, der sich just von den Massiven T\u00f6nen getrennt hat, Dendemann (Eins, Zwo), Max (Freundeskreis), Afrob, Hausmarke, Fanta 4, Fischmob, MC Rene, DaNaCeE oder Gentleman \u00fcber Thomillas Songs rappen, Musik, Produktion und Stimme bilden immer eine nat\u00fcrliche Einheit. Was will man mehr&#8230; Eine letzte Anmerkung: Es gibt das Album limitiert als Doppel-CD mit einigen Bonus Tracks.<\/p>\n\n\n\n<p>Hamburg schl\u00e4ft nicht und will weiterhin beim Zubereiten k\u00f6stlicher HipHop-Tunes an vorderster Front mitk\u00f6cheln.&nbsp;<em>&#8222;The Classic Vinyl Files&#8220;<\/em>&nbsp;(Eimsbush Entertainment\/Groove Attack) ist die erste CD-Ver\u00f6ffentlichung aus dem Hause `Eimsbush Entertainment\u00b4, dem Label von Eissfeldt (Abolute Beginner), das bislang als Underground-Freestyle-Tape-Label bekannt war, und ist das Deb\u00fct der Hamburger Insider-Gr\u00f6ssen MC Samy Deluxe und DJ Dynamite alias&nbsp;<strong>Dynamite Deluxe<\/strong>. Beide gaben in der Vergangenheit zahlreiche Gastspiele auf Alben bekannter deutscher HipHop-Crews (u.a. Freundeskreis, Beginner, 5 Sterne Deluxe, Eins, Zwo) oder traten als Remixer f\u00fcr Massive T\u00f6ne, Beginner und 5 Sterne in Erscheinung. Es war demnach an der Zeit, einen eigenen Output vom Stapel zu lassen. Die H\u00f6hepunkte der l\u00e4ssigen 5 Track-CD, die die phatten Beats mit einer ungeheuren Lockerheit aus dem \u00c4rmel z\u00fcckt, sind &#8222;Pures Gift&#8220; und &#8222;Style Liga Session&#8220; (mit Gastrapper Denyo von den Beginnern). Auch der Rest rockt das Haus.<\/p>\n\n\n\n<p>In den Staaten ist Ol\u2018 Dirty Bastard der b\u00f6se Bube unter den Rappern. Da wird mir niemand widersprechen k\u00f6nnen. In Deutschland ist es meiner Meinung nach nur bedingt der Stuttgarter MC Afrob, eher jedoch&nbsp;<strong>Ferris MC<\/strong>. Nicht, dass er jeden Monat ein neues Gerichtsverfahren am Hals hat oder mal wieder wegen Waffen- oder Drogenbesitzes verhaftet wurde. Nein, Ferris MC ist der b\u00f6se, w\u00fctende, gemeine MC unter all den vielen, hoch talentierten deutschen Rappern. Seine rauhe Stimme klingt so, als w\u00fcrde er vor dem Fr\u00fchst\u00fcck eine halbe Schachtel Zigaretten inhalieren. Abgesehen von seiner unverkennbaren Stimme ist Ferris MC, der auf seiner Deb\u00fct-EP&nbsp;<em>&#8222;Asimetrie&#8220;<\/em>&nbsp;(Yo Mama\/Zomba) von DJ Stylewarz mit Cuts und Beats versorgt wird, das Reimemonster. Dieser Begriff fasst seine F\u00e4higkeiten und all die Attribute, die man mit ihm als K\u00fcnstler in Verbindung bringen kann, am besten zusammen. Dort wo andere Mittelklasse-MCs mit vorget\u00e4uschter harter Jugend zu prahlen wissen, nimmt man Ferris MC all seine in den Texten artikulierten Harte-Kindheit-gefolgt-von-Drogeneskapaden-Erfahrungen ohne wenn und aber ab \u2013 egal ob von ihm erlebt oder erfunden. Das wiederum beweist, dass Ferris ernst genommen werden muss und bei weitem kein k\u00fcnstliches Produkt einer Hitfabrik ist. Er hat es im Blut und das brodelt gewaltig.<\/p>\n\n\n\n<p>Er stammt aus Notting Hil in England, lebte in Berlin und residiert jetzt in Hamburg. Dort hat er auch sein Deb\u00fct aufgenommen. Nach Support-Rollen f\u00fcr Busta Rhymes, die Fugees und Ice-T, als er noch der britischen Formation Broken English Crew angeh\u00f6rte, zog es&nbsp;<strong>KC Da Rookee<\/strong>&nbsp;anl\u00e4sslich eines Basketballmatches nach Deutschland. Hier gefiel es ihm prompt, und er lernte bald den Ragga-MC Mystic Dan kennen, mit dem er seitdem zusammenarbeitet. Nach drei 12-Inches, eine in Eigenregie, zwei unter Mithilfe von \u2018Showown\u2019, verschanzte sich der MC im Studio und spielte seinen erstes Album&nbsp;<em>&#8222;Rookeestizza&#8220;<\/em>&nbsp;(Showdown\/Groove Attack) ein. Nat\u00fcrlich waren G\u00e4ste geladen. Afrob, Black Kappa, Sirrlar Hussein, Ilecon, Dean Dawson, Boogieknight (Harleckinz) und P.G.M. kamen, gl\u00e4nzten und gingen wieder. KC Da Rookee klingt trotz seiner englischen Herkunft und seiner vielen europ\u00e4ischen Einfl\u00fcsse verdammt US-lastig &#8211; was kein Vorwurf sein soll, sondern ein grosses Lob. Seine Beats und Lyrics sind nicht platt und albern, phatt sind sie &#8211; wie man das im HipHop-Jargon ja so sch\u00f6n sagt &#8211; und die Musik ist in ihrer gesamten Erscheinung unwahrscheinlich l\u00e4ssig, smooth und \u00fcberzeugend.&nbsp;<em>&#8222;Rookeestizza&#8220;<\/em>&nbsp;ist ein kleiner Leckerbissen, der gerade wegen den englischen Texten internationalen Erfolg haben k\u00f6nnte, nein, ich verbessere mich: haben sollte.<\/p>\n\n\n\n<p>Der D\u00fcsseldorfer DJ und Produzent DJ Jenz hatte die Ehre, diese Compilation zu erstellen, die sich der Entwicklung des deutschen HipHop gewidmet hat. Auf&nbsp;<em>&#8222;Wortgewandt&#8220;<\/em>&nbsp;(SPV) finden sich neben bekannten Acts wie Doppelkopf, Dike, Main Concept, Der Tobi &amp; Das Bo, Future Rock (Produzent\/DJ von Creme de la Creme), Stieber Twins und Die Firma auch unbekanntere wie La Familia, MC Kiru, Torch, Jesen von Nimzwai, Micromania, Koll Savas, \u00c4i-Tiem und DJ Cabite. F\u00fcr all die, die glauben, Fanta 4 w\u00e4ren das beste oder vielleicht gar einzige, was bis dato in diesem Lande an HipHop hervorgebracht wurde, sollte&nbsp;<em>&#8222;Wortgewandt&#8220;&nbsp;<\/em>mal anchecken und staunen.<\/p>\n\n\n\n<p>&#8222;Auflegen, h\u00f6ren und verstehen&#8220;, empfiehlt das Info der Plattenfirma dem Rezensenten. Kein Problem, mache ich gern. Die geweckte Neugier ist vollends berechtigt und das Lob, das im Vorfeld der Ver\u00f6ffentlichung diversen Magazinen zu entnehmen war, ist alles andere als blosser Hype des Hypes Willen. Oh nein, hier sind Profis am Start, und Profis wissen durch ihre F\u00e4higkeiten und individuellen Ideen zu \u00fcberzeugen, nicht durch Marketing und Product Placement. Bevor ich mich aber verzettele, will ich lieber auf das Wesentliche dieser Rezension zur\u00fcckkommen und mich den&nbsp;<strong>Arsonists<\/strong>&nbsp;zuwenden. Seit 1993 treiben die vier Puertorikaner in Brooklyn\/New York ihr Unwesen. Viel zu lange wie ich finde. Sie h\u00e4tten schon vor Jahren von der Industrie entdeckt und gef\u00f6rdert werden sollen. Doch es bedurfte einiger Singles bis ihnen die M\u00f6glichkeit offeriert wurde,&nbsp;<em>&#8222;As The World Burns&#8220;<\/em>&nbsp;(Matador\/Zomba) einer gr\u00f6\u00dferen Zielgruppe vorzustellen. Was lange w\u00e4hrt wird gut, k\u00f6nnte man in diesem Zusammenhang sagen. Ich kann euch nur sagen, da\u00df \u2018Matador\u2019 diese Band sicherlich nicht (nur) aus kommerziellen Gr\u00fcnden gesignt hat. Arsonists haben es schlichtweg verdient, von jeden HipHopper geh\u00f6rt zu werden. H\u00f6rt euch die Scheibe an und ihr werdet sie in Sekunden verstehen. Sie ist eing\u00e4ngig, hat viel Flow und Witz (zu finden in den Texten und Samples). Sie verspr\u00fcht sogar den Geist des Pharcyde-Deb\u00fcts und zitiert ein paar Wu-Tang-Anleihen &#8211; das will was hei\u00dfen. Wer mir nicht glauben will, soll sich &#8222;Venom&#8220; oder &#8222;Frienemies&#8220; anh\u00f6ren.<\/p>\n\n\n\n<p>Zur Abwechslung habe ich keine Latinos oder Mexican-Americans geschickt bekommen, sondern waschechte Mexikaner, die zu ihren Roots stehen, d.h. ihrer eigenen Sprache treu geblieben sind und sich nicht dem Angels\u00e4chsischen anvertraut haben.&nbsp;<strong>Control Machete<\/strong>&nbsp;heissen die mexikanischen Gangbanger, die in ihrem eigenen Studio in Monterrey&nbsp;<em>&#8222;Artilleria Pesada, Presenta&#8220;<\/em>&nbsp;(Motor\/Universal) aufgenommen haben. Lediglich f\u00fcr einen Track flogen sie extra nach Cuba, um Mitglieder des Buena Vista Spocial Clubs zu treffen und sie zu einem St\u00e4ndchen zu \u00fcberreden. Eine wahrlich ungew\u00f6hnliche Idee, f\u00fcr die sich Rub\u00e9n Gonzales, Cacha\u00edto und Juan de Marcos Gonz\u00e1les keineswegs zu schade waren. Der Pluspunkt von Control Machetes Album ist, dass die Musik nach der Hinzugabe spanischer Texte viel w\u00e4rmer und fl\u00fcssiger klingt und einen ganz eigenen Groove entwickelt. Vielleicht ist es auch gut, dass niemand so gut Spanisch wie Englisch kann. Trotz der W\u00e4rme der Tracks, wirkt der Gesang meist aggressiv und handelt bestimmt nicht von Kuchenbacken unmd Kinder h\u00fcten.<\/p>\n\n\n\n<p>Dan &#8222;The Automator&#8220; Nakamura, alias Nathaniel Merriweather, und Prince Paul, alias Chest Rockwell, sind die Chefs in der&nbsp;<strong>Handsome Boy Modeling School<\/strong>. Mu\u00df ich noch mehr sagen? Okay, Dan Nakamura war 1997 der &#8222;hottest producer&#8220;, eine Auszeichnung, die ihm der &#8222;Rolling Stone&#8220; verlieh. Er hat Auftr\u00e4ge von den Beastie Boys, DJ Shadow, Stereolab und Jon Spencer Blues Explosion mit Bravour gemeistert und sich als &#8222;der etwas andere Produzent&#8220; einen guten Namen gemacht. Der Junge hat es drauf und hat die Kreativit\u00e4t anscheinend mit L\u00f6ffeln gefressen. Da wird gar im Wasser geplanscht, um einen coolen Soundeffekt zu erzielen (&#8222;Waterworld&#8220;). Prince Paul wiederum tauchte zum ersten Mal 1986 mit Stetasonic auf und wurde vor allem als Produzent von De La Soul bekannt und begehrt. Auch solo konnte er mit zwei Alben seinem guten Ruf alle Ehren erweisen. Warum also nicht zwei kreative K\u00f6pfe an einen Tisch bringen und verschiedene MCs einladen, um ihren Beitrag zu den vertrackten, komplexen und kompakten Sounds zu leisten? Eben, daher entstand die Handsome Boy Modeling School, deren erste Unterrichtsstunde&nbsp;<em>&#8222;So &#8230; How\u2019s Your Girl?&#8220;<\/em>&nbsp;(Tommy Boy\/EastWest) lautet. Selten hat Lernen so viel Spa\u00df bereitet. Selten war ein Vortrag so interessant, packend und fesselnd. Selten waren die Gastlektoren so gut ausgew\u00e4hlt: Miho Hatori (Cibo Matto), Mike D. (Beastie Boys), Grand Puba, Sadat X (beide Brand Nubian), Roisin (Moloko), DJ Shadow, DJ Quest, Dave (De La Soul), Alec Empire (Atari Teenage Riot), El-P (Company Flow)&#8230; Ihr solltet euch schnellstm\u00f6glich f\u00fcr diese lehrreiche Unterrichtsstunde anmelden bevor alle Pl\u00e4tze belegt sind.<\/p>\n\n\n\n<p>Er ist wieder da. Nach Filmauftritten und ein wenig Nichtstun, nahm&nbsp;<strong>Ice T<\/strong>&nbsp;wieder das Mikrofon in seine Hand, um der HipHop-Welt&nbsp;<em>&#8222;The 7<sup>th<\/sup>&nbsp;Deadly Sin&#8220;<\/em>&nbsp;(Roadrunner\/Connected) zu vermachen. Ob besagtes Produkt gut oder schlecht ist, mu\u00df im Endeffekt jeder f\u00fcr sich selbst entscheiden. Ich kann euch nur vage Anhaltspunkte geben, die wie immer subjektiv sind und von meinem Geschmack abh\u00e4ngen. Ice T ist eine Ikone, das will ich nicht abstreiten, allerdings als Person an sich, nicht unbedingt als Rapper. Er repr\u00e4sentiert zwar die HipHop-Kultur, doch mittlerweile ist er, um wichtige Impulse zu geben, der falsche Mann. Sein neues Werk f\u00e4llt zur\u00fcck in die Old School-Phase und h\u00e4tte auch in den Achtziger und fr\u00fchen Neunzigern das Licht der Welt erblicken k\u00f6nnen. Ob das gen\u00fcgt, um die st\u00e4ndig wachsende HipHop-Gemeinde bei der Stange zu halten? Ich denke nicht. Hinzukommt, da\u00df er mir einfach zu sexistisch ist. It\u2019s not all about bitches and money. I guess it\u2019s about time to retire.<\/p>\n\n\n\n<p>Bereits 1995 kam dem Duo&nbsp;<strong>Method Man &amp; Redman<\/strong><a><\/a>&nbsp;die Idee, ein gemeinsames Album zu machen. Seinerzeit werkelten sie an der sp\u00e4ter erfolgreichen Single &#8222;How High&#8220;, einem Beitrag zu dem Soundtrack &#8222;The Show&#8220;. &#8222;Unsere Chemie ist mit der von Run DMC zu vergleichen. Red und ich spielen uns gegenseitig die B\u00e4lle zu. Wenn die Leute zu einer Redman\/Method Man-Show kommen, dann kriegen sie was f\u00fcr ihr Geld&#8220;, verspricht Method Man, bekannt als Soloartist und Mitglied des Wu Tang-Clan. Laut seinem Duettpartner Redman, solo ebenso bekannt wie als Mitglied von Def Squad (mit Erick Sermon), ist diese Kooperation die &#8222;Fusion zweier Crews, die \u00fcber Jahre den HipHop-Underground definiert haben&#8220;.&nbsp;<em>&#8222;Blackout!&#8220;<\/em>&nbsp;(Def Jam\/Mercury\/Universal), so der Titel des Albums, wurde von Erick Sermon (EPMD) und RZA (wem auch sonst?) produziert und es featured die Sahnest\u00fcckchen &#8222;Blackout&#8220;, &#8222;Mi Casa&#8220;, &#8222;Mic Checka&#8220; (ein Remake des bekannten Das EFX-Klassikers), &#8222;Tear It Off&#8220; und &#8222;Serial Killer&#8220;. Wahre HipHop-Fans sollten an diesem Teil nicht ungeh\u00f6rt vorbeischlurfen und es vor allem nicht in die Wu-Tang-Kiste stecken. Damit hat &#8222;Blackout!&#8220; gar nichts am Hut. Das Album ist wesentlich eing\u00e4ngiger und unterhaltsamer. Die Samples sind allererste Sahne und von noch nie geh\u00f6rter Qualit\u00e4t und Originalit\u00e4t. Wem das noch nicht genug ist, kann das Duo im Fr\u00fchjahr im Kino bewundern, wenn es via Danny Devitos Firma Jersey Films in dem Streifen &#8222;How High&#8220; \u00fcber die Leinwand flimmern wird.<\/p>\n\n\n\n<p>Er hat es tats\u00e4chlich<a><\/a>&nbsp;geschafft, zwischen wichtigen Terminen wie Entziehungskur, Gerichtsverhandlungen und Gef\u00e4ngnisaufenthalten die Kurve zu bekommen, um mit seinem Wu Tang-Kollegen RZA in den 36 Chambers Studios 13 neue St\u00fccke zu kreieren, die ihren Weg auf das im direkten Vergleich zu seinem Solodeb\u00fct sehr eing\u00e4ngigen Album&nbsp;<em>&#8222;N***a Please&#8220;<\/em>&nbsp;(&#8222;Nigga Please&#8220;) gefunden haben.&nbsp;<strong>Ol&#8216; Dirty Bastard<\/strong>&nbsp;ist seinem Namen treu geblieben, nicht aber seinem bisher kryptisch und chaotisch erscheinendem Verst\u00e4ndnis von HipHop. Anstatt die H\u00f6rer ein weiteres Mal herauszufordern und vor den Kopf zu stossen, will er sie nunmehr verzaubern. Zumindest ich f\u00fchle mich bet\u00f6rt und kann schon an dieser Stelle frohlockend verraten:&nbsp;<em>&#8222;N***a Please&#8220;<\/em>&nbsp;ist der mit Abstand beste Output aus dem Wu Tang-Umfeld seit mindestens zwei Jahren \u2013 wenn nicht sogar \u00fcberhaupt. Zwar werden einige dem durchgedrehten Rapper Ausverkauf vorwerfen, aber nur weil er, wie auch Busta Rhymes mit seinem letzten Album, eing\u00e4ngigere Songs kreierte, heisst das noch lange nicht, dass sich Ol\u2018 Dirty Bastard dem Popmarkt ge\u00f6ffnet hat. Beide trennen weiterhin unnahbare Welten. Ich bin jedenfalls der Meinung, dass ODB dank solcher Tracks wie &#8222;Cold Blooded&#8220;, &#8222;Got Your Money&#8220; (trotz seines sexistischen Inhalts), &#8222;You Don\u2019t Wanna Fuck With Me&#8220;, &#8222;I Want Pussy&#8220; (siehe Anmerkung zu &#8222;Got Your Money&#8220;), &#8222;Good Morning Heartache&#8220; &#8230; ach was, Erbsenz\u00e4hlerei ist das, f\u00fcr das Album als Ganzes sollte ihm einer ein Denkmal setzen. Er hat es mehr als verdient. Wie heisst es so sch\u00f6n: Genie und Wahnsinn liegen dicht beieinander, hier machen sie Sex miteinander.<\/p>\n\n\n\n<p>Leider ist es nur eine EP, die uns&nbsp;<strong>Rasco<\/strong>&nbsp;mit&nbsp;<em>&#8222;The Birth&#8220;<\/em>&nbsp;(Copasetik\/Groove Attack) zum Gernhaben gibt. Aber der MC, der aus der Stones Throw-Ecke kommt, will uns in K\u00fcrze weitere leckere Happen zum Fra\u00df vorwerfen. Wenn die nur ann\u00e4hernd so gut munden wie&nbsp;<em>&#8222;The Birth&#8220;<\/em>, dann sollte Rasco bald jedem MC und Pseudo-Breaker dieser Welt ein Begriff sein. Nach seinem Deb\u00fct &#8222;Time Waits For No Man&#8220; ist diese EP ein Erste Liga-Erfrischungsgetr\u00e4nk, das wie ein \u00fcber lange Jahre gereifter Bordeaux oder ein frisch gezapftes Bier die Kehle runtergeht und die Geschmacksnerven zum Freudentanz einl\u00e4dt. Smooth, easy, l\u00e4ssig und chillend. Yummie!<\/p>\n\n\n\n<p>Sechs Herrschaften haben sich unter dem Namen&nbsp;<strong>Terror Squad<\/strong>&nbsp;zusammengefunden, um der HipHop-Gemeinde die erste Latino-Rap-Familie vorzustellen. Angef\u00fchrt von Fat Joe, der seinem Namen alle Ehre macht, und dem ebenfalls schwergewichtigen Big Punisher, beide immer f\u00fcr Edelmetall gut, sind Triple Seis, Prospect, Cuban Link und Armageddon mit von der Partie auf dem ersten Gemeinschaftsprodukt, das schlicht&nbsp;<em>&#8222;The Album&#8220;<\/em>&nbsp;(Atlantic\/EastWest) hei\u00dft. Herausgekommen ist viel motherfucka-nigga-bitches-gangbanging-shit, der in textlicher Hinsicht f\u00fcr keinerlei \u00dcberraschungen gut ist. Was die Songs und die Gesangsmelodien (darf man bei einer HipHop-Rezension von so etwas sprechen?) betrifft, so sind diese wesentlich besser als die dazugeh\u00f6rigen Texte. Die Beats sind straight, die Raps fliessen, die Drums landen im Magen oder bohren sich in dein Ohr. Alles in allem kein Knaller und auch keine Nullnummer, aber h\u00f6renswert.<\/p>\n\n\n\n<p>Bis vor ein paar Wochen war ich kein grosser Fan von Bob Marley. Ich respektierte ihn bis dahin als einflu\u00dfreichen und revolution\u00e4ren K\u00fcnstler, konnte aber mit seinen Songs wenig anfangen. Das hat sich mittlerweile ge\u00e4ndert. Daf\u00fcr verantwortlich ist der&nbsp;<strong>Sampler<\/strong>&nbsp;<em>&#8222;Chant Down Babylon&#8220;<\/em>&nbsp;(Island\/Universal), auf dem sich HipHop-K\u00fcnstler vor dem Lebenswerk des Reggae-Idols verbeugen. MC Lyte, die Lost Boys, Rakim, Busta Rhymes, The Roots, Chuck D (Er ist defintiv einer der besten Rapper dieses Jahrhunderts.), Guru, Krayzie Bone (Bone Thugs \u2019n\u2018 Harmony), Lauryn Hill (Sie ist wohl die beste und sch\u00f6nste Rapperin dieses Jahrhunderts.) und Erykah Badu geh\u00f6ren u.a. zu dem erlesenen Kreis derer, die zusammen mit Bob Marleys konservierter und mit Hilfe seines Sohns Stephen bearbeiteten Stimme zw\u00f6lf St\u00fccke einspielen durften. Auch hier kann von Ausverkauf nicht die Rede sein, schlie\u00dflich waren sich HipHop und Reggae schon immer sehr nahe und teilten sich ihre Wurzeln. Manchmal beherrscht der Reggae, manchmal aber der HipHop die Songs. \u00dcber allem thront zu jedem Zeitpunkt Bob Marleys friedfertige und hypnotisierende Stimme, die das Leben so vieler Menschen ver\u00e4ndert bzw. gepr\u00e4gt hat. Er steht schliesslich im Mittelpunkt dieses Albums; die HipHop-Musiker sind nur zus\u00e4tzliches Beiwerk, die den Songs ein ungewohntes Make-up verpassen oder eine f\u00fcr den Reggae eher exotische W\u00fcrze geben. Mit Steven Tyler und Joe Perry, beide Areosmith, haben sich sogar zwei Rocker auf dieses Werk verschlagen und selbst deren Ann\u00e4herungsversuch von Rock und Reggae ging nicht in die Hose. Das will was heissen. Tip: Ich empfehle die Songs mit Lauryn Hill, Guru, Chuck D, Lost Boys und Krayzie Bone.<\/p>\n\n\n\n<p>Die HipHop-Szene in San Francisco brodelt derzeit ein heisses S\u00fcppchen. Nicht nur tauchen verst\u00e4rkt MCs und DJs der Westk\u00fcstenmetropole in der internationalen Szene auf, auch dort ans\u00e4ssige Labels versuchen nunmehr ihr Gl\u00fcck, Fuss zu fassen. \u2018Bomb Hip Hop Records\u2019 wagen einen ersten Schritt mit ihrem&nbsp;<strong>Sampler<\/strong>&nbsp;<em>&#8222;Contents Under Pressure&#8220;<\/em>&nbsp;(Bomb Hip Hop\/Indigo\/NTT), der dank ihren guten Verbindungen zu &#8222;DJs und Produzenten aus aller Welt&#8220; (O-Ton Infoblatt) zustande gekommen ist. Wir k\u00f6nnen den Machern nur danken, dass sie den Mut bewiesen, diese Compilation auf den vollen und un\u00fcberschaubaren Markt zu werfen. Statt auf Nummer sicher zu gehen und platten US-Gangsta-Goldkettchen-Hohlbrot-HipHop zu verwerten, haben sie sich dem wahren Underground zugewandt und zum gr\u00f6sstenteilsl Easy Listening-Crews den Vorrang gegeben. Das war eine gute Idee. (Sorry, ich w\u00fcrde euch gerne die Namen der Crews nennen, doch ich habe keine Tracklist zur Hand.) Check it out!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Diesmal mit einiger Versp\u00e4tung, denn es bedurfte Zeit, sich in Glasgow einzuleben, den Pubs abzuschw\u00f6ren und zum Tagesgesch\u00e4ft zur\u00fcckzukehren. 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