{"id":37005,"date":"2000-10-08T11:11:00","date_gmt":"2000-10-08T09:11:00","guid":{"rendered":"http:\/\/hinternet.de\/blog\/?p=37005"},"modified":"2022-08-29T00:07:02","modified_gmt":"2022-08-28T22:07:02","slug":"phat-world-8","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/2000\/10\/phat-world-8\/","title":{"rendered":"Phat World (8)"},"content":{"rendered":"\n<p>Diesmal wurde abgek\u00e4st aus den Pressetexten von Jazzyfatnastess, Rodney Kendrick, Killah Priest, Kottenmouth Kings, LL Cool J, Slum Village und \u2013 um die Heimmannschaften nicht zu vergessen \u2013 5 Sterne Deluxe, DJ Peak und Roey Marquis II.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p><strong><em>Ausw\u00e4rts&#8230;<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Richtig passend zur Jahreszeit und den damit verbundenen Witterungsverh\u00e4ltnissen, kommt&nbsp;<em>&#8222;The Once And Future&#8220;<\/em>&nbsp;(MCA\/Polydor\/Universal) von&nbsp;<strong>Jazzyfatnastees<\/strong>&nbsp;auf den Markt. Es ist das erste Album des Soul-Duos Mercedes Martinez und Tracey Moore und schon mit diesem haben sie die Messlatte auf fast unerreichbare H\u00f6he gehievt. Sie, die schon seit 1992 (als Quartett angefangen) gemeinsame Sache machen und von Brixx, The Roots, De La Soul und vielen anderen engagiert wurden, geben eines der besten Soul-Alben der letzten Monate preis und verz\u00fccken mit ihrer Melange aus zur\u00fcckhaltendem HipHop, Soul, Funk, Klassik und vertr\u00e4glichem Jazz. Ein Album f\u00fcr die gewissen Stunden. Ja, noch viel mehr sogar. Eines, das mit W\u00e4rme und Wohlsein nicht geizt und Sehnsucht eine positive Seite abgewinnen kann.<\/p>\n\n\n\n<p>Philadelphia iz back on da tracks. Dieses Mal allerdings nicht vertreten durch The Roots, sondern durch&nbsp;<strong>Rodney Kendrick<\/strong>. Der 40-J\u00e4hrige, verheiratet mit der Tochter von Diana Ross, ist Jazz-Pianist und durfte schon mit James Brown, Jazz-S\u00e4ngerin Abby Lincoln und George Clinton gemeinsam auf der B\u00fchne stehen. &#8222;No Dress Code&#8220; (Polydor\/Universal Jazz) ist der Versuch, sich zeitgen\u00f6ssischen Formen der afroamerikanischen Musik anzun\u00e4hern. Der als &#8222;perkussiver Pianist&#8220; bezeichnete K\u00fcnstler lud sich illustre G\u00e4ste ins Studio ein. Das Spektrum umfasst HipHop ebenso wie Rhythm &amp; Blues, Jazz und Soul. Nach dem vielen Einheitsbrei der letzten Zeit wieder eine der wenigen lobenswerten Ver\u00f6ffentlichungen. Wer h\u00e4tte auch angezweifelt, dass GZA, Spider (vom Refugee Camp), Jeru The Damaja und Rhonda Ross Kendrick diesem Anspruch nicht gerecht werden. &#8222;No Dress Code&#8220; ist jenseits des Schubladendenkens entstanden und lebt von seiner intelligenten Instrumentierung und den Ausnahmestimmen der beteiligten G\u00e4ste.&nbsp;<em>Black music<\/em>&nbsp;mit Niveau!<\/p>\n\n\n\n<p>Er liebt seine&nbsp;<em>niggers<\/em>, er braucht seine&nbsp;<em>bitches<\/em>&nbsp;und er singt von Teflon-verst\u00e4rkten Jacken und Feuergefechten. Kennt man irgendwoher, nicht wahr?&nbsp;<strong>Killah Priest<\/strong>&nbsp;kann mit<em>&nbsp;&#8222;View From Masada&#8220;<\/em>&nbsp;(MCA\/Universal) leider nicht an sein Deb\u00fct &#8222;Heavy Mental&#8220; ankn\u00fcpfen. Die Produktion ist trockener und durchschnittlicher ausgefallen, so dass sie sich von anderen aktuellen US-Releases kaum abgrenzt. Au\u00dferdem rappt Killah Priest etwas uninspiriert daher. Gleiches gilt f\u00fcr die Samples, deren Auswahl auf seinem ersten Album ebenfalls wesentlich passender war. Der n\u00e4chste Mos Def ist er definitiv nicht und auf den warte ich doch so sehnlichst.<\/p>\n\n\n\n<p>Nicht einfach kategorisierbar sind die&nbsp;<strong>Kottenmouth Kings<\/strong>&nbsp;<em>(&#8222;High Society&#8220;<\/em>, Capitol\/EMI), eine Gruppe hipper, wei\u00dfer Amis, die zu viel Pott geraucht und viel zu viel MTV geschaut haben. Sie nerven mit einer HipHop\/Nu Metal-Melange so wie es schon Cypress Hill auf ihrer &#8222;Bones&#8220;-Platte taten. Stampf, stampf, br\u00fcll, br\u00fcll. Laut bellen tun sie ja, bei mir reagiert nur keine einzige Synapse. Ab in die Tonne!<\/p>\n\n\n\n<p>Einer der betagteren Rapper aus den USA erhebt nach einer l\u00e4ngeren Pause erneut seine Stimme.&nbsp;<strong>LL Cool J<\/strong>, der schon viele H\u00f6hen und Tiefen des HipHop durchgemacht hat, will uns auf&nbsp;<em>&#8222;G.O.A.T.&#8220;<\/em>&nbsp;(DefJam\/Universal) seine tolle Street Credibility (&#8222;Where I Belong&#8220;) verkaufen. Damit macht er sich jedoch eher l\u00e4cherlich. Besser steht ihm die Rolle des Hustlers, Hardcore-Poppers und Herzerweichers (&#8222;Hello&#8220;). Von den vielen lyrischen Entgleisungen abgesehen, ist &#8222;G.O.A.T.&#8220; ein typisches Up-to-date-Werk wie sie in den Staaten t\u00e4glich auf den Markt kommen. Besonders aufregend ist es wahrlich nicht. \u00dcbrigens: G.O.A.T. = Greatest of all times &#8211; welch selten d\u00e4mlicher Albumtitel.<\/p>\n\n\n\n<p>Nicht mehr so frisch ist die Scheibe des Kollektivs&nbsp;<strong>Slum Village<\/strong>. Aber unter den Tisch gekehrt werden, soll sie auch nicht. Denn sie ist wundersch\u00f6n und wird besonders den Old School-Headz zusagen. Slum Village haben sich auf&nbsp;<em>&#8222;Fantastic Volume II&#8220;<\/em>&nbsp;(Wordplay\/Virgin) ganz in den Dienst der Native Tongue gestellt. Ich mag mich wiederholen, aber auch hier ist eine Crew am Start, die das Erbe von A Tribe Called Quest w\u00fcrdevoll antreten kann. Dieses Album reiht sich nahtlos in die Ver\u00f6ffentlichungen von The Roots, Mos Def und Common ein. Gediegener HipHop ohne unz\u00e4hlige Kraftausdr\u00fccke und ohne gleich mit gro\u00dfem Brimborium auf die Kacke zu hauen. Statt dessen anspruchsvoll, soft und durch die Hintert\u00fcr.<\/p>\n\n\n\n<p><strong><em>&#8230; und heimw\u00e4rts.<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Eine der besten &#8218;Mzee&#8216;-Releases seit langem ist ohne Zweifel&nbsp;<em>&#8222;Loop-O-Rama&#8220;<\/em>&nbsp;(Mzee\/EFA) von&nbsp;<strong>DJ Peak<\/strong>. Die in der Reihe &#8222;Strictly HipHop Beats&#8220; erschienene 12&#8243; ist ein Sammelsurium f\u00fcr coole, unverbrauchte jazzige und loungige Loops, witzige Samples (letzter Track der A-Seite) und erstklassige Scratches (letzter B-Seite-Track). Peak, der mit HipHop anfing, dann kurzzeitig ins TripHop- und Drum&amp;Bass-Lager \u00fcberwechselte, hat ein nicht dem Mainstream entsprechendes Bild von HipHop. Seine musikalischen Attribute beinhalten W\u00e4rme, Soul und Geschmeidigkeit. Diese stellt er auf Teil 5 der Reihe stolz zur Schau. Auch diejenigen, die nicht wie wild die Turntables rocken, k\u00f6nnen sicherlich mit &#8222;Loop-O-Rama&#8220; etwas anfangen und beim Genuss von der Scheibe die F\u00fc\u00dfe von sich strecken und die Seele baumeln lassen.<\/p>\n\n\n\n<p>Hm, sie h\u00e4tten nicht so viele Hanfpflanzen vertilgen sollen. Nat\u00fcrlich ist &#8222;Sillium&#8220; ein Meilenstein deutscher HipHop-Kultur. Sie waren ihrer Zeit tats\u00e4chlich ein paar Monate voraus, wodurch dem Album nicht die Aufmerksamkeit geschenkt wurde, die es verdient hat. Auch&nbsp;<em>&#8222;Neo.Now&#8220;<\/em>&nbsp;(YoMama\/Zomba) ist typisch f\u00fcr&nbsp;<strong>5 Sterne Deluxe<\/strong>. Es ist unberechenbar, d\u00fcster, witzig und krank. Nach einem Intro kommt auch gleich schon ihre Party-Bombe &#8222;Die Leude&#8220;, die vorab schon als Single erh\u00e4ltlich war. Doch ab Track vier nimmt der Wahnsinn seinen Lauf: &#8222;Das H\u00e4tte Ihr Lied Sein K\u00f6nnen&#8220; und &#8222;Kill That Rock!&#8220; sind in T\u00f6ne umgesetzte Ideen, die einem nur im stark bekifften Zustand einfallen k\u00f6nnen. &#8222;So Dumm&#8220; wiederum ist richtig gut und erinnert im Refrain an so manches Fanta 4-St\u00fcck. Was jedoch lustig und am\u00fcsant ist und nicht nervt. Und so geht es weiter. Kleinere durchgeknallte Zwischenspiele respektive stark THC-geschw\u00e4ngerte Tracks (&#8222;I Like To Smoke&#8220;, &#8222;In Der Tat&#8220;, &#8222;Auf Der Yacht Nach Dr. Hossa&#8220;, &#8222;Champagneros&#8220;) m\u00e4hen immer wieder eine breite Schneise in das musikalische Konzept und den Fluss und unterbrechen die groovige und discom\u00e4\u00dfige Beschallung. Was hatten wir anderes erwartet. 5 Sterne waren, sind und bleiben besonders und extravagant. Ihnen kann und wird keiner das Wasser reichen. Es bleibt nur die Frage, ob ihre Fans den verr\u00fcckten und abgedrehten Ideen folgen werden k\u00f6nnen. Sie k\u00f6nnten einige Pluspunkte verspielen.<\/p>\n\n\n\n<p>Macht Platz f\u00fcr eine k\u00f6nigliche Hoheit. Es tritt auf den Plan&nbsp;<strong>Roey Marquis II.<\/strong>. Der Name klingt leider fast besser als seine Scheibe. Der &#8222;hei\u00dfeste Schei\u00df&#8220; ist&nbsp;<em>&#8222;Ming&#8220;<\/em>&nbsp;(Full Scale\/BMG) nicht ganz geworden. Roey Marquis II. hat ganz tief in der Kiste mit den dumpfen, d\u00fcsteren Beats gekramt und die schw\u00e4rzesten davon zu Tage gef\u00f6rdert. Er selbst hat wirklich ganze Arbeit geleistet und \u00fcberzeugt auf fast allen Tracks. Die Schwachpunkte der Platte sind jedoch die Kollabos. Denn Obacht. Nicht alle Deutsch-Rapper haben es drauf. Auf dem Pluskonto haben wir immerhin &#8222;Von ABS-eits&#8220; (mit ABS), &#8222;Was Willst Du?&#8220; (Azad, Tone &amp; J-Luv), &#8222;Aktion-Reaktion&#8220; (DCS), &#8222;R.e.volution&#8220; (Sezai &amp; Lunafrow) und &#8222;Nimm Dein Mikro In Die Hand&#8220; (Samy Deluxe &amp; Tone). Macht nur 50%. Hm&#8230;<\/p>\n\n\n\n<p><em>Phat World IX<\/em>&nbsp;erscheint ganz sicherlich und irgendwann.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Diesmal wurde abgek\u00e4st aus den Pressetexten von Jazzyfatnastess, Rodney Kendrick, Killah Priest, Kottenmouth Kings, LL Cool J, Slum Village und \u2013 um die Heimmannschaften nicht zu vergessen \u2013 5 Sterne Deluxe, DJ Peak und Roey Marquis II.<\/p>\n","protected":false},"author":4,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"ub_ctt_via":"","footnotes":""},"categories":[12],"tags":[],"class_list":["post-37005","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-musik"],"featured_image_src":null,"author_info":{"display_name":"Kai Florian Becker","author_link":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/author\/kaiflorian\/"},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/37005","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=37005"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/37005\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=37005"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=37005"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=37005"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}