{"id":37006,"date":"2000-08-23T11:11:00","date_gmt":"2000-08-23T09:11:00","guid":{"rendered":"http:\/\/hinternet.de\/blog\/?p=37006"},"modified":"2022-08-29T00:08:16","modified_gmt":"2022-08-28T22:08:16","slug":"phat-world-7","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/2000\/08\/phat-world-7\/","title":{"rendered":"Phat World (7)"},"content":{"rendered":"\n<p>Was soll ich sagen: Wieder zu sp\u00e4t. Daher ab jetzt keine Versprechungen mehr. &#8218;Tschuldigung dennoch. Nun aber zu Big L, Busta Rhymes, The Creators, Dilated Peoples, Drama, Eve, Lil&#8216; Kim, Gunshot, J-Shin, Jurassic 5, The Pharcyde, Trick Daddy, Trina, den beiden Samplern Ryde Or Die Vol. II und 2001: Rhyme Odyssey sowie Absolute Beginner, Das Bo, 5 Sterne Deluxe, MC Rene, Plattenpapzt, S\u00e9kou The Ambassador, Spax und Texta.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p><strong><em>From the US&#8230;<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Es ist unglaublich traurig, dass ein solch gro\u00dfartiges Talent wie&nbsp;<strong>Big L<\/strong>&nbsp;nicht mehr unter uns weilt. Am 15. Februar 1999 wurde er auf offener Strasse erschossen. Lamont Coleman wuchs in Harlem, New York auf und begann als 9-j\u00e4hriger seine ersten Reime zu schreiben. Als er 16 Jahre alt war, wurde der New Yorker Produzent Lord Finesse auf ihn aufmerksam. Der brachte den Youngster zu D.I.T.C. und versorgte ihn mit einem Plattenvertrag. Jetzt, da er schon \u00fcber ein Jahr tot ist, ver\u00f6ffentlicht Rawkus in Kooperation mit Flamboyant Records sein Verm\u00e4chtnis.&nbsp;<em>&#8222;The Big Picture&#8220;<\/em>&nbsp;(Rawkus\/PIAS\/Connected) setzt sich aus noch unver\u00f6ffentlichten Material zusammen, dass es verdient hat, die Ohren der HipHop-Headz zu erreichen. Als G\u00e4ste sind Tupac Shakur, Fat Joe, Kool G Rap, Big Daddy Kane, Sadat X, Guru und andere US-Helden zu h\u00f6ren. So gut &#8222;The Big Picture&#8220; auch ist, es ist umso trauriger, dass Big L im Rahmen sinnloser Schiesserein sein Leben lassen musste. Er h\u00e4tte der neue Schweif am Horizont werden k\u00f6nnen und uns noch Jahre lang mit erstklassigen Tracks begl\u00fccken k\u00f6nnen. So sind es leider &#8222;nur&#8220; 16 Verm\u00e4chtnisse geworden, von denen einige wahrscheinlich bald zu den Klassikern gez\u00e4hlt werden. Ich denke da an &#8222;Deadly Combination&#8220;, &#8222;Fall Back&#8220; und nat\u00fcrlich die erste Singleauskopplung &#8222;Flamboyant&#8220;.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich wei\u00df ganz genau, warum mir das vierte Werk von&nbsp;<strong>Busta Rhymes<\/strong>&nbsp;nicht so zusagtt. Der liebe Herr Rhymes war und ist zu pr\u00e4sent. Wenn ihr es heutzutage schafft, ein Chart-HipHop-Album zu kaufen, auf dem der durchgeknallte Irrwitzige nicht einen Gastjoint beisteuert, ist das einem Wunder gleich. Wer wundert sich da noch, dass einem auch der zugegebenerma\u00dfen innovative Style des Busta Rhymes irgendwann notgedrungen zum Hals raush\u00e4ngt. Es kommt der Punkt, an dem Schluss ist. Dieses Schicksal kann&nbsp;<em>&#8222;Anarchy&#8220;<\/em>&nbsp;(Elektra\/Eastwest) nicht ganz abwenden. Er hatte es \u00fcbertrieben und jetzt bekommt er die Quittung. Weniger ist manchmal mehr. Traurig eigentlich, dass sich dieses kongeniale Talent derma\u00dfen f\u00fcr seine Kommerzialisierung verheizen lie\u00df. Fast so als w\u00fcrde morgen die Welt untergehen.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich m\u00f6chte dem Album nicht jegliche k\u00fcnstlerische Potenz und Qualit\u00e4ten absprechen. Einige Songs sind exzellent und von hoher Halbwertzeit: &#8222;Salute Da Gods!!&#8220;, &#8222;Bladow!!&#8220;, &#8222;Get Out!!&#8220;, &#8222;The Heist&#8220; oder &#8222;Here We Go Again&#8220; beispielsweise. Ich mag vielleicht eine Art Allergie gegen den Herrn haben (auf jeden Fall gegen Lenny &#8222;I&#8217;m so fucking retro&#8220; Kravitz, der bei &#8222;Make Noise&#8220; die Saiten springen l\u00e4sst). Entscheidet selbst. Dr\u00fccken wir ihm die Daumen, dass nicht viele meiner Meinung sind und er wiederum im Shaft-Remake (demn\u00e4chst in eurem Kino!) eine gute Figur abgibt.<\/p>\n\n\n\n<p>Zwei Jahre haben Simon und Julian gebraucht, um dieses Album zusammenzustellen, sich die Finger Wund zu telefonieren und Rapper jeglicher Couleur f\u00fcr dieses Projekt zu gewinnen. Der Aufwand hat sich gelohnt. Das kann man getrost konstatieren.&nbsp;<strong>The Creators<\/strong>&nbsp;haben in Form von&nbsp;<em>&#8222;The Weight&#8220;<\/em>&nbsp;(Bad Magic\/Wall Of Sound\/Virgin) ein Manifest britischen HipHops erschaffen. Sie haben eigentlich die Schnauze voll davon, als beste britische HipHop-Produzenten gehandelt zu werden und haben daher internationale G\u00e4ste eingeladen, um zu beweisen, dass sie weltweit konkurrenzf\u00e4hig sind. Ob in Kooperation mit Mos Def &amp; Talib Kweli, Tribel, El Da Sense, Graig G, Lootpack oder Shawn J. Period, F.T. &amp; Mike Zoot, sie zeigen ihre Skills. Wer wird jetzt noch an den F\u00e4higkeiten des Duos zweifeln?<\/p>\n\n\n\n<p>Old School-HipHop erfreut sich weiterhin steigender Beliebtheit. Das mag an den \u00fcberm\u00e4\u00dfig perfekt produzierten und damit teils leblos wirkenden Produktionen der vergangenen Monate liegen \u2013 siehe Ruff Ryders, Puff Daddy &amp; Co. Sp\u00e4testens mit Mos Def (East Coast) und Jurassic 5 (West Coast) kam der alte Wind zur\u00fcck. Ihre Pr\u00e4senz unterstrich, dass alt nicht unbedingt schlecht meint. Auch die&nbsp;<strong>Dilated Peoples<\/strong>&nbsp;sind von den alten Werten des HipHop angetan und tun ihr bestes, diese zu verteidigen.&nbsp;<em>&#8222;The Platform&#8220;<\/em>&nbsp;(Capitol\/EMI) ist ein gelungenes Old School-Deb\u00fct, das besonders denjenigen gefallen wird, die zu Beginn der Neunziger mit HipHop erstmals in Kontakt kamen.<\/p>\n\n\n\n<p>Sch\u00fcsse, Schreie, Explosionen, Sirenengeheul, Funkspr\u00fcche. So f\u00e4ngt&nbsp;<em>&#8222;Cruisin&#8216; Drama&#8220;<\/em>&nbsp;(Tight IV Life\/EastWest), das Album von&nbsp;<strong>Drama<\/strong>&nbsp;an. Was dem Intro folgt, ist einmal mehr schlechter US-HipHop mit Herkunft Atlanta und der Marke &#8222;Das muss ein Chartbreaker werden&#8220;. Da haben sie nur die Rechnung ohne den Wirt gemacht. Amateurhafte Kopie des Ruff Ryders-Sounds, wie ihn DMX, Eve und ihre Crew-Mitglieder unters Volk streuen. Von Bass und phatten Beats kann gar nie die Rede sein. Und zur Kr\u00f6nung das militante Image, das sich dieser Kerl zugelegt hat. Da wird mir ganz anders. Das hat er sich eingeimpft, seitdem er im Knast im Gleichschritt marschieren musste. Ich glaube, dabei wurde seine Birne noch weicher.<\/p>\n\n\n\n<p>Derbe zur Sache geht es nat\u00fcrlich bei&nbsp;<strong>Eve<\/strong>&nbsp;(Jihan Jeffers), die seit langem der Ruff Ryders Crew angeh\u00f6rt. Sie ist f\u00fcr ihre gro\u00dfe Klappe und ihren Hang, wenig Kleidung am Leib zu tragen bekannt. Die aus Philadelphia stammende Rapperin wagt nun den Schritt raus aus der Crew, hinein in das Solodasein.&nbsp;<em>&#8222;Ruff Ryders&#8216; First Lady&#8220;<\/em>&nbsp;(Interscope\/Motor) h\u00e4tte eine Bereicherung des&nbsp;<em>female rap<\/em>&nbsp;sein k\u00f6nnen. Nur ist das von Dee, Waah und den Swizz Beatz produzierte Album kein Rei\u00dfer. Philly-Schreie hier, Philly-Schreie da. Alles gut und sch\u00f6n. Doch wo bleibt der Kick, das Neue, das Au\u00dfergew\u00f6hnliche? Zu viel Prollgehabe und das auch noch auf ernst gemacht. In dieser Verfassung wird Eve nie den Status von Missy Elliott oder&nbsp;<strong>Lil&#8216; Kim<\/strong>&nbsp;erreichen. Letztgenannte hat mit&nbsp;<em>&#8222;Notorious Kim&#8220;<\/em>&nbsp;(Atlantik\/Eastwest) zugegebenerma\u00dfen ein schwaches Album abgeliefert. Okay, auch hier ist Sex ein wichtiges Mittel, um die Promotionkampagne auf Hochtouren zu halten. Aber sie hat Ausstrahlung und den besseren 5-Jahres-Plan in der Hinterhand. No matter what they say!<\/p>\n\n\n\n<p>Was den Creators (siehe oben) mit ihrem Deb\u00fct gelungen ist, das wollen anscheinend ihre Landm\u00e4nner&nbsp;<strong>Gunshot<\/strong>&nbsp;ebenso erreichen. Die Rede ist vom&nbsp;<em>&#8222;International Recue&#8220;<\/em>&nbsp;(Words Of Warning\/EFA). Eigens daf\u00fcr haben sie sich reformiert und erneut den Weg ins Studio angetreten. Gefallen hatten die mir fr\u00fcher ja nicht. Heuer wei\u00df ich mehr mit ihrer Musik anzufangen und muss gestehen, dass mir der politisch engagierte Rap der vier Briten zu gefallen wei\u00df. Ein wenig alte-Schule-HipHop mit Cypress Hill-m\u00e4\u00dfigem Rapgesang und einer geh\u00f6rigen Portion Groove und guter Kopfnickerqualit\u00e4t. Zehn Jahre Bandbestehen b\u00fcrgen f\u00fcr einen nicht abzusprechenden Erfahrungswert. Fazit: Gro\u00dfbritannien rockt wieder kr\u00e4ftig mit im internationalen HipHop-Reigen. Ohren auf!<\/p>\n\n\n\n<p>Ich m\u00f6chte an dieser Stelle auf&nbsp;<strong>J-Shin<\/strong>, einen Labelkollegen von Trina und ebenfalls mit Trick Daddy befreundet (der \u00fcbrigens Labelchef ist), zu sprechen kommen. Auch er erf\u00fcllt auf den ersten Blick einige Klischees: \u00c4rsche und Titten im Booklet und Goldschmuck am K\u00f6rper. Dazu wei\u00dfe Anz\u00fcge und ein gestrenger Blick. Ja, das Leben in Miami im Reichtum muss&nbsp;<em>tough<\/em>&nbsp;sein. Oder sollte es zuckers\u00fc\u00df sein und J-Shine deshalb mit&nbsp;<em>&#8222;My Soul, My Life&#8220;<\/em>&nbsp;(Slip-N-Slide\/EastWest) ein R&#8217;n&#8217;B- anstelle eines HipHop-Albums abgeliefert haben? Sein Gesang hat zwar W\u00e4rme und Soul. Seine Texte sind nicht ganz so schlecht wie man annehmen sollte. Obwohl ich ihm nicht abnehme, dass er im Ghetto lebt. Wer jedoch auf die Musik achtet, der wird erkennen, dass hier nicht geklotzt, sondern gekleckert wurde. Klingt n\u00e4mlich verdammt&nbsp;<em>cheesy<\/em>&nbsp;und klinisch. Da geht jegliche Zuneigung f\u00fcr das Stimmvolumen mit dem ersten blechernen Beat oder Computer-Hi-Hat-Schlag fl\u00f6ten.<\/p>\n\n\n\n<p>Die West Coast-Underground-Heroes J5 (oder auch&nbsp;<strong>Jurassic 5<\/strong>) sind wieder da. Nach einer EP und anschlie\u00dfendem Labelwechsel, beehren sie unser aller HipHop-Herz mit&nbsp;<em>&#8222;Quality Control&#8220;<\/em>&nbsp;(Interscope\/Universal). Einem Qualit\u00e4tscheck muss sich diese Crew keinesfalls unterziehen, schlie\u00dflich handelt sich um keinen allzu gro\u00dfen Geheimtipp mehr. Die K\u00fcnste der sechs Burschen haben sich bis in unsere kalten Gefilde rumgesprochen. Zusammen mit den Dilated Peoples, The Roots und Mos Def z\u00e4hlen sie zur Zeit zum besten, was der intelligent gemachte und in die Tiefe gehende US-Underground-HipHop zu bieten hat. Da werden sofort wieder Gedanken an die seligen A Tribe Called Quest und fr\u00fche De La Soul geweckt und das Schw\u00e4rmen geht los. Vier MCs und zwei DJs hei\u00dft die Zauberformel von J5, und hoffentlich werden sie noch lange von dieser Harmonie zehren k\u00f6nnen. Goldkettchen in den M\u00fcll und lauscht dem&nbsp;<em>conscious rap<\/em>, der vor Jahren seine Samen ausstreute und nach langer D\u00fcrreperiode wieder geerntet werden darf.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch sie sind wieder da: Nach dem Fast-Split und dem vorangegangen Verlust gleich zweier Mitstreiter haben&nbsp;<strong>The Pharcyde<\/strong>&nbsp;als Duo die Kurve bekommen. Einen neuen Vertrag in der Tasche haben sie nat\u00fcrlich auch. Jetzt wollen sie wieder an Boden gewinnen und ver\u00f6ffentlichen vor dem Ende Oktober folgenden Album die Single&nbsp;<em>&#8222;Frontline&#8220;<\/em>&nbsp;(Four Music\/Sony Music). Nicht mehr mit solch hohem Spa\u00df- und Irrsinnsfaktor wie noch zu &#8222;Bizarre Ride To The Pharcyde&#8220;, aber keineswegs schlecht und weiterhin innovativ und oberste Liga. Der Remix kommt \u00fcbrigens von den Stuttgarter Turntablerockern DJ Hausmarke und DJ Thomilla.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Trick Daddy<\/strong>&nbsp;ist laut einem kleinen H\u00f6rspiel zu Beginn von&nbsp;<em>&#8222;Book Of Thugs: Chapter A.K., Verse 47&#8220;<\/em>&nbsp;(Slip-N-Slide\/EastWest) der letzte Thug gewesen. Zuletzt war es seine Single &#8222;Nann Nigga&#8220;, die in die US Charts wie eine Bombe einschlug und den Mann aus Florida ber\u00fchmt machte. Seine Songs sind ertr\u00e4glicher als die seiner KollegInnen. Wobei auch er gepr\u00e4gt ist von Rotlichtbezirken und Gewalt auf den Strassen in Miami. Seine Polizeiakte gibt eindeutige Hinweise auf seinen Werdegang: Er zog mit Waffen durch die Strassen und konsumierte nat\u00fcrlich Drogen und wurde f\u00fcr beides erwischt. Sieht man \u00fcber diese Klischees hinweg und konzentriert sich auf die Musik, muss man konstatieren, dass Trick Daddy durchaus eine Bereicherung f\u00fcr die in Miami ans\u00e4ssige HipHop-Szene ist. Das hei\u00dft nicht, dass ein jeder mit der poppigen Variante des S\u00fcdens gut bedient ist. Ich f\u00fcr meinen Teil m\u00f6chte Trick Daddy sein Talent nicht absprechen und kann versichern, dass er im direkten Vergleich zu Trina (siehe unten) und J-Shin (siehe oben) herausragend ist, doch auf die gesamte HipHop-Welt projiziert, ist Trick Daddy ein kleiner Fisch \u2013 zumindest in meinen Ohren.<\/p>\n\n\n\n<p>Sie m\u00f6chte die&nbsp;<em>baddest bitch<\/em>&nbsp;sein und p\u00f6belt lautstark rum, gibt sich schlampig, nimmt das Wort&nbsp;<em>bitch<\/em>&nbsp;\u00f6fters in den Mund als manch anderer Luft nimmt und erf\u00fcllt eigentlich alle Vorurteile, die mir so einfallen: sexgeil, laszive Fotos, Albumtitel mit besagtem B-Wort etc. Trina ist nicht auf dem besten Weg, denn im Gegensatz zu den Staaten ist &#8222;PopHop&#8220; in Europa gar nicht angesagt. Hier interessiert sich kein Schwein f\u00fcr Master P und seine Posse. Dieses Schicksal k\u00f6nnte auch&nbsp;<strong>Trina<\/strong>, eine gute Bekannte von Trick Daddy, ereilen. HipHop ohne jegliches Niveau, in dem es nur um&nbsp;<em>bitches<\/em>,&nbsp;<em>motherfuckers<\/em>,&nbsp;<em>weed<\/em>&nbsp;und&nbsp;<em>money<\/em>&nbsp;geht. Das braucht niemand. Da kann die Musik noch so charttauglich sein,&nbsp;<em>&#8222;Da Baddest B***h&#8220;<\/em>&nbsp;(Slip-N-Slide\/EastWest) ist ganz schwach.<\/p>\n\n\n\n<p>Und weiter geht es mit meinen Freunden von der kommerziellen HipHop-Fraktion.<em>&nbsp;&#8222;Ryde Or Die Vol. II&#8220;<\/em>&nbsp;(Interscope\/Motor) hat sich lange schon angek\u00fcndigt, jetzt liegt die zweite Ruff Ryders-Compilation auf meinem Tisch. Kein Kn\u00fcller sage ich. Hatte ich nicht anders erwartet. Einzig und allein die Tracks von Method Man, Redman und Sheek (&#8222;2 Tears In A Bucket&#8220;) und Busta Rhymes und den Swizz Beats (&#8222;Fright Night&#8220;) sind klasse. Der Rest kann ungeh\u00f6rt eingestampft werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Jahr 2001. Einst Ideengeber, SciFi-Romane zu schreiben, heute Tagesgesch\u00e4ft. Mit dem Mikro in der Hand durch das All schwebend den Geist des HipHop verbreiten? Gut, dass dieses Vorhaben mit entsprechend exquisiten Acts flankiert wird. Nicht dass wir uns in der Ferne blamieren. Bei&nbsp;<em>&#8222;2001: Rhyme Odyssey&#8220;<\/em>&nbsp;(Guidance\/EFA) sind u.a. The Giant, The High &amp; Mighty (feat. Mos Def), Dilated Peoples, Common (Remix-Track seines Deb\u00fcts), Afu-Ra, Big L, Missin&#8216; Linx und die Swollen Members mit an Bord. Da kann eigentlich nichts anbrennen. Neuling Pablo, Mitglied der schottischen Scratch Pickles, liefert derweil das obligatorische Intro und feiert einen guten Einstand ins internationale Gesch\u00e4ft. Eine gen\u00fcssliche Compilation, die den&nbsp;<em>conscious rap<\/em>&nbsp;zur\u00fcck in die Wohnstuben bringt. Ich bin gespannt auf das erste Reime abfeuernde Marsm\u00e4nnchen: &#8222;Yo, my man, I&#8217;m from Mars and I will assimilate all ya mothafuckas!&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p><strong><em>&#8230; to Hamburg Beach, K\u00f6llifornia and Vienna City.<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Remixalben sind so eine Sache. Eigentlich sind sie unn\u00f6tig.&nbsp;<em>&#8222;Bambule Boombule&#8220;<\/em>&nbsp;(Buback\/Motor) sollte jedoch nicht leichtfertig \u00fcbergangen werden. Schlie\u00dflich ist es die remixtechnische Aufbereitung eines der besten Deutschrap-Alben aller Zeiten: &#8222;Bambule&#8220; von den&nbsp;<strong>Absoluten Beginnern<\/strong>. Es soll Leute geben, die sich an eben jenem Meisterwerk satt geh\u00f6rt haben \u2013 obwohl ich mir das beim besten Willen nicht vorstellen kann. Die k\u00f6nnen sich fortan an nicht minder interessanten Remixen der &#8222;Klassiker&#8220; erfreuen. Mir zumindest gef\u00e4llt diese \u00dcbergangsplatte. Meine Frau, anerkannte Beginnerin, mag es gar nicht. Insofern bleiben Remixscheiben wohl Geschmackssache. Check it yourself!<\/p>\n\n\n\n<p>Der Ober-Party-Sommer-Hit des Jahres kommt nat\u00fcrlich vom Reimegott und Obertexter&nbsp;<strong>Das Bo<\/strong>. Sein Miami Beat-HipHop-Solo-Experiment&nbsp;<em>&#8222;T\u00fcrlich, T\u00fcrlich (Sicher, Dicker)&#8220;<\/em>&nbsp;(YoMama\/Zomba) ist wie eine Bombe eingeschlagen und hat gar die Nicht-HipHop-Headz vollends von der Tragweite und Genialit\u00e4t einheimischen Gerappes \u00fcberzeugt. Da geht was, meine Damen und Herren. Da hat der Arsch Kirmes. Ich bin down mit dir, Bo. Und mir werden viele folgen. Ganz sicher, Dicker!<\/p>\n\n\n\n<p>Und wo Bo ist, das sind seine 5 Sterne nicht weit.&nbsp;<em>&#8222;Die Leude&#8220;<\/em>&nbsp;(YoMama\/Zomba) hei\u00dft die Comeback-Single von&nbsp;<strong>5 Sterne Deluxe<\/strong>&nbsp;und wird auf dem Album &#8222;Wieder 3 Jahre Zu Fr\u00fch&#8220; zu finden sein. Hoffen wir, dass entgegen dem Albumtitel die vier Hamburger nicht wieder am Erfolg vorbeischrammen, nur weil sie ihrer Zeit ein paar Monate voraus sind. So ist es letztendlich ihrem Deb\u00fct &#8222;Sillium&#8220; ergangen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die drei neuen Tracks auf &#8222;Die Leude&#8220; (plus Remix des Titelst\u00fccks) lassen erahnen, dass sie die HipHop-Kiddies erneut aufr\u00fctteln wollen und uns ein wahnsinnig eing\u00e4ngiges Album ins Haus steht, das die eng gesteckten Deutschrapgrenzen mit Hochgeschwindigkeit zu durchbrechen droht. &#8222;Die Leude&#8220;, &#8222;Yes Sir, I Can Boogie&#8220; und &#8222;Newsledder&#8220; sollen f\u00fcr immer in meinem Auto laufen und mich bei jeder Fahrminute gl\u00fccklich machen. Wer hat den Jungs nur beigebracht, solche Ohrw\u00fcrmer zu produzieren? Yes Sir, I can boogie, boogie woogie&#8230; Yes Sir, I can boogie&#8230; Ach, es ist so sch\u00f6n zu boogen und zu woggen.<\/p>\n\n\n\n<p>Das K\u00f6lner Label ist zwar nicht mehr dick zugange mit&nbsp;<strong>MC Rene<\/strong>, hat es sich andererseits nicht nehmen lassen, im Zuge der Ver\u00f6ffentlichung von &#8222;Ein Album Namens Bernd&#8220; eine Art Best Of-Scheibe des MCs auf den Markt zu werfen.&nbsp;<em>&#8222;Reneflektion&#8220;<\/em>&nbsp;(Mzee\/EFA) hei\u00dft das Teil und hat die Maxis der Jahre 1993 bis 1998 (inklusive der darauf befindlichen Remixe) sowie ein wenig unver\u00f6ffentlichtes Material zu bieten. F\u00fcr MC Rene-Fans und ihn selbst wohl eher ein zweifelhaftes Vorgehen seines ex-Labels. Wer bis dato &#8222;Ein Anderer Ausflug&#8220;, &#8222;Reimenergie&#8220; und &#8222;K\u00f6llifornia&#8220; nicht kannte, sollte ruhig reinschnuppern. Alle anderen sollten sich lieber &#8222;Ein Album Namens Bernd&#8220; widmen.<\/p>\n\n\n\n<p>Unz\u00e4hlige G\u00e4ste tummeln sich bei der Audienz beim&nbsp;<strong>Plattenpapzt<\/strong>, der logischerweise&nbsp;<em>&#8222;Full House&#8220;<\/em>&nbsp;(Jive\/Zomba) hat. Der D\u00fcsseldorfer DJ wurde durch seine ehemalige Crew Fresh Familee bekannt, kapselte sich jedoch ab, um solo seine Ideen zu verwirklichen. Das f\u00fchrte \u00fcber sein Deb\u00fct &#8222;Plattenpazt &amp; Freunde \u2013 Alles Wird Gut&#8220; \u00fcber seine im D\u00fcsseldorfer Club Zakk veranstaltete Partyreihe &#8222;Skillz und Technix&#8220; hin zu diesem bis unter die Regenrinne vollgestopftem Haus. Er hat die Beats und Cuts zur Verf\u00fcgung gestellt und seine G\u00e4ste die Reime und ihre Stimmen. Eine wahrlich gute Idee, die in den Staaten ja schon Gang und G\u00e4be ist. Nur leider wissen nicht alle Tracks zu \u00fcberzeugen. Zu den Highlights z\u00e4hlen Tefla &amp; Jaleel (&#8222;Wenn Zonis Reisen&#8220;), Gentleman &amp; MC Rene (&#8222;Feel It&#8220;), Too Strong (&#8222;Boogie Nights&#8220;), Afrob &amp; Wasi (&#8222;The Soul&#8220;), Ferris MC &amp; DJ Stylewarz (&#8222;Das Beste&#8220;) und Brixx (&#8222;Dicks&#8220;).<\/p>\n\n\n\n<p>Die FK Allstars kommen gar nicht mehr zur Ruhe und haben aus dem Livealbum &#8222;En Directo&#8220; den ersten SoloTunet von&nbsp;<strong>S\u00e9kou The Ambassador<\/strong>&nbsp;ausgekoppelt.&nbsp;<em>&#8222;A Life Long Thing&#8220;<\/em>&nbsp;(Four Music\/Sony Music) ist ein Track in bester FK-Manier und live einer der besten Singalongs dieser Saison. Die Live-Version auf dieser 12&#8243; wird nicht nur von den Allstars, sondern auch vom 100-k\u00f6pfigen Berner Chor unterst\u00fctzt (!).<\/p>\n\n\n\n<p>Deutscher HipHop boomt und manchmal wei\u00df unsereins gar nicht mehr, wo ihm der Kopf steht.&nbsp;<strong>Spax<\/strong>&nbsp;ist auch einer, der mehr vom gro\u00dfen Kuchen haben m\u00f6chte.&nbsp;<em>&#8222;Alles Relativ&#8220;<\/em>&nbsp;(University\/Universal) hei\u00dft sein Album und es birgt einige \u00dcberraschungen. Zum Beispiel der gro\u00dfartige, nur mit Akustikklampfe und Percussions eingespielte Tune &#8222;Alles Wird Gut&#8220; oder die Kollabo mit Afrob (&#8222;Waffenbr\u00fcder&#8220;). Besonders die Produktion des Albums hat es mir angetan, die sehr fett und kompakt klingt. Da gibt es keine Kanten oder Ecken. Alles ist rund, alles ist gut.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Texta<\/strong>&nbsp;brechen f\u00fcr uns ein paar&nbsp;<em>&#8222;Sprachbarrieren&#8220;<\/em>&nbsp;(Plattenmeister\/Indigo) und lassen uns Gr\u00fc\u00dfe aus \u00d6sterreich zukommen. Die vier Wiener Rapper geben dabei zwei neue Tracks zum Besten (&#8222;Sieben&#8220;, &#8222;Sprachbarrieren Pt. 2&#8220;) und drei Remixe zu &#8222;Vorbei&#8220;, &#8222;Sieben&#8220; und dem Titeltrack der 12&#8243;. Deutlich besser als der Durchschnitt, der teilweise an Niveau zu verlieren scheint.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Phat World VIII<\/em>&nbsp;erscheint auch irgendwann. T\u00fcrlich, t\u00fcrlich, Dicker!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Was soll ich sagen: Wieder zu sp\u00e4t. Daher ab jetzt keine Versprechungen mehr. &#8218;Tschuldigung dennoch. 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