{"id":37257,"date":"2002-12-18T11:11:00","date_gmt":"2002-12-18T10:11:00","guid":{"rendered":"http:\/\/hinternet.de\/blog\/?p=37257"},"modified":"2022-09-18T03:42:02","modified_gmt":"2022-09-18T01:42:02","slug":"lektion-31-pro-und-contra-empfaengnisverhuetung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/2002\/12\/lektion-31-pro-und-contra-empfaengnisverhuetung\/","title":{"rendered":"Lektion 31: Pro und Contra Empf\u00e4ngnisverh\u00fctung"},"content":{"rendered":"<div class=\"wp-block-image is-style-default\">\n<figure class=\"alignleft size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"120\" height=\"120\" src=\"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/compi.gif\" alt=\"\" class=\"wp-image-29635\" srcset=\"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/compi.gif 120w, https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/compi-60x60.gif 60w\" sizes=\"auto, (max-width: 120px) 100vw, 120px\" \/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Seit der liebe Gott seine Mail an Maria schickte, wissen wir zweierlei: Erstens sind Mails keine Engel, und zweitens ist das Thema der unbefleckten Empf\u00e4ngnis rein kommunikationstechnisch nur noch theoretisch von Bedeutung. Lassen wir hingegen heutzutage unseren Outlookexpress durch die Leitungen dampfen, m\u00fcssen wir immer damit rechnen, einen unerw\u00fcnschten Balg in unsere digitale Wiege gelegt zu bekommen.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Mails, die wir nicht m\u00f6gen, kommen zumeist unter dem Deckm\u00e4ntelchen der Tierliebe zu uns. Man offeriert uns Viren und W\u00fcrmer, beides sehr gen\u00fcgsame Haustiere, auf dass sie sich bei uns einnisten. Nun komme ich aus einer armen Familie, die SO arm war, dass wir uns nicht mal einen Hund oder einen Alligator bezwecks f\u00fcrsorglichen Knuddelns leisten konnten. Stattdessen hielten wir uns ein ganz putziges Pockenvirenp\u00e4rchen namens C\u00e4sar und Cleopatra, dem wir Kinder flei\u00dfig bei der Vermehrung zusahen. Solange jedenfalls, bis unsere Eltern es f\u00fcr nicht angebracht hielten, wenn sich ihr Nachwuchs an tierischem Geschlechtsverkehr erg\u00f6tzte.<\/p>\n\n\n\n<p>Aber was waren diese harmlosen und f\u00fcr die Zukunft durchaus lehrreichen Vergn\u00fcgungen gegen das Ungemach, das heute von digitalen Viren und W\u00fcrmern ausgeht?! Das Thema der gef\u00e4hrlichen Post und ihrer Verh\u00fctung ist indes keines, welches im Gefolge des PC-Siegeszuges entstanden ist. Schon das Mittelalter kannte die sogenannte \u201eSchneckenpost\u201c. Hierbei handelte es sich um zumeist \u201eper Nachnahme mit R\u00fcckschein\u201c an unbotm\u00e4\u00dfige Burgbesitzer verschickte Briefe, auf denen gro\u00df zu lesen stand: \u201eAchtung! Brief enth\u00e4lt Sch&#8230;.\u201c. Die meisten Adressaten hielten dies f\u00fcr die Ank\u00fcndigung eines flachbepre\u00dften Kothaufens, verschickt vom \u201eKommando Roter Ritter\u201c, einem Vorl\u00e4ufer unserer heutigen so beliebten terroristischen Vereinigungen. Andere wiederum deuteten den Vermerk als sachten Hinweis darauf, da\u00df die Post eben wie ein Schnecke zu kriechen beliebte und lachten \u00fcber diesen gelungenen Scherz. In Wirklichkeit jedoch enthielten die Briefe eine kleine, daf\u00fcr aber hoch giftige Schlange, die den Burgherren bi\u00df und dadurch so manch sch\u00f6nen Erbfolgekrieg ausl\u00f6ste.<\/p>\n\n\n\n<p>Doch zur\u00fcck in die Neuzeit. Wann immer wir eine Mail mit dem Text \u201eVorsicht! Virus!\u201c erhalten, sollten wir vorsichtig sein, da die Mail offensichtlich einen Virus mit sich f\u00fchrt, den Sie beim Postempfang, wie wir in der IT-Branche sagen, \u201eentpackt\u201c. Sogenannte \u201eVirenschutzprogramme\u201c sind sinnlos. Sie tun das, was ihr Name schon sagt: Sie sch\u00fctzen die Viren, und das wollen wir ja vermeiden.<\/p>\n\n\n\n<p>Hilfreicher, wenngleich keine Ideall\u00f6sung, ist das prompte L\u00f6schen der Mail, das hei\u00dft: das Verschieben in den Papierkorb. Ich kenne keinen realexistierenden Papierkorb, der jemals durch die Heimsuchung von Viren gesundheitlich gesch\u00e4digt worden w\u00e4re. Ich kenne sehr wohl einige Rechner, die wegen schwerer Vervirung mehrere Wochen station\u00e4r behandelt werden mu\u00dften.<\/p>\n\n\n\n<p>Eine recht unmoralische L\u00f6sung besteht darin, alle ankommenden Viren und W\u00fcrmer an eine xbeliebige fremde Mailadresse (z.B. die des Inhabers der sehr wurmstichigen Seite Hinternetcafe.de ) weiterzuleiten. So etwas tut man einfach nicht, obwohl \u2013 ich gestehe \u2013 es einen Heidenspa\u00df bereitet, sich das Gesicht des Administrators jener Seite vorzustellen, welches auch schon virenfrei zu den verbotenen Anblicken der Menschheit geh\u00f6rt.<\/p>\n\n\n\n<p>Die optimale Empf\u00e4ngnisverh\u00fctung f\u00fcr Viren und W\u00fcrmer ist jedoch eine andere. Seit die Bundesregierung die Arbeitslosigkeit einfach dadurch beseitigt hat, dass sie verboten wurde (die Arbeitslosigkeit, nicht die Bundesregierung), ist ein schlichtes \u201eF\u00fcr Viren verboten!\u201c-Schild ein sicheres Mittel, sich vor l\u00e4stigen Eindringlingen zu sch\u00fctzen. Der Grund: Viren- und W\u00fcrmerprogrammierer sind stockkonservativ, autorit\u00e4tsgl\u00e4ubig, schwanzgesteuert, analfixiert und hirnverpisst. Sie halten sich stets an alle Regeln und Verordnungen, so sie nur in einer klaren Anweisung ausgesprochen werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Ausnahmen best\u00e4tigen auch hier die Regel: Anarchische, hochintelligente, oralfixierte und hirnreine Charaktere k\u00fcmmern sich einen Dreck um Verbotsschilder. Aber solche Koryph\u00e4en verschicken ihre unseligen Produkte auch selten als Email-Attachments. Sie bevorzugen, zum Beispiel, harmlose Kolumnen, aus denen, kaum dass sie gelesen sind, manch s\u00fc\u00dfes Getier in den Rechner kriecht und alle Dieter-Bohlen-Erw\u00e4hnungen l\u00f6scht. Sp\u00e4testens an diesem Punkt w\u00fcnschen wir uns, die Welt wimmelte von Viren und W\u00fcrmern.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Seit der liebe Gott seine Mail an Maria schickte, wissen wir zweierlei: Erstens sind Mails keine Engel, und zweitens ist das Thema der unbefleckten Empf\u00e4ngnis rein kommunikationstechnisch nur noch theoretisch von Bedeutung. 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