{"id":37586,"date":"1997-03-11T04:54:00","date_gmt":"1997-03-11T03:54:00","guid":{"rendered":"http:\/\/hinternet.de\/blog\/?p=37586"},"modified":"2023-01-11T05:02:38","modified_gmt":"2023-01-11T04:02:38","slug":"john-woo-the-killer","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/1997\/03\/john-woo-the-killer\/","title":{"rendered":"John Woo: The Killer"},"content":{"rendered":"\n<p><\/p>\n\n\n\n<p>&#8222;Was Alfred Hitchcock f\u00fcr den Thriller war, das ist John Woo f\u00fcr das Action Kino!&#8220;, dieser gl\u00fcckliche Ausruf des &#8222;Evil Dead&#8220;-Regisseurs Sam Raimi auf dem Toronto Filmfestival taucht immer wieder im Zusammenhang mit dem Hong Kong Filmemacher John Woo auf. Und wirklich, keiner inszeniert seine Actionsequenzen visuell so virtuos wie er. Die Zwischenspiele mit w\u00fcsten und ultrabrutalen Ballerorgien, die den Zuschauer wie Arien verz\u00fccken, lassen die Spannung los, die sich in den Dialogen angesammelt hat. Jedoch nutzt Woo die Gewalt nicht als Schock oder Spektakel, sondern stellt sie als letzten Ausweg verzweifelter Charaktere dar und das macht sie verst\u00e4ndlich &#8211; f\u00fcr den Zuschauer wie auch f\u00fcr die Charaktere selbst.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image is-style-default\">\n<figure class=\"aligncenter size-large\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/hinternet.de\/film\/images\/killer1.jpg\" alt=\"\"\/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Manchen Kritikern sind die Filme aus Hong Kong zu \u00fcberladen und haben zuviel von allem: zu brutal, zu melodramatisch und zu ungehemmt. Doch das ist die einfache Folge aus der Fusion von asiatischem und westlichem Kino. Sie sind in sich stimmig, haben einen eigenen Stil und beeinflussen mittlerweile das westliche Kino st\u00e4rker als sie es nachahmen, wie renommierte Regisseure wie Tarantino oder Scorsese ganz offen gestehen.<\/p>\n\n\n\n<p>Nachdem John Woo sich im Filmgesch\u00e4ft \u00fcber Kom\u00f6dien und Karatefilme von der Pike auf hochgearbeitet hat, erzielte er in Hong Kong 1986 den bis dato gr\u00f6\u00dften nationalen kommerziellen Erfolg mit &#8222;A better tomorrow&#8220;. Dieser erste Hong Kong-Gangster-Film machte ihn und seinen Darsteller Chow Yun-Fat \u00fcber Nacht zu Superstars. Aber der Erfolg lie\u00df eine Flut von Nachahmern losbrechen, es enstanden brutale Gangsterfilme, in denen die einst im asiatischen Kino so geliebten Karate-K\u00e4mpfer die Schwerter gegen vollautomatische Waffen und Ray Ban -Sonnenbrillen tauschten.<\/p>\n\n\n\n<p>Auf dem H\u00f6hepunkt dieser Gangsterfilmwelle realisierte John Woo &#8222;The Killer&#8220;. In der Hauptrolle wieder Chow Yun-Fat, als supercooler Auftrags-Profi-Killer, der sein Schicksal durch das Erwachen seines Gewissens besiegelt. Angelehnt an die schicksalshafte Gangsterballade &#8222;Ein eiskalter Engel&#8220; (&#8218;Le samourai&#8216;) von Jean Pierre Melville schuf Woo einen der leidenschaftlichsten und faszinierendsten Gangsterfilme, die je gezeigt wurden.<\/p>\n\n\n\n<p>Jenny, eine Nachtclubs\u00e4ngerin, wird von dem Killer Jeff (Chow Yun-Fat) bei der Erledigung eines Auftrages versehentlich verletzt und verliert ihr Augenlicht fast v\u00f6llig. Er wollte den Killerjob nach diesem Auftritt zwar an den Nagel h\u00e4ngen, doch er verschiebt seinen Ruhestand, um einen letzten Auftrag anzunehmen, damit er das Geld f\u00fcr eine Operation an Jennys Augen aufbringen kann. Zwischen den beiden entwickelt sich eine tiefe Zuneigung. Doch die bewegendste Beziehung ensteht zu einem idealistischen Cop, der Jeff zur Strecke bringen wollte. Nachdem der Polizist von Jeffs Bestreben, Jenny zu helfen erf\u00e4hrt, bewundert er ihn und k\u00e4mpft Seite an Seite mit ihm gegen die Auftraggeber, die nun nach Jeffs Leben trachten.<\/p>\n\n\n\n<p>Durch &#8218;The Killer&#8216; erlangte das Hong Kong Kino internationale Aufmerksamkeit und wurde bei Kritik, westlichen Filmemachern und Zuschauern euphorisch gefeiert. Leider erreicht diese Art Film in unseren Gefilden nur selten die Leinw\u00e4nde, und dann nur bei einigen Festivals. Der interessierte Filmfan mu\u00df schon auf Videos oder Laserdisks aus dem Ausland zur\u00fcckgreifen und mu\u00df noch darauf achten, da\u00df die Filme nicht zu stark gek\u00fcrzt sind. Die deutschen Versionen sind derart zerst\u00fcmmelt, da\u00df K\u00fcrzungen um 30 Minuten und mehr keine Seltenheit sind.<\/p>\n\n\n\n<p>&#8218;The Killer&#8216; liegt in den USA als CLV- und als CAV-Laserdisk vor und bieten dem anspruchsvollen Zuschauer hervorragendes Heimkino-Vergn\u00fcgen. Aber aus England, Holland und nat\u00fcrlich Hong Kong sind auch qualitativ hochwertige Originalb\u00e4nder und LDs zu beziehen, wobei man sich aber auf jeden Fall informieren sollte, ob die jeweiligen Titel ungek\u00fcrzt sind.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image is-style-default\">\n<figure class=\"aligncenter size-large\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/hinternet.de\/film\/images\/woo2.jpg\" alt=\"\"\/><\/figure>\n<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8222;Was Alfred Hitchcock f\u00fcr den Thriller war, das ist John Woo f\u00fcr das Action Kino!&#8220;, dieser gl\u00fcckliche Ausruf des &#8222;Evil Dead&#8220;-Regisseurs Sam Raimi auf dem Toronto Filmfestival taucht immer wieder im Zusammenhang mit dem Hong Kong Filmemacher John Woo auf. Und wirklich, keiner inszeniert seine Actionsequenzen visuell so virtuos wie er. 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