{"id":41323,"date":"2025-08-16T00:01:00","date_gmt":"2025-08-15T22:01:00","guid":{"rendered":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/?p=41323"},"modified":"2025-08-17T04:50:04","modified_gmt":"2025-08-17T02:50:04","slug":"kai-martins-inselliste","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/2025\/08\/kai-martins-inselliste\/","title":{"rendered":"Kai Martins Inselliste"},"content":{"rendered":"\n<pre class=\"wp-block-preformatted\">10 Alben f\u00fcr die einsame Insel, Ausgabe 2025<\/pre>\n\n\n\n<p><strong>1) Watermelon Men \u2013 Past, Present and Future (1985)<\/strong><br \/>Eine Platte aus dem Jahr 1985, die nicht nach 80er klingt \u2013 aber irgendwie doch: Die Underground-Musik dieser Zeit bestand oft aus Jingle-Jangle-Gitarren und Garagen-Sound, wie in den 60ern. Ganz wunderbar hat das die schwedische Band Watermelon Men zelebriert, mit tollen Songs und herrlichen Melodien. Einer der beiden Gitarristen hat sp\u00e4ter Karriere als Diplomat gemacht \u2013 und unter dem Namen Distant Days auch weiterhin Musik aufgenommen. Der andere Gitarrist starb 2004 durch den Tsunami auf Thailand.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p><strong>2) Moneybrother \u2013 Blood Panic (2003)<\/strong><br \/>Er hei\u00dft nicht Bruce Springsteen. Er hei\u00dft nicht Curtis Mayfield. Er hei\u00dft weder Joe Strummer noch Mick Jones. Moneybrother hei\u00dft er auch nicht \u2013 so nennt er nur sein Projekt bzw. seine Band. Er hei\u00dft Anders Wendin, kommt aus Schweden und hat 2003 beim Moneybrother-Deb\u00fct ein Album hingelegt, das nicht alt wird. Die andere Art Northern Soul.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>3) Pete Townshend \u2013 All The Best Cowboys Have Chinese Eyes (1982)<\/strong><br \/>Als der Gitarrist und Songschreiber der Who 1982 dieses Soloalbum aufnahm, hatte er gerade eine schwere Lebenskrise hinter sich. So steht\u2018s \u00fcberall geschrieben. Liest man seine Autobiographie, dr\u00e4ngt sich der Eindruck auf, die Krise war der Normalzustand. Fakt ist: Nie waren seine Texte schonungsloser, nie pers\u00f6nlicher, nie wortgewaltiger als auf den guten Songs dieser Platte \u2013 und davon gibt\u2019s verdammt viele. Was ihn bei den weniger guten Songs geritten hat, bleibt r\u00e4tselhaft. Aber auch die anzuh\u00f6ren, hat eine seltsame Faszination.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>4) Isaac Hayes \u2013 Black Moses (1971)<\/strong><br \/>Geht\u2019s noch breiter? Noch l\u00e4nger? Noch deeper? Wer sein Album \u201eBlack Moses\u201c nennt, hat mit Monumentalem keine Ber\u00fchrungsangst. Die Musik von Isaac Hayes auf dieser Platte verh\u00e4lt sich zu normalen Popsongs wie 12 Stunden \u201eHerr der Ringe\u201c zu herk\u00f6mmlichen Kinofilmen. Das Wort \u201eDrama\u201c ist angebracht, hat aber f\u00fcr den b\u00e4rtigen Glatzkopf mit Sonnenbrille definitiv zu wenig Buchstaben. Can you dig it? Gern und immer wieder!<\/p>\n\n\n\n<p><strong>5) Veronica Maggio \u2013 Handen i fickan fast jag bryr mig (2013)<\/strong><br \/>H\u00e4nde in der Tasche, obwohl ich mich k\u00fcmmere \u2013 ich bin tatenlos, aber egal ist es mir nicht. So hei\u00dft ein wunderbares Album von Veronica Maggio, die in ihrer Heimat Schweden jeder kennt. In Deutschland kennt sie niemand. Was sicher auch an ihren schwedischen Texten liegt. Irgendeiner hat mal die Formulierung in die Welt gesetzt, sie mache Popmusik \u201ewith a touch of darkness\u201c. Ist nicht falsch. Was er vergessen hat zu sagen: Sie ist eine phantastische S\u00e4ngerin und hat ein traumhaftes Feeling f\u00fcr Musik. F\u00fcr mich die besten Popsongs, die\u2019s gibt.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>6) Bruce Springsteen \u2013 The Wild, The Innocent &amp; The E Street Shuffle (1973)<\/strong><br \/>\u201eBorn To Run\u201c, die LP, die ihm 1975 zum Durchbruch verhalf, ist klasse. Aber \u201eThe Wild, The Innocent &amp; The E Street Shuffle\u201c ist besser. Bereits auf seinem zweiten Album ist Bruce Springsteens Art, Songs zu schreiben, erkennbar, allerdings sind die St\u00fccke l\u00e4nger, vielf\u00e4ltiger, \u00fcberraschender als sp\u00e4ter. Der Boss ist jung, die 70er Jahre auch. Nicht umsonst steht im langen Albumtitel das Wort \u201eWild\u201c. Die Platte atmet Freiheit und Aufbruch, gl\u00fccklicherweise ohne Assoziationen zu rauchenden Cowboys oder \u00e4hnlichem Werbeschrott. Gro\u00dfe Sache.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>7) Blumfeld \u2013 Old Nobody (1999)<\/strong><br \/>Hamburger Schule trifft M\u00fcnchener Freiheit. So was konnte man 1999 lesen, als Jochen Distelmeyer und seine Band den L\u00e4rm hinter sich lie\u00dfen und den Wohlklang entdeckten. Verrat an der Szene, der musikalischen Herkunft? \u2013 Geschenkt. \u201eIm Selbstversuch den Schmerz zu lindern. Ein neuer Sound. Ein neuer Sinn.\u201c Oder auch: \u201eSorge braucht Zusammenh\u00e4nge, Z\u00e4rtlichkeit braucht Zeit. Musik f\u00fcr eine andere Wirklichkeit.\u201c So isses.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>8) Santana \u2013 Santana III (1971)<\/strong><br \/>Ein Album, das vor schierer Kraft zu platzen droht. Wenn jemand fragt \u201eWas ist eigentlich Latin Rock?\u201c, lautet die Antwort: Santana III. Best of both worlds \u2013 Latin Music und Rock \u2018n\u2018 Roll. Funktioniert am besten in hei\u00dfen Sommern\u00e4chten, unterm Kopfh\u00f6rer \u2026 laut. Sogar der Sound der Platte ist zeitlos und das musste man 1971 erst mal hinbekommen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>9) Styva Linan \u2013 Dallas (2023)<\/strong><br \/>Junge G\u00f6teborger, die klingen wie eine Band aus den 70ern. West Coast, Yacht Rock \u2013 passt! Hat G\u00f6teborg auch alles. Wer mit dem Klang der schwedischen Sprache nicht vertraut ist, lauscht dem Mix aus Rock, Soul, Jazz und Country m\u00f6glicherweise etwas irritiert. Aber das gibt sich. Die Jungs von Styva Linan wissen, was sie tun und kennen sich aus. Mehr noch: Mit welcher Hingabe und welcher Frische sie einen sympathisch-altmodischen Sound kreieren, ist gro\u00dfartig. Seit wann k\u00f6nnen junge M\u00e4nner so altersweise sein?<\/p>\n\n\n\n<p><strong>10) Thin Lizzy \u2013 Black Rose (1979)<\/strong><br \/>Der coolste Mann mit der coolsten Stimme, der je gelebt hat. Phil Lynott war solo und mit Thin Lizzy viel mehr als der Typ mit knallenger Lederhose und Nietenarmb\u00e4ndern. Hard Rock war sein Ding, aber Soul, Pop, Breitwand-Balladen und elektronische Kl\u00e4nge eben auch. Die Sprache seiner Lyrics ist einfach, aber wie er W\u00f6rter und Melodien miteinander verkn\u00fcpft und klingen l\u00e4sst, hat gro\u00dfe Klasse. Bestes Beispiel: das Album \u201eBlack Rose\u201c, wo eine Hymne die n\u00e4chste jagt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\">* * *<\/p>\n\n\n\n<p>==&gt; <a href=\"https:\/\/hinternet.de\/blog\/1997\/12\/kai-martins-inselplatten\/\" data-type=\"post\" data-id=\"31973\">Kai Martins Inselliste 1997<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>10 Alben f\u00fcr die einsame Insel, Ausgabe 2025 1) Watermelon Men \u2013 Past, Present and Future (1985)Eine Platte aus dem Jahr 1985, die nicht nach 80er klingt \u2013 aber irgendwie doch: Die Underground-Musik dieser Zeit bestand oft aus Jingle-Jangle-Gitarren und Garagen-Sound, wie in den 60ern. 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