{"id":5344,"date":"2011-07-02T22:22:24","date_gmt":"2011-07-02T20:22:24","guid":{"rendered":"http:\/\/hinternet.de\/blog\/?p=5344"},"modified":"2011-08-11T04:52:12","modified_gmt":"2011-08-11T02:52:12","slug":"eurockeennes-2011","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/2011\/07\/eurockeennes-2011\/","title":{"rendered":"Eurock\u00e9ennes 2011"},"content":{"rendered":"<p>Wie jedes Jahr am ersten Juli-Wochenende verwandelte sich auch in diesem Jahr wieder die naturgesch\u00fctzte Halbinsel Malsaucy, nahe der ostfranz\u00f6sischen Stadt Belfort gelegen, in eines der wichtigsten Mekkas der franz\u00f6sischen und grenznahen Festivalg\u00e4nger. Die Hinternet-Starreporter Kai Florian Becker und Peter Meyer sind vor Ort und berichten t\u00e4glich \u00fcber Erw\u00e4hnenswertes rund um das dreit\u00e4gige Event.<br \/>\n<!--more--><\/p>\n<h2>01.07.2011 (Tag 1)<\/h2>\n<p>Die Anreise war interessant, weil irgendwer aus unserer Reisegruppe beschloss, man k\u00f6nne doch eine Abk\u00fcrzung \u00fcbers Land nehmen. Statt drei Stunden brauchten wir \u00fcber vier Stunden. Nun denn. Die Unfreundlichkeit der Hotelrezeptionistin mal missachtet, erreichten wir am fr\u00fchen Abend doch noch erwartungsfroh das riesige Gel\u00e4nde. Zur \u00dcberraschung hatte sich im Vergleich zu den Vorjahren einiges ge\u00e4ndert: Die Zeltb\u00fchne (Chapiteau) war einer Open Air-B\u00fchne namens &#8222;Espalande Green Room&#8220; gewichen. Auch sonst wurde einiges neu positioniert und der Pressebereich wurde stark einged\u00e4mmt. Der erste Eindruck: Hier wurde Geld eingespart &#8211; oder musste gespart werden. Aber es geht ja um die Musik. Ein erstes Highlight waren The Ting Tings. (kfb)<\/p>\n<h3>The Ting Tings<\/h3>\n<figure id=\"attachment_5345\" class=\"thumbnail wp-caption aligncenter\" style=\"width: 194px\"><a href=\"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2011\/07\/tingtings1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-5345\" title=\"Herr Ting Ting, mal nicht am Schlagzeug\" src=\"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2011\/07\/tingtings1-184x300.jpg\" alt=\"\" width=\"184\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2011\/07\/tingtings1-184x300.jpg 184w, https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2011\/07\/tingtings1-92x150.jpg 92w, https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2011\/07\/tingtings1.jpg 554w\" sizes=\"auto, (max-width: 184px) 100vw, 184px\" \/><\/a><figcaption class=\"caption wp-caption-text\">Foto: Cora Staab<\/figcaption><\/figure>\n<p>Yep, lieber kfb, Highlight in jeder Hinsicht. The Ting Tings funzen von der ersten Sekunde an. Katie White kommt mit ihrem Bandpartner Jules De Martino auf die B\u00fchne, stellt sich mit ihren langen Beinen und im White-Trash-Collegegirl-Outfit neben die Drums auf das Drumpodest, stampft die ersten fetten Beats aus der Konserve mit einem Bein in den Boden, als ob sie gerade dem letzten Ork dieser Welt die dunkle Seele aus dem Leib kicken will, streckt den Zeigefinger in die H\u00f6he und nickt, dass ihre wilde, blonde M\u00e4hne ihr bei jedem Takt ins Gesicht klatscht. Sie macht damit klar: &#8222;Ich bin hier die verdammte Chefin und in der n\u00e4chsten Stunde geh\u00f6rt euer Arsch mir!&#8220; Und gesch\u00e4tzte 25.000 Ting Tings-Fans vor der Hauptb\u00fchne lassen sich gerne an der Hand nehmen und ins Reich des unversch\u00e4mt besten, pr\u00e4sentesten, sexiesten Indie-Elektrorock f\u00fchren, den es zur Zeit auf den B\u00fchnen gibt.<\/p>\n<figure id=\"attachment_5346\" class=\"thumbnail wp-caption aligncenter\" style=\"width: 210px\"><a href=\"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2011\/07\/tingtings2.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-5346\" title=\"Lange Beine und White-Trash-Collegegirl-Outfit\" src=\"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2011\/07\/tingtings2-200x300.jpg\" alt=\"\" width=\"200\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2011\/07\/tingtings2-200x300.jpg 200w, https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2011\/07\/tingtings2-100x150.jpg 100w, https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2011\/07\/tingtings2.jpg 600w\" sizes=\"auto, (max-width: 200px) 100vw, 200px\" \/><\/a><figcaption class=\"caption wp-caption-text\">Foto: Cora Staab<\/figcaption><\/figure>\n<p style=\"text-align: center;\">&nbsp;<\/p>\n<p>Seit dem Debutalbum des Duos aus Salford ticken im Elektrorock die Uhren sowieso anders. Die Ting Tings vereinen die guten Eigenschaften des Pop: Tanzbarkeit, Catchiness, Coolness, Raserei, Sexyness, Verachtung, Rohheit, Spass. Die Basis: die Schlagzeugarbeit von De Martino und die Brazzgitarrenriffs von White. Den Rest macht das Geplucker, Geschmurgel und Gekicke aus der Konserve. Zusammen ergibt das den verdammt besten Festivalgig, den man sich auf Sommerb\u00fchnen \u00fcberhaupt nur vorstellen kann. Ob die Kracher der ersten Ver\u00f6ffentlichung &#8222;We Started Nothing&#8220;, wie &#8222;Shut Up And Let Me Go&#8220; oder &#8222;That\u00b4s Not My Name&#8220; oder das Material des neuen Albums, das eigentlich bereits f\u00fcr Juni versprochen war und leider immer noch nicht erschienen ist, alle Songs erreichen Bauch und Beine der Fans binnen Sekundenbruchteilen. Und f\u00fcr die optische Pr\u00e4senz sorgte eben Katie White. Vergesst Gaga, Madonna oder Debbie Harry: Katie ist fucking cooler!!!!!! Kick me, Kate!<\/p>\n<p>(pm)<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">*<\/p>\n<h3>Wu Lyf<\/h3>\n<p>Nicht weniger cool: Wu Lyf. Mitten im Hypefieber machten sie Station bei den Eurock\u00e9ennes. Auf der Insel wird schon seit Monaten eifrig \u00fcber das Quartett berichtet, das auf den ersten Bandfotos mit wei\u00dfen Bandanas vor dem Gesicht aussah wie ein paar Western-Fans kurz vor dem Bank\u00fcberfall. Ein Mythos entstand, der, was in UK je nach Auslegungssache, auf die Pfiffigkeit der jungen Burschen oder die ihres renommierten Managements zur\u00fcckgeht. Ebenso werbewirksam wie die Fotos ist auch die Stimme von S\u00e4nger Ellery Roberts. Er klingt wie Caleb Followill (Kings Of Leon) nach f\u00fcnf Jahre Isolationshaft in der Gummizelle, w\u00e4hrend der er sich heiser schrie.<\/p>\n<figure id=\"attachment_5347\" class=\"thumbnail wp-caption aligncenter\" style=\"width: 310px\"><a href=\"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2011\/07\/wulyf.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-5347\" title=\"Wu Lyf\" src=\"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2011\/07\/wulyf-300x200.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"200\" srcset=\"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2011\/07\/wulyf-300x200.jpg 300w, https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2011\/07\/wulyf-145x96.jpg 145w, https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2011\/07\/wulyf.jpg 900w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><figcaption class=\"caption wp-caption-text\">Foto: Cora Staab<\/figcaption><\/figure>\n<p style=\"text-align: center;\">&nbsp;<\/p>\n<p>Live klingen Wu Lyf genau wie auf dem Album, wobei sich der Orgel spielende und am rechten B\u00fchnenrand positionierte S\u00e4nger gerne mal unterst\u00fctzend mit der Faust auf den Brustkorb schlug. Ihr progressiver Indierock mit Kirchenorgelkl\u00e4ngen, der leichte Verwandtschaft zu Vampire Weekend offenbart, aber keineswegs so schlaumeierisch r\u00fcberkommt, ist aktuell konkurrenzlos. Kein Wunder, dass vor der B\u00fchne reges Treiben herrschte.<\/p>\n<p>(kfb)<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">*<\/p>\n<h3>Paul Kalkbrenner<\/h3>\n<p>Nachts um zwei betrat zum Abschluss des ersten Tages Paul Kalkbrenner die Hauptb\u00fchne &#8211; neben Atari Teenage Riot der einzige deutsche Vertreter in diesem Jahr. Er elektrisierte mit seinem kommerziellen Electro-Gewummse die Massen. Er selbst schien auch recht elektrisiert gewesen zu sein. Ob und wie sehr er &#8222;druff&#8220; war, ist reine Spekulation. Aber seine Gestik und Mimik lie\u00dfen kaum Zweifel an seiner Unn\u00fcchternheit aufkommen. Jedem das Seine. Und den Fans eben ein elektronisches Klangfeuerwerk vom Feinsten. Er ist zu Recht dort oben: auf der B\u00fchne wie auch in den oberen Popsph\u00e4ren.<\/p>\n<p>(kfb)<\/p>\n<figure id=\"attachment_5348\" class=\"thumbnail wp-caption aligncenter\" style=\"width: 310px\"><a href=\"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2011\/07\/kalkbrenner.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-5348\" title=\"Herr Kalkbrenner, elektrisierend und elektrisiert\" src=\"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2011\/07\/kalkbrenner-300x200.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"200\" srcset=\"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2011\/07\/kalkbrenner-300x200.jpg 300w, https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2011\/07\/kalkbrenner-145x96.jpg 145w, https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2011\/07\/kalkbrenner.jpg 900w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><figcaption class=\"caption wp-caption-text\">Foto: Cora Staab<\/figcaption><\/figure>\n<p style=\"text-align: center;\">* * *<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wie jedes Jahr am ersten Juli-Wochenende verwandelte sich auch in diesem Jahr wieder die naturgesch\u00fctzte Halbinsel Malsaucy, nahe der ostfranz\u00f6sischen Stadt Belfort gelegen, in eines der wichtigsten Mekkas der franz\u00f6sischen und grenznahen Festivalg\u00e4nger. 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