{"id":9575,"date":"2009-02-27T11:11:00","date_gmt":"2009-02-27T10:11:00","guid":{"rendered":"http:\/\/mitty.de\/frlc\/2009\/02\/27\/howling-bells-radio-wars\/"},"modified":"2022-05-12T04:01:59","modified_gmt":"2022-05-12T02:01:59","slug":"howling-bells-radio-wars","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/2009\/02\/howling-bells-radio-wars\/","title":{"rendered":"Howling Bells &#8211; Radio Wars"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"wp-block-image is-style-default\"><figure class=\"alignleft is-resized\"><a href=\"https:\/\/m.media-amazon.com\/images\/I\/41HQDM4wfNL.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/m.media-amazon.com\/images\/I\/41HQDM4wfNL.jpg\" alt=\"Howling Bells - Radio Wars \" width=\"250\" height=\"229\"\/><\/a><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Gleich vorweg: Die Aussage des von mir hoch gesch\u00e4tzten und gern gelesenen Musikexpress-Autors Frank Sawatzki, die Howling Bells w\u00e4ren Teil des musikalischen Hauptstroms geworden, teile ich nicht. Es mag angehen, dass die Band seit dem 2006er Debut-Album &#8222;Howling Bells&#8220; eine musikalische Entwicklung durchgemacht hat, in deren Folge ihre Songs geschmeidiger geworden sind. Geh\u00f6rg\u00e4ngiger. More catchy. Und dennoch bewegt sich das, was die aus Australien stammenden und in London wohnenden vier Musiker an Songstruktur aufbauen, doch noch weit weg von der derzeit \u00fcblichen Radiotauglichkeit.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Es passt ganz gut sowohl in die Bio der Band als auch zur Wesensart der etwas holpernden, bisweilen im Beat trocken-harschen, der dunklen Seite der Indie-Achtziger zugewandten, bisweilen tief in die eigenen Klangr\u00e4ume abtriftenden Musik, dass das Label 4AD bereits beim H\u00f6ren des ersten Songs die Sinne wahrscheinlich ausnahmslos aller im Indie Noir beheimateten Kritikerhirne besetzt. <\/p>\n\n\n\n<p>Die Howling Bells passen gut in die Reihe der Urm\u00fctter dieser Art artifiziellen Kunstwerke von Bands, den Cocteau Twins, den Pale Saints, His Name Is Alive, den fr\u00fchen Clan Of Xymox, Lush, den Red House Painters, Dead Can Dance oder This Mortal Coil, all jenen Bands mit dem sph\u00e4rischen Songansatz und der Hand f\u00fcr die Entw\u00fcrfe von gro\u00dfartigen Soundgem\u00e4lden mit abgr\u00fcndiger Tiefe und anr\u00fchrender Bedrohlichkeit, die sich ja auch in unwahrscheinlich pr\u00e4gender und fassungslos sch\u00f6ner Art und Weise in den 4AD-Covern niederschlug.<\/p>\n\n\n\n<p>Und so wollte es das Schicksal von Juanita Stein (Gesang, Gitarre), Joel Stein (Gitarre), Brendan Picchio (Bass) und Glenn Moule (Schlagzeug), dass einer der ersten Briten, der den Aussies in England \u00fcber den Weg lief, ausgerechnet Simon Raymonde war, Bassist der Cocteau Twins, der die Band dann auch f\u00fcr sein Label Bella Union signte.<\/p>\n\n\n\n<p>Es folgten erfolgreiche Singles und das Album &#8222;Howling Bells&#8220;, das sich immerhin 25.000 mal verkaufte. Die Band bewegte sich in jenen Anfangsjahren im Spannungsfeld zwischen Labelmates wie My Latest Novel und The Dears und big Headlinern wie Coldplay, The Killers, Snow Patrol, Placebo oder The Futureheads, f\u00fcr die sie supporteten.<br \/>All diese Einfl\u00fcsse, so scheint es, schlagen sich nun im neuen Album &#8222;Radio Wars&#8220; nieder. Das Album schwingt zwischen polterndem Indie, sph\u00e4rischem Triphop und eckigem Britpop und: es kann sich Gott sei Dank nicht entscheiden. Die scheppernden Drums erden die Songs, Juanita Stein -vom Timbre bisweilen an Alison Goldfrapp erinnernd- sorgt f\u00fcr ihre Leichtigkeit und den Drang zum Aufstieg, zur H\u00f6he, zum Himmel. Selbiger ist freilich mit bedrohlichen Wolken behangen, von dramtischem Licht gezeichnet.<\/p>\n\n\n\n<p>Den Howling Bells gelingt ein durchweg ergreifendes Album, aus dem die Songs &#8222;Cities Burning Down&#8220;, &#8222;It Ain\u00b4t You&#8220;, &#8222;Nightingale&#8220;, &#8222;Into The Chaos&#8220;, &#8222;Treasure Hunt&#8220;, &#8222;Digital Bells&#8220; und das schmierende, schleppende, gro\u00dfartige &#8222;How Long&#8220; wie Ikonen, wie gro\u00dfartige Monumente herausragen. Drama und Verzweiflung werden durch mehrstimmige Chorpassagen gezeichnet, die Band poltert sich durch gro\u00dfe Dramen.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein gro\u00dfer Indie Noir-H\u00f6hepunkt mit Achtziger-Nostalgie-Elementen!<\/p>\n\n\n\n<pre class=\"wp-block-preformatted\"><br \/>Howling Bells - Radio Wars<br \/>Independiente\/PIAS\/Rough Trade<br \/>V\u00d6: 27.2.2009<\/pre>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gleich vorweg: Die Aussage des von mir hoch gesch\u00e4tzten und gern gelesenen Musikexpress-Autors Frank Sawatzki, die Howling Bells w\u00e4ren Teil des musikalischen Hauptstroms geworden, teile ich nicht. Es mag angehen, dass die Band seit dem 2006er Debut-Album &#8222;Howling Bells&#8220; eine musikalische Entwicklung durchgemacht hat, in deren Folge ihre Songs geschmeidiger geworden sind. Geh\u00f6rg\u00e4ngiger. More catchy. 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