Nach einer kleinen schöpferischen Pause geht es nun weiter mit den Zetteln, die Antwort geben sollen auf die Frage „Was ist Krimi?“ und hoffentlich genau das Gegenteil bewirken. Ab sofort werden die Zettel hier nicht mehr gebündelt angezeigt, sondern – man nennt es wohl „zeitnah“ – hier sowie auf der speziellen Facebook-Seite zur Kenntnis gebracht (wer will, darf diese Seite dort „liken“ und mich selbstverständlich auch „adden“, um sich bei Bedarf später wieder zu „entfreunden“). Die Zettel 1-150 gibt es – nebst anderen Kleinigkeiten – →kostenlos als Epub oder PDF, nur direkt beim Erzeuger gegen eine simple Mail.
Monat: Mai 2012
Robert B. Parker: Bitteres Ende
Gary Eisenhower hat’s drauf. Der Junge kriegt die jungen und frustrierten Frauen älterer und reicher Männer spielend ins Bett, böse sein kann man ihm nicht, selbst wenn er auf die Idee verfällt, seine Gespielinnen zu erpressen. Auch Spenser, der Eisenhower im Auftrag der Damen davon abbringen soll, sich die Lust auch noch mit Geld versüßen zu lassen, findet den Erpresser sympathisch. Er versucht sein Möglichstes, bekommt es mit einem bizarren Gangsterpärchen zu tun und handelt endlich einen Kompromiss aus. Einer seiner leichteren Fälle, sollte man meinen…
Ich kenne keine Lilly
Okay, ich kannte mal eine, ist aber schon lange her. Es war nicht die aus der „Saarbrücker Zeitung“ von heute und sie hat auch nicht den „Boten“ gelesen. Aber der Herr (?) von der Zeitung, der dort anscheinend →die Kolumne schreibt, der hat ihn gelesen. „Wobei: Manchmal kann es faszinierend sein, aus der Zeit zu fallen. Beim Lesen von Dieter Paul Rudolphs neuem, in diesen Tagen im Saarbrücker Conte-Verlag erschienen Buch ist mir das gelungen.“ Und was sagt Lilly dazu? Weiß ich doch nicht.
1000 Mikros
Crime Time. Wer heute um 10 Uhr mal reinhören möchte… kann auch später in aller Ruhe belauscht werden. →„Der Bote“, vorgelesen.
Henny lobt den Boten
So können Wochen bitte immer beginnen: mit einer schönen Rezension. Natürlich einer positiven, sonst wäre sie ja nicht schön. Vielleicht ehrlich, aber hallo, wir leben im 21. Jahrhundert, was kümmert uns da Ehrlichkeit. Nein, „Krimilady“ Henny Hiddens Rezension des „Boten“ ist natürlich schön UND ehrlich. Und steht im Netz, wo sonst, nämlich →genau hier.
Rezension online
Ah ja. Die Rezension von „Der Bote“ aus der Feder von Thomas Klingenmaier ist jetzt online. Und zwar im schönen neuen Krimiblog der „Stuttgarter Zeitung“, →„Killer & Co.“. Das Ganze heißt „Technik ist ein Märchen“ und, genau, das ist sie. Wollte ich nur erwähnt haben, obwohl ja Samstag bei mir kein Krimitag ist.
Utz Claassen: Atomblut
Ich drücke mich ja selten vor einer Besprechung, aber diese hier macht mir zu schaffen. Der ehemalige Vorstandsvorsitzende eines großen Energiekonzerns schreibt einen Krimi über die neue Vorstandsvorsitzende eines großen Energiekonzerns. Der Verlag nennt das Buch einen „Wirtschaftskrimi“, was korrekt ist, aber ein „Krimi“ ist dieses Buch dennoch nicht. Es geht um Verbrechen, auch um Mord, es geht um Intrigen und die vielen sonstigen Sauereien, von denen man auch dann zu wissen glaubt, wenn man kein ehemaliger Vorstandsvorsitzender ist. Und genau da liegt mein Problem: Ich bin nach der Lektüre des Buches genauso schlau oder dumm wie zuvor. Es stand genau das drin, was ich erwartet habe und das kann nur bedeuten: Ich hätte dieses Buch erst gar nicht zu lesen brauchen oder aber: Der Autor bestätigt nur meine Vorurteile, warum auch immer.
Manfred Wieninger: 223 oder Das Faustpfand
223. Eine Zahl, hinter der sich alles verstecken kann. 223 „Likes“ bei Facebook, 223 Versuche, die Eurokrise zu bewältigen, 223 saftige Leichen in einem hammerharten Krimi. Oder auch, bleiben wir beim Kriminellen: 223 Menschen, Frauen wie Männer wie Kinder wie Alte, nachts durch eine österreichische Ortschaft getrieben, zu einem Graben, in einen Graben, dann hallen Schüsse durch die Nacht, dann gießt man Benzin über die Toten und Sterbenden, dann ziehen Brand- und Leichengeruch durch die Ritzen der Häuser. Es ist Anfang Mai 1945. Die Russen sind nur noch wenige Kilometer entfernt, man hört schon die Kanonen, man sieht die „Christbäume“, mit denen alliierte Kampfbomber sich die besten Plätze für ihre tödliche Fracht aussuchen. Sonst geht das Leben irgendwie weiter. Auch für den Revierinspektor Franz Winkler aus Persenbeug an der Donau. Doch als er an diesem Morgen nach dem Massaker an 223 Juden erwacht und zum Tatort kommt, ändert sich alles. – Und gleichzeitig ändert sich nichts.
Die Großen, die Kleinen und das Knirschen im Gebälk
Die Welt ist inzwischen so kompliziert geworden, dass man nicht mehr über sie reden kann. Natürlich redet man über sie, mehr als je zuvor. Es sind Kamingespräche von selbsternannten Universalisten, Durchblickern und empörten Aufrufern, die, schaut man genauer hin, vielleicht Koryphäen der Geschichte des deutschen Postwesens im 17. Jahrhundert sind, sich aber aufführen, als beanspruche das gesamte Weltwissen nur ein moderates Kämmerchen in ihren gigantischen Gehirnen, wo lockere Themen wie Finanzkrise, Urheberrecht und Klimawandel ebenso locker verhandelt werden, um hernach als handliche Gebrauchsanweisungen in die Welt zu eruptieren. Aber das nur nebenbei. Es ist der Rahmen, in dem sich die Geschichten, ob Tragödien oder Komödien, abspielen, die großen wie die kleinen, und von einer kleinen wollen wir kurz berichten: dem Krimi.
WeiterlesenEin Buchprojekt im Geist der Zeit
Liebe Verlage, dieser Plot wird euch interessieren! Guido Menke, führendes Mitglied der PIRATEN, engagiert sich leidenschaftlich gegen das Urheberrecht, seit er auch im 65. Anlauf, ein Buch zu schreiben, gescheitert ist. Eines Tages wird der streitbare Politiker tot zwischen seinen Laptops aufgefunden. Mit einem WagenHEBER erschlagen, im Popo des Toten findet sich ein altes chinesisches UHRwerk… Kommissar Fallzu ermittelt… Ich kann Ihnen dieses Werk in den Lektürefarben „Regio“, „Noir“, „gesellschaftsrelevant“ sowie „literarisch“ (gegen Aufpreis) anbieten sowie alternativ für „beginning readers“, „advanced readers“ und „Realschüler“.
WeiterlesenWas nicht gesagt werden muss, aber halt mal gesagt wird
Ach, nur mal en passant, und keine Angst, ich verlinke den Käse auch gar nicht. Eigentlich ist es an dieser Stelle zudem überflüssig darauf hinzuweisen, dass es Krimiblogs gibt, diesen hier seit über sieben Jahren (und dabei ist er, hallo Ludger, nicht einmal der älteste), aber mag sein, dass sie Bekannte oder Kinder haben, die nach Lektüre angedeuteten Käses glauben, mit deutschen Krimiblogs im Netz sei es nicht weit her, nur weil dieser Mann, der seit Jahren wie Falschgeld durchs Digitale rollt, das behauptet hat.
WeiterlesenZu keiner Zeit wissen, was los ist
Doch, der Herr Klingenmaier von der „Stuttgarter Zeitung“ weiß schon, was mit dem „Boten“ und seinem Autor los ist: „Rudolph hält nicht nur ein Kabel der historischen Kriminalerzählung an ein Kabel der Science-Fiction und freut sich über den Funkenflug. Er stellt noch einen anderen literarischen Kurzschluss her. „Der Bote“ ist wohl die bisher konsequenteste Hommage an die Provinzgeschichten Arno Schmidts diesseits der Satire.“ Hui, wenn das Schmidt hört, krieg ich demnächst im Elysium was zu hören… Und den Schluss der Rezension noch, weil er so schön ist und sowieso nicht im Netz steht: „Rudolph unterminiert die Gewissheit, ein Krimi bewege sich vom Rätsel zur Aufklärung. Je mehr er aufklärt, desto rätselhafter wird alles, bis die Erzählung im Surrealen angekommen ist, als sei diese einfache Welt die Schleife eines Computerspiels. Was nun abstrakt klingen mag, aber höchst vergnüglich zu lesen ist.“
Alles umsonst!
So langsam wird es Zeit, mal all die Zettel und Aufsätze und den sonstigen Krempel zum Krimi ein wenig zu ordnen. Ganz modern natürlich in schönen E-Book-Ausgaben, als PDF und / oder EPUB. In seiner ersten Lieferung versammelt der Autor die 150 Haupt- und zahlreichen Nebenzettel des Was-ist-Krimi-Projekts sowie alle weiterführenden Texte, darunter ein längeres, ansonsten nicht mehr zugängliches Elaborat („Schlechter Krimi Wirklichkeit“) sowie eine launige, bislang unveröffentlichte Erzählung zu William Turner und seinen merkwürdigen Bildern. Alles in allem über 80 Druckseiten, ab sofort verfügbar als PDF und EPUB (bei letzterer Ausgabe machen die eingebundenen Bilder je nach Lesegerät ein paar Schwierigkeiten, ist eben ne altertümliche Technik, bitte Erfahrungsberichte), natürlich völlig kostenlos und unverbindlich, wird einem hier ja sowieso alles geklaut im Netz. Ich bitte um →kurze Nachricht, schon kommt das gewünschte Teil.
