Sportexperte Kahn

taz: Nun arbeitet Kahn demnächst als Sportexperte neben Johannes B. Kerner im ZDF. An- oder ausschalten?
Küppersbusch: Einige meiner Fußballfreunde sagen, neben Johannes B. Kerner wäre ein Schirmständer ein Sportexperte. Eine faire Chance für Kahn.

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Eklatomanie

So also funktioniert der Qualitätsjournalismus im Internet, von dem die Verlage so schwärmen: Ein Agenturkorrespondent, der sich nicht ganz klar ausdrückt, ein Online-Leitmedium, das im Schlagzeilen- und Klickrausch den größtmöglichen Verstärker mit Verzerrer einschaltet, und Dutzende Kopiermaschinen, die ohne Wissen, Recherche und jeden eigenen Gedanken hinterhertaumeln.

Stefan Niggemeier: →Wie es zum „NPD-Eklat’ kommen konnte

Totale Trottel

Die Stones hatten uns als Support eine ganze Tour angeboten, und ich bin froh, dass wir die Offerte ausgeschlagen hatten. Uns gegenüber waren die vier Jungs zwar cool, aber deren Fans sind totale Trottel. Die haben vermutlich gar nicht bemerkt, dass es nach ihren Helden noch andere Musik gegeben hat. Die sind halt nicht musikbesessen. Die leiden an einer Stones-Obsession.

Luke Pritchard, Frontmann der Kooks, in einem Interview der Welt: → Warum The Kooks Robbie Williams nicht mögen

Teppichfliese

Bosbach und Beckstein wollen eine Konvertitendatei. Meinen die das ernst?
Nein, Bosbach hats auch gar nicht gesagt, aber der Vorgang ist eine Verheißung, köstlicher als „unbekannte Folgen von Dick und Doof gefunden“: „Becki & Bosi in: Uns ist kein Vorschlag bescheuert genug“. Was bisher geschah: In der „Münchner Runde“ des BR saß am Dienstag der lustige Bosi, den alle wegen der Teppichfliese, die er als Frisur benutzt, sehr lieb haben. Anschließend wird aber falsch gemeldet, er habe eine Konvertitendatei gefordert. Sein kleiner Kumpel, Becki, zweifelt keine Sekunde, dass dieser verfassungswidrige Quatsch von Bosi stammt, und unterstützt ihn tags drauf in der Süddeutschen. Erst danach fliegt auf, dass es sich um eine Falschmeldung handelt. Wird Bosi des Waldes verwiesen? Würde Becki auch einem irrtümlich lancierten Toupetverbot eifrig beispringen? Seien Sie wieder mit dabei, wenn es heißt „Becki & Bosi – der Kinderkanal ist nicht genug!“

Die taz fragt, Friedrich Küppersbusch antwortet: → Wie geht es uns, Herr Küppersbusch?

Neoliberalismus mit menschlichem Antlitz

Dass dies wahrscheinlich nicht nur an Dummheit oder Ignoranz liegt, lässt sich unter anderem daraus ersehen, wie Bono sich verhält, wenn er seine Privatinteressen auch nur geringfügig tangiert sieht. 1991 ruinierten U2 das Punklabel SST mit Urheberrechtsklagen und 2006 unterschrieb der Sänger eine Petition zur Verlängerung des britischen Aufnahme-Copyrights für Musikstücke von 50 auf 95 Jahre. Ebenfalls 2006 verlegten U2 ihre Holding „U2 Limited“ von Irland nach Amsterdam, weil man in Holland für Copyright-Einkünfte kaum Steuern zahlt.

Im selben Moment also, in dem Bono die Regierung der Republik Irland aufforderte, mehr Steuereinnahmen für Afrika zu verwenden, machte er es sich mit seinerBand in einem Steuerparadies bequem. Der Vorschlag des US-Finanzministers John W. Snow, Bono als Präsidenten der Weltbank einzusetzen, wirkt in diesem Licht besehen nicht so ungewöhnlich, wie er auf den ersten Blick aussah.

Reinhard Jellen in Telepolis: Cui Bono Vox?

Repetition kills

„Hallo Mama, hallo Papa“ in der Endlosschleife. Das kann Familien spalten. Im Interview muss sich Rolf Zuckowski deshalb immer denselben Vorwurf gefallen lassen: Diese Musik nervt.

Und Titus Amu stellt in der Süddeutschen auch tatsächlich immer wieder die gleiche Frage: → Die singende Nervensäge

Ach du dickes Ei

Die FAZ bringt heute ein Interview mit dem Ernährungswissenschaftler Udo Pollmer. Die meisten behandelten Themen sind altbekannt (Diäten sind doof) oder zumindest wenig überraschend (z.B. dass die Studie über die verfetteten Deutschen, die gerade solche Wellen schlägt, unseriös sei), aber die Geschichte mit den künstlichen, in China in Handarbeit hergestellten Eiern kannte ich bislang noch nicht:

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Angemessene Kleidung

Pete Harris ist tot. Wie →PCPalm berichtet starb der Musiker am Mittwoch 60jährig an einem Gehirntumor. Wer sich jetzt grübelnd am Kopf kratzt sei beruhigt: Auch wenn er es auf vier CDs und eine DVD brachte war Harris doch „nur“ eine lokale Größe in Florida und bei uns muss, ja kann man ihn nicht kennen.

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Geld spielt keine Rolle

Alexandra Gerlach vom Deutschlandfunk befragte den schleswig-holsteinischen Justizminister zum Ablasshandel im Fall Peter Hartz →Döring: Verständigung wie im Fall Hartz dient der Prozessökonomie

Gerlach: (…) Wenn ich jetzt ein armer Schlucker bin und stehe vor Gericht, kann mich nicht freikaufen, ich benutze diesen Begriff jetzt ganz bewusst, was passiert dann mit mir?
Döring: Das hat nichts damit zu tun, ob man arm oder reich ist. Natürlich hat es damit was zu tun, ob man einen guten oder einen teuren Anwalt sich leisten kann oder nicht, (…)