Dann gnade uns Gott

Jede Woche fällt eine weitere Provinz Nigerias an die Scharia, jede Woche erscheint ein neuer Text im deutschen Feuilleton, der den religiös grundierten Werte-Unterricht preist. So unterschiedliche ältere Bewegungen wie westliches Eso-Trotteltum, afrikanischer und asiatischer Befreiungsnationalismus, ethnischer Separatismus unterschiedlicher Provenienz, amerikanisches Hinterwäldlertum und lateinamerikanischer Synkretismus verwandeln sich in neue, oft globale, mindestens aber internationale, religiös gefärbte Strukturen, die den reaktionären Impuls nicht mehr an Ethnie und Scholle binden, sondern an aggressive Glaubenssysteme.

Diedrich Diederichsen in der taz über → Globale Gläubigkeit und was uns nach der Bundestagswahl erwartet.

Wissenswertes über Burda

Nach der Lektüre dieses → Artikels von Juliaan B. Schnitter fragt man sich: wer gehört eigentlich noch dem Verband Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ) an?
Gerade ist die Verlagsgruppe Milchstrasse (Cinema, TV Spielfilm) ausgetreten, um ihre Mitarbeiter weiter untertariflich entlohnen zu können, der Heinrich Bauer Verlag ist auch schon weg und der Präsident des VDZ gibt zwar viele Zeitschriften heraus, die aber alle selbst nicht im VDZ organisiert sind.
[via medienrauschen]

Immer im Kreis…

Meine Lieblingsstelle aus der heutigen Süddeutschen (über die CDU-„Hoffnung“ Jochen Seidel):

Als Landrat des Müritz-Kreises residiert er im idyllischen Waren an der Mecklenburgischen Seenplatt, wo er als Landrat den Müritz-Kreis regiert.

Stellt alle finanzielle Hilfe ein

Ein Interview mit dem ugandischen Journalisten Andrew Mwenda über Live8 und Schuldenerlass: Bitte helft uns nicht!

Für euch ist Afrika ein wunderbarer Markt. Die Hilfsindustrie setzt im Jahr 60 Milliarden Dollar um. Zigtausende Europäer und Amerikaner werden davon bezahlt. Die sind alle daran interessiert, dass das extravagante und verrückte System bestehen bleibt. Als die Briten Uganda 1962 verlassen haben, gab es 70 Verwaltungsbeamte. Heute arbeiten hier mehr als 5000 Hilfsexperten. Man könnte fast meinen, dass wir als Kolonie unabhängiger waren als heute.

Evan Hunter

Der 1926 als Salvatore Lombino in New York geborene US-amerikanische Schriftsteller („Saat der Gewalt“) und Drehbuchschreiber („Die Vögel“) stirbt 78jährig an Krebs. Am bekanntesten ist er wohl unter einem Pseudonym Ed McBain und durch seine Romane rund um das 87. Polizeirevier.