Pieke lässt klettern

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Kaum ist la Biermann von der Buchmesse zurück, steckt sie auch schon wieder im düsteren Alltag. Das heißt: Ein bisschen Licht gibt es schon. Zum Beispiel, wenn aus Feindschaft Seilschaft wird. Ein Experiment. Hoffentlich erfolgreich. Worum es geht, erfährt man am Freitag, 24. Oktober 2008 im RBB-Inforadio 93,1 um 10:27 und 13:27 Uhr und am Sonnabend, 25. Oktober 2008 in DER TAGESSPIEGEL. Oder nach intensiver Linksuche auf obigem Bildchen.

Sie kennen sich alle nicht und sollen drei Tage lang nicht bloß irgendwie miteinander klarkommen. Fünf Kids und fünf Cops aus einem Berliner „Problemkiez“, die sich allzu oft gegenseitig als „Feinde“ sehen, sollen gemeinsam die spitzen Felsen der Sächsischen Schweiz erklimmen. Wer zig Meter über dem Boden hängend auf sichere Seilschaft angewiesen ist, muss als erstes seine Feindbilder abwerfen.

Die Kids sind bis auf einen alle „ndH“: nichtdeutscher Herkunft – türkisch, albanisch, kubanisch-schwarz. Die Cops sind bis auf einen alle „nmH“: nicht-migrantischer Herkunft.

Es geht um ein Experiment in Sachen Kriminalprävention, organisiert von STOPP TOKAT. Tokat ist Türkisch für „Ohrfeige“, aber auch für das, was auf Deutsch verharmlosend „Abziehen“ heißt: Raub. Eine Gewalttat.

Das „Netzwerk gegen Raub und Gewalt in Kreuzberg“ gibt es seit einem Jahr, auf Initiative von Polizisten, mit dabei sind Fußballvereine, Sport- und andere Prominenz, das Jüdische Museum, Behörden, Schulen, Politiker und Migrantenorganisationen, vor zwei Wochen hat es den Berliner Präventionspreis bekommen. Und diese Woche haben ein paar aus der “Klettergruppe” mit ihrem Experiment 33 Chefs von Polizeibehörden aus Bund und Ländern während des “30. Seminars zur polizeilichen Kriminalprävention” zum Staunen gebracht und Nachahmungslust provoziert…

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