Nur mal so

„Kriminalromane erzählen nicht von der Wirklichkeit, sondern von den Mythen der Menschheitsgeschichte, in denen Gewalt und Liebe stets eine große Rolle spielen: vom Gilgamesch-Epos bis zur Bibel.“ schreibt Cora Stephan aka Anne Chaplet für „Welt Online“. Ja, aber. Auch die Mythen der Menschheitsgeschichte sind LIteratur, die aus Wirklichkeit wurde und, sobald man sie liest, wieder zu Wirklichkeit werden. Krimis könnten also, nur mal „angedacht“, deshalb über die Wirklichkeit erzählen, weil sie beim Lesen nichts anderes werden als Wirklichkeit, aber nicht unbedingt die, aus der sie entstanden sind. Zu kompliziert? Is halt so.

2 Gedanken zu „Nur mal so“

  1. Ich hab eigentlich nix gegen Cora Stephan aka Anne Chaplet, aber dieser Artikel vom 2.4. ist m.E. ein schier unerträgliches Beschwichtigungsgesülz. Oder liegt es an mir, deren Wahrnehmung selbstredend selektiv ist, dass mich der Eindruck beschleicht, hier wird hastig und mäßig durchdacht eine Gallone sozialdemokratisch-gestriges Wohlergehen-Öl auf die Wellen geschüttet, weil der aktuelle Genre-Diskurs sich zunehmend radikalisiert? Okay, vielleicht hab ich Rosinen im Kopf. Aber mehr und mehr scharfe politische Kritik durchdringt die in der Medien-, Publikums- und Preise-Resonanz meistgelobten Werke der kontemporären Kriminalliteratur. Da muss man doch mal bremsen und pseudohistorisierend behaupten, es sei gar nichts los, weil WIR (wichtig: immer das Publikum einbeziehen statt edukationistisch über Es zu schreiben) so eine tolle Republik haben, dass WIR UNS gepflegten Gewalt-Voyeurismus leisten können. Pfui.

  2. Danke für das Thema, Else. Ich arbeite dran… Aber schön, dass es in der Kriminalliteratur noch / wieder ein paar Fronten gibt. Und nicht nur PR-Gags und Krimifestivals und „Mordsdinner mit Vorsuppe“.

    bye
    dpr

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