Tag 29

So etwas schenkte einem die Stadt, wenn man vor 10 Jahren in Saarbrücken standesamtlich heiratete:

Man beachte die beiden Lesebändchen (ich liebe Lesebändchen)

Ein Kochbuch ist bestimmt nicht das schlechteste Geschenk für ein junges Paar (schlimmer wären z.B.: Diätpralinen, ein Wellness-Wochenende für eine Person oder Deko-Zinnteller mit röhrendem Hirsch). Das Goldene Kochbuch hat mehr als 1800 Rezepte, den ein oder anderen Grundlagentipp und zwei (!) Lesebändchen (ich liebe Lesebändchen).

Die städtische Geschenk-Sonderedition wartet darüber hinaus mit einigen nachträglich eingeklebten Seiten Werbung („Haben Sie schon über Ihren Brautschmuck nachgedacht??“ Nein!!!) und einem Grußwort des damaligen Noch-OBs Hajo Hoffmann auf. Der schreibt u.a. vom Savoir vivre, das in dieser Stadt großgeschrieben würde und das Goldene Kochbuch verspricht „bekannte und beliebte Spezialitäten der deutschen und ausländischen Küche„. Trotzdem findet sich im ganzen Buch kein einziges saarländisches Gericht. Kein Dibbelabbes, keine Geheirade, keine Hoorische. Das ist ja fast wie eine Max Palü-Folge ohne Baguette. Unfassbar.

Auch hier trenne ich mich leichten Herzens. Nicht wegen fehlender lokaler Küche oder nicht fehlender lokaler Werbung, sondern weil ich mich in den vergangenen 10 Jahren an keinem einzigen Gericht aus diesem Kochbuch versucht habe. Und angesichts der Konkurrenz im Internet stünden die Chancen gut, dass sich das bis zur Aluminium-Hochzeit nicht mehr ändern würde. Wer also dem Buch eine neue Heimstatt geben möchte, melde sich bei der Hinternet-Redaktion (Stichwort:“Scheidung“).

Was: Bernhard Kaiser: Das goldene Kochbuch
Wohin: Freunde des gedruckten Buch, Lesebändchenfans, Hobbyköche und Jungverheiratete aus dem „Reich“.
Sonst: Altpapiertonne
Ersparnis: 480 Seiten, 820g

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