Auch die Norweger rationalisieren. Drummer ist weg, Neueinstellung steht aus. Dafür haben die beiden verbliebenen Motorpsycho-Köpfe Hans Magnus Ryan und Bent Sæther ein Doppelalbum rausgehauen und spielen halt die meisten Instrumente selbst. Das hört man aber „Black Hole/Blank Canvas“ keine Sekunde an.
WeiterlesenAutor: Dirk-Michael Mitter
Kari Bremnes: Over En By
Wenn man das Wort ‚Stagnation‘ vermeiden möchte, spricht man auch gern von einer ‚Seitwärtsbewegung‘. Wenn sich nichts so richtig nach oben und unten bewegt und am Ende die berühmte schwarze Null rauskommt. Ein bisschen trifft das leider auch auf „Over En By“ zu: Das 14. Album von Kari Bremnes ist im wesentlichen eine Bestandsverwaltung auf hohem Niveau.
WeiterlesenKatharina Franck: First Take Second Skin
Still war’s um Katharina Franck und ich glaube nicht, dass ihr vor vier Jahren extrem viele Menschen in’s „Zeitlupenkino“ gefolgt sind. Schade eigentlich, aber deutsch und Spoken Word war gestern, jetzt ist die Songwriterin wieder so nah dran an „Blueprint“ wie all die Jahre nicht mehr.
WeiterlesenKatja Werker: Leave That Thing Behind
Seit ihrem atemberaubenden Debüt „Contact Myself“ (2000) hat Katja Werker scheinbar ihren zweiten Vornamen verloren und auch im Booklet der neuen CD ist durchgängig nur von ‚Mrs. Werker‘ die Rede. Wenn das in der Geschwindigkeit weitergeht, ist beim vierten Album vom Namen nichts mehr übrig und zurück bliebe ihre fragile Musik, die über jede Art von Namen erhaben ist.
WeiterlesenJason Collett: Idols Of Exile
‚Kauziger Kanadier krakeelt‘ beschreibt das Album von Jason Collett perfekt, man muss aber erwähnen, dass das respektlose ‚krakeelt‘ nur der Alliteration geschuldet ist. Sonst als Gitarrist im Dienst von Broken Social Scene, veröffentlicht er auf Arts & Crafts sein zweites Solowerk, das man nicht vorschnell als countrynahe Selbstverwirklichung abtun sollte.
WeiterlesenMichael Marshall: Der zweite Schöpfer
Gern genommen: Ein einschneidendes Ereignis hebt von heute auf morgen die ganze Welt aus den Angeln. Genauso geht es Ward Hopkins, der seine verunglückten Eltern zu Grabe tragen muss und nach der Beerdigung durch eine versteckte Botschaft erfährt: „Ward, wir sind nicht tot“.
WeiterlesenAction Action: An Army Of Shapes Between Wars
„An Army Of Shapes Between Wars“ ist ähnlich bunt wie sein Cover. Die vier New Yorker von Action Action sind bereits mit ihrem Debüt „Don’t Cut Your Fabric To This Year’s Fashion“ auf den New Wave-Zug aufgesprungen, aber es gibt eine Menge Bands, die diese Welle schlechter reitet.
WeiterlesenHawthorne Heights: If Only You Were Lonely
Bei fleißigen Emo-/Screamo-Sammlern steht das Hawthorne Heights Debüt „The Silence In Black And White“ wahrscheinlich genauso sicher im Schrank wie „Tell All Your Friends“ von Taking Back Sunday. Obwohl Hawthorne Heights in ihrer Musikalität keine Überflieger sind, war ihr Debüt eine perfekt Konsens-Platte, die alle Facetten zwischen zornigem Geschrei und Emotion zuließ.
Weiterlesen3: Wake Pigs
Joey Eppard, Sänger und Gitarrist der US-Band 3, hat ‚zufällig‘ den selben Nachnamen wie Josh Eppard, der Schlagzeuger von Coheed & Cambria. Bürde oder gutes Vorzeichen? Definitiv gutes Vorzeichen.
WeiterlesenDeclan de Barra: Song Of A Thousand Birds
Anscheinend haben sich → Clann Zú mit der Apokalypse völlig verausgabt. Nach zwei innovativen Alben war leider Schluss, aber Teile der Band haben sich auch für das Solodebüt des Sängers Declan de Barra im Studio eingefunden. Trotzdem ist „Song Of A Thousand Birds“ nur eine bedingte Fortsetzung der Bandarbeit.
WeiterlesenTomte: Buchstaben über der Stadt
Die neue Platte war noch gar nicht da, als Thees Uhlmann häufiger in Zeitschriften und Zeitungen vertreten war als Robbie Williams. Kaum ein Musikmagazin kam ohne ihn aus, jeder noch so kleine Kulturteil wollte teilhaben an diesem Phänomen Tomte, das sich so unbemerkt ins breite Bewusstsein geschlichen hat.
WeiterlesenAnouk: Hotel New York
Obwohl die Holländerin Anouk mit ihrer Debütsingle „Nobody’s Wife“ und den beiden ersten Alben extrem gut aus den Startlöchern kam, hat sie in Deutschland nicht langfristig Tritt fassen können. Nach verschiedenen Special- und Live-Veröffentlichungen erscheint ihr neues Album „Hotel New York“ nun endlich auch in Deutschland.
WeiterlesenTwo Gallants: What The Toll Tells
Obwohl klar dem Country zugewandt, sind Two Gallants mit den Labelkollegen Bright Eyes nicht vergleichbar. Während Conor Oberst mehr den Typ verkörpert, der es angeschossen über die Grenze nach Mexiko schaffen muss, um das letzte Mal seine Liebste zu sehen, haben Two Gallants mehr von Billy The Kid: Kämpfen bis zur letzten Kugel, zynisch lächelnd aus dem Leben scheiden und den letzten Atemzug an eine Zigarette verschwenden.
WeiterlesenGamine: Sabotage
„Sabotage“ ist ein Album voller akustischer und optischer Täuschungen. Oder anders gesagt: Etwas Hübsches hat man so lange in noch hübschere Verpackungen gesteckt, bis man sich gar nicht mehr erinnert, was eigentlich drin war.
WeiterlesenThe Devin Townsend Band: Synchestra
Für den Titel ‚Buntestes Metal-Album des Jahres‘ kann sich Devin Townsend schonmal die besten Chancen ausmalen. Der Produzenten-Weirdo hat für sein neues Band-Album alle Metal-Stile in einen Topf geworfen und springt fleißig zwischen den Koordinaten hin und her.
WeiterlesenHowie Beck: Howie Beck
‚Ich-AG‘ steht in großen Buchstaben auf Howie Becks Stirn. Seit „Hollow“ (2001) hat sich nichts verändert — Howie Beck spielt am liebsten mit sich selbst. Edel-Gäste wie Feist oder Ed Harcourt sind natürlich willkommen, aber die Maxime bleibt: Keine Kompromisse und zumindest in kleinen Buchstaben immer noch ‚Low-Fi‘.
Weiterlesen16 Horsepower: Live
Es wäre zu schade gewesen, wenn die Doppel-DVD „16 HP“ die letzte Schippe auf das Grab dieser außergewöhnlichen Band gewesen wäre. Auch wenn zwei Doppel-DVDs innerhalb kürzester Zeit nach kommerzieller Ausschlachtung riechen, ist „Live“ absolut unverzichtbar.
WeiterlesenThe Most Serene Republic: Underwater Cinematographer
„Underwater Cinematographer“ klingt, als hätte jemand Amphetamine mit Smarties verwechselt, aber aufgrund eines unerwarteten Placebo-Effekts doch noch eine Menge Spaß gehabt. Wenn man dann noch weiß, dass Bandkopf Ryan Lenssen seine Hyperaktivität nicht mehr länger mit Ritalin bekämpft, bekommt man eine ungefähre Vorstellung, wie The Most Serene Republic klingen.
WeiterlesenIn Flames: Come Clarity
Vor Jahren hat mir eine alte Frau in München bei einer Ausstellung über Kurt Eisner sinngemäß zugeraunt: „Die die Zukunft bereiten, sterben an ihrer Schwelle.“ Auch wenn In Flames nicht den Freien Volksstaat Bayern ausgerufen haben, trifft dieser Satz wunderbar auf die fünf Schweden zu. Tot wäre anders, aber der Karren ist doch ziemlich ins Stocken geraten.
WeiterlesenFarin Urlaub Racing Team: Livealbum Of Death
Farin Urlaub solo war gestern, Die Ärzte sind immer, neu ist das Farin Urlaub Racing Team. Nach eigener Aussage des offensichtlichen Bandleaders soll sogar das nächste Album in Bandbesetzung eingespielt werden.
Wer Farin live gesehen hat weiß, dass seine elf festen Mitstreiterinnen und -streiter den Songs ordentlich Schmiss mitgeben. Besonders die vier Jungs am Gebläse und die Backgroundsängerinnen geben ordentlich Druck auf den Kessel.
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