Man kann Amplifier wirklich nicht vorwerfen, dass sie ihre Fans mit Neuerungen erschrecken. Nach dem kurzen akustischen Ausflug mit dem Hidden Track der EP „The Astronaut Dismantles HAL“ (2005) hat Bandleader Sel Balamir schnell wieder auf die E-Gitarre umgesattelt und bläst ein Album unters Volk, für das man nur so dämliche Begriffe wie ‚Dampframme‘ finden kann.
WeiterlesenAutor: Dirk-Michael Mitter
Der Hund Marie: Hooligans & Tiny Hands
Jetzt hatte man sich gerade daran gewöhnt, dass der Hund Marie eigentlich Max Martin Schröder heißt und dann veröffentlicht die Grand-Hotel-van-Cleef-Geheimwaffe doch unter dem Tiernamen sein Solodebüt. Lyrisch geht es dann auch erstaunlich oft um Bezüge zu Vierbeinern und dem ‚Wau Wau‘.
WeiterlesenSamiam: Whatever’s Got You Down
Als Samiam-Fan hat man keinen Spaß. Die Abstände zwischen den Alben sind einfach zu lang und so sind seit „Astray“ sechs Jahre ins Land gegangen. In dieser Zeit haben sich Samiam aufgelöst, waren trotzdem auf Tour, aber letztlich immer auf Eis gelegt.
WeiterlesenFotos: Fotos
Fotos sind so eine Sache. Bei vier Leuten macht normalerweise immer einer ein Ochsengesicht und wenn mal alle stillhalten, dann sollte man sich im Endergebnis auf rote Augen gefasst machen. Nicht so die Band Fotos und ihr gleichnamiges Debüt. Die vier Jungs haben es geschafft ihre zehn Songs wie einen Schnappschuss wirken zu lassen und trotzdem sitzt alles perfekt.
WeiterlesenJuliette And The Licks: Four On The Floor
Dass Juliette Lewis nicht die sanfte Squaw geben will, die sich bei weiblicher Unpässlichkeit ins Frauenzelt zurückzieht, macht sie mit dem Albumcover schon eindeutig klar. Derb gesagt ist auch ihr zweites Werk das weibliche Pendant zu ‚Schwanzrock‘ und eine knackige Hommage an alles, was simpel gestrickt ist und trotzdem knallt.
WeiterlesenThe Black Maria: A Shared History Of Tragedy
Für gut 40 Minuten erinnern The Black Maria an die Zeit in der man das Gefühl hatte, dass in Sachen Emo-Core noch nicht alles gesagt ist. An eine Zeit, bevor das Genre von zu vielen Copycats zu Tode geritten wurde. „A Shared History Of Tragedy“ ist elf Songs lang ein wahrer Glücksfall aus Melodie, Härte und Engagement.
WeiterlesenZox: The Wait
Man kann mit Sicherheit sagen, dass Zox in jedem alphabetisch sortierten CD-Regal einen der letzten Plätze einnehmen. Praktische Nebenerscheinung, denn so lässt sich „The Wait“ schnell finden. Die pfiffige Indietruppe betreibt Heldenverehrung ohne zu klauen und schafft es aus dem Stand, einen erkennbar eigenen Sound zu kreieren.
WeiterlesenIndigo Jones: 40 Miles
Skinny Dog ist das Label von Pete Jobson (I Am Kloot), Guy Garvey und Mike Potter (beide Elbow) und nach den Veröffentlichungen von eher schrägen Bands wie Jackie O. und Cranebuilders überrascht es jetzt mit einer Truppe, die auch bei Glitterhouse oder Blue Rose zu Hause sein könnte.
WeiterlesenBonnie ‚Prince‘ Billy: The Letting Go
Island, immer wieder Island. Im Moment ein Zauberwort, das mit vielen hochkarätigen Bands in Verbindung steht und meistens dann als Aufnahmeort ausgesucht wird, wenn neue Kreativwege gesucht werden. Kommen andere musikalisch verspulter von Island zurück, bewirkt die Insel bei Bonnie ‚Prince‘ Billy scheinbar genau das Gegenteil.
WeiterlesenMinor Majority: Reasons To Hang Around
Pål Angelskår ist der Mann der Stunde, wenn es darum geht, das Elend dieser Welt zu beweinen. Der Wein nimmt im gleichen Maße ab, wie das Selbstmitleid zunimmt und trotzdem verströmen die Songs von Minor Majority die angenehme Hoffnung, dass mit dem Sonnenaufgang alles wieder gut wird.
WeiterlesenNina Nastasia: On Leaving
Nina Nastasia ist zurück. In einer besseren Welt würde dieser Satz Staudämme einreißen und Radios zum Verstummen bringen. Ihr Alternative-Folk ist kein sommerliches Blümchenkleid, hier regiert Reduktion. Mit dem angestammten Partner Steve Albini hat sie jemand hinter den Reglern, der anerkanntermaßen weiß, wie eine trockene Platte klingt.
WeiterlesenThea Gilmore: Harpo’s Ghost
Irgendwie ist es immer ärgerlich, wenn man einen Künstler erklären muss, der sich in der subjektiven Wahrnehmung schon etabliert hat. In ihrer englischen Heimat ist Thea Gilmore weitaus bekannter als hier in Deutschland und wer ihre bisherigen Alben kennt, fragt sich ernsthaft, warum hier niemand von ihr Notiz nimmt.
WeiterlesenPete Yorn: Nightcrawler
Mit seinem ersten Album „Music For The Morning After“ wippte Pete Yorn schwungvoll auf dem Fünf-Meter-Brett um zum großen Sprung als Singer/Songwriter auszuholen. Für den Nachfolger „Day I Forgot“ kletterte er schon auf den Dreier und jetzt mit „Nightcrawler“ gibt er sich mit dem Einer zufrieden.
WeiterlesenNow It’s Overhead: Dark Light Daybreak
Mit zwei Alben haben Now It’s Overhead bickelfest zementiert, dass sie zu den ganz Großen bei Saddle Creek gehören. Vertrackte Popmusik mit kleinen Tentakeln und hypnotischen Sounds. Mastermind Andy LeMaster hat für das neue Werk die vertrauten Pfade zwar nicht verlassen, setzt aber alles dran nicht in Lethargie zu verfallen.
WeiterlesenAni DiFranco: Reprieve
Es lag scheinbar doch nicht nur an Joe Henry. Hatte man dem genialen Songwriter nach der Mitwirkung bei →„Knuckle Down“ (2005) ein goldenes Händchen attestiert, liefert Ani DiFranco – jetzt wieder im Alleingang – ein mindestens so starkes Album ab.
WeiterlesenMaria McKee: Live-Acoustic Tour 2006
Nina Persson von The Cardigans hat neulich in einem Interview gesagt, dass sie durch Maria McKee entdeckt habe, lauter und expressiver zu singen. Es soll auch Menschen geben, die behaupten, Maria McKee klinge wie ein Hund, der liebeskrank den Mond anheult. Beide Einschätzungen beschreiben nur sehr unzureichend den genialen Gesangsstil dieser Frau.
WeiterlesenTy Tabor: Rock Garden
Der gute Ty ist wieder aus der besinnlichen Phase zurückgehrt und rockt wieder das Haus, bzw. den Garten.
WeiterlesenMadeleine Peyroux: Half The Perfect World
Bei vollendeter Perfektion muss man manchmal aufpassen, dass man den hohen Standard nicht als Normalität abtut. Die ersten beiden Songs von „Half The Perfect World“ haben mich fast ein bisschen enttäuscht. Mit ihren gleichermaßen routinierten wie versierten Musikern wirken „I’m All Right“ und „The Summer Wind“ beim ersten Hören nur wie eine Erfüllung der Vorgaben. Perfekt in Szene gesetzt, aber der Funke springt noch nicht über.
WeiterlesenRise Against: The Sufferer & The Witness
Manchmal muss es ein dicker Hals sein. Da hilft es nicht, depressiv das Elend der Welt zu beklagen, da ist es einfach nötig, den gerechten Zorn in adäquate Musik umzusetzen. Dafür haben Rise Against mit Tim McIlrath einen Sänger hinterm Mikro, dem man die geschwollenen Halsadern deutlich anhört.
WeiterlesenLambchop: Damaged
‚Damaged‘ klangen die Alben von Lambchop eigentlich schon immer. Vom Leben demoliert oder, wie es Kurt Wagner neulich der Visions erzählte, ‚…ein Titel, der dich gar nicht erst in Versuchung bringt, das Album aus dem Regal zu ziehen, wenn du die Party ans Laufen kriegen willst.‘
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