Szenen einer Ehe (7)

Upps, wie konnte das nur passieren? Ich bin aber auch enttäuscht von Ihnen, meine werten Leser und Leserinnen. Warum haben Sie nicht sofort nachgehakt und sich beschwert? Dann hätte ich nie und nimmer vergessen, von meiner Flitterwoche auf Djerba zu berichten. Von diesem schicken, mit Marmor ausstaffierten Luxushotel, der dazugehörigen überdimensionalen Poolanlage, dem bezaubernden Wetter mit seinen Mittzwanziger-Temperaturen, dem Sandstrand, dem Büffet, das mir morgens und abends das Füllen meines Magens erleichterte, dem fast schon penetrant netten Dienstpersonal, das einem jeden Wunsch von den Lippen abzulesen imstande war, dem türkischen Bad, dem Ausritt meiner Frau, dem idyllischen Golfplatz, den wir nur betraten, um uns vom übernetten Hotelfotograf ein paar „kitschige Fotos“ (O-Ton meiner Schwiegereltern) schießen zu lassen…

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Lektion 19: Wenn der Rechner abstürzt

Neulich abends – ich blätterte gerade in meinem Salat – erreichte mich ein Handy-Notruf von Herrn Reinhold M., dem bekannten Alpinisten und Buchautor. „Hilfe!“ keuchte der Meister, schwer nach Atem ringend. „Ich habe soeben zum 145. Mal zusammen mit meinem Rechner den Mount Everest bestiegen, in der Absicht, dort oben auf dem Gipfel mein neuestes Werk, „Ich habe soeben zum 145.Mal zusammen mit meinem Rechner den Mount Everest bestiegen“ zu verfassen. Und jetzt das! Eine Sekunde nicht aufgepaßt – und dieses Schrottding von Rechner ist abgestürzt. In eine mindestens 400 Meter tiefe Gletscherspalte. Was kann ich tun?“

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Lektion 18: Neue IT-Berufe

Falls Sie zu jenen Unbelehrbaren gehören, die den Computer für einen Moloch und Vernichter von Arbeitsplätzen halten, werden Sie die folgenden Zeilen gewiß von Ihrer Technikfeindlichkeit und beschränkten Denkungsart heilen. Denn natürlich ist genau das Gegenteil der Fall: Der Computer schafft Arbeitsplätze! Wohl werden so ehrwürdige und nützliche Berufe wie der Flohzüchter oder die Milchmädchenrechnungsprüferin allmählich vom Markt verschwinden, doch eine Fülle neuer Ausbildungsberufe wird dies mehr als ausgleichen.

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Lektion 17: Fehlermeldungen

Über eines sollten Sie sich im Klaren sein, sobald Sie Ihren Rechner einschalten: SIE machen keine Fehler! Fehler macht allein der PC, und sein größter Fehler ist die Ausgabe von Fehlermeldungen, die als aparte Fenster zur Hölle die Wände unserer heilen Userwelt durchbrechen(poetisch, was?).

Aber was soll’s. Nichts produzieren Computer lieber als Fehlermeldungen. Wir unterscheiden, grob betrachtet, vier verschiedene Arten, uns den letzten Nerv zu rauben: numerisch codierte, alphabetisch explizierende, Ausnahme- und schwerliterarische Fehlermeldungen.

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Lektion 16: Ein Gespräch mit Herrn AOL

Helle Aufregung in den HINTERNET!-Redaktionsräumen. Herr AOL persönlich hat sich zu einem „roundtable“-Gespräch angekündigt, und nach dem spontanen Ankauf einer solchen Rundtafel sitzen wir gespannt um selbige und starren zur Tür, durch die ER gleich treten wird: Beherrscher des WWW, Weltmeister der Niveaulosigkeit, Zelebrator der schrottigsten Software seit Adams Reinfall mit dem Apfel.

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Lektion 15: Der Volks-PC

Kommt ein ansonsten ehrbares und rechtschaffenes Wort auf die Idee, sich die Silbe „Volks-“ um den Hals zu hängen, verliert es auf der Stelle all seine Seriosität und höhere Bildung, ja, stürzt ob dieses Mühlsteins hinab in die Abgründe des Anspruchslosen. Aus dem Mr. Hyde des guten Geschmacks wird ein Dr. Jekyll des schlechten. Volks-wagen, Volks-hochschule, Volks-zählung, Volk-er – auch das von der rot-grünen Bundesregierung angestrebte Volks-Volk wird da keine Ausnahme machen: Stimmvieh, das brav Steuern zahlt, „Big Brother“ glotzt und „Intelligenz“ für einen Handy-Provider hält – also billig in der Anschaffung und Unterhaltung, genügsam im Verbrauch und jederzeit durch seinesgleichen zu ersetzen..

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Lektion 14: Meine erste Homepage

Es naht mit Riesenschritten der Tag, an dem die eigene Homepage so selbstverständlich zu uns gehören wird wie die Eiche zum Hörnchen oder das Ei zur Dechse. Grund genug, die Kunst der Homepagegestaltung so früh wie möglich zu erlernen.

Man kann es sich natürlich einfach machen und durch den Erwerb einer gebrauchten Homepage, wie sie auf Flohmärkten immer häufiger feilgeboten wird, alle Probleme des DoItYourself umschiffen. Doch Vorsicht! Bekanntlich schaffen durchschnittliche Homepages nicht mehr als 100000 Klicks in ihrem Leben – und einer gebrauchten sehen Sie es nicht an, wie oft schon auf ihr herumgeklickt wurde. Besonders üble Gesellen manipulieren den Tachometer, auf dem die Anzahl der Klicks registriert wird, und ziehen so dem arglosen Käufer Geld für etwas aus der Tasche, das dieses Geld nicht wert ist.

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Szenen einer Ehe (6)

Wir, damit meine ich selbstverständlich nicht die Hinter-Net! Redaktion, sondern meine Frau und mich – gönnen uns mal was. Und zwar einen Urlaub. Eine Art verspäteter Flitterwochen. Ehrlich gesagt, gönnen nicht wir uns den. Vielmehr übernehmen das meine Eltern, die ihn inklusive Taschengeld finanzieren. Lediglich das Reiseziel mussten wir aussuchen. Das allerdings haben wir nicht unbedingt einstimmig getan. Obwohl, ja doch, eine Stimme entschied. Die kam von mir. Okay, das war nicht fair, aber ich weiß, nein wir wissen nun, es war die bessere Entscheidung.

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Lektion 13: COOL!!! PC ALS ALTERNATIVE ENERGIEQUELLE!!!

„Ach, diese Heizölpreise!“ seufzt Permanentvolontärin Fräulein Katja und lutscht weiter versonnen an unserem Redaktionsmaskottchen, dem GROSSEN GIFTGRÜNEN GARANTIERT GOTTSCHALKFREIEN GUMMIBÄRCHEN. Seit seiner Anschaffung anlässlich der Entdeckung der Postleitzahlen durch den Norweger Amundsen soll uns das GGGGG bei der Produktion guter Ideen helfen. Fünf Minuten versonnen lutschen = 1 guter Gedanke, wie der Vertreter damals versprochen hatte, dem wir das Bärchen gegen teuer Geld abkauften. Bei Fräulein Katja hat es auch tatsächlich schon einmal geklappt: Am 15. April 1959, als sie plötzlich mit dem versonnenen Lutschen des Gummibärchens innehielt und meinte: „Ich denke, der 2. Weltkrieg ist vorbei. Wir können so langsam aus dem Kartoffelkeller raus.“

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Lektion 12: Frequently Asked Questions 3

Seit der Erfindung von HINTERNET! im Jahre 1902 durch die Gebrüder Wright hat noch niemand unsere Redaktionsvolontärin Fräulein Katja so hart arbeiten sehen. Dreimal täglich keucht sie, schwere Postsäcke auf dem von Alter und Gebrechen gebeugten Rücken, die Treppen hoch und schüttet dann den ganzen Krempel auf meinen Schreibtisch. „Wieder Leserzuschriften, Chef!“ entkommt es ihr mit letzter Kraft, bevor sie sich in ihr Kämmerlein schleppt, um ihrer Lieblingsbeschäftigung nachzugehen: die Rentenversicherungsnummern aller HINTERNET!-Mitarbeiter auswendig lernen und miteinander im Kopf multiplizieren.

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Lektion 11: Frequently Asked Questions 2

Aus dringlichen Gründen bringen wir heute in unserer beliebten Kolumne das 2. FAQ. Sie werden schon sehen, warum! Also, was wir, das allzeit tätige Team der beliebten Online-Illustrierten HINTERNET täglich als erstes zu sehen bekommen, ist ER: Willibrord Wittich, seines Zeichens Briefträger und dreifacher Träger des mallorquinischen Ballermann-Einen-Eimer-Sangria-Auf-Ex-Ordens, wie er (Wittich, nicht der Orden) die Treppen hochkeucht, um uns, in vorbildlicher Dienstauffassung, die Tagespost zu überreichen: zwei Briefe. „Sonst kriegen Sie doch immer nur einen! Vom Gerichtsvollzieher meistens! Der ist schwer genug! Aber gleich zwei auf einmal? Ob ich das tarifrechtlich überhaupt darf?“ Dabei wiegt er bedenklich räsonnierend sein Haupt, das schon zu dieser frühen Stunde von reichlichem Trainingssangria-Genuß benebelte, denn der 4. Orden muß her!

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Lektion 9: Inside Internet – Interessante Informationen 1

Heutzutage, da jeder Hansel und Wurstel, der eine AOL-Software installieren kann, sogleich ein „Internet startup“ gründet, sich eine Pferdeschwanzfrisur wachsen läßt und sein dummes Geschwätz fortan „online content“ nennt, heutzutage also kannst du, LeserIN, nicht genug über das Internet wissen. Denn bedenke: Ohne Internet gäbe es stücker 100.000 Arbeitsplätze weniger in der landwirtschaftlichen Industrie, 20.000 Maurer stünden auf der Straße und die „Ich-schreibe-eine-Kolumne-über-Computer-fürs-Hinternet“-Branche würde gar gänzlich vom Arbeitsmarkt verschwinden. Beginnen wir daher heute mit der hochinteressanten Doppelfrage: Wer entdeckte eigentlich das Internet – und was ist das überhaupt?

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Lektion 8: Textverarbeitung der dritten Generation

Ganz zu Anfang der, wie wir Experten sagen, „computer history“ konnten Textverarbeitungen nicht einmal das, was sie in ihrem Namen versprachen. Man tippte einige Sätze ein, wartete auf die Verarbeitung und gab, als diese vergeblich auf sich warten ließ, den Speicherbefehl. In diesem Moment hatte man verloren, denn das Speichern der Texte war nicht vorgesehen, geschweige denn das Ausdrucken.

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Lektion 7: Frequently Asked Questions 1

Immer wieder erreichen mich Hilferufe aus dem Kreis der werten HINTERNET-Gäste, drängende Schicksalsfragen zumeist wie „Panik! Was soll ich nur machen? Die Diskette klemmt im RAM-Speicher!“. Aus diesem Grunde seien an dieser Stelle und in loser Folge die wichtigsten Fragen exemplarisch behandelt, zu Nutzen und Frommen aller, amen.

Maik Honecker aus den neuen Ländern zum Beispiel nervt mich mit folgendem: „Lieber PC-Doktor! Ich bin noch Frischling in der IT-Branche und lerne gerade das ABC des Computerjargons. Eine Abkürzung konnte mir bis jetzt niemand erklären, auch die Fachpresse schweigt skandalöserweise. Die Abkürzung lautet: PDS. Was soll das sein? Weißt du’s?“

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Lektion 6: Datenträger – ein Beruf mit Zukunft

Die Geschichte des Datenträgers beginnt knapp vier Monate nach der Erfindung des Feuers. Erst mit seiner Hilfe war es möglich, an die Wände der Wohnhöhlen gemalte Zeichen überhaupt als solche wahrzunehmen. Natürlich waren die ersten so entstandenen Daten von der Banalität jeder Pionierleistung: „1a-Mammut zum Selberschlachten“ wurde da geschrieben, oder „Neanderthaler raus!“.

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Lektion 5: Der Rechner – bester Freund des Menschen

Laut einer Umfrage des Allensbach-Instituts hat der gemeine Rechner, auch „Computer“, „PC“ oder „Dreckding“ genannt, inzwischen bei 45% aller Befragten das gemeine domestizierte Tier, auch „Hund“, „Katze“ oder „Maus“ genannt, als liebsten Hausgenossen abgelöst. Das ist interessant, hat doch eine frühere Umfrage des selben Institutes ergeben, daß noch 1995 Haustiere bei männlichen Befragten höher im Kurs standen als Ehefrauen.

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Szenen einer Ehe (4)

Nasskaltes Wetter, Feierabend, im Fernsehen flimmern die Ereignisse aus Sydney in meine Wohnstube, auf dem Herd kocht cremige Tomatensoße, im Topf sprudeln Gnocchi, es riecht nicht nach Zigarettenrauch in der ansonsten leblosen Wohnung und der Geruch nach Stallungen ist auch verschwunden. Merkwürdig. Wo ist meine Frau??? Ach ja, die ist ja wieder eine Woche nach Karlsruhe strafversetzt worden, um dort unter abenteuerlichen Jugendherbergsverhältnissen die Tierpflegerschule zu besuchen. Das heißt: Ich bin Strohwitwer – also ein Ehemann, der vorübergehend ohne seine Frau lebt. Das hat nicht nur Nachteile, meine Herren.

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Lektion 4: Computerkauf

Der Erwerb eines Rechners sowie des benötigten Zubehörs ist ein Kinderspiel. Sich im Vorfeld mit irgendwelchen Gedanken zu belasten (Was brauche ich? Was darfs kosten? Will ich später einen CD-Brenner einbauen?), ist völlige Zeitverschwendung, da mit dem Betreten eines Computerfachgeschäfts der Computerfachverkäufer für uns denkt und etwaige Vorüberlegungen unsererseits damit hinfällig werden.

Das „Handbuch der terroristischsten Berufe“ (Berlin 1997, 3. Auflage) verzeichnet unter dem Stichwort „Computerfachverkäufer“ folgende drei Haupttypen:

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