Nebula: BBC/Peel Sessions

Hierzulande sind Radioauftritte von großen Bands vielleicht schon fast normal. Bei der britischen Radio- und TV-Anstalt BBC ist es allerdings Tradition, dass regelmäßig Bands auftreten – bekannte wie unbekannte. So durften zum Beispiel die famosen Stoner Rocker Nebula zwischen 2001 und 2004 gleich drei Mal den Studios der BBC einen Besuch abstatten, um diese zu berocken.

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Krimijahr 2008: die Zielgruppenliste

Endlich! Die Liste! Zehn Werke der Kriminalliteratur, die mich durch ein wie immer turbulentes Jahr geleiteten. Mit einem Zielgruppenschlagwort versehen, damit es unter der Edeltanne nicht zu bösen Überraschungen kommen kann. Mehr dazu nächste Woche am Krimisamstag des Titel-Magazins (wo sich ein notorischer Leserbeschimpfer morgen der „bad fiction for a merry X-mas“ annehmen wird…).
Die Besten 2008 (in willkürlicher Anordnung)

Matt Ruff: Bad Monkeys (für alle, die sich beim Lesen auch mal gerne düpieren und auf die eigene Lese-Schwäche hinweisen lassen)

Hans Lebert: Die Wolfshaut (für alle, die gerne langsam lesen, weil es die Sprache von ihnen verlangt. 1960 erstveröffentlicht)

Norbert Horst: Sterbezeit (für alle, die einen Polizeiroman nicht nur als Polizeiroman lesen wollen)

Pieke Biermann: Unter dem Asphalt von Berlin (für alle, die den Alltag nicht vom Verbrechen trennen)

Anne Chaplet: Schrei nach Stille (für alle, die auch mal ihre Meinung ändern wollen)

Tana French: Grabesgrün (für alle, die vertrags- und versicherungslos durchs Leseleben laufen)

Amir Valle: Freistatt der Schatten (für alle, die den Dreck und seine künstlerische Bearbeitung nicht ignorieren)

Tran-Nhut: Das schwarze Pulver von Meister Hu (für alle Freunde der Vergangenheit, die die Gegenwart beleuchtet)

Mikael Niemi: Der Mann, der starb wie ein Lachs (für alle Freunde der phantastischen Nüchternheit oder der nüchternen Phantasie)

Hannelore Cayre: Das Meisterstück (für alle, die, wenn’s lustig wird, nicht gleich ihr Hirn aus der Schale lachen)

Allen, die ebenfalls auf dieser Liste stehen könnten, es aber nicht tun, weil 10 nun einmal 10 sind und nicht 16: sorry.

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Tilman ante portas

Gestern abend im Deutschlandradio Kultur zum Ende der „Filme der Woche“:

Moderatorin: Hans-Ulrich Pönack über drei Filme in dieser Woche. Ziemlich sympathisch fand er die Verfilmung von Cornelia Funkes „Tintenherz“, geärgert hat er sich über „The Women“ und gelangweilt und verärgert war er über „Der Tag an dem die Erde stillstand“. Ich drücke die Daumen, dass die Ausbeute in der nächsten Woche besser ist.

Pönack: Mitnichten! Til Schweiger kommt auf uns zu.

Edgar, 1

Edgar Poe weilt am 19. Januar 2009 200 Jahre unter uns. Anlass für eine Serie von Aufsätzen, die dieses labile Wunderwerk der Literatur in loser Folge aus verschiedenen Blickwinkeln beleuchten sollen. Mit Anknüpfungen an die Kriminalliteratur, das Leben an sich, die Geschichte und die Gegenwart, das Politische und das Private, das Erhabene und das Niedere.

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Honeyboy Hickling – Blowin‘ Through Town

Na endlich, Simon „Honeyboy“ – hierzulande wäre „Hohnerboy“ vielleicht ein Alternativname – Hickling „live on stage“, und zwar mit den alten Freunden aus gemeinsamen DT’s-Tagen: mit Gitarrenvirtuoso „Big“ Al Taylor und zwei unterschiedlichen rhythm sections, mal mit Bassmann Tony Stuart und Drummer Tony Bayliss, mal mit den Original-cracks Craig Rhind (b) und Alan „Sticky'“ Wickett (dr).

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Leonard Schrader: Der Yakuza

Romane, die nach Drehbuchvorlagen entstehen… nun ja. Eher mit Vorsicht zu genießen. Aber es gibt auch hier Ausnahmen – und „Der Yakuza“ von Leonard Schrader ist eine davon. 1974 wurde der Stoff von Sydney Pollack verfilmt, im selben Jahr erschien der Roman des Drehbuchautors Schrader. Und er ist bis heute, da uns der Alexander Verlag das gute Stück noch einmal beschert, keinen Tag älter geworden.

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Das wäre mal was

„Sie wollen und können es nicht begreifen, dass Kriminalromane nach anderen Gesetzen funktionieren als die avancierte Literatur. Gestern noch schlug ich Uwe L. vor, während des nächsten Krimifestivals mal eine Diskussion zum Thema „Stieg Larsson und seine Geringschätzung durch die Kritik“ zu veranstalten, schon liefert Dieter Paul Rudolph im Titelmagazin das Futter dafür. So reflexartig wie genussvoll und erwartbar greift er die offensichtlichen literarischen Schwächen des Schweden an und merkt nicht, dass er mit seiner wohlfeilen Polemik mal wieder unter der Latte durchspringt. Andererseits: Will ich mich wirklich so tief in das Thema verbeißen, bis ich mir auch den letzten Vertreter der Branche zum Gegner gemacht habe …?“

Schreibt →Jan Seghers. Der natürlich weiß, nach welchen Gesetzen Kriminalromane funktionieren; denen der Schlampigkeit in Sprache und Inhalt nämlich. Dass er aber auch noch wissen will, wie „avancierte Literatur“ (zu der Kriminalromane anscheinend nicht gehören können) funktioniert, glaubt nicht einmal der letzte Vertreter der Branche.

Ein völlig abseitiger Exkurs über das Lesen

Jeder vierte Deutsche, so haben wir jüngst erfahren, liest keine Bücher. Das ist schlecht. Drei von vier Deutschen lesen also Bücher, und das ist gut. Für die Buchindustrie. Auch für die Leser? Lesen, das wissen wir, ist eine erlernbare Kulturtechnik, unentbehrlich für den Alltag, unentbehrlich auch für die Beurteilung dessen, was da gelesen wird. Was oder wieviel einer liest, spielt dabei zunächst keine Rolle. Mancher Konsument von Bildzeitungen mag seine Lektüre intellektuell ergiebiger verarbeiten als manch manischer Verschlinger von Höchstliteratur die seine. Das WIE ist entscheidend.

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Mr. & Mrs. Right

Früher, vor der digitalen Revolution, musste ein Liebhaber des Krimigenres, wenn er die aktuelle Produktion überblicken wollte, die Buchhandlung seines Vertrauens aufsuchen, um sich durch die Neuerscheinungen zu schmökern; oder er ging es systematisch an und besorgte sich die Verlagskataloge. Auf öffentliche publizistische Hilfe durfte er nicht hoffen, denn Kriminalliteratur fand in den Feuilletons nur ausnahmsweise statt. Da erwies es sich als hilfreich, zwei oder drei gute Freunde zu haben, in puncto Geschmack vertrauenswürdige Personen, die einem manche Empfehlung zukommen ließen und im Gegenzug mit ebensolchen Tipps versorgt wurden.

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Ein Samstag in der Vorweihnachtszeit

… ist beim Titelmagazin natürlich wieder ein Krimisamstag. Mit allerlei Besinnlichem. Es gibt, aber hallo!, einen →semantischen Kopfschuss, →Stieg Larsson wird geschlachtet, →Val McDermid und →Wolfgang Fleischhauer landen im Daumenruntertöpfchen. Doch, siehe: Leonard Schraders →„Der Yakuza“ wird hoch gelobt. Desgleichen der Argentinier →Sergio Olguin. Und völlig jenseits von Gut & Langweilig diesmal unser →kriminelles Gedicht. Klassisch.

Herrn Menke schauderts

Die Älteren unter uns erinnern sich noch: Ludger Menke, das war mal ein Krimiblogger, der regelmäßig über Dies & Das der Szene berichtete. Heutzutage tut er es bloß noch sporadisch, und der „Ripper Award“ ist wohl nur für ihn erfunden worden, um Stoff für die Menke’sche Entrüstung zu liefern.

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