Die Merz-Memoiren (III)

Buchmesse ’72. Nach Abschluss seiner Versicherungsausbildung war Onkel Hans eine zeitlang als Verlagsvertreter tätig. Als er sich 1972 auf den Heimweg von der Buchmesse machte, passierte es ihm, dass bei der Ankunft am Bahnhof der Zug überpünktlich schon abgefahren war. Onkel Hans reagierte wie immer sehr emotional, wobei er offenbar auf seine Umgebung stark polarisierend wirkte. Ergebnis siehe oben. Nachdem er sich wieder gefasst hatte, trank er ganz ruhig einen Kaffee in der Mitropa und kehrte dann zum Hotel zurück. Am nächsten Morgen nahm er eine Mitfahrgelegenheit nach Berlin und war dann mit dem Flieger mittags wieder in Hamburg. Oma lachte nur: „Wo sie auch hinkommen, fallen die Jungs unangenehm auf, am Ende legen sie aber immer eine patente Lösung vor.“

Matthias Opdenhövel: Die Schnellficker-Schuhe

Sie halten Matthias Opdenhövel für eine Knalltüte (ja, Red), hatten aber gehofft, in seinem Buch das ein oder andere Detail über VIVA-Inside zu erfahren? Pech gehabt! Jede halbstündige Führung durch die VIVA-Studios ist aufschlußreicher als Opdenhövels pubertäre Selbstbeweihräucherung. Der Mann erlebt die Geburt des ersten deutschen Musikkanals mit, reist für VIVA mit Atomgegnern zum Mururoa-Atoll, trifft U2, Kylie Minogue, die Toten Hosen und dergleichen mehr, aber hängengeblieben sind nur banale Details: VIVA-Pratikanten kommen nur zum Promo-CDs-Schnorren, auf den Fidschis verknallt sich ein Schwuler in Opdenhövel, und mit Bono versteht er sich so gut, dass ihm nach dem Interview sogar ein Tisch im Restaurant von Bonos Bruder reserviert wird.

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